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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Sonette zu Autoren und ihren Texten]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Fri, 26 Jun 2026 20:18:09 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Tschernichowskis Krim]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34610</link>
			<pubDate>Sat, 05 Apr 2025 01:16:26 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34610</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Tschernichowskis Krim<br />
<br />
I.</span><br />
<br />
In dieser Landschaft, wo schon Griechen lebten, Skythen,<br />
und wo die Goten auf die goldne Horde trafen,<br />
wo in Geschichte auch die Ewigkeiten schlafen,<br />
wo stolze Krieger und die Elemente wüten,<br />
<br />
Ruhm und Verfall so nahe beieinander liegen,<br />
sich schließlich zu verweben in den großen Mythen,<br />
gilt es den Sinn der Überlieferung zu hüten;<br />
Je älter, scheint sie um so schwerer nur zu wiegen,<br />
<br />
denn alles Schwere scheint auf Dauer zu zerstauben:<br />
Die Helden, die Imperien und ihre Bauten<br />
sind irgendwann nur noch der Gegenstand von Glauben.<br />
<br />
Der ist es, der die Einheit mit der Schöpfung wahrt<br />
und jedes Volk erführ es hier auf seine Art:<br />
Das Volk des Buchs, genauso wie die Argonauten.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Tschernichowskis Krim<br />
<br />
I.</span><br />
<br />
In dieser Landschaft, wo schon Griechen lebten, Skythen,<br />
und wo die Goten auf die goldne Horde trafen,<br />
wo in Geschichte auch die Ewigkeiten schlafen,<br />
wo stolze Krieger und die Elemente wüten,<br />
<br />
Ruhm und Verfall so nahe beieinander liegen,<br />
sich schließlich zu verweben in den großen Mythen,<br />
gilt es den Sinn der Überlieferung zu hüten;<br />
Je älter, scheint sie um so schwerer nur zu wiegen,<br />
<br />
denn alles Schwere scheint auf Dauer zu zerstauben:<br />
Die Helden, die Imperien und ihre Bauten<br />
sind irgendwann nur noch der Gegenstand von Glauben.<br />
<br />
Der ist es, der die Einheit mit der Schöpfung wahrt<br />
und jedes Volk erführ es hier auf seine Art:<br />
Das Volk des Buchs, genauso wie die Argonauten.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Für Klaus Hespe]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=4285</link>
			<pubDate>Tue, 23 Jan 2024 08:11:11 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=4285</guid>
			<description><![CDATA[Für Klaus Hespe,<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">einem lieben Kollegen in der Gruppe Poesie</span><br />
<br />
<br />
<br />
Als Dichter, sagst du, bist du spät berufen,<br />
fast beiläufig, - wie meistens gut gelaunt.<br />
Ich höre deine Verse, bin erstaunt<br />
und sehe dich im Geiste vor den Stufen<br />
des Musentempels stehn. Die Eitelkeit,<br />
die manche Dichter immer höher treibt,<br />
sie ist dir fremd, und ja, verwundert reibt<br />
man sich die Augen, aber mit der Zeit<br />
<br />
wird's beinah selbstverständlich. Man begreift,<br />
dass Großes langsam in der Stille reift!<br />
<br />
Dies "Große", ja, - so gut kann man dich kennen,<br />
wirst du mit eignen Worten andern nennen.<br />
<br />
Nun, sagen wir: "Du hast dich mit Geduld<br />
und Feingefühl in unsrer Kunst geschult.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Für Klaus Hespe,<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">einem lieben Kollegen in der Gruppe Poesie</span><br />
<br />
<br />
<br />
Als Dichter, sagst du, bist du spät berufen,<br />
fast beiläufig, - wie meistens gut gelaunt.<br />
Ich höre deine Verse, bin erstaunt<br />
und sehe dich im Geiste vor den Stufen<br />
des Musentempels stehn. Die Eitelkeit,<br />
die manche Dichter immer höher treibt,<br />
sie ist dir fremd, und ja, verwundert reibt<br />
man sich die Augen, aber mit der Zeit<br />
<br />
wird's beinah selbstverständlich. Man begreift,<br />
dass Großes langsam in der Stille reift!<br />
<br />
Dies "Große", ja, - so gut kann man dich kennen,<br />
wirst du mit eignen Worten andern nennen.<br />
<br />
Nun, sagen wir: "Du hast dich mit Geduld<br />
und Feingefühl in unsrer Kunst geschult.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die weißen fickenden Karnickel]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=5059</link>
			<pubDate>Sat, 21 Nov 2020 21:56:29 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=5059</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die weißen fickenden Karnickel</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">auf die Lesung des gleichnamigen Gedichts von Els Moors bei der Vorstellung der <br />
"Grand Tour - Reisen durch die junge Lyrik Europas" im Literaturhaus Hannover.</span><br />
<br />
<br />
Der blasse Schatten ihres Mikrofons<br />
liegt auf der Drosselgrube. Manchmal spannt<br />
die Haut sich und als wären wir bekannt,<br />
verfolge ich Werdung jedes Tons,<br />
<br />
wenn sie vom Vögeln spricht, grad so als wär<br />
es ihr soeben in den Sinn gekommen.<br />
Nicht in Metaphern eingehüllt, verschwommen<br />
nur angedeutet, - nicht obszön, prekär,<br />
<br />
verklemmt. Natürlich wie Karnickel ficken,<br />
beinah gedankenlos und nebenher.<br />
Man hat ja doch nichts besseres zu tun.<br />
<br />
Zuhöhrer seh ich, wie sie in sich blicken.<br />
Macht es sich nicht vielleicht der Mensch zu schwer?<br />
Doch im Moment wär's wohl nicht opportun.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die weißen fickenden Karnickel</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">auf die Lesung des gleichnamigen Gedichts von Els Moors bei der Vorstellung der <br />
"Grand Tour - Reisen durch die junge Lyrik Europas" im Literaturhaus Hannover.</span><br />
<br />
<br />
Der blasse Schatten ihres Mikrofons<br />
liegt auf der Drosselgrube. Manchmal spannt<br />
die Haut sich und als wären wir bekannt,<br />
verfolge ich Werdung jedes Tons,<br />
<br />
wenn sie vom Vögeln spricht, grad so als wär<br />
es ihr soeben in den Sinn gekommen.<br />
Nicht in Metaphern eingehüllt, verschwommen<br />
nur angedeutet, - nicht obszön, prekär,<br />
<br />
verklemmt. Natürlich wie Karnickel ficken,<br />
beinah gedankenlos und nebenher.<br />
Man hat ja doch nichts besseres zu tun.<br />
<br />
Zuhöhrer seh ich, wie sie in sich blicken.<br />
Macht es sich nicht vielleicht der Mensch zu schwer?<br />
Doch im Moment wär's wohl nicht opportun.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Marquise von O...]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=2482</link>
			<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 19:41:17 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=92">pumukel</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=2482</guid>
			<description><![CDATA[Da ich gerade an einer Arbeit über zwei Kleist-Erzählungen sitze, dachte ich, dem prosaischen Texten mit etwas Lyrik Abwechslung verschaffen zu können:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Marquise von O...</span><br />
<br />
Beim Vater lebte eingezogen<br />
eine Witwe: die Marquise.<br />
"Nie mehr wieder!" die Devise,<br />
der sich die Frau hat unterschoben.<br />
<br />
Ein jeder Mensch, der musste loben<br />
wie die Frau nicht unpräzise<br />
jeden Frevel von sich wiese.<br />
Und dennoch wurde sie betrogen.<br />
<br />
Ein Engel küsste sie im Schlaf.<br />
Ein Toter bat um ihre Hand.<br />
Ein Teufel wurde ihr Gemahl.<br />
<br />
Doch als sie dieses Unglück traf,<br />
das sie an diesen Unmensch band,<br />
da nahm sie wieder erste Wahl.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Da ich gerade an einer Arbeit über zwei Kleist-Erzählungen sitze, dachte ich, dem prosaischen Texten mit etwas Lyrik Abwechslung verschaffen zu können:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Marquise von O...</span><br />
<br />
Beim Vater lebte eingezogen<br />
eine Witwe: die Marquise.<br />
"Nie mehr wieder!" die Devise,<br />
der sich die Frau hat unterschoben.<br />
