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Rodenberg, Julius: Im Frühling
#1
Julius Rodenberg               
(eig. Levy)
1831 – 1914


Im Frühling

Auf’s Neue seh’ ich das Gebirg sich färben.
Schon duften bläulich mir ersehnte Weiten;
Die Wälder athmen auf, die Wolken gleiten
Durch sonnig Blau, kein Frost mehr droht Verderben.

Und ach! – kaum war der Herbst; kaum sah ich sterben
Die letzten Blüthen, kaum sich Neebel breiten –
Und schon taucht neu die Welt aus Dunkelheiten,
Fühl’ ich den Lenz zu neuen Wonnen werben.

Rastloser Wechsel – so in Lust, in Leide –
Wo ist das Ende frag’ ich, wo die Grenze?
Wo ist ein Glück, das kaum gegrüßt nicht scheide?

Und wo ein Winter, der nicht weicht dem Lenze?
Wo wir einst saßen, blüht wie sonst die Haide,
Doch eine andre Jugend flicht dort Kränze.

.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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