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Und dennoch: Sonette - ZaunköniG - 06.01.2026 Und dennoch: Sonette Ein Sonettennetz I. Ich bin dir’n Kuckucksheimer, Mondscheingänger Zwar schön der Schein, doch bieder und banal Ein Wortartist auf ödem Areal Sieh den naiven Honigseimer strenger! Ein kleiner Ellenhieb – kolateral Man kann die Vorurteile strapazieren hernach noch Poesie zu produzieren Als sei der Reim nur Klang – translingual. Die Vielfalt folgt aus freiem Kombinieren Hohl klingts, wie im Wald ein Hallalie gellt. Nun – manches Rätsel bleibt dir halt versiegelt. Du darfst dir jede Zeile variieren wenn du die Freiheit suchst, die andre hätten: Dies ist nur eins von möglichen Sonetten- . RE: Und dennoch: Sonette 02 - ZaunköniG - 20.01.2026 II. Ein armer Büttelreimer, Knittelsänger mindertalentiert und marginal Mir ist der Wein schon spritzig, dir Sekt schal Ein Weltenschöpfer oder Weltverdränger? Ein Getue ist um diesen Gral Der Kritiker hat nicht viel zu verlieren Wenn Künstler eitel vor dir kokettieren Die Mystik zeigt sich auch in Maß und Zahl Willst du bei Göttern und Genies gastieren? Kein Pegasus ist dir gezäumt, gestriegelt Dein Wortwerk sei, was deine Seele spiegelt Mögen andre Formen erodieren Mag sich auch manch andrer weicher betten Ich bleibe weiterhin bei den Sonetten. RE: Und dennoch: Sonette 03 - ZaunköniG - 30.01.2026 III. Ja, lach nur, nenn mich einen Grillenfänger Der Reim beengt, Sonette allemal Dein Nörgeln naserümpfend und nasal Wenn ich nur Traum- und Nebelfrauen schwänger Vielleicht ist deine Phantasie zu schmal Gut läßt sich das Fanal paraphrasieren Magst du mein Geklapper kommentieren Was bleibt: Der Wortschatz ist dein Kapital Soll ich jede Parodie parieren? Dein Wort sei immer nagelneu geniegelt Dein Wort sei weltenstürmend aufgewiegelt Sieh wie „moderne“ Dichter patinieren! Verbindlich ist mir, was manch andrem Ketten Ich vermisse gar nichts in Sonetten. RE: Und dennoch: Sonette 04 - ZaunköniG - 01.02.2026 IV. Ein Vers ist dir zu eng, ein Reim noch enger Der Ideale Vers bleibt fiktional Ich hänge dir zu fest am Manual Ein Musen in die Maße Untermenger Die Kunst soll frei sein, ein Korsett ist Qual Du sollst dein’ Argwohn gern artikulieren Allerdings: Die Moden alternieren Die Möglichkeiten bleiben optional. Man kann sich freilich anders profilieren In kalte Argumente eingeigelt. Und doch: Der Höhner lästert, kichert, gniegelt Ich laß dich andre Worte ventilieren Es bleibt Versuch den Wellenschlag zu glätten Sag du’s in Prosa, ich sags in Sonetten RE: Und dennoch: Sonette 05 - ZaunköniG - 03.02.2026 V. Du willst die Avantgarde, die Formensprenger Die Regel ist nicht göttlich, noch feudal Das Urteil lautet: nichtig und fatal. Ein Deut- und Deutung-in-Gedichte-Dränger Reim und Rhythmus faßt du rational. Ein Gleichklang kling dir wie egalisieren. Du darft dein Standart-Beispiel gern zitieren Doch Beliebigkeit ist mir egal Verachte das formale ziselieren Dein Wort ist mir zu glatt, genau, geschniegelt. Wie deine Prosa Sprache roh entsiegelt Wie Worte ohne Formen korrodieren. Verteil Du weiter deine