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Unschuldsengel
#1
Unschuldsengel

Das reine Göttersiegel auf der Stirne,
Es ist verlöscht – doch nein! verdunkelt nur,
Noch leuchtet eine leise Dämmerspur,
Ach! nicht, wie sonst, der Glanz der Alpenfirne!

Ein Wolkenschleier hat sich d’rum gewoben,
Ein Leidenszug, ein irdischer Contour;
Doch wie ein Blitz durch dunkle Wolken fuhr,
Wird manchmal wohl des Schleiers Druck gehoben.

Wohl, wenn sich nach und nach die Wolken heben,
Ein milder Schein den Lebensabend hellt,
Die ew’ge Gnade das Verlor’ne sühnt.

Doch, weh! wenn immer tiefer sinkt das Leben,
Die Seele der Gemeinheit Sumpf verfällt,
Bis Frechheit sich zu wildem Trotz erkühnt.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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