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Zwei Spiegel
#1
Den Wald hindurch, der eben sich im Kleide
Von zartem Grün an’s Hochgebirge lehnet,
Ging jüngst ein Wandrer. Dieser spricht: ihr wähnet,
Es sei das Herz im Jubel und im Leide

Ein andres Meer; denn zitternd wogen beide,
Wenn drüberhin der Sturm die Flügel dehnet,
Und daß zum Licht her die Tiefe sehnet,
Die Thräne sagt’s, die Perlen-Augenweide.

Doch Besseres hat mein Gemüth erfahren:
Ein stummer Bergsee, der in trunknen Fluthen
Die Sonne spiegelt, hell ihr Bild zu wahren,

So trank ich heut des Abends letzte Gluthen,
Und gleich wie Schwäne, segelnd hoch im Klaren,
Zu Häupten mir des Friedens Schwingen ruhten.
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