<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Elisabeth Braunhoff ]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Sun, 28 Jun 2026 22:03:13 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Segnender Abschied]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30740</link>
			<pubDate>Wed, 01 Oct 2025 05:45:03 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30740</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Segnender Abschied</span><br />
<br />
Ich sehne mich nach deiner jungen Nähe,<br />
Und deinen Worten, die so leise fallen<br />
Wie Schleier, wenn sie über Wunden wallen . . .<br />
Oh daß ich deine Augen stählern sähe,<br />
<br />
Und steil den Nacken, kampfbereit und jähe,<br />
Und daß ich dich die feinen Hände ballen,<br />
Die aderblauen, um den Schwertgriff krallen,<br />
Dein Haar im Sonnenwinde fliegen sähe . . .<br />
<br />
So jung und frei in Pracht und Überschäumen<br />
Warst du vor mir an einem einz'gen Tag . . .<br />
Und stehst nun so in allen meinen Träumen.<br />
<br />
Nun deine kranke Liebe ganz erlag,<br />
Seh ich zurück nach diesem Herrscherbäumen,<br />
Daß ich in Armut nicht ertrinken mag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Segnender Abschied</span><br />
<br />
Ich sehne mich nach deiner jungen Nähe,<br />
Und deinen Worten, die so leise fallen<br />
Wie Schleier, wenn sie über Wunden wallen . . .<br />
Oh daß ich deine Augen stählern sähe,<br />
<br />
Und steil den Nacken, kampfbereit und jähe,<br />
Und daß ich dich die feinen Hände ballen,<br />
Die aderblauen, um den Schwertgriff krallen,<br />
Dein Haar im Sonnenwinde fliegen sähe . . .<br />
<br />
So jung und frei in Pracht und Überschäumen<br />
Warst du vor mir an einem einz'gen Tag . . .<br />
Und stehst nun so in allen meinen Träumen.<br />
<br />
Nun deine kranke Liebe ganz erlag,<br />
Seh ich zurück nach diesem Herrscherbäumen,<br />
Daß ich in Armut nicht ertrinken mag.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[O du, der du die blanken Sterne singst . .]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30736</link>
			<pubDate>Mon, 29 Sep 2025 06:11:50 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30736</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">O du, der du die blanken Sterne singst . .<br />
<br />
1.</span><br />
<br />
Als du zuerst mich liebtest, blühten kaum<br />
Die Primeln auf den osterlichen Wiesen.<br />
Der See lag blau, wie seidenglatte Fliesen,<br />
Die weiße Birke stand im ersten Flaum.<br />
<br />
- Nun brennt im Todesfeuer schon der Baum<br />
An meinem Haus, - die feuchten Winde bliesen<br />
Die müden Felder kahl und graue Riesen<br />
Drohn aus den Wolken in den toten Raum . . .<br />
<br />
Der goldne Strom des Sommers will verrinnen<br />
Aus mir, - ein seltsam Gleiten ohne Halten, -<br />
Wie sich ein Abendrot aus Purpurzinnen<br />
<br />
Zerflatternd löst in blasse Spukgestalten . . .<br />
- Naht mir ein Enden? - Grüßt mich ein Beginnen? -<br />
Aus Liebe wurden dunkelnde Gewalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">O du, der du die blanken Sterne singst . .<br />
<br />
1.</span><br />
<br />
Als du zuerst mich liebtest, blühten kaum<br />
Die Primeln auf den osterlichen Wiesen.<br />
Der See lag blau, wie seidenglatte Fliesen,<br />
Die weiße Birke stand im ersten Flaum.<br />
<br />
- Nun brennt im Todesfeuer schon der Baum<br />
An meinem Haus, - die feuchten Winde bliesen<br />
Die müden Felder kahl und graue Riesen<br />
Drohn aus den Wolken in den toten Raum . . .<br />
<br />
Der goldne Strom des Sommers will verrinnen<br />
Aus mir, - ein seltsam Gleiten ohne Halten, -<br />
Wie sich ein Abendrot aus Purpurzinnen<br />
