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Sonnets 011
#7
In Übersetzung von
Karl Kraus

1874 – 1936


XI

So schnell du welken wirst, in jungem Sproß
wirst ganz so schnell du dich erblühen sehn,
und was an Kraft dir mit der Zeit verfloß,
siehst alternd neu du wieder auferstehn.

Das ist's, was Schönheit, Weisheit, Wuchs bedeutet,
sonst kann nur Siechtum, Torheit, Trübsal gelten;
nach deinem Sinn wär' Schluß der Zeit geläutet
und angesagt das Ende diesen Welten.

Mag, was da von Natur der Form entbehrt
und was zur Blüte nicht bestimmt war, sterben.
Dir ward verliehn zu ungemeßnem Wert
die Gabe, ihn verlierend zu erwerben.

Als Siegel der Natur soll dir gebühren,
der Schönheit Spur unsterblich fortzuführen.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Sonnets 011 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
RE: Sonnets 011 - von ZaunköniG - 23.02.2023, 19:42
RE: Sonnets 011 - von ZaunköniG - 24.06.2024, 09:32
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