<br />
Ein jeder Mensch, der musste loben<br />
wie die Frau nicht unpräzise<br />
jeden Frevel von sich wiese.<br />
Und dennoch wurde sie betrogen.<br />
<br />
Ein Engel küsste sie im Schlaf.<br />
Ein Toter bat um ihre Hand.<br />
Ein Teufel wurde ihr Gemahl.<br />
<br />
Doch als sie dieses Unglück traf,<br />
das sie an diesen Unmensch band,<br />
da nahm sie wieder erste Wahl.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Rezept]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=1500</link>
			<pubDate>Sat, 16 May 2009 21:39:47 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=5">Sneaky</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=1500</guid>
			<description><![CDATA[Ob`s seinem Schöpfer heute wohl gelänge,<br />
ihn einem Sommertage zu vergleichen,<br />
wie Will die Liebste ehrte? Gib ihm Länge<br />
in den Metaphernzügeln, misch ihm reichen<br />
Reim in das Futter, keine Rechtschreibleichen,<br />
lass ihn rechtschaffen auf Grammatikpfaden<br />
den Syntaxsümpfen elegant ausweichen,<br />
dann wird man ihn zum Hof des Königs laden,<br />
darf er- wer weiß - die Königstochter baden<br />
mit seinem Wortwitz, reiner als die Quellen<br />
des Paradieses. Dauerts auch Dekaden,<br />
einst ehrt man ihn mit Zymbeln und mit Schellen.<br />
Der Inhalt stimmt, hofft nicht die Dichtermenge,<br />
dass es mit einem Vers auch mal gelänge...?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ob`s seinem Schöpfer heute wohl gelänge,<br />
ihn einem Sommertage zu vergleichen,<br />
wie Will die Liebste ehrte? Gib ihm Länge<br />
in den Metaphernzügeln, misch ihm reichen<br />
Reim in das Futter, keine Rechtschreibleichen,<br />
lass ihn rechtschaffen auf Grammatikpfaden<br />
den Syntaxsümpfen elegant ausweichen,<br />
dann wird man ihn zum Hof des Königs laden,<br />
darf er- wer weiß - die Königstochter baden<br />
mit seinem Wortwitz, reiner als die Quellen<br />
des Paradieses. Dauerts auch Dekaden,<br />
einst ehrt man ihn mit Zymbeln und mit Schellen.<br />
Der Inhalt stimmt, hofft nicht die Dichtermenge,<br />
dass es mit einem Vers auch mal gelänge...?]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Jubilate]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=1209</link>
			<pubDate>Sun, 28 Sep 2008 11:13:45 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=5">Sneaky</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=1209</guid>
			<description><![CDATA[ISt nicht ernstzunehmen und bezieht sich nicht auf das Board hier. Aber da wos hingehört, will ichs lieber nicht posten, gäbe nur Öl ins Feuer.<br />
<br />
Der Honigseim tropft aus dem  Kommentar<br />
aus allen Worten. Das geht ein ins Ohr,<br />
als psalmodiere grad ein Engelschor.<br />
Man glaubt sich bei der Wandlung vorm Altar.<br />
Wenn man den Glauben hat, ist alles wahr,<br />
hat man ihn nicht, und setzt ein Hä? davor,<br />
dann öffnet sich das Anathemator:<br />
Einstimmig tönts "geh Richtung Nod". Jo klar.<br />
Sein Stecken und sein Stab, die trösten mich<br />
Gemeter hin, Sinn her;  ist so egal<br />
wie dieser Krampen- und Trichinenstuss.<br />
"Hauptsache bleibt, du liebst mich wie ich dich"<br />
ertönen Harmonien ohne Zahl.<br />
Da weiß ich alles, was ich wissen muss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[ISt nicht ernstzunehmen und bezieht sich nicht auf das Board hier. Aber da wos hingehört, will ichs lieber nicht posten, gäbe nur Öl ins Feuer.<br />
<br />
Der Honigseim tropft aus dem  Kommentar<br />
aus allen Worten. Das geht ein ins Ohr,<br />
als psalmodiere grad ein Engelschor.<br />
Man glaubt sich bei der Wandlung vorm Altar.<br />
Wenn man den Glauben hat, ist alles wahr,<br />
hat man ihn nicht, und setzt ein Hä? davor,<br />
dann öffnet sich das Anathemator:<br />
Einstimmig tönts "geh Richtung Nod". Jo klar.<br />
Sein Stecken und sein Stab, die trösten mich<br />
Gemeter hin, Sinn her;  ist so egal<br />
wie dieser Krampen- und Trichinenstuss.<br />
