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Sonnets 066
#8
In Übersetzung von
Dorothea Tieck

1799 - 1841


66

Satt alles dies, ruf ich des Todes Nacht –
Als: das Verdienst als Bettler sehn geboren,
Und ärmstes Nichts geschmückt in Glanz und Pracht.
Und reinste Treue unglücklich verschworen.

Vergold'te Ehre schandbar mißgestellt,
Und jungfräuliche Tugend rauh geschändet,
Und das Vollendete gekränkt, entstellt,
Und Kraft durch hinkenden Befehl entwendet.

Und Kunst verstummt vor Eitelkeit und Neid,
Thorheit, die altklug weist den Witz zurecht,
Einfält'ge Treu, geschimpft Einfältigkeit,
Gut, kriegsgefangen, dienen Kriegsherr'n schlecht.

Satt alles dies, möcht ich von hinnen scheiden,
Nur daß ich, sterbend, muß den Liebsten meiden.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Sonnets 066 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
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