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Das Kind
#1
Das Kind

Mir träumte heute nacht von unserm Kinde.
Es war nicht tot, es saß im roten Kleide
Und streckte seine kleinen Hände beide
Froh in die Luft, im Schatten unsrer Linde.

Verklärt von lusterfülltem Mutterleide
Hieltst du die Wange an die rauhe Rinde
Und horchtest still dem sanften Abendwinde.
Ich kehrte von der Jagd aus Schilf und Heide.

Ja, wär das blonde Kleine uns geblieben,
Nie hätten deine Züge sich verbittert.
Ein warmer Glanz von unserm alten Lieben

Durch alle Sorgen hätt' er nachgezittert.
Die Mächte, die uns auseinandertrieben,
Sie schliefen eingemauert und vergittert.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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