"Hauptsache bleibt, du liebst mich wie ich dich"<br />
ertönen Harmonien ohne Zahl.<br />
Da weiß ich alles, was ich wissen muss.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Pfau]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=949</link>
			<pubDate>Sat, 12 Apr 2008 11:52:08 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=949</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Pfau</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nach der Novelle von Sylvia Geist</span><br />
<br />
Die Braut verzieht um seine Werbung keine Miene.<br />
Sein Rad, sein Tanz, die immer gleichen Rituale;<br />
Sie schweigt. Im Mittelpunkt der ewigen Spirale<br />
steht unnahbar als Pfauenthron die Gasoline,<br />
<br />
empfängt geduldig, stoisch, huldvoll seine Liebe.<br />
Ihm war sie gleich als ewig-einzige bewußt;<br />
Er schmiegt sich eng an ihre sommerheiße Brust,<br />
bald zaghaft scheu, bald drängender durch Schnabelhiebe.<br />
<br />
Der Liebende verschwendet prassend seine Kraft.<br />
- Mit einem Lächeln widerscheinen ihre Kerben, -<br />
und endlich spendet sie ihm ihr Petroleum.<br />
<br />
Fur Perlimplin der Treibstoff seiner Leidenschaft;<br />
benommen nippte der Glückselige dran, stumm. -<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Noch einen Schluck aus ihrem Innern - und dann sterben! </span><br />
<br />
<br />
<img src="http://www.sonett-archiv.com/forum/images/attachments/095.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: 095.jpg]" class="mycode_img" /><br />
<br />
Der Pfau<br />
Sylvia Geist<br />
Luftschacht<br />
ISBN-10: 390237330X<br />
ISBN-13: 9783902373304]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Pfau</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nach der Novelle von Sylvia Geist</span><br />
<br />
Die Braut verzieht um seine Werbung keine Miene.<br />
Sein Rad, sein Tanz, die immer gleichen Rituale;<br />
Sie schweigt. Im Mittelpunkt der ewigen Spirale<br />
steht unnahbar als Pfauenthron die Gasoline,<br />
<br />
empfängt geduldig, stoisch, huldvoll seine Liebe.<br />
Ihm war sie gleich als ewig-einzige bewußt;<br />
Er schmiegt sich eng an ihre sommerheiße Brust,<br />
bald zaghaft scheu, bald drängender durch Schnabelhiebe.<br />
<br />
Der Liebende verschwendet prassend seine Kraft.<br />
- Mit einem Lächeln widerscheinen ihre Kerben, -<br />
und endlich spendet sie ihm ihr Petroleum.<br />
<br />
Fur Perlimplin der Treibstoff seiner Leidenschaft;<br />
benommen nippte der Glückselige dran, stumm. -<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Noch einen Schluck aus ihrem Innern - und dann sterben! </span><br />
<br />
<br />
<img src="http://www.sonett-archiv.com/forum/images/attachments/095.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: 095.jpg]" class="mycode_img" /><br />
<br />
Der Pfau<br />
Sylvia Geist<br />
Luftschacht<br />
ISBN-10: 390237330X<br />
ISBN-13: 9783902373304]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Für Joachim Grünhagen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=892</link>
			<pubDate>Tue, 26 Feb 2008 12:09:59 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=892</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Für Joachim Grünhagen</span><br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Punkte finden im Vorgeburtswort"</span></div>
<br />
Du tust, was ein Poet wohl tuen muß,<br />
im Vorgeburtswort einen Punkt zu finden,<br />
um schließlich die Gedanken zu entbinden. -<br />
Der Punkt am Zeilenende ist kein Schluß.<br />
<br />
Es fehlt uns oft ein fester Punkt im Nebel.<br />
Versuche nur den Punkt in deinem Geist,<br />
spür ihm voraus, wie sein Gedanke heißt; -<br />
Und greifst du ihn, besitzt du einen Hebel.<br />
<br />
Man nähert sich ihm an, erst Wort für Wort,<br />
dort angekommen wird er Ausgangspunkt.<br />
Ein Wort erschafft im Klang sein Eigenleben;<br />
<br />
Gewicht, fern seinem Fluchtpunkt hat ein jedes,<br />
greift durch ihn durch im Sinne Archimedes'<br />
