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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Rosa Mayreder]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 11:59:34 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Erreichbar nicht mehr Wünschen, Klagen, Bitten]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31731</link>
			<pubDate>Sat, 13 Jun 2026 10:22:44 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31731</guid>
			<description><![CDATA[Erreichbar nicht mehr Wünschen, Klagen, Bitten, <br />
Gingst du dahin — du hast den Weg vollbracht. <br />
Und gleich dem Wanderer, d^r in die Nacht <br />
Hinaushorcht nach verhallend fernen Schritten, <br />
<br />
Eh' sie ins ewig Stille sind entglitten. <br />
Denk ich dir nach in die Vergangenheit. <br />
Blieb nichts von dir zurück aus jener Zeit, <br />
Von Weh und Wonnen nichts, die wir erlitten ? <br />
<br />
In meinen Händen halt* ich eine Schale <br />
Und hebe sie ans Licht, daß sie erglüht. <br />
Ein Weihgeschenk aus farbigem Opale. <br />
<br />
Das Blut der Schmerzen, ungesehn vergossen, <br />
Der Tränen Glanz, in Lust und Qual versprüht. <br />
Lebt unvergänglich in ihr eingeschlossen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Erreichbar nicht mehr Wünschen, Klagen, Bitten, <br />
Gingst du dahin — du hast den Weg vollbracht. <br />
Und gleich dem Wanderer, d^r in die Nacht <br />
Hinaushorcht nach verhallend fernen Schritten, <br />
<br />
Eh' sie ins ewig Stille sind entglitten. <br />
Denk ich dir nach in die Vergangenheit. <br />
Blieb nichts von dir zurück aus jener Zeit, <br />
Von Weh und Wonnen nichts, die wir erlitten ? <br />
<br />
In meinen Händen halt* ich eine Schale <br />
Und hebe sie ans Licht, daß sie erglüht. <br />
Ein Weihgeschenk aus farbigem Opale. <br />
<br />
Das Blut der Schmerzen, ungesehn vergossen, <br />
Der Tränen Glanz, in Lust und Qual versprüht. <br />
Lebt unvergänglich in ihr eingeschlossen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Du Richter alles Tuns ...]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31726</link>
			<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 11:09:00 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31726</guid>
			<description><![CDATA[Du Richter alles Tuns, der zu belohnen <br />
Und zu bestrafen Schuld wägt und Verdienst, <br />
Sieh an das unzerreißbare Gespinst, <br />
Das Menschenstim umflicht mit Domenkronen, <br />
<br />
Aus Wahn gewoben, aus den Illusionen, <br />
Wie sie der tückisch holde Gott ersinnt. <br />
Der listenreiche, dem kein Herz entrinnt, <br />
Solang des Lebens Kräfte darin wohnen. <br />
<br />
Er weiß den Sinn mit Masken zu verwirren; <br />
Er kommt als Freund, er trägt ein Königskleid, <br />
Bringt reiche Gaben, Weihrauch, Gold und Myrrhen <br />
<br />
Ein Feuerblendwerk, das mit hohen Rammen <br />
Im Herzen lodernd breqnt, bis es als Leid <br />
Zu grauer Asche sinkt in sich zusammen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Du Richter alles Tuns, der zu belohnen <br />
Und zu bestrafen Schuld wägt und Verdienst, <br />
Sieh an das unzerreißbare Gespinst, <br />
Das Menschenstim umflicht mit Domenkronen, <br />
<br />
Aus Wahn gewoben, aus den Illusionen, <br />
Wie sie der tückisch holde Gott ersinnt. <br />
Der listenreiche, dem kein Herz entrinnt, <br />
Solang des Lebens Kräfte darin wohnen. <br />
<br />
Er weiß den Sinn mit Masken zu verwirren; <br />
Er kommt als Freund, er trägt ein Königskleid, <br />
Bringt reiche Gaben, Weihrauch, Gold und Myrrhen <br />
<br />
Ein Feuerblendwerk, das mit hohen Rammen <br />
Im Herzen lodernd breqnt, bis es als Leid <br />
Zu grauer Asche sinkt in sich zusammen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[WANDLUNG UND ENDE]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31730</link>
