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Sonnets 035
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Themen: 29.504
Registriert seit: Jan 2007
13.08.2007, 01:10
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.02.2023, 15:31 von ZaunköniG.)
William Shakespeare
1564 – 1616 England
XXXV.
No more be grieved at that which thou hast done:
Roses have thorns, and silver fountains mud;
Clouds and eclipses stain both moon and sun,
And loathsome canker lives in sweetest bud.
All men make faults, and even I in this,
Authorizing thy trespass with compare,
Myself corrupting, salving thy amiss,
Excusing thy sins more than thy sins are;
For to thy sensual fault I bring in sense--
Thy adverse party is thy advocate--
And 'gainst myself a lawful plea commence:
Such civil war is in my love and hate
That I an accessary needs must be
To that sweet thief which sourly robs from me.
.
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Registriert seit: Jan 2007
Übersetzung von
Terese Robinson
XXXV.
Gräm’ dich nicht mehr um das, was du begangen,
Rose hat Dornen, Schlamm die Silberflut,
Von Wolken sind oft Sonn’ und Mond verhangen,
Und ekler Wurm in süßen Knospen ruht.
Ein jeder fehlt, und dieser Fehl ist mein,
Daß ich vergleichend deinen Fehl geduldet,
Mich selbst bestach, dir alles zu verzeih’n,
Mehr zu entschuldigen, als du verschuldet.
Denn Sinn bracht’ ich in deiner Sinne Fehler,
Zugleich Verteidiger und Kläger dir,
Vor dem Gericht des eignen Diebes Hehler;
So führen Lieb und Haß den Kampf in mir,
Daß ich zum Helfershelfer mich befahl
Des süßen Diebs, der bitter mich bestahl.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Registriert seit: Jan 2007
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis
XXXV.
Sei nicht mehr bang um das, was du getan.
Die Ros’ ist dornig, Schlamm trübt silberhelle Quellen,
Wolk’ und Verfinst’rung, Sonn’ und Mondenbahn,
Die schönsten Knospen darf ein ekler Wurm entstellen.
Wir fehlen all’, und eben hierin ich,
Daß ich mit Gleichnis nähre dein Vergehn,
Den Fehl beschönend, selbst bestechend mich,
Mehr Sünd’ entschuld’gend als du je versehn.
Denn deiner Sinnenschuld dien’ ich mit Sinn;
Dein Gegner wird dein Anwalt, ich bestreite
Rechtskräftig meines Rechtes Eigensinn.
So spornen Lieb’ und Haß zum Bürgerkrieg mich beide,
Daß ich muß Hehler sein dem lieben Haupt
Des holden Diebes, der mich schlimm beraubt.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Registriert seit: Jan 2007
Übersetzung von
Max Josef Wolff
XXXV
Nicht klage mehr um das, was du verübt,
Da Bäche Schlamm und Rosen Dornen tragen,
Verfinsterung selbst Mond und Sonne trübt,
In schönsten Knospen garst'ge Würmer nagen.
Wir alle fehlen, und ich selbst darin,
Daß ich in Bildern dich von Schuld befreie,
Um dich zu rein'gen, beuge meinen Sinn
Und Schlimmeres, als du begingst, verzeihe.
Ich richte deine Liebessünde nicht,
Es muß dein Feind als dein Verteid'ger walten,
Und gegen mich wend' ich mich vor Gericht:
So ist mein Herz in Lieb' und Haß gespalten,
Daß mich zum Hehler das Geschick bestimmt
Dem süßen Dieb, der mir so vieles nimmt.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzung von
Emil Wagner
1810 - 1889
(eigentlich: Ludwig Reinhold Walesrode)
XXXV.
Bekümmre dich um was du thatst nicht mehr!
Die Ros’ hat Dornen, Schmutz die Silberquellen,
Verfinst’rung schmäht die Sonn’, und Wolkenheer,
der Sturm die Knospen, die am schönsten schwellen.
Jedweder fehlt; und eben hierin ich,
Gutheißend deinen Fehl durch Gleichnisschimmer,
Mich selbst verderbend, zu entschuld’gen dich,
Vertheid’gend selbst mehr als du fehltest immer.
Für deine Sinnlichkeit brauch’ ich mein Sinnen
(Dein Gegner selbst vertheidigt dich mit Muth),
Um gegen mich den Rechtsstreit zu beginnen;
Denn Bürgerkrieg führt bei mir Lieb’ und Muth.
Daß selber Helfershelfer ich muß sein
Dem süßen Dieb, der bitter raubt, was mein.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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