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Sonnets 006
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Themen: 29.504
Registriert seit: Jan 2007
13.08.2007, 01:10
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.02.2023, 13:47 von ZaunköniG.)
William Shakespeare
1564 – 1616 England
VI.
Then let not winter's ragged hand deface
In thee thy summer, ere thou be distill'd:
Make sweet some vial; treasure thou some place
With beauty's treasure, ere it be self-kill'd.
That use is not forbidden usury,
Which happies those that pay the willing loan;
That's for thyself to breed another thee,
Or ten times happier, be it ten for one;
Ten times thyself were happier than thou art,
If ten of thine ten times refigured thee:
Then what could death do, if thou shouldst depart,
Leaving thee living in posterity?
Be not self-will'd, for thou art much too fair
To be death's conquest and make worms thine heir.
.
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Registriert seit: Jan 2007
Übersetzung von
Terese Robinson
1873 – 1933
VI.
Drum sorg’, daß nicht des Winters Hand verletze
In dir den Sommer, eh’ dein Saft gediehn,
Versüß’ den Kelch, vergeud’ der Schönheit Schätze,
Soll nicht die Schönheit in sich selbst verglühn.
Der Nutzen ist kein Wucher, kein Erraffen,
Das den beglückt, der willig zahlt den Lehn,
Dir selbst sollst du ein neues Selbst verschaffen,
Zehnmal beglückter, wenn statt einem zehn.
Zehnmal du selbst, beglückter als du bist,
Wenn zehn der Deinen zehnmal dich gestalten.
Was will der Tod von dir? Kein Sterben ist,
Wo Erben treu ein wenig Gut verwalten.
Nicht störrisch sei, du bist zu schön zum Sterben,
Wenn Tod dein Herr wird, Würmer deine Erben.
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Registriert seit: Jan 2007
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis
VI.
Drum, daß nicht Winters rauhe Hand hinfort
Unabgezogen deinen Sommer kränke,
Durchwürz’ ein Fläschlein, häuf’ auf einen Ort
Der Schönheit Schatz, eh’ er sich selbst versenke!
Denn niemand rechnet dir als Wucher zu,
Wofür gern Zinsende beglückter scheinen.
Sie bringen Zins für dich, ein ander du,
Und zehnfach glücklicher, wenn zehn für einen.
Zehnfach beglückter wär’st du als du bist,
Wenn zehn der deinen zehnfach dich erneuten.
Was dann vermöchte Todes Macht und List?
Lebendig gingst du auf die Folgezeiten.
O sei nicht eigenwillig! viel zu schön
Schuf dich Natur, im Moder zu vergehn.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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Registriert seit: Jan 2007
Übersetzung von
Max Josef Wolff
VI
Laß nicht des Winters rauhe Hand verderben
In dir den Sommer, eh du dich verjüngt,
Füll' ein Gefäß, die Schönheit zu vererben,
Den reichen Schatz, eh Selbstmord ihn verschlingt!
Verbotner Wucher ist das nie gewesen,
Der den beglückt, der willig zahlt das Lehn;
Erzeug' an deiner Statt ein andres Wesen,
Und zehnmal besser, wenn statt eines zehn.
Zehnmal du selbst wär' himmlischer beglückt,
Wenn zehn der Deinen zehnfach dich gestalten;
Dann bliebest du, der Todesmacht entrückt,
In deinem Nachwuchs lebend uns erhalten.
Sei eigensinnig nicht, du darfst nicht sterben,
Schön, wie du bist, daß Würmer dich beerben.
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Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzung von
Emil Wagner
(eigentlich: Ludwig Reinhold Walesrode)
VI.
Drum nehme ja nicht rauher Winter Platz
In deinem Sommer, eh’ solch Glas dich hält;
Verleihe Einem deinen süßen Schatz
Der Schönheit, eh’ dem Selbstmord sie verfällt.
Solch ein Gebrauch niemals als Wucher gilt,
Der die beglückt, die gern ihn machen seh’n,
Und der dir selbst verschafft ein Ebenbild,
Ja zehnmal besser, sind’s für eines zehn.
Zehnmal du selbst wär’ glücklicher als du,
Wenn zehnmal dich ein fünffach Paar herstellt;
Was will der Tod dann, winket er dir zu,
Da er dich lebend läßt der spätern Welt?
Drum keinen Eigensinn! du bist zu schön,
Um Tod und Würmern nicht zu widerstehn.
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Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzungen von
Otto Gildemeister
VI.