			<pubDate>Sat, 13 Apr 2024 00:27:02 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31730</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwischen Himmel und Erde<br />
<br />
WANDLUNG UND ENDE <br />
<br />
I </span><br />
<br />
Beirrt vom kalten Geiste der Erfahrung, <br />
Der mit des Zweifels Pein die Seele plagt, <br />
Hab ich mir deine Nähe lang versagt, <br />
Und nahm vor dir mein Auge in Verwahrung. <br />
<br />
Aus deinem Anblick schöpft die Liebe Nahrung; <br />
Ich sehe dich, der Glaube kehrt zurück. <br />
Der alten Träume wonnevolles Glück : <br />
Dein Angesicht ist ihre Offenbarung ! <br />
<br />
Die adelige Linie deiner Glieder, <br />
Die rein vom Scheitel zu den Sohlen fließt. <br />
Der sanfte Mund, das Auge, das die Lider <br />
<br />
In nachdenklichem Sinnen leicht beschatten — <br />
Sie preisen dich, wie du im Innern bist. <br />
Wie meine Träume dich verkündigt hatten. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwischen Himmel und Erde<br />
<br />
WANDLUNG UND ENDE <br />
<br />
I </span><br />
<br />
Beirrt vom kalten Geiste der Erfahrung, <br />
Der mit des Zweifels Pein die Seele plagt, <br />
Hab ich mir deine Nähe lang versagt, <br />
Und nahm vor dir mein Auge in Verwahrung. <br />
<br />
Aus deinem Anblick schöpft die Liebe Nahrung; <br />
Ich sehe dich, der Glaube kehrt zurück. <br />
Der alten Träume wonnevolles Glück : <br />
Dein Angesicht ist ihre Offenbarung ! <br />
<br />
Die adelige Linie deiner Glieder, <br />
Die rein vom Scheitel zu den Sohlen fließt. <br />
Der sanfte Mund, das Auge, das die Lider <br />
<br />
In nachdenklichem Sinnen leicht beschatten — <br />
Sie preisen dich, wie du im Innern bist. <br />
Wie meine Träume dich verkündigt hatten. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[NIEDERGLEITEN]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31729</link>
			<pubDate>Sat, 13 Apr 2024 00:26:51 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31729</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwischen Himmel und Erde<br />
<br />
NIEDERGLEITEN <br />
<br />
I.</span><br />
<br />
Die Zeit nicht länger tändelnd zu verschwenden, <br />
Versuch ich es, vom Fleiß dazu gemahnt, <br />
Der mühsam Wege der Erkenntnis bahnt, <br />
Von dir mein Sinnen endlich abzuwenden. <br />
<br />
Denn aufgespeichert hier in dicken Bänden <br />
Ruht mir ein Schatz von Wissen mancherlei; <br />
Ich wähle kurz, schon bin ich ganz dabei <br />
Und greife zu mit lembegiergen Händen. <br />
<br />
Allein gleich trifft die emsigernst Bereite <br />
Ein Wort, ein Nichts, das sich mit dir verknüpft; <br />
Das bricht mit seinem klingenden Geleite <br />
<br />
In meines Eifers Bannkreis ein gewaltsam. <br />
Und durch die kleine Bresche wieder schlüpft <br />
Zu dir mein ganzes Denken unaufhaltsam.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwischen Himmel und Erde<br />
<br />
NIEDERGLEITEN <br />
<br />
I.</span><br />
<br />
Die Zeit nicht länger tändelnd zu verschwenden, <br />
Versuch ich es, vom Fleiß dazu gemahnt, <br />
Der mühsam Wege der Erkenntnis bahnt, <br />
Von dir mein Sinnen endlich abzuwenden. <br />
<br />
Denn aufgespeichert hier in dicken Bänden <br />
Ruht mir ein Schatz von Wissen mancherlei; <br />
Ich wähle kurz, schon bin ich ganz dabei <br />
Und greife zu mit lembegiergen Händen. <br />
<br />
Allein gleich trifft die emsigernst Bereite <br />
Ein Wort, ein Nichts, das sich mit dir verknüpft; <br />
Das bricht mit seinem klingenden Geleite <br />
<br />
In meines Eifers Bannkreis ein gewaltsam. <br />
Und durch die kleine Bresche wieder schlüpft <br />
Zu dir mein ganzes Denken unaufhaltsam.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[IN DEN HÖHEN]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31728</link>
