30.05.2026, 07:29
Vorrang des Glaubens
Einst sucht’ ich einen Vorwand für den Glauben,
Und, ideal zu denken, wollt’ ich Gründe;
Daß ich den Glauben heg’ und ihn verkünde,
Könnt’ erst, so dacht’ ich, Wissen mir erlauben.
Heut’ heb’ ich nicht bei Hebeln an und Schrauben,
Auf daß im Glauben dann mein Denken münde;
Nicht forsch’ ich mehr, daß mich der Wein entzünde,
Den Wurzeln nach, ich pflücke gleich die Trauben.
Ich sag’ mir heute: Glaube, Gottvertrauen
An Andern, macht mich steigern, mich erbauen:
Drum ist’s die schönste Art, die Welt zu schauen!
Und ist sie das, dann sei sie mir verbündet!
Was gilt’s, wenn sich mein Herz daran entzündet,
Warum, wann, wie, und ob sie wo begründet?
Einst sucht’ ich einen Vorwand für den Glauben,
Und, ideal zu denken, wollt’ ich Gründe;
Daß ich den Glauben heg’ und ihn verkünde,
Könnt’ erst, so dacht’ ich, Wissen mir erlauben.
Heut’ heb’ ich nicht bei Hebeln an und Schrauben,
Auf daß im Glauben dann mein Denken münde;
Nicht forsch’ ich mehr, daß mich der Wein entzünde,
Den Wurzeln nach, ich pflücke gleich die Trauben.
Ich sag’ mir heute: Glaube, Gottvertrauen
An Andern, macht mich steigern, mich erbauen:
Drum ist’s die schönste Art, die Welt zu schauen!
Und ist sie das, dann sei sie mir verbündet!
Was gilt’s, wenn sich mein Herz daran entzündet,
Warum, wann, wie, und ob sie wo begründet?
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