um die Ideen in die Welt zu heben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Für Joachim Grünhagen</span><br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Punkte finden im Vorgeburtswort"</span></div>
<br />
Du tust, was ein Poet wohl tuen muß,<br />
im Vorgeburtswort einen Punkt zu finden,<br />
um schließlich die Gedanken zu entbinden. -<br />
Der Punkt am Zeilenende ist kein Schluß.<br />
<br />
Es fehlt uns oft ein fester Punkt im Nebel.<br />
Versuche nur den Punkt in deinem Geist,<br />
spür ihm voraus, wie sein Gedanke heißt; -<br />
Und greifst du ihn, besitzt du einen Hebel.<br />
<br />
Man nähert sich ihm an, erst Wort für Wort,<br />
dort angekommen wird er Ausgangspunkt.<br />
Ein Wort erschafft im Klang sein Eigenleben;<br />
<br />
Gewicht, fern seinem Fluchtpunkt hat ein jedes,<br />
greift durch ihn durch im Sinne Archimedes'<br />
um die Ideen in die Welt zu heben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Im Wind die Fiedern zittern]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=775</link>
			<pubDate>Mon, 26 Nov 2007 11:57:41 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=12">Friedrich</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=775</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Im Wind die Fiedern zittern</span><br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Für ZaunköniG</span><br />
<br />
<br />
Die Luft sie trägt, der Sog, die Fiedern zittern<br />
im Wind, der Kopf, gestreckt, im Strom durchsticht<br />
ein spitz gebogner Bug die Flut von Licht,<br />
die zwischen Schwingen bricht, Konturen splittern<br />
<br />
zerreißen in den Klüften, stürzen tief,<br />
so tief hinunter, bis zum Grund, verlieren<br />
sich dort im Dunkeln, stumm, tief unten, ihren<br />
zerfurchten Rumpf im Sturz befreit, sie rief<br />
 <br />
und ruft, die Weite, Kreis um Kreis und Zinne<br />
für Zinne, die im Rund vorüberziehn,<br />
erscheinen, schwinden, Rufen hält nicht inne,<br />
<br />
die Fiedern zittern, Licht, der Strom, es fliehn<br />
der Grund, die Rinnen, Brüche, Stürze, Klüfte,<br />
und höher tragen Sog, der Ruf, die Lüfte.<br />
<br />
<br />
© Friedrich 2007]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Im Wind die Fiedern zittern</span><br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Für ZaunköniG</span><br />
<br />
<br />
Die Luft sie trägt, der Sog, die Fiedern zittern<br />
im Wind, der Kopf, gestreckt, im Strom durchsticht<br />
ein spitz gebogner Bug die Flut von Licht,<br />
die zwischen Schwingen bricht, Konturen splittern<br />
<br />
zerreißen in den Klüften, stürzen tief,<br />
so tief hinunter, bis zum Grund, verlieren<br />
sich dort im Dunkeln, stumm, tief unten, ihren<br />
zerfurchten Rumpf im Sturz befreit, sie rief<br />
 <br />
und ruft, die Weite, Kreis um Kreis und Zinne<br />
für Zinne, die im Rund vorüberziehn,<br />
erscheinen, schwinden, Rufen hält nicht inne,<br />
<br />
die Fiedern zittern, Licht, der Strom, es fliehn<br />
der Grund, die Rinnen, Brüche, Stürze, Klüfte,<br />
und höher tragen Sog, der Ruf, die Lüfte.<br />
<br />
<br />
© Friedrich 2007]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Südwind (Oswald Köberl zugeeignet)]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=450</link>
			<pubDate>Wed, 14 Feb 2007 19:04:00 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=12">Friedrich</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=450</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-size: x-large;" class="mycode_size"><div style="text-align: center;" class="mycode_align">Lieber Don,<br />
herzlichen Glückwunsch zu Deinem heutigen Festtag!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Südwind</span><br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Oswald Köberl zugeeignet</span><br />
<br />
<br />
<br />
<img src="http://www.bbi.at/~stromarg/Lyrik/Suedwind/Wogen.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Wogen.jpg]" class="mycode_img" /><br />
<br />
<br />
<br />