<br />
Zerflatternd löst in blasse Spukgestalten . . .<br />
- Naht mir ein Enden? - Grüßt mich ein Beginnen? -<br />
Aus Liebe wurden dunkelnde Gewalten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Gefährte]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30739</link>
			<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 09:20:33 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30739</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gefährte</span><br />
<br />
Er sprach: "Nicht deiner Glieder prangend Schreiten,<br />
Nicht deiner Lippen heimliches Bekennen,<br />
Zwingt mich so stark, Geliebte dich zu nennen;<br />
Nein, daß um deine Stirn Gedanken gleiten<br />
<br />
Wie wilder Vögel stählern Flügelspreiten<br />
Aus jener Dinge grauendem Erkennen,<br />
Dran Schöpferseelen sich zu Asche brennen, -<br />
Gleich glüh von Hölle und von Seligkeiten!<br />
<br />
So wie der Schein des Feuers auf dem Herde<br />
Mit einer Kette von Rubinen zieht<br />
Den Wandrer in die offne Tür, dem Erde<br />
<br />
Und Luft zu weit geworden, - also flieht<br />
Ein Mensch zu dir, auf daß ihm Heimat werde<br />
Bei der Gezeichneten, die ihn erriet."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gefährte</span><br />
<br />
Er sprach: "Nicht deiner Glieder prangend Schreiten,<br />
Nicht deiner Lippen heimliches Bekennen,<br />
Zwingt mich so stark, Geliebte dich zu nennen;<br />
Nein, daß um deine Stirn Gedanken gleiten<br />
<br />
Wie wilder Vögel stählern Flügelspreiten<br />
Aus jener Dinge grauendem Erkennen,<br />
Dran Schöpferseelen sich zu Asche brennen, -<br />
Gleich glüh von Hölle und von Seligkeiten!<br />
<br />
So wie der Schein des Feuers auf dem Herde<br />
Mit einer Kette von Rubinen zieht<br />
Den Wandrer in die offne Tür, dem Erde<br />
<br />
Und Luft zu weit geworden, - also flieht<br />
Ein Mensch zu dir, auf daß ihm Heimat werde<br />
Bei der Gezeichneten, die ihn erriet."]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Abrechnung]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30738</link>
			<pubDate>Tue, 03 Dec 2024 07:48:08 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30738</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Abrechnung</span><br />
<br />
Ein Wort noch, eh wir gehn für alle Zeiten:<br />
Ich habe dich geliebt als Königin,<br />
Und Kostbarkeiten warf ich lächelnd hin,<br />
Dir niegeträumte Feste zu bereiten.<br />
<br />
Es war ein Reigen wilder Herrlichkeiten,<br />
Ein blindes Schenken, dem Verlust Gewinn -<br />
Und sankst du schwindelnd mir zu Füßen hin,<br />
Ließ ich um dich der Liebe Purpur gleiten.<br />
<br />
Dies war. Du schlugst den Talisman in Scherben. -<br />
Doch, war der Liebe Schöpfermacht gegeben,<br />
So kann dich Haß verdammen und verderben!<br />
<br />
Zertreten wird er dir dein stolzes Leben,<br />
Ein Schatten saugt in deinen Tritt sich ein . .<br />
Nun geh. - Du weißt es jetzt: Du bist nie mehr allein. -]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Abrechnung</span><br />
<br />
Ein Wort noch, eh wir gehn für alle Zeiten:<br />
Ich habe dich geliebt als Königin,<br />
Und Kostbarkeiten warf ich lächelnd hin,<br />
Dir niegeträumte Feste zu bereiten.<br />
<br />
Es war ein Reigen wilder Herrlichkeiten,<br />
Ein blindes Schenken, dem Verlust Gewinn -<br />
Und sankst du schwindelnd mir zu Füßen hin,<br />
Ließ ich um dich der Liebe Purpur gleiten.<br />
<br />
Dies war. Du schlugst den Talisman in Scherben. -<br />
Doch, war der Liebe Schöpfermacht gegeben,<br />
So kann dich Haß verdammen und verderben!<br />
<br />
Zertreten wird er dir dein stolzes Leben,<br />
Ein Schatten saugt in deinen Tritt sich ein . .<br />