Etiketten Nichts spricht gegens Dichten in Sonetten. RE: Und dennoch: Sonette 06 - ZaunköniG - 11.02.2026 VI. Die Botschaft richte sich nach dem Empfänger Das Maß begründet sich nicht klerikal Nenn mich heutzutage anormal Ein In-Halluzinationen-Hänger Das klingt fast überzeugend, fast kausal Du siehst wie die Konzepte konkurrieren. Man kann statt Reimen auch alliterieren Beherrscht du Haiku oder Madrigal? Du sollst nicht deine Mängel projezieren Den Standpunkt seh ich ehern aufgeziegelt Raum und Räume bleiben dir verriegelt Wir werden uns in Klauberein verlieren Wir spiegeln uns in anderen Facetten Was wäre dir nicht sagbar in Sonetten? RE: Und dennoch: Sonette 07 - ZaunköniG - 13.02.2026 VII. Wir brauchen dies Sonett-Korsett nicht länger Die Wahrheit preist du nüchtern und neutral Der Dichter sei nicht so sentimental Die Sprachneuschöpfer, Mundartler und Slanger revolutionieren radikal Du mußt dich für Gereimtes nicht genieren Man muß die Kunst nicht künstlich komplizieren Erneurung ist ein altes Ritual Lang läßt sich über Form philosophieren Ein Reim dem Tropf, die Dichtung eingetiegelt Manches Tor wird dir so nie entriegelt Es reicht nicht Widerspruch zu provozieren Es stolpert sich so leicht in Pirouetten Die Königsdisziplin: Schreib in Sonetten! RE: Und dennoch: Sonette 08 - ZaunköniG - 17.02.2026 VIII. Ob Klangklabauter oder Versverfänger Ob Meisterschüler oder Original Was bleibt, die Jagd nach euinem Ideal Nenn mich Bastelbarde, Knobelklänger Die Form hat unerschöpftes Potential Mitunter läßt sich Kunst auch korumpieren Ein starres Muster so zu malträtieren Der Inhalt sei mal Ernst, mal trivial Lassen wir uns resümieren Ich hör wie die Kritik vor Ironie gällt Und mein Sonett liegt vor dir kleinpartikelt Mit zehn Versionen darfst du frei jonglieren Es ist ein spiel mit streitaxt und Floretten Es sagst sich was du willst auch in Sonetten RE: Und dennoch: Sonette 09 - ZaunköniG - 19.02.2026 IX. Ein Wort-mit-Flitter-und-Effekt-Verhänger Du spreizt dein ganzes Schmähwort-Arsenal Kritik kommt kräftig und fundamental Die Avantgarde verpaßt, die Stürmer, Dränger Die Stimme hebt sich festlich und sakral Der Lästrer sieht den Reimer rumlavieren Versuch, die Verse zu verifizieren. Die Idee’n sind sich diametral Andre Künste mögen heut florieren Nicht jeder Vers hat sich glatt angeschmiegelt Fühl auch du dich gern geeulenspiegelt Man kann einander ewig reflektieren Sags in zwei Quartinen und Terzetten Jeder Inhalt faßt sich in Sonetten. RE: Und dennoch: Sonette 10 - ZaunköniG - 21.02.2026 X. Schmäh mich weiter, dreister, lauter, länger Dein Urteil zu Sonetten klingt pauschal Die Moden ändern sich jedes Quartal Weltverächter oder Weltempfänger? Der Terror strenger Form scheint dir total Jedes Bild siehst du banalisieren Deutung und Gedachtes divergieren... Doch Form ist unerwartet liberal Leicht läßt sich die Revolte proklamieren Ich versprach mir keinen Ruhm und nie Geld Man hat sich schwer durchs Regelwerk vehikelt Laß mich nach meinem Muster komponieren. Sag: aus welchen Zwängen sollte ich mich retten? Es stehn für sich: Billionen von Sonetten. |