			<pubDate>Sat, 13 Apr 2024 00:26:36 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31728</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwischen Himmel und Erde</span><br />
<br />
IN DEN HÖHEN<br />
<br />
GASTFREUNDSCHAFT <br />
<br />
Wir leben beide in verschiednen Welten; <br />
Beschaulich meine, stillem Garten gleich, <br />
Die deine lärmend und gefahrenreich. <br />
Ein Markt, umtobt von Feilschen, Drohen, Schelten, <br />
<br />
Wo alle ränkevollen Künste gelten. <br />
Dort seh ich dich gewandt und siegreich stehn, <br />
Doch scheinst du gerne nicht den Weg zu gehn, <br />
Auf den dich früh des Lebens Mächte stellten. <br />
<br />
Deshalb aus dem banausischen Gewühle <br />
Entflieh zu mir, tritt in das andre Reich <br />
Zur abendlichen Rast nach Mittagsschwüle. <br />
<br />
Im Dufte seiner Blumen liegt der Garten, <br />
Die Quelle rieselt in den Silberteich — <br />
Hier sei mein Gast, hier will ich dich erwarten. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwischen Himmel und Erde</span><br />
<br />
IN DEN HÖHEN<br />
<br />
GASTFREUNDSCHAFT <br />
<br />
Wir leben beide in verschiednen Welten; <br />
Beschaulich meine, stillem Garten gleich, <br />
Die deine lärmend und gefahrenreich. <br />
Ein Markt, umtobt von Feilschen, Drohen, Schelten, <br />
<br />
Wo alle ränkevollen Künste gelten. <br />
Dort seh ich dich gewandt und siegreich stehn, <br />
Doch scheinst du gerne nicht den Weg zu gehn, <br />
Auf den dich früh des Lebens Mächte stellten. <br />
<br />
Deshalb aus dem banausischen Gewühle <br />
Entflieh zu mir, tritt in das andre Reich <br />
Zur abendlichen Rast nach Mittagsschwüle. <br />
<br />
Im Dufte seiner Blumen liegt der Garten, <br />
Die Quelle rieselt in den Silberteich — <br />
Hier sei mein Gast, hier will ich dich erwarten. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[ERSTES BEGEGNEN]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31727</link>
			<pubDate>Sat, 13 Apr 2024 00:26:21 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31727</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwischen Himmel und Erde<br />
<br />
ERSTES BEGEGNEN <br />
<br />
I.</span><br />
<br />
Erbrause Lebensatem, Windesreigen, <br />
Der du auf deinen Flügeln Keime trägst. <br />
Den winterlichen Früchtebaum erregst, <br />
Daß innen seine Säfte quellend steigen! <br />
<br />
Noch ruht das volle Herz, wie in den Zweigen <br />
Die Äolsharfe hängt, von Tönen schwer. <br />
Die in die Saiten sind gebannt, bis er. <br />
Der Brausende, sie weckt aus ihrem Schweigen. <br />
<br />
Bist du ein Frühlingshauch, der lieblich gleitend <br />
Den Staub der Blüten wirbelt himmelwärts — ? <br />
Wirst du in Ungewittem donnerschreitend <br />
<br />
Die Seele brechen, der du hier begegnest? <br />
Erwecker, Schicksal, Liebelebensschmerz, <br />
Was du auch bringen magst, ich weiß, du segnest. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zwischen Himmel und Erde<br />
<br />
ERSTES BEGEGNEN <br />
<br />
I.</span><br />
<br />
Erbrause Lebensatem, Windesreigen, <br />
Der du auf deinen Flügeln Keime trägst. <br />
Den winterlichen Früchtebaum erregst, <br />
Daß innen seine Säfte quellend steigen! <br />
<br />
Noch ruht das volle Herz, wie in den Zweigen <br />
Die Äolsharfe hängt, von Tönen schwer. <br />
Die in die Saiten sind gebannt, bis er. <br />
Der Brausende, sie weckt aus ihrem Schweigen. <br />
<br />
Bist du ein Frühlingshauch, der lieblich gleitend <br />
Den Staub der Blüten wirbelt himmelwärts — ? <br />
Wirst du in Ungewittem donnerschreitend <br />
<br />
Die Seele brechen, der du hier begegnest? <br />
Erwecker, Schicksal, Liebelebensschmerz, <br />
Was du auch bringen magst, ich weiß, du segnest. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
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