30.04.2026, 01:40
In Übersetzung von
Sophie Hasenclever
AN VITTORIA COLONNA.
O sel'ger Geist, du dessen starker Wille
Mein Herz belebt, das nah' dem Tode war,
Der mich erwählt aus aller Edlen Schaar,
Der um mich sorgt in seines Daseins Fülle,
Erscheine mir zum Trost, mein Leiden stille.
Wie einst dein Blick, erschein' der Seele klar.
Die Hoffnung bringe, dass des Grames baar.
Bald Schmerz nicht mehr, nur Sehnsucht mich erfülle !
Da du bei dir mein Anwalt bist, (o Liebe,
O Huld, die mein noch denkt im Sorgendrange),
So huld'ge für die Huld ich dir ohn' Ende.
Ach welch' ein Wucher, schenkt' ich, schlau wie Diebe,
Dir schlechte Bilder, dass ich dann empfange
Gestalten von dir wahr und schön als Spende !
Sophie Hasenclever
AN VITTORIA COLONNA.
O sel'ger Geist, du dessen starker Wille
Mein Herz belebt, das nah' dem Tode war,
Der mich erwählt aus aller Edlen Schaar,
Der um mich sorgt in seines Daseins Fülle,
Erscheine mir zum Trost, mein Leiden stille.
Wie einst dein Blick, erschein' der Seele klar.
Die Hoffnung bringe, dass des Grames baar.
Bald Schmerz nicht mehr, nur Sehnsucht mich erfülle !
Da du bei dir mein Anwalt bist, (o Liebe,
O Huld, die mein noch denkt im Sorgendrange),
So huld'ge für die Huld ich dir ohn' Ende.
Ach welch' ein Wucher, schenkt' ich, schlau wie Diebe,
Dir schlechte Bilder, dass ich dann empfange
Gestalten von dir wahr und schön als Spende !
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

