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Für Klaus Hespe
#1
Für Klaus Hespe,

einem lieben Kollegen in der Gruppe Poesie



Als Dichter, sagst du, bist du spät berufen,
fast beiläufig, - wie meistens gut gelaunt.
Ich höre deine Verse, bin erstaunt
und sehe dich im Geiste vor den Stufen
des Musentempels stehn. Die Eitelkeit,
die manche Dichter immer höher treibt,
sie ist dir fremd, und ja, verwundert reibt
man sich die Augen, aber mit der Zeit

wird's beinah selbstverständlich. Man begreift,
dass Großes langsam in der Stille reift!

Dies "Große", ja, - so gut kann man dich kennen,
wirst du mit eignen Worten andern nennen.

Nun, sagen wir: "Du hast dich mit Geduld
und Feingefühl in unsrer Kunst geschult.



.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#2
nach einem bescheidenem Dank-Gedicht,
in dem er mich seinerseits überschwenglich lobt:



Touché! Wir brauchen beide keine Podest.
Was sich von unsrer Dichtung sagen läßt:
Auch uns gelingt nicht alles gleichermaßen.
Hier fährt man auf den eingefahrnen Straßen,

dort fährt man sich auch schlechten Pfaden fest...
Viel darf verworfen werden, doch ein Rest,
dort wo wir Sinn und Sinnlichkeit erfassen,
kann sich, so seh ich das, auch sehen lassen.

Man kann an allem allerlei bekritteln.
Ehr jene, die zunächst bei sich beginnen.
Was ist Gesang wert vor Besungenem?

Der Dichter strebe nicht nach Ruhm und Titeln,
doch freu dich, kannst du jemands Gunst gewinnen,
an etwas hier und da Gelungenem.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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