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Sonnets 098
#1
William Shakespeare
1564 – 1616 England


XCVIII.

From you have I been absent in the spring,
When proud-pied April, dress’d in all his trim,
Hath put a spirit of youth in every thing,
That heavy Saturn laughed and leapt with him.
Yet nor the lays of birds, nor the sweet smell
Of different flowers in odour and in hue,
Could make me any summer’s story tell,
Or from their proud lap pluck them where they grew:
Nor did I wonder at the lily’s white,
Nor praise the deep vermilion in the rose;
They were but sweet, but figures of delight,
Drawn after you, you pattern of all those.
Yet seemed it winter still, and you away,
As with your shadow I with these did play.



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#2
Übersetzung von
Terese Robinson



XCVIII.

Von dir war ich entfernt, als Frühling war,
April lief buntgescheckt den Weg entlang,
Warf Jugend über jedes Ding, sogar
Saturn, der schwere, lachte mit und sprang.
Doch weder Vogellied noch Wiesenhauch,
Noch Blüten leuchtend bunt an Duft und Farben,
Sie weckten mir den Sommer, und am Strauch
Ließ ich die Blumen blühn, bis sie verdarben.
Nicht stand ich staunend vor der Lilien Weiß,
Nicht vor der Rosen glühend tiefem Rot,
Sie waren schön und licht, allein ich weiß,
Daß deine Schönheit erst das Vorbild bot.

Und Winter war der Frühling ohne dich,
Wie deine Schatten spielten sie um mich.



.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#3
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



XCVIII.

Im Frühling war ich fern von dir, wenn bunter
April im vollen Schmuck mit Jugenddrang
Auf Erden alles neu erfüllt, daß munter
Saturn, der träge, mit ihm lacht’ und sprang.

Doch nicht der Vögel Lieder, nicht der Auen
Vielduft- und farbenreiches Blumenspiel,
Sie konnten mir ein Sommerwort vertrauen:
Ich ließ sie stehn auf ihrem stolzen Stiel.

Kein Wunder war mir mehr der Lilien Weiße,
Der Rose tiefen Purpur pries ich nie;
Für liebliche, nach deinem Muster leise
Entworfne Bilder nur erkannt’ ich sie.

Doch immer schien mir’s Winter ohne dich:
Nur wie dein Schattenspiel erquickt es mich.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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