Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Sonnets 094
#3
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



XCIV.

Wer, wo er Macht hat, keine Streiche führt,
Was ihm zumeist gegeben scheint, nicht tut;
Selbst felsenhart bleibt, wo er andre rührt,
Starr, unverführbar kühl, von trägen Blut:

Er ist fürwahr der Liebling höchster Geister,
Behütet vor Verschwendung die Natur;
Bleibt seines Angesichtes Herr und Meister,
Die andern seines Pomps Lakaien nur,

Die Sommerblum’ erfreut die Sommerwelt,
Und müßt’ auch einsam sie für sich verblühn:
Doch wenn die Blum’ ein gift’ger Tau befällt,
Wär’ ihr das ärmste Unkraut vorzuziehn.

In Sauerstes kehrt Süßestes sein Wesen.
Unkraut riecht lieblicher als Lilien, die verwesen.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
Sonnets 094 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
RE: Sonnets 094 - von ZaunköniG - 24.04.2023, 17:27
RE: Sonnets 094 - von ZaunköniG - 10.04.2026, 08:27

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste
Forenfarbe auswählen: