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Sonnets 094
#1
William Shakespeare
1564 – 1616 England


XCIV.

They that have power to hurt and will do none,
That do not do the thing they most do show,
Who, moving others, are themselves as stone,
Unmoved, cold, and to temptation slow,
They rightly do inherit heaven's graces
And husband nature's riches from expense;
They are the lords and owners of their faces,
Others but stewards of their excellence.
The summer's flower is to the summer sweet,
Though to itself it only live and die,
But if that flower with base infection meet,
The basest weed outbraves his dignity:
For sweetest things turn sourest by their deeds;
Lilies that fester smell far worse than weeds.


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#2
Übersetzung von
Terese Robinson



XCIV.

Die schaden können, und es doch nicht tun,
Die immer anders handeln, als sie scheinen,
Die, andere bewegend, reglos ruhn,
Kalt, unverführbar, fühllos gleich den Steinen,
Die erben stets mit Recht des Himmels Gaben
Und wahren vor Verschwendung die Natur,
Sind Herren über alles, was sie haben,
Wo Andre Diener und Verwalter nur.
Der Sommer liebt des Sommers lichte Blüte,
Obgleich sie für sich selbst nur lebt und stirbt,
Doch es beschämt das Unkraut sie an Güte,
Wenn gift’ger Hauch sie anrührt und verdirbt.

Süßes, das schlecht ward, schmeckt am herbsten immer,
Und Lilie, die verdirbt, kein Sumpf riecht schlimmer.


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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#3
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



XCIV.

Wer, wo er Macht hat, keine Streiche führt,
Was ihm zumeist gegeben scheint, nicht tut;
Selbst felsenhart bleibt, wo er andre rührt,
Starr, unverführbar kühl, von trägen Blut:

Er ist fürwahr der Liebling höchster Geister,
Behütet vor Verschwendung die Natur;
Bleibt seines Angesichtes Herr und Meister,
Die andern seines Pomps Lakaien nur,

Die Sommerblum’ erfreut die Sommerwelt,
Und müßt’ auch einsam sie für sich verblühn:
Doch wenn die Blum’ ein gift’ger Tau befällt,
Wär’ ihr das ärmste Unkraut vorzuziehn.

In Sauerstes kehrt Süßestes sein Wesen.
Unkraut riecht lieblicher als Lilien, die verwesen.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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