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Sonnets 066
#5
In Übersetzung von
Emil Wagner
1810 - 1889
(eigentlich: Ludwig Reinhold Walesrode)


LXVI.

Nach Grabesruh’ muß müde ich mich sehnen,
Wenn das Verdienst als Bettler sich mir zeigt,
Wenn leeres Nichts sich putzend kann verschönen,
Und reine Treu’ unsel’gem Meineid weicht;

Wenn goldne Ehr’ der Schmach wird zugewendet,
Und Jungfrau’ntugend frechen Muths entweiht;
Und wie das Hohe schmählich wird geschändet,
Und schwanke Herrschsucht stolz der Kraft gebeut;

Wie stumm die Kunst auf Machtgebot muß lauschen,
Und Wissenschaft von Thorheit wird belehrt;
Wie Schlichtheit muß mit Einfalt Namen tauschen,
Und Gutes Üblem ehrfurchtsvoll sich näh’rt –

Satt hab’ ich dies, und wollt’ dem gern enteilen,
Müßt’ einsam meine Lieb’ nicht dann hier weilen.

.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Sonnets 066 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
RE: Sonnets 066 - von ZaunköniG - 09.04.2023, 12:34
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