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Kosmischer Kindergarten
#3
Sei gegrüßt, ZaunköniG,

und vielen Dank für Deine Gedanken - ich freue mich riesig, dass einige meiner Ideen bei Dir angeschlagen haben, auch wenn ich mir den Fokus etwas anders vorgestellt habe. In erster Linie meinen Dank, dass Du Dich mit dem Werk auseinandergesetzt und Dir die Zeit zum Kommentieren genommen hast.

Ich hatte gehofft, dass der Titel den Einstieg und die Verbindung zum Inhalt etwas erleichtert. Die Fachbegriffe kenne ich selbst nicht - muss ich zu meiner Schande gestehen (bis auf die Neologismen, die kommen von mir) - und habe mit Astrophysik, Mathematik, Wissenschaft (bis auf die Wissenschaft der Sprache) o. ä. nichts am Hut. Ich saß abends da und dachte, es wäre doch mal ganz nett, ein Sonett über das Universum zu schreiben.

Ich bin unter dem Titel "Kosmischer Kindergarten" auf einen Artikel bei Google gestoßen, dass ein System entdeckt worden ist, in dem neue Planeten entstehen. Und diese Seite der Wissenschaft (die Erforschung und Katalogisierung und Vermessung dieser neuen Himmelskörper) mit der Möglichkeit, diese auf die möglicherweise sogar Hybris der Menschheit übertragen zu können - auch wenn ich natürlich völlig mit Dir konform gehe, dass sich davon nicht alle Menschen angesprochen fühlen - fand ich als Thema reizvoll. Bei Interesse am genauen Gestaltungskonzept einfach den weißen Bereich hier drunter markieren, habe keine Spoilerfunktion gefunden.

Daher auch der Einstieg mit der Überhäufung von (vermeintlichem) Fachvokabular, um das, was wir zur Vermessung und Benennung des Universums machen unglaublich hochtrabend, exakt und richtig (kennen, messen, in Vektoren pressen Marserde in Silikate auftrennen, analysieren) scheint, um die Weiten des Universums lösen zu können. Wilde Ideen werden unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten ganz schnell wieder verworfen und nur noch eben geschaut, woher kommt das Signal, wie lange hat es zu uns gebraucht und welches Objekt können wir dort festmachen, aha, wir können das Objekt (bunte Kugel, Planet, etc.) benennen.

Mit den bunten Kugeln passiert zeitgleich der Umschwung in die Terzette, wo unser Gebaren, das Universum in kleine Excel-Tabellen pressen zu wollen, als Spiel "im Kindergarten" mit bunten Murmeln und Megariesenteleskopen (wie der größte Bagger im Sandkasten) entlarvt wird - und dass hinter der für uns erfassbaren Grenze (wo das Universum noch weitergeht für uns aber aufhört -> Kosmosapokope, unsere auf Technokratie (hier kann oder kann nicht der geneigte Leser oder die geneigte Leserin mitgehen, ob er/sie eine derartige Wissenschaft als technokratisch beurteilt oder nicht) beruhenden "Spielzeuge" (Megariesenteleskop) verweigern ihren Dienst, erkennen quasi nur "Universu" und das durch die Apokope verschluckte "m" bleibt nicht sichtbar) des Universums verschnörkelte (also eben nicht gradlinige und erfassbare und in unsere Schemata und Formeln und unser "geradeaus Starren" passende) Galaxien existieren, wo selbst die kleinste Form der Existenz (die Pixel) uns intellektuell und existenziell so weit überlegen ist, dass sie die Astrophysiker/Wissenschaftler oder im übertragenen Sinne uns in unserer wissenschaftlichen Hybris nur belächeln kann.

Achso: Der Schmutzreim ist natürlich ein Feature, warum sollten die Kinder wohlklingende Sprache können und das Kindergebrabbel wo es dann auch mal unrein wird sich schön reimen, vor allem, wenn die Linsen brechen? Nein, das war natürlich nur ein zufälliger "glücklicher" Effekt, der, wie ich finde, gut passt. "Belächeln" wollte ich unbedingt haben, fand aber Linsen die "schwächeln" viel zu schwach und von "Entdeckungen hinterherhecheln" wollen wir gar nicht anfangen.

Es ist quasi die Doppelschichtigkeit bzw. umgekehrte Perspektive des kosmischen Kindergartens. Für uns (oder unsere Atrophysiker) ist es der entdeckte Bereich, wo neue Sterne und Planeten entstehen, die man wie neue Kinder benennen kann - während für die kleinsten Pixel in den für uns gar nicht erfassbaren Bereichen des Universums wir der Kindergarten sind.

Das war zumindest meine inhaltliche Intention, aber wie immer im lyrischen Rahmen freue ich mich über alle Denkanstöße und eigene Wege, die durch das Werk gegangen werden. Für mich persönlich gibt es schon richtig und falsch, insbesondere was Form, Metrik, Reimschema und z. T. auch (Bild)-sprache betrifft aber auf der Seite des Lesers/der Leserin gibt es - meiner Meinung nach - alle Freiheiten.

Ich danke Dir für die investierte Zeit!

Grüße vom Olymp, Aphrodite
Die Schönste
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Nachrichten in diesem Thema
Kosmischer Kindergarten - von Aphrodite - 15.04.2026, 16:10
RE: Kosmischer Kindergarten - von ZaunköniG - 16.04.2026, 17:24
RE: Kosmischer Kindergarten - von Aphrodite - 17.04.2026, 00:46

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