Themabewertung:
- 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
|
Sonnets 037
|
Beiträge: 37.690
Themen: 29.504
Registriert seit: Jan 2007
13.08.2007, 01:10
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.02.2023, 15:34 von ZaunköniG.)
William Shakespeare
1564 – 1616 England
XXXVII.
As a decrepit father takes delight
To see his active child do deeds of youth,
So I, made lame by fortune's dearest spite,
Take all my comfort of thy worth and truth.
For whether beauty, birth, or wealth, or wit,
Or any of these all, or all, or more,
Entitled in thy parts do crowned sit,
I make my love engrafted to this store:
So then I am not lame, poor, nor despised,
Whilst that this shadow doth such substance give
That I in thy abundance am sufficed
And by a part of all thy glory live.
Look, what is best, that best I wish in thee:
This wish I have; then ten times happy me!
.
Beiträge: 37.690
Themen: 29.504
Registriert seit: Jan 2007
Übersetzung von
Terese Robinson
XXXVII.
Ein müder Vater, des Entzückens voll
Auf seines frischen Kindes Spiele blickt,
So schöpfe ich, erschlafft durch Schicksals Groll,
Aus deiner Kraft den Trost, der mich erquickt.
Ob Schönheit, Adel, Reichtum oder Witz,
Ob eins davon, ob alle sich zugleich
In dir errichtet den gekrönten Sitz,
Ich pflanze meine Liebe in dein Reich.
So bin ich nicht verachtet, arm und lahm,
Da mir dein Schatten so viel Kraft verleiht,
Da ich, der nur vom Überflusse nahm,
Teilhaftig bin an deiner Herrlichkeit.
Sieh, was das Beste ist, wünsch’ ich für dich,
Ist es erfüllt, dann zehnmal glücklich ich.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Beiträge: 37.690
Themen: 29.504
Registriert seit: Jan 2007
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis
XXXVII.
Wie ein verlebter Vater freudevoll
Sich labt an seines Sohnes Jugendklarheit,
Erblüht auch mir, durch Glückes ärgsten Groll
Gelähmten, all mein Trost aus deines Wertes Wahrheit.
Denn, ob Geburt, Witz, Schönheit, Reichtum nun,
Gesondert oder alle, ja noch mehr,
In deiner Gaben Flor gekrönet ruh’n,
Pfropf’ ich mein Lieben auf dies Tugendheer.
So bin ich denn nicht lahm, arm noch verstoßen,
Wenn so der Schatten mir zum Wesen sich verkehrt;
Wenn, deines Überflusses Mitgenossen
Mich schon ein Teil von deinen Gütern nährt.
Sieh! Was es Bestes gibt, wünsch’ ich in dir.
Mir ward’s gewährt: wohl dann, zehnmal wohl mir!
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Beiträge: 37.690
Themen: 29.504
Registriert seit: Jan 2007
Übersetzung von
Max Josef Wolff
XXXVII
So wie ein greiser Vater mit Entzücken
Des jungen Sohnes Heldentat erfährt,
So find' auch ich, vom Glück gelähmt auf Krücken,
All meinen Trost in deinem Glanz und Wert.
Denn haben Schönheit, Reichtum, Geist, verbunden
Mit hohem Stand und manchem andern Ruhm,
In dir den königlichen Thron gefunden,
Durch Liebe werden sie mein Eigentum,
Dann bin ich elend, alt nicht, noch bedrückt,
Denn soviel hat dein Schatten mir gegeben,
Von deinem Überflusse hochbeglückt,
Mit einem Teile deines Ruhms zu leben.
Das Höchste sieh! Das möge stets dich schmücken,
Es ist erfüllt, mich zehnfach zu beglücken!
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Beiträge: 37.690
Themen: 29.504
Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzung von
Emil Wagner
1810 - 1889
(eigentlich: Ludwig Reinhold Walesrode)
XXXVII.
So wie mit Freuden seinen tücht’gen Sohn
Der greise Vater kräftig handeln sieht,
So mir, gelähmt durch Schicksals ärgsten Hohn,
Aus deinem Werth und Gradsinn Trost erblüht;
Denn ob Geburt, ob Schönheit, Reichthum, Witz,
Ob dieser einem, allen, andern noch
Gebühre deiner Vorzüg’ höchster Sitz,
An diesen klammert sich mein Lieben doch.
So bin ich arm und lahm, verachtet nicht,
Da solchen Werth dein Schatten schon kann geben,
Daß mir bei deinem Reichthum nichts gebricht,
Und deines Ruhmes Antheil mich macht leben.
Das Beste selbst, ich wünsch’ es nur für dich,
Dies ist mein Wunsch, dann zehnmal glücklich ich.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
|
Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste