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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Karl Kraus ]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 13:29:50 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[So brauchst du niemand außer dir zu lieben]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30310</link>
			<pubDate>Sun, 10 Aug 2025 12:11:36 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30310</guid>
			<description><![CDATA[So brauchst du niemand außer dir zu lieben<br />
und liebst doch alle, liebt dich einer so.<br />
Und länger weilt der Augenblick, wo hüben<br />
dein Auge blickt, der Ewigkeiten froh.<br />
<br />
Und Freudenfeuer brannten lichterloh,<br />
als ich aus jenes Zweikampfs Kräftemessen<br />
in deine unbesiegte Ohnmacht floh,<br />
und Wissen sank in seliges Vergessen.<br />
<br />
Sag mir die Landschaft, die dein Auge sah,<br />
da du dir nichts und alles ließt gefallen,<br