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Margarete
#1
Margarete
Goethe und Gounod



Dein Himmelsbild, in reinste Form ergossen,
Mit jeder jungfräulichen Huld geschmückt,
Die unser deutsches Herz so ganz entzückt,
Hat man entweiht durch wälsche Liederpossen.

Und daß man deutsche Bühnen ihm erschlossen,
Dem Bänkelsänger, der solch Werk zerpflückt,
Daß Deutsche gar ihm Beifall zugenickt,
Das hat in tiefster Seele mich verdrossen.

Weh über uns! Giebt’s noch ein Volk der Erde,
Das so sich läßt von fremder Gecken Flausen,
Den eignen Kranz der Ehren frech zerzausen?

So süßes Antlitz leiht der Schandgeberde,
Den größten Dichter auf den eignen Brettern,
Sein größtes Werk, verhunzen läßt von Spöttern?

 
.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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