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Federzeichnungen eines Reisenden - Sonnenuntergang
#1
Weil nun der Tag im Donnergroll gestorben,
Die Sonnenwittib zündet ihre Scheiter,
Und neiget auf den kalten blassen Streiter
Ihr schönes Angesicht, bis gluthumworben

Ihr wallend Haar im Feuermeer verdorben.
Dann rückwärts tretend auf die goldne Leiter,
Mit Lächeln sinket und versinkt sie heiter,
Der Nachtwind rührt ihr klagende Theorben.

Im dunkeln Strom die Fluthen weinen leise,
im Walde zittert es von Baum zu Baume,
Und, überthaut von Thränen, schläft die Waise,

Die Erde jetzt. Manchmal spricht sie im Traume
Vom Phönix, welcher schwebt zum Ätherkreise
Aus seines Nestes weichem Purpurflaume.
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