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Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 08 Prometheisches
#13
Ruhestunden

Warum, so oft ich rasten möcht’ im Schaffen,
Scheint alles Leben mir so ungenießlich?
Jedwede Lust so kalt und unersprießlich,
das ganze Dasein zwecklos schmerzlich Gaffen?

Warum dann fühl’ ich jeder Wunde Klaffen
Und Qual und Pein und Langeweil’ verdrießlich?
Warum dann leid’ ich also, daß ich schließlich
Es vorzieh’, neu zur Tat mich aufzuraffen?

mich dünkt, wir Weltverbess’rer, Denker, Dichter
Sind nur das Zugvieh an der Menschheit Pfluge,
Des Schicksalswillens blinde Tatverrichter.

Das Tier, wie’s rasten möcht’, bekommt die Knute,
Und wie der Genius innehält im Fluge,
Wird ihm die eigne Ruh’ zur Geißelrute.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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RE: Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 08/13 - von ZaunköniG - 29.03.2026, 03:35

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