03.06.2026, 11:11
In Übertragung von
Hermann Freiherr von Friesen
1802 - 1882
Darf ich mit Sommers Tagen dich vergleichen?
Du bist weit lieblicher und milder auch;
Des Maien Knospe bricht des Windes Hauch,
Und Sommers Zeiten, ach, zu schnell verstreichen.
Bald will zu heiss des Himmels Aug' uns dünken,
Bald ist sein goldner Blick trüb' und bedrückt,
Und Schönes muss herab von Schönheit sinken,
Wenn's die Natur und Zufallslaun' entschmückt.
Dich aber soll ein ew'ger Sommer zieren,
Nicht Schönheit dir als flücht'ges Erb' entfliehn,
Nicht stolzer Tod als Schatten dich entführen,
Denn in den ew'gen Zeilen sollst du blühn.
So lang' als Athem weht und Augen sehn,
Lebt diess, worin dein Leben soll bestehn.
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Hermann Freiherr von Friesen
1802 - 1882
Darf ich mit Sommers Tagen dich vergleichen?
Du bist weit lieblicher und milder auch;
Des Maien Knospe bricht des Windes Hauch,
Und Sommers Zeiten, ach, zu schnell verstreichen.
Bald will zu heiss des Himmels Aug' uns dünken,
Bald ist sein goldner Blick trüb' und bedrückt,
Und Schönes muss herab von Schönheit sinken,
Wenn's die Natur und Zufallslaun' entschmückt.
Dich aber soll ein ew'ger Sommer zieren,
Nicht Schönheit dir als flücht'ges Erb' entfliehn,
Nicht stolzer Tod als Schatten dich entführen,
Denn in den ew'gen Zeilen sollst du blühn.
So lang' als Athem weht und Augen sehn,
Lebt diess, worin dein Leben soll bestehn.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