Sorg denn, daß deinen Sommer nicht verschände
Des Winters Faust, eh du gekeltert bist;
Mach irgendein Gefäß süß durch die Spende
Der Schönheit, eh sie selbst getötet ist.
Solch Wuchern heißt nicht die Gesetzte beugen,
Wo es den Borger so beglückt wie deins;
Es heißt für dich ein andres Du erzeugen,
Ja zehnmal glücklicher, wenn zehn für eins.
Zehnmal du selbst wär’ glücklicher als du,
Wenn zehn der Deinen zehnmal dich erneuern;
Dann fügte selbst der Tod kein Leids dir zu,
Der ja dich leben läßt in deinen Teuern.
Sei nicht verstockt; du bist zu schön zu sterben,
Ein Raub des Todes, Würmer deine erben.
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Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzung von
Karl Kraus
1874 – 1936
VI
Drum, eh der Winter deinen Sommer kränkt,
sollst seinen Duft in ein Gefäß du fassen.
Von dir ein Abglanz sei von dir geschenkt
der Welt, bevor der Glanz ihr muß erblassen.
Vermehrung ist nicht Wucher, wenn gewillt
zum Dank man schuldet. Daß dein Gut du mehrst,
gewährt von deinem Wesen uns ein Bild.
Und zehnmal schöner, wenn du zehn gewährst.
Und zehnmal größer wär' dein eignes Glück,
könntst zehnfach sehn du jedes von den zehn.
Dann blickst getrost du auf dich selbst zurück,
und trotz dem Tod siehst du dich fortbestehn.
Weit besseren Entschluß soll Schönheit fassen,
als nur den Würmern sich zu hinterlassen.
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Registriert seit: Jan 2007
Übersetzung von
Alexander Neidhardt
1819-1908
VI.
Lass nicht den Winter deinen Sommer drum
Unfreund entblättern — gib im Auszug dich
Als einen Schatz, der Schönheit Heiligthum,
Eh' diese selber muss zerstören sich.
Das ist kein schnöder Wucher sicherlich,
Der Die beglückt, die gern die Schuld gestehn;
O zeuge dir zulieb dein andres Ich,
Und zehnmal Heil dir, wenn statt einem zehn!
Zehnmal beglückter wär'st du, sähest du
Zehn Sprossen dich verjüngen zehenfach —
Was wäre Tod dir, gingest du zur Ruh'?
Du lebtest fort bis zu dem fernsten Tag.
O hör'! zu schön, des Todes Raub zu sein,
Setz' drum den Wurm nicht blos zum Erben ein.
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Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzung von
Benno Tschischwitz
1828 – 1890
6.
Drum daß nicht Winter deinen Lenz versehre,
Eh nicht dir selbst die Düfte sind entflossen!
Ein Fläschlein würz’; an einer Stelle mehre
Dein Schönheitsschatz sich, eh’ ihn Tod umschlossen.
Das, wahrlich, heißt erlaubten Zins erheben,
Der die beglückt, die willig dir ihn reichen;
Zum zweiten Mal rufst du dich selbst ins Leben
Und zehnmal, schaffst du zehen, die dir gleichen.
Zehnmal du selbst – verzehnfacht nur dein Glück,
Wenn du in zehn der Deinen zehnmal lebst.
Was wär der Tod dir, schautest du zurück
Auf ein Geschlecht, dem du das Leben gäbst?
O, trotze nicht! – du bist zu hold fürwahr,
daß dich beerbte nur der Würmer Schar.
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Registriert seit: Jan 2007
In Übersetzung von
Dorothea Tieck
1799 - 1841
6
Laß Dir nicht Winters rauhe Hand den Schatz
Des Lenzes rauben, eh' Du ihn vergraben,
Füll ein Chrystall, bereichre einen Platz,
Eh' sie verwelkt mit Deiner Schönheit Gaben.
Verbothen kann der Wucher nimmer seyn,
Wo gern und froh der Gläub'ger Zinsen beuth
Durch neues Selbst mußt Du Dich selbst erfreun,
Und zehnmal mehr, wirst zehnfach Du erneut.
Für wahr! es wird ein zehnfach Glück Dir bringen,
Wenn Du in zehn der Dein'gen froh Dich siehst.
Wie soll Dich dann der herbe Tod bezwingen,
Wenn Du in Kind und Enkel lebst und blühst.
Du bist zu schön durch harten Sinn zu sterben,
Ein Raub des Tod's und Würmer Deine Erben.
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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