Nun geh. - Du weißt es jetzt: Du bist nie mehr allein. -]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ich trog dir dennoch . . .]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30737</link>
			<pubDate>Sun, 01 Dec 2024 10:50:55 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30737</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich trog dir dennoch . . .</span><br />
<br />
Die starken Zähne grubst du knirschend tief<br />
In meiner Schulter marmorkühle Haut . . .<br />
Und ich, von Schmerz geschüttelt, stöhnte laut,<br />
Indeß mein Blut in deine Hände lief . . .<br />
<br />
In deine Hände, zitternd, wie verhalten,<br />
Dann immer rascher rann der dunkle Strahl . . .<br />
Und küssend trankst du meine tiefste Qual<br />
Aus meines Blutes lodernden Gewalten . . .<br />
<br />
Doch ob ich, schwankend zwischen Tod und Leben,<br />
Erstickt in sinnverlorner Küsse Grab,<br />
Dir, wunderschöner Tiger, mich gegeben . . .<br />
<br />
Ob ich mein Haar auch um den Hals dir gab,<br />
Daß es mit seidnen Ketten uns vereinte . . .<br />
- Ich trog dir dennoch. - Ein Erinnern weinte. -]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich trog dir dennoch . . .</span><br />
<br />
Die starken Zähne grubst du knirschend tief<br />
In meiner Schulter marmorkühle Haut . . .<br />
Und ich, von Schmerz geschüttelt, stöhnte laut,<br />
Indeß mein Blut in deine Hände lief . . .<br />
<br />
In deine Hände, zitternd, wie verhalten,<br />
Dann immer rascher rann der dunkle Strahl . . .<br />
Und küssend trankst du meine tiefste Qual<br />
Aus meines Blutes lodernden Gewalten . . .<br />
<br />
Doch ob ich, schwankend zwischen Tod und Leben,<br />
Erstickt in sinnverlorner Küsse Grab,<br />
Dir, wunderschöner Tiger, mich gegeben . . .<br />
<br />
Ob ich mein Haar auch um den Hals dir gab,<br />
Daß es mit seidnen Ketten uns vereinte . . .<br />
- Ich trog dir dennoch. - Ein Erinnern weinte. -]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Spuk im Kriegshafen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30735</link>
			<pubDate>Fri, 29 Nov 2024 09:23:14 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30735</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Spuk im Kriegshafen</span><br />
<br />
Als die Nacht die Töne eingefangen,<br />
Blaue Mondesschatten um die schiefen<br />
Winkeldächer auf dem Marktplatz liefen,<br />
Ist es wunderlich dort zugegangen:<br />
<br />
Eines Lachens bunte Wellen sprangen<br />
Um zwei Kirchen, die verdrossen schliefen,<br />
Durch die spitzgebogten Rathaustiefen,<br />
Bis auch die von Lächeln wiederschwangen . . .<br />
<br />
Und es lächelte die Turmuhrsonne,<br />
Lächelte am Brunnen die Madonne, -<br />
Selbst des Kaisers Rock, den du getragen!<br />
<br />
Alle mußtens staunend weitersagen<br />
Bis zum fernsten Schiff im Werftgerüst:<br />
Daß du mich auf offnem Markt - geküßt!!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Spuk im Kriegshafen</span><br />
<br />
Als die Nacht die Töne eingefangen,<br />
Blaue Mondesschatten um die schiefen<br />
Winkeldächer auf dem Marktplatz liefen,<br />
Ist es wunderlich dort zugegangen:<br />
<br />
Eines Lachens bunte Wellen sprangen<br />
Um zwei Kirchen, die verdrossen schliefen,<br />
Durch die spitzgebogten Rathaustiefen,<br />
Bis auch die von Lächeln wiederschwangen . . .<br />
<br />
Und es lächelte die Turmuhrsonne,<br />
Lächelte am Brunnen die Madonne, -<br />
Selbst des Kaisers Rock, den du getragen!<br />
<br />
Alle mußtens staunend weitersagen<br />
Bis zum fernsten Schiff im Werftgerüst:<br />
Daß du mich auf offnem Markt - geküßt!!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die letzten Kressen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30734</link>
