22.05.2026, 02:12
In Übersetzungen von
Otto Gildemeister
XVII.
Wer würd’ ein gläubig Ohr den Versen leihn,
Wollt’ ich mit deinem höchsten Wert sie füllen?
Obwohl, weiß Gott, sie wie ein Leichenstein
Dein Leben ganz, halb dein Verdienst verhüllen.
Könnt’ ich die Schönheit deiner Augen schreiben,
Mit deinen Zierden zieren mein Gedicht,
Die Nachwelt spräche: „Dichter übertreiben;
So himmlisch schön ist Erdenschöne nicht.“
Man würde die vergilbten Blätter schelter
Wie alter Leute freche Fabelei,
Die Wahrheit würd’ als Dichterwahnsinn gelten,
Als schwülst’ger Stil altmodischer Reimerei.
Doch lebt alsdann dein Sohn, so lebst du fort,
Zweimal: durch ihn und durch mein Dichterwort.
.
Otto Gildemeister
XVII.
Wer würd’ ein gläubig Ohr den Versen leihn,
Wollt’ ich mit deinem höchsten Wert sie füllen?
Obwohl, weiß Gott, sie wie ein Leichenstein
Dein Leben ganz, halb dein Verdienst verhüllen.
Könnt’ ich die Schönheit deiner Augen schreiben,
Mit deinen Zierden zieren mein Gedicht,
Die Nachwelt spräche: „Dichter übertreiben;
So himmlisch schön ist Erdenschöne nicht.“
Man würde die vergilbten Blätter schelter
Wie alter Leute freche Fabelei,
Die Wahrheit würd’ als Dichterwahnsinn gelten,
Als schwülst’ger Stil altmodischer Reimerei.
Doch lebt alsdann dein Sohn, so lebst du fort,
Zweimal: durch ihn und durch mein Dichterwort.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

