03.06.2026, 12:12
In Übertragung von
Hermann Freiherr von Friesen
1802 - 1882
Nach Todesruhe schrei' ich, davon satt,
Verdienst zu sehn, am Bettelstab geboren,
Und dürft'ges Nichts in schmuckem Flitterstaat,
Und reinste Treu' unselig falsch verschworen,
Und Gold und Ehr' an Schand und Schmach verliehen,
Und jungfräuliche Tugend roh geschändet,
Und wahre Hoheit ungerecht verschrieen,
Und Kraft an lahmes Herrscherthum verschwendet,
Und Ansehn, das der Kunst die Zunge band,
Und Thoren für der Weisen Lehre sorgend,
Und schlichte Treue blöder Sinn genannt,
Und Gut in Haft, dem Hauptmann Schlecht gehorchend.
Dess müde, möcht ich längst verschieden sein.
Liess ich nicht sterbend meine Lieb' allein.
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Hermann Freiherr von Friesen
1802 - 1882
Nach Todesruhe schrei' ich, davon satt,
Verdienst zu sehn, am Bettelstab geboren,
Und dürft'ges Nichts in schmuckem Flitterstaat,
Und reinste Treu' unselig falsch verschworen,
Und Gold und Ehr' an Schand und Schmach verliehen,
Und jungfräuliche Tugend roh geschändet,
Und wahre Hoheit ungerecht verschrieen,
Und Kraft an lahmes Herrscherthum verschwendet,
Und Ansehn, das der Kunst die Zunge band,
Und Thoren für der Weisen Lehre sorgend,
Und schlichte Treue blöder Sinn genannt,
Und Gut in Haft, dem Hauptmann Schlecht gehorchend.
Dess müde, möcht ich längst verschieden sein.
Liess ich nicht sterbend meine Lieb' allein.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