			<pubDate>Wed, 27 Nov 2024 09:54:24 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30734</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die letzten Kressen</span><br />
<br />
Heut brach ich mir am Haus die letzten Kressen,<br />
Die flammend überm grauen Steine hingen. -<br />
Die dünne Luft zerschnitt das feine Singen<br />
Segelnder Flügel. - Düster wie Zypressen<br />
<br />
Fror stumm der Bergwald, - reglos, - unermessen<br />
Ein Wall der Einsamkeit, den zu durchdringen<br />
Die Sehnsucht müde ward . . . Wie spurlos gingen<br />
Die hohen Tage, die ich nie vergessen<br />
<br />
Und nie verwinden kann . . . Von Glück so schwer<br />
Wie Erntezeit mit übervollen Garben,<br />
So quellend reich von glutgetränkten Farben,<br />
<br />
So groß und wechselnd wie ein stürmend Meer . . .<br />
Und welken doch zu tötlichem Verringern<br />
Wie jene Blumen zwischen meinen Fingern. -]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die letzten Kressen</span><br />
<br />
Heut brach ich mir am Haus die letzten Kressen,<br />
Die flammend überm grauen Steine hingen. -<br />
Die dünne Luft zerschnitt das feine Singen<br />
Segelnder Flügel. - Düster wie Zypressen<br />
<br />
Fror stumm der Bergwald, - reglos, - unermessen<br />
Ein Wall der Einsamkeit, den zu durchdringen<br />
Die Sehnsucht müde ward . . . Wie spurlos gingen<br />
Die hohen Tage, die ich nie vergessen<br />
<br />
Und nie verwinden kann . . . Von Glück so schwer<br />
Wie Erntezeit mit übervollen Garben,<br />
So quellend reich von glutgetränkten Farben,<br />
<br />
So groß und wechselnd wie ein stürmend Meer . . .<br />
Und welken doch zu tötlichem Verringern<br />
Wie jene Blumen zwischen meinen Fingern. -]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Dämmerung]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30733</link>
			<pubDate>Mon, 25 Nov 2024 07:29:49 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30733</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Dämmerung</span><br />
<br />
Den Raum erfüllt ein fahles Winterlicht.<br />
Im Feuer glüht noch halb erloschnes Blinken. -<br />
Vor jeden Umriß Abendschatten sinken<br />
Als weiche Schleier, lautlos, matt und dicht.<br />
<br />
Wie sehnt sich meines Denkens Schwergewicht,<br />
Im Meer des Unbewußten zu ertrinken . . .<br />
Im Dämmer geht ein Schwanken, - Wehen, - Winken . . .<br />
Nun seh ich, wie durch Tränen, dein Gesicht . . .<br />
<br />
- Sie sagen, du seist tot. - Welch sinnlos Wort!<br />
Ich atme, - ich, - dein Wille, deine Kraft!<br />
Die Lider hebe! - Nein, gleite nicht fort!<br />
<br />
Sieh, Mund und Haar und Hände, Frauenschaft<br />
Und Geist, sie warten . . . Nichts. - Es dunkelt dort. -<br />
Nacht kommt gezogen, - groß und grauenhaft. -]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Dämmerung</span><br />
<br />
Den Raum erfüllt ein fahles Winterlicht.<br />
Im Feuer glüht noch halb erloschnes Blinken. -<br />
Vor jeden Umriß Abendschatten sinken<br />
Als weiche Schleier, lautlos, matt und dicht.<br />
<br />
Wie sehnt sich meines Denkens Schwergewicht,<br />
Im Meer des Unbewußten zu ertrinken . . .<br />
Im Dämmer geht ein Schwanken, - Wehen, - Winken . . .<br />
Nun seh ich, wie durch Tränen, dein Gesicht . . .<br />
<br />
- Sie sagen, du seist tot. - Welch sinnlos Wort!<br />
Ich atme, - ich, - dein Wille, deine Kraft!<br />
Die Lider hebe! - Nein, gleite nicht fort!<br />
<br />
Sieh, Mund und Haar und Hände, Frauenschaft<br />
Und Geist, sie warten . . . Nichts. - Es dunkelt dort. -<br />
