15.06.2026, 10:23
XXXVII.
Du keuscheste Turteltaube!
(St. Epiphanius.)
Manch Täubchen ward in blendend weißer Schöne
Nach Salem einst zum Tempel hin getragen;
Und manches wunderliebe hört’ ich klagen
Mit zärtlich süßem, lauterm Lockgetöne.
Und ach, in wehmutvollem Schmachtgestöhne
Sah manches ich die reinen Lüfte schlagen
Mit müdem Fittig – letztmals sich noch wagen
Aus kühler Kluft hinaus zum heißen Föhne. –
Doch nein, so rein, so keusch, so lieblich milde,
So schneeig weiß, so schüchtern; doch so traulich;
So ganz geformt nur nach dem Himmelsbilde
Der Gottestaub’ am Jarden; so beschaulich,
Wie die von Nazareth einst aufgeschwebet:
So keine mehr den Fuß zum Himmel hebet.
Du keuscheste Turteltaube!
(St. Epiphanius.)
Manch Täubchen ward in blendend weißer Schöne
Nach Salem einst zum Tempel hin getragen;
Und manches wunderliebe hört’ ich klagen
Mit zärtlich süßem, lauterm Lockgetöne.
Und ach, in wehmutvollem Schmachtgestöhne
Sah manches ich die reinen Lüfte schlagen
Mit müdem Fittig – letztmals sich noch wagen
Aus kühler Kluft hinaus zum heißen Föhne. –
Doch nein, so rein, so keusch, so lieblich milde,
So schneeig weiß, so schüchtern; doch so traulich;
So ganz geformt nur nach dem Himmelsbilde
Der Gottestaub’ am Jarden; so beschaulich,
Wie die von Nazareth einst aufgeschwebet:
So keine mehr den Fuß zum Himmel hebet.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

