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An einen Freund
#1
An einen Freund

Du schiltst nur eine Krankheit mir das Dichten?
Wahrhaftig Freund, ich kann es kaum verneinen,
So recht gesunde Leute sah ich keinen
Die derbe Kraft auf solches Tagwerk richten.

Solch’ einer plagt sich nicht mit Traumgesichten
Und wird um keine spröde Laura weinen,
Noch Zwiesprach pflegen mit bemoosten Steinen,
Viel weniger auf Speis’ und Trank verzichten!

Was war Homer?  Ein blinder Bänkelsänger,
Tasso starb toll im dunklen Kerkerloch,
Aesop war bucklig, Sklave voll Talente!

Und die Modernen?  Alle Grillenfänger!
Das Tollhaus wäre nicht das schlimmste noch,
Doch wer von Allen bracht’ es je zur Rente?


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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