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An Viele
#1
An Viele

Ihr seyd so eingebildet klug geworden,
In blinder Selbstsucht Grenzen so befangen,
Daß Lieb' und Schönheit weinend fortgegangen,
Wie von verwilderten Barbarenhorden.

Was hoher Sinn erschafft, sucht ihr zu morden,
Nährend in falscher Brust die list'gen Schlangen:
Wo einst des Lebens muntre Quellen sprangen
Ist's öd und todt nun wie im rauh'sten Norden.

Ich liebe noch die alten, großen Zeiten,
Kraft, Tugend, Liebe, Muth und heil'gen Glauben,
Geblendet nicht von eitlem Schein und Schalle.

Der Vorwelt Licht, das keine Zeit mag rauben,
Wird auch des Sängers heil'ges Streben leiten -
Drum glaub' ich nicht, daß euch mein Lied gefalle!


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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An Viele - von ZaunköniG - 17.11.2023, 10:04

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