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Sonnets 108
#1
William Shakespeare
1564 – 1616 England


CVIII.

What's in the brain that ink may character
Which hath not figured to thee my true spirit?
What's new to speak, what new to register,
That may express my love or thy dear merit?
Nothing, sweet boy; but yet, like prayers divine,
I must, each day say o'er the very same,
Counting no old thing old, thou mine, I thine,
Even as when first I hallow'd thy fair name.
So that eternal love in love's fresh case
Weighs not the dust and injury of age,
Nor gives to necessary wrinkles place,
But makes antiquity for aye his page,
Finding the first conceit of love there bred
Where time and outward form would show it dead.



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#2
Übersetzung von
Terese Robinson



CVIII.

Was lebt im Geist, das Schrift verkünden kann,
Und das mein treuer Sinn dir nicht beschert?
Was sag’ ich, welche Töne schlag’ ich an,
Zu schildern neu mein Lieben, deinen Wert?
Nichts, süßer Knabe. Doch wie Litanein
Sag’ täglich Gleiches ich auf gleiche Art,
Da ist nichts Altes alt, du mein ich dein,
Wie da zuerst dein Name heilig ward.
Die ewige Liebe, die stets neu erblüht,
Wägt nicht des Alters gut und böses Recht,
Sieht nicht die Stiche, die sein Griffel zieht,
Und macht sich selbst die schlimme Zeit zum Knecht;

Und glaubt, daß höher stets die Liebe steigt,
Wo Zeit und Äußres schon ihr Sterben zeigt.



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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#3
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



CVIII.

Was wär im Hirn, in Tinte nur zu kleiden,
Das dir mein ganzes Herz nicht schon beschrieb?
Was könnt’ ich Neues sagen, was bedeuten,
Das deinem Wert entspräch und meinem Trieb?

Nichts, teurer Knab’! und drum nur eines alle Stunden,
Wie fromm Gebet zu sagen bleibt mir süß.
Nichts Altes gilt mir alt, sind wir verbunden,
Wie da zuerst dein schön Gestirn mich pries.

So ew’ge Lieb’ in frischen Liebesbanden,
Wägt keines Alters Staub noch Feindlichkeit;
Notwend’ge Runzeln sind ihr nicht vorhanden;
Zum Knecht auf immer macht sie sich die Zeit:

Sie, deren Keim sich da geborgen fühlt,
Wo Zeit und Außenwelt für tot ihn hielt.


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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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