05.06.2026, 08:25
Vorrang des Lebens
Als Jüngling schätzt’ ich wenig nur das Leben,
Ideen nur baut’ ich, diese mußten’s halten,
Vom Geist aus wähnt’ ich alles zu gestalten,
Wähnt’ ich erst Sein dem Nächsten selbst zu geben.
Heut’ weiß ich, Welt ist mehr, denn Weltenweben,
Und wahr allein der Wirklichkeiten walten,
Mehr, als von Sein und Schein der Haare Spalten,
Lehrt mich der Menschen Fürchten, Hoffen, Streben.
Und wie ich einst im Weisen, Philosophen,
das höchste Urbild sah des Menschentumes
Und ihm zunächst der Nachwelt Pforte offen:
So in Dramatikers erhabner Sendung
Seh’ heut’ ich aller Menschlichkeit Vollendung
Und ihn voran zum Tempel gehn des Ruhmes.
Als Jüngling schätzt’ ich wenig nur das Leben,
Ideen nur baut’ ich, diese mußten’s halten,
Vom Geist aus wähnt’ ich alles zu gestalten,
Wähnt’ ich erst Sein dem Nächsten selbst zu geben.
Heut’ weiß ich, Welt ist mehr, denn Weltenweben,
Und wahr allein der Wirklichkeiten walten,
Mehr, als von Sein und Schein der Haare Spalten,
Lehrt mich der Menschen Fürchten, Hoffen, Streben.
Und wie ich einst im Weisen, Philosophen,
das höchste Urbild sah des Menschentumes
Und ihm zunächst der Nachwelt Pforte offen:
So in Dramatikers erhabner Sendung
Seh’ heut’ ich aller Menschlichkeit Vollendung
Und ihn voran zum Tempel gehn des Ruhmes.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

