Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Sonnets 038
#1
William Shakespeare
1564 – 1616          England


XXXVIII.

How can my Muse want subject to invent,
While thou dost breathe, that pour'st into my verse
Thine own sweet argument, too excellent
For every vulgar paper to rehearse?
O, give thyself the thanks, if aught in me
Worthy perusal stand against thy sight;
For who's so dumb that cannot write to thee,
When thou thyself dost give invention light?
Be thou the tenth Muse, ten times more in worth
Than those old nine which rhymers invocate;
And he that calls on thee, let him bring forth
Eternal numbers to outlive long date.
If my slight Muse do please these curious days,
The pain be mine, but thine shall be the praise.


.
Zitieren
#2
Übersetzung von
Terese Robinson



XXXVIII.


Daß mir Erfindung fehlt, wie konnt es sein,
Solang du atmest, und in mein Gedicht
Dein süßes Wesen strömt, zu zart und fein,
Als daß es aus so grobem Stoffe spricht?
O dank dir selbst, wenn etwas mir gelingt,
Das lesenswert und deinem Aug’ gefällt;
Wess’ Seele wär’ so stumpf, daß sie nicht klingt,
Wenn du mit deiner Schönheit sie erhellt?
Sei du die zehnte Muse, zehnmal mehr,
Als jene neun, des Dichters alt Geleit,
Und schenke ihm, der zu dir ruft, Gewähr
Und seinen Werken die Unsterblichkeit.

Sollt’ unsrer Zeit mein schlichter Sang gefallen,
Sei mein die Müh’, das Lob soll dir erschallen.



.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Zitieren
#3
In der Übersetzung von
Johann Gottlob Regis



XXXVIII.

Wie könnt’ es meiner Mus’ an Stoff gebrechen
Solang du atmest, der du mein Gedicht
Durchströmst mit deines Wesens holden Bächen,
Das jeden niedern Kiel hoch überfliegt?

O danke du dir selbst, wenn lesenswert
In deinen Augen etwas scheint an mir.
Wer wär’ so stumm, den du nicht Schrift gelehrt?
Leiht nicht Erfindung selbst ihr Licht von dir?

Sei du die zehnte Muse, zehnmal reicher
Als jene alten neun, zu denen Reimer flehn;
Und wer dich anruft, ew’ge Lieder zeug’ er,
Die aller Zeit Verwüstung überstehn!

Behagt mein leichter Sang der feinen Zeit,
Sei mein die Müh, dein die Zufriedenheit.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Zitieren
#4
Übersetzung von
Max Josef Wolff




XXXVIII

Wie wär' des Stoffes meine Muse bar,
Solang du lebst und in mein Lied ergießt
Dein holdes Selbst, ein Stoff so wunderbar,
Daß kein gemeiner Sang ihn in sich schließt?

Oh! nur dir selber bringe deinen Dank,
Scheint dir des Lesens würdig mein Gedicht;
Ein Stummer selber tönte im Gesang,
Den du begnadest mit der Dichtkunst Licht!

Als zehnte Muse soll man dich verehren,
Und zehnmal mehr als die aus alter Zeit;
Doch wer dich anruft, soll sich auch bewähren
Mit hohem Klange für die Ewigkeit.

Genügt der klugen Welt mein leichter Tand,
Sei mein die Müh', das Lob dir zuerkannt!


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Zitieren
#5
In Übersetzung von
Emil Wagner
1810 - 1889
(eigentlich: Ludwig Reinhold Walesrode)


XXXVIII.

Wie kann ich Stoff zum Singen je entbehren,
So lange du noch athmest, dem Gesang,
Den eignen süßen Inhalt zu gewähren,
Zu herrlich weit für niedern Liedes Klang?

O gieb dir selbst den Dank, wenn irgend wann
Du Lesenswerthes fandst, was ich gedichtet,
Wer ist so stumm, der dich nicht singen kann,
Der selber der Erfindung Pfad gelichtet?

Sei du die zehnte Mus’, zehnmal mehr werth
Als jene neun, gerühmt von Dichterlingen;
Es mag der Sänger, welcher dich verehrt,
Für alte Zeiten ew’ge Verse singen.

Wenn dieser strengen Zeit mein Lied gefällt,
Mein sei die Müh’, doch dein das Lob der Welt!


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste
Forenfarbe auswählen: