09.06.2026, 08:39
Glück des Neides
Im Ernste, wie? du könntest mich beneiden
Um ein Talent, wie du es gütigst nennst?
Du denkst von deinem Werte so bescheiden:
Sieh nur, wie du dich selbst und mich verkennst!
Ein wahr Gefühl in wahren Ausdruck kleiden,
Daß Füll und Tiefe sich im Maß begrenzt –
Bist du’s nicht selbst, die du mir stets zu beiden
Gehalt und Form aus deiner Anmut gönnst?
Und bin ich beneidenswert zu nennen –
Denn Glückliche macht erst der Neider kund –,
So muß ich doppelt mich dafür bekennen:
Denn doppelt glücklich macht mich heut dein Mund;
so wie du selbst mich findest zu beneiden,
Muß jeder mich noch um den Neid beneiden.
Im Ernste, wie? du könntest mich beneiden
Um ein Talent, wie du es gütigst nennst?
Du denkst von deinem Werte so bescheiden:
Sieh nur, wie du dich selbst und mich verkennst!
Ein wahr Gefühl in wahren Ausdruck kleiden,
Daß Füll und Tiefe sich im Maß begrenzt –
Bist du’s nicht selbst, die du mir stets zu beiden
Gehalt und Form aus deiner Anmut gönnst?
Und bin ich beneidenswert zu nennen –
Denn Glückliche macht erst der Neider kund –,
So muß ich doppelt mich dafür bekennen:
Denn doppelt glücklich macht mich heut dein Mund;
so wie du selbst mich findest zu beneiden,
Muß jeder mich noch um den Neid beneiden.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

