26.05.2026, 09:46
XXVII.
Du Wohnhaus der Weisheit!
(St. Justin.)
Der Weisheit Ernst ist feind dem Weltgeräusche;
In stiller Einsamkeit nur weilt sie gerne,
Dem geistesleeren Lustgetümmel ferne.
Sie flieht was Nahrung ist betörtem Fleische.
Einst wollte sie – wenn ich mich hier nicht täusche –
Vom tiefen Sinnen ruh’n. Da zog’s zum Sterne,
Erdkreis genannt, sie’s her, in weite Ferne.
In Josephs Hütt’ entfloh sie dem Getäusche
Des eitlen Scheines. Aber hier, wo thronte
Die hohe würdig in so schlichten Räumen?
Wie konnte hier der hehren es gefallen? –
Wie? Wo?: neun Monde seht sie süß verträumen
Im Herzenszelt der Reinen, die vor Allen
Sich zu erküren es so reich sich lohnte! –
Du Wohnhaus der Weisheit!
(St. Justin.)
Der Weisheit Ernst ist feind dem Weltgeräusche;
In stiller Einsamkeit nur weilt sie gerne,
Dem geistesleeren Lustgetümmel ferne.
Sie flieht was Nahrung ist betörtem Fleische.
Einst wollte sie – wenn ich mich hier nicht täusche –
Vom tiefen Sinnen ruh’n. Da zog’s zum Sterne,
Erdkreis genannt, sie’s her, in weite Ferne.
In Josephs Hütt’ entfloh sie dem Getäusche
Des eitlen Scheines. Aber hier, wo thronte
Die hohe würdig in so schlichten Räumen?
Wie konnte hier der hehren es gefallen? –
Wie? Wo?: neun Monde seht sie süß verträumen
Im Herzenszelt der Reinen, die vor Allen
Sich zu erküren es so reich sich lohnte! –
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

