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Sonnets 066
#11
In Übersetzung von
Ferdinand Adolph Gelbcke



LXXXVI. (66)

Müd alles dessen, wünsch ich mir den Tod!
Ich seh Verdienst zum Bettelstab geboren
Und lumpig Nichts genährt mit Zuckerbrot
Und reinste Treue treulos abgeschworen

Und goldne Ehr Unwürdigen verliehn
Und keusche Tugend über Schändung weinen
Und Würdigkeit am wenigsten verziehn
Und Kraft entkräftet durch Gewalt der Kleinen

Und Kunst durch rohen Machtspruch stummgemacht
Und Torheit richtend über edle Geister
Und Einfalt gar als Albernheit verlacht
Und „Gut“ als Sträfling, „Bös“ als Kerkermeister.

müd all dessen, möcht ich Tod erwerben,
Ließ nur den Freund nicht einsam hier mein Sterben.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Sonnets 066 - von ZaunköniG - 13.08.2007, 01:10
RE: Sonnets 066 - von ZaunköniG - 09.04.2023, 12:34
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