Der Südwind freit und wiegt sein Wellenreich<br />
Erformt, geschöpft in Lichtgedankenspielen<br />
Und dreibegabt in Einsgestalt aus vielen<br />
So unermesslich vielen Wogen. Gleich<br />
<br />
Erschöpft sich nie. Aus Wissen folgt ein Zielen<br />
Sich aus der See zu bäumen, im Verstreich<br />
Tangieren wie verlieren, sich als weich<br />
Erspürt, zurückgesogen aus den Prielen,<br />
<br />
Reich an Erwogtem, schließlich rückzukehren.<br />
Gelöst der Berg, das Tal, das Rauschen, auch<br />
Osiris sammelt sich, verschmilzt. Vermeeren<br />
<br />
Sieht jene Woge freudig ihren Hauch<br />
Und wird als Eines eins. Den Südwind mehren -<br />
Mich schöpft es wieder, mach' von mir Gebrauch<br />
<br />
<br />
<br />
© Friedrich<br />
<br />
<br />
</div></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-size: x-large;" class="mycode_size"><div style="text-align: center;" class="mycode_align">Lieber Don,<br />
herzlichen Glückwunsch zu Deinem heutigen Festtag!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Südwind</span><br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Oswald Köberl zugeeignet</span><br />
<br />
<br />
<br />
<img src="http://www.bbi.at/~stromarg/Lyrik/Suedwind/Wogen.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: Wogen.jpg]" class="mycode_img" /><br />
<br />
<br />
<br />
Der Südwind freit und wiegt sein Wellenreich<br />
Erformt, geschöpft in Lichtgedankenspielen<br />
Und dreibegabt in Einsgestalt aus vielen<br />
So unermesslich vielen Wogen. Gleich<br />
<br />
Erschöpft sich nie. Aus Wissen folgt ein Zielen<br />
Sich aus der See zu bäumen, im Verstreich<br />
Tangieren wie verlieren, sich als weich<br />
Erspürt, zurückgesogen aus den Prielen,<br />
<br />
Reich an Erwogtem, schließlich rückzukehren.<br />
Gelöst der Berg, das Tal, das Rauschen, auch<br />
Osiris sammelt sich, verschmilzt. Vermeeren<br />
<br />
Sieht jene Woge freudig ihren Hauch<br />
Und wird als Eines eins. Den Südwind mehren -<br />
Mich schöpft es wieder, mach' von mir Gebrauch<br />
<br />
<br />
<br />
© Friedrich<br />
<br />
<br />
</div></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ein Gruß]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=264</link>
			<pubDate>Sun, 28 Jan 2007 16:32:37 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=9">Margret</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=264</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Gruß </span><br />
<br />
Wir stillen Künstler in den armen Räumen, <br />
wir Dichter, Denker, Maler - Narren, <br />
wir, die wir stets dem Glücke harren, <br />
was bleibt uns denn außer den Träumen? <br />
<br />
Wir, in dem Schatten unter Bäumen, <br />
wo wir vor Ehrfurcht dann und wann erstarren, <br />
auch unterwürfig in der Erde scharren, <br />
und drum das eigne Wunder glatt versäumen; <br />
<br />
wir knicken ein und fürchten uns fast noch <br />
vor denen, die dem Himmel näher stehen, <br />
und sinken tiefer ein ins Erdenloch. <br />
<br />
Macht euch nicht kleiner, werdet laut! <br />
Wachst über euch, so kanns ein Jeder sehen: <br />
Die Welt der Phantasie &#8211; sie ist auf euch gebaut. <br />
<br />
Im November 2006]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Gruß </span><br />
<br />
Wir stillen Künstler in den armen Räumen, <br />
wir Dichter, Denker, Maler - Narren, <br />
wir, die wir stets dem Glücke harren, <br />
was bleibt uns denn außer den Träumen? <br />
<br />
Wir, in dem Schatten unter Bäumen, <br />
wo wir vor Ehrfurcht dann und wann erstarren, <br />
auch unterwürfig in der Erde scharren, <br />
und drum das eigne Wunder glatt versäumen; <br />
<br />
wir knicken ein und fürchten uns fast noch <br />
vor denen, die dem Himmel näher stehen, <br />
und sinken tiefer ein ins Erdenloch. <br />
<br />
Macht euch nicht kleiner, werdet laut! <br />
Wachst über euch, so kanns ein Jeder sehen: <br />
Die Welt der Phantasie &#8211; sie ist auf euch gebaut. <br />
<br />
