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Sonnets 039 - Druckversion

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Sonnets 039 - ZaunköniG - 13.08.2007

William Shakespeare
1564 – 1616 England



XXXIX.

O, how thy worth with manners may I sing,
When thou art all the better part of me?
What can mine own praise to mine own self bring?
And what is 't but mine own when I praise thee?
Even for this let us divided live,
And our dear love lose name of single one,
That by this separation I may give
That due to thee which thou deservest alone.
O absence, what a torment wouldst thou prove,
Were it not thy sour leisure gave sweet leave
To entertain the time with thoughts of love,
Which time and thoughts so sweetly doth deceive,
And that thou teachest how to make one twain,
By praising him here who doth hence remain!


.


RE: Sonnets 039 - ZaunköniG - 22.03.2023

Übersetzung von
Terese Robinson



XXXIX.

Wie soll ich, ach, dein Lob mit Anstand singen,
Da du ja nur mein eignes, schönres Sein?
Was kann mir selbst das eigne Loblied bringen,
Wenn ich dich preise, was ist dann noch mein?
Und deshalb laß getrennt uns fürder leben,
Das Eins in unsrer Liebe sei zerstört,
Denn so nur kann ich dir die Liebe geben
Und alles Lob, das dir allein gehört.
O Trennung, wie müßt deine Qual mich kränken,
Wär’ süß nicht über bitt’re Frist verfügt,
Könnt’ ich nicht Zeit und Sinn in Lieb’ versenken,
Die, ach so lieblich, Zeit und Sinn betrügt!

Und lehrtest du mich nicht, wie Eins man teilt
Und hier ihn lobt, der fern von hier verweilt.


.


RE: Sonnets 039 - ZaunköniG - 16.09.2024

In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



XXXIX.

Wie mag ich sittsam denn von deinem Werte singen,
Wenn du der bess’re Teil nur bist von mir?
Was kann mein Selbstlob mir für Ehre bringen?
Und ist’s nicht Selbstlob, was ich lob’ an dir?

Laß eben darum uns gesondert leben,
Laß zwei für eine treue Liebe sein;
So kann ich dir in dieser Trennung geben,
Was dir dem einzigen gebührt allein.

Entfernung, quälende! wie wär’st du trübe,
Wär nicht der süße Trost in deiner sauern Frist:
Daß uns die zeit entflieht in Sorgen zarter Liebe,
Die Zeit und Sorgen anmutvoll versüßt,

Und lehrtest du nicht zwei aus einem werden,
Daß der Verlassne preise den Entbehrten.


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RE: Sonnets 039 - ZaunköniG - 12.05.2026

Übersetzung von
Max Josef Wolff



XXXIX

Wie soll ich feiern dich in rechter Weise?
Du bist ja nur der beßre Teil von mir!
Was soll es mir, daß ich mich selber preise?
Und lob' ich mich nicht selber nur in dir?

Drum müssen wir fortan in Trennung leben,
Geteilt die Liebe unsrer Herzen sein,
Denn nur von dir gesondert kann ich geben
Dir den Tribut, den du verdienst allein.

O Trennung, welche Qual würdst du erregen,
Blieb nicht als Trost in deinem harten Zwang,
Der Liebe Traum erinnrungstill zu pflegen,
Der sanft das Herz täuscht und der Stunden Gang;

Und daß du zeigst, wie man ein Wesen teilt:
Ich singe hier, wenn er mir ferne weilt.



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RE: Sonnets 039 - ZaunköniG - 15.06.2026

In Übersetzung von
Emil Wagner
1810 - 1889
(eigentlich: Ludwig Reinhold Walesrode)


XXXIX.

Wie kann ich deinen Werth nach Würden singen,
Da du der bessre Theil ja bist von mir?
Was kann mein eignes Lob mir selber bringen?
Mich preis’ ich ja, wenn Lob ich singe dir.

Laß darum schon getrennt uns Beide leben,
Verzichten uns, durch Liebe eins zu sein,
Daß durch die Trennung selbst ich dir kann geben,
Was dir gebührt, was du verdienst allein.

Welch eine Qual wärst du, Abwesenheit,
Gäb’ deine bittre Muße uns nicht Frist,
Zu kürzen Liebe denkend deine Zeit,
Daß Zeit und denken gern man drob vergißt.

Und daß man Zwei aus Einem machen lernt,
Indem man hier den preis’t, der bleibt entfernt.


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