Nacht kommt gezogen, - groß und grauenhaft. -]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die schweren Nächte]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30732</link>
			<pubDate>Sat, 23 Nov 2024 09:33:16 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30732</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die schweren Nächte</span><br />
<br />
Daß ich nicht träumen müßte! - Sind die Schalen<br />
Des wachen Tags nicht schon gerüttelt voll<br />
Von Bitternis . . . Wie grausam höhnend soll,<br />
Was einst uns köstlich war, sich wieder malen,<br />
<br />
Spukhaft verzerrt, zu endelosen Qualen . . .<br />
Denn wie ein Strom, der unterirdisch schwoll<br />
Im Zwang der Mauern, nächtens überquoll<br />
Und mordend ausbricht, - und wie Blut in Strahlen<br />
<br />
Aus offnen Adern stürzt, wenn die Verbände<br />
Sich lösen, - also brechen mir die Wände<br />
Des Willens . . . Trügend öffnet sich das Tor,<br />
<br />
Davor ich bettelnd hungern muß am Tage,<br />
Du hältst mich wieder . . . Bis zu wunder Klage<br />
Erwachend, - ich dich abermals verlor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die schweren Nächte</span><br />
<br />
Daß ich nicht träumen müßte! - Sind die Schalen<br />
Des wachen Tags nicht schon gerüttelt voll<br />
Von Bitternis . . . Wie grausam höhnend soll,<br />
Was einst uns köstlich war, sich wieder malen,<br />
<br />
Spukhaft verzerrt, zu endelosen Qualen . . .<br />
Denn wie ein Strom, der unterirdisch schwoll<br />
Im Zwang der Mauern, nächtens überquoll<br />
Und mordend ausbricht, - und wie Blut in Strahlen<br />
<br />
Aus offnen Adern stürzt, wenn die Verbände<br />
Sich lösen, - also brechen mir die Wände<br />
Des Willens . . . Trügend öffnet sich das Tor,<br />
<br />
Davor ich bettelnd hungern muß am Tage,<br />
Du hältst mich wieder . . . Bis zu wunder Klage<br />
Erwachend, - ich dich abermals verlor.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[1916  Als keine Nachricht kam . . .]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30731</link>
			<pubDate>Tue, 19 Nov 2024 09:11:20 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30731</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1916<br />
<br />
Als keine Nachricht kam . . .</span><br />
<br />
Es ist um mich so seltsam leer geworden . . .<br />
Gespenstisch tönt die wirre Trommelweise . . .<br />
Gedanken hocken scheu davor im Kreise,<br />
Wie sturmverschlagne Vögel aus dem Norden . . .<br />
<br />
Und zwischen grau verhangnen Uferborden<br />
Treibt hin mein Kahn, unhemmbar und so leise,<br />
Als führe Tod die ungewisse Reise<br />
Zu jener Trauer, die fast Ziel geworden.<br />
<br />
Ziel, weil das Leben bricht an ihrem Erze<br />
Nach unvergeßnen, sehnend süßen Lüsten, -<br />
Des hohen Lebens früchteschwere Küsten<br />
<br />
Fernhin verblassen, - namenlosem Schmerze<br />
Ein Sinn nur leuchtet, - gleichwie müde Kerze<br />
In kühler Nacht: Ein Tun, - ein Werk zu rüsten. -]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1916<br />
<br />
Als keine Nachricht kam . . .</span><br />
<br />
Es ist um mich so seltsam leer geworden . . .<br />
Gespenstisch tönt die wirre Trommelweise . . .<br />
Gedanken hocken scheu davor im Kreise,<br />
Wie sturmverschlagne Vögel aus dem Norden . . .<br />
<br />
Und zwischen grau verhangnen Uferborden<br />
Treibt hin mein Kahn, unhemmbar und so leise,<br />
Als führe Tod die ungewisse Reise<br />
Zu jener Trauer, die fast Ziel geworden.<br />
<br />
Ziel, weil das Leben bricht an ihrem Erze<br />
Nach unvergeßnen, sehnend süßen Lüsten, -<br />
Des hohen Lebens früchteschwere Küsten<br />
<br />
Fernhin verblassen, - namenlosem Schmerze<br />
Ein Sinn nur leuchtet, - gleichwie müde Kerze<br />