Im November 2006]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der verkannte Poet]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=262</link>
			<pubDate>Sun, 28 Jan 2007 16:26:55 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=262</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der verkannte Poet </span><br />
<br />
Versteinert steht er vor dem Buchregal; <br />
&#8222;Soll das ein Buch sein? Nur aus Schall und Rauch? <br />
Von Dichtung kennt der nicht den leisen Hauch!&#8220; <br />
Die Galle schäumt ihm über, &#8222;schlecht und schal&#8220; <br />
<br />
und faustdick ballt sich Wut in seinem Bauch. <br />
Besudelt scheint die Kunst, der reine Gral. <br />
Was not tut ist Kritik: Ein Tribunal! <br />
&#8222;Was der für&#8217;n Mist verbockt, das kann ich auch!&#8220; <br />
<br />
Das stimmt soweit, nur leider auch nicht besser; <br />
Er giftet gleich drauf los als Humorist, <br />
zerreißt den Feind als Spätavantgardist. <br />
<br />
In seiner Stimme bricht sich scharf das Messer. <br />
Satire nennt er, was Verwünschung ist, <br />
doch bleibt im Recht: Er schreibt genau so&#8217;n Mist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der verkannte Poet </span><br />
<br />
Versteinert steht er vor dem Buchregal; <br />
&#8222;Soll das ein Buch sein? Nur aus Schall und Rauch? <br />
Von Dichtung kennt der nicht den leisen Hauch!&#8220; <br />
Die Galle schäumt ihm über, &#8222;schlecht und schal&#8220; <br />
<br />
und faustdick ballt sich Wut in seinem Bauch. <br />
Besudelt scheint die Kunst, der reine Gral. <br />
Was not tut ist Kritik: Ein Tribunal! <br />
&#8222;Was der für&#8217;n Mist verbockt, das kann ich auch!&#8220; <br />
<br />
Das stimmt soweit, nur leider auch nicht besser; <br />
Er giftet gleich drauf los als Humorist, <br />
zerreißt den Feind als Spätavantgardist. <br />
<br />
In seiner Stimme bricht sich scharf das Messer. <br />
Satire nennt er, was Verwünschung ist, <br />
doch bleibt im Recht: Er schreibt genau so&#8217;n Mist.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Anton Wildgans]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=261</link>
			<pubDate>Sun, 28 Jan 2007 16:25:50 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=261</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Anton Wildgans </span><br />
<br />
Eng, fühlsam deine Verse zu mir sprachen; <br />
Ein feines Tuch, aus Grau und Gold versponnen. <br />
Die Sterne sind noch tausend ferne Sonnen, <br />
Die Träume sind ein ungebund&#8217;ner Nachen, <br />
<br />
mit dem die Seelen in das Blaue stachen. <br />
Du hast noch Schläuche Wein vom Trest gewonnen, <br />
Und &#8222;Sinn&#8220; klingt noch wie &#8222;sinnlich&#8220; und &#8222;versonnen&#8220;. <br />
Mir war, daß wir vom selben Brote brachen, <br />
<br />
das wie Erinnerung von Kuchenstreuseln <br />
auf meiner Zunge süß und schwer zergeht. <br />
Und wenn Zephyre durch die Zweige säuseln, <br />
<br />
dann weiß ich, was von Versen fortbesteht: <br />
Es bleibt nichts mehr, als nur ein Wellenkräuseln <br />
- ein stummer Ton, der in der Nachtluft steht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Anton Wildgans </span><br />
<br />
Eng, fühlsam deine Verse zu mir sprachen; <br />
Ein feines Tuch, aus Grau und Gold versponnen. <br />
Die Sterne sind noch tausend ferne Sonnen, <br />
Die Träume sind ein ungebund&#8217;ner Nachen, <br />
<br />
mit dem die Seelen in das Blaue stachen. <br />
Du hast noch Schläuche Wein vom Trest gewonnen, <br />
Und &#8222;Sinn&#8220; klingt noch wie &#8222;sinnlich&#8220; und &#8222;versonnen&#8220;. <br />
Mir war, daß wir vom selben Brote brachen, <br />
<br />
das wie Erinnerung von Kuchenstreuseln <br />
auf meiner Zunge süß und schwer zergeht. <br />
Und wenn Zephyre durch die Zweige säuseln, <br />
<br />
dann weiß ich, was von Versen fortbesteht: <br />
Es bleibt nichts mehr, als nur ein Wellenkräuseln <br />
- ein stummer Ton, der in der Nachtluft steht.]]></content:encoded>
		</item>
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