11.06.2026, 12:08
Ludwig Mayr
1810 - ?
An die Phantasie
Du glühend Herz, was schlägst du Fieberbange?
Raubt Liebessehnsucht dir den gold’nen Frieden?
Ermanne dich! Die mich so lang’ gemieden,
Die Phantasie naht mit dem Zauberklange.
Ich grüße dich mit heiligem Gesange;
Du winkst, und Liebe athmen Eumeniden.
Die Wüste wird zum Hain der Hesperiden,
Und Leben lehrt auf die erstorb’ne Wange.
Der dunkle Kerker wird zum stolzen Dome,
Zur Wahrheit werden unsre Glanzphantome.
Doch, Phantasie, mit deinem Flammenstrome,
Wie arm bist du! Du kannst die schönen Stunden,
So blüthenreich, von Liebesglanz umwunden,
Zurück nicht zaubern, wie ich sie empfuden!
.
1810 - ?
An die Phantasie
Du glühend Herz, was schlägst du Fieberbange?
Raubt Liebessehnsucht dir den gold’nen Frieden?
Ermanne dich! Die mich so lang’ gemieden,
Die Phantasie naht mit dem Zauberklange.
Ich grüße dich mit heiligem Gesange;
Du winkst, und Liebe athmen Eumeniden.
Die Wüste wird zum Hain der Hesperiden,
Und Leben lehrt auf die erstorb’ne Wange.
Der dunkle Kerker wird zum stolzen Dome,
Zur Wahrheit werden unsre Glanzphantome.
Doch, Phantasie, mit deinem Flammenstrome,
Wie arm bist du! Du kannst die schönen Stunden,
So blüthenreich, von Liebesglanz umwunden,
Zurück nicht zaubern, wie ich sie empfuden!
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.