In kühler Nacht: Ein Tun, - ein Werk zu rüsten. -]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Brief ins Feld]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30730</link>
			<pubDate>Sun, 17 Nov 2024 01:06:02 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30730</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Brief ins Feld<br />
<br />
1.</span><br />
<br />
Will ein Lied mich stets ans Fenster zwingen,<br />
Wenn Soldaten hier vorüber gehen,<br />
Das von Heimat sagt, von Wiedersehen,<br />
Und wie schön im Wald die Vöglein singen . . .<br />
<br />
Täglich kommts heran mit Schall und Klingen,<br />
Bis aus allen Häusern Tücher wehen . . .<br />
- Denk ich: Einer, den ich angesehen,<br />
Mag vielleicht zu dir mein Grüßen bringen . . .<br />
<br />
Und vor jenen, die so tatbereit<br />
Singend unsre ganze Hoffnung tragen,<br />
Schäm' ich mich, dir noch ein Wort zu sagen,<br />
<br />
Über meiner Tage Nichtigkeit . . .<br />
- Fern verhallt Gesang und Trommelschlagen . . .<br />
Und ich lege still den Brief beiseit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Brief ins Feld<br />
<br />
1.</span><br />
<br />
Will ein Lied mich stets ans Fenster zwingen,<br />
Wenn Soldaten hier vorüber gehen,<br />
Das von Heimat sagt, von Wiedersehen,<br />
Und wie schön im Wald die Vöglein singen . . .<br />
<br />
Täglich kommts heran mit Schall und Klingen,<br />
Bis aus allen Häusern Tücher wehen . . .<br />
- Denk ich: Einer, den ich angesehen,<br />
Mag vielleicht zu dir mein Grüßen bringen . . .<br />
<br />
Und vor jenen, die so tatbereit<br />
Singend unsre ganze Hoffnung tragen,<br />
Schäm' ich mich, dir noch ein Wort zu sagen,<br />
<br />
Über meiner Tage Nichtigkeit . . .<br />
- Fern verhallt Gesang und Trommelschlagen . . .<br />
Und ich lege still den Brief beiseit.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Einem verwundeten Freunde]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30729</link>
			<pubDate>Mon, 18 Mar 2024 08:34:10 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30729</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Einem verwundeten Freunde<br />
<br />
1.</span><br />
<br />
Der Eisentritt der todbereiten Scharen<br />
Dröhnt dir im Ohr. - Ich weiß, sie rufen dich<br />
Nun bald zum zweiten Mal, und es verblich<br />
Dir längst, daß unsre Stunden köstlich waren . . .<br />
<br />
Und wie ja Frau'n das bitterste Erfahren<br />
Nur leiden können, batest du auch mich<br />
Nur Eins: Würde zu tragen innerlich. -<br />
Sieh, diesen Glauben will ich dir bewahren!<br />
<br />
Will diese stille Kraft in dich versenken,<br />
Wie in die starke Erde edle Saat!<br />
- Ich seh dich an, - und sinne, dir zu schenken,<br />
<br />
Was mein Besitz an Kostbarkeiten hat . . .<br />
Und werde stumm in trosterfülltem Denken:<br />
Du bist gesegnet! - Dir gehört die Tat.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Einem verwundeten Freunde<br />
<br />
1.</span><br />
<br />
Der Eisentritt der todbereiten Scharen<br />
Dröhnt dir im Ohr. - Ich weiß, sie rufen dich<br />
Nun bald zum zweiten Mal, und es verblich<br />
Dir längst, daß unsre Stunden köstlich waren . . .<br />
<br />
Und wie ja Frau'n das bitterste Erfahren<br />
Nur leiden können, batest du auch mich<br />
Nur Eins: Würde zu tragen innerlich. -<br />
Sieh, diesen Glauben will ich dir bewahren!<br />
<br />
Will diese stille Kraft in dich versenken,<br />
Wie in die starke Erde edle Saat!<br />
- Ich seh dich an, - und sinne, dir zu schenken,<br />
<br />
Was mein Besitz an Kostbarkeiten hat . . .<br />
Und werde stumm in trosterfülltem Denken:<br />
Du bist gesegnet! - Dir gehört die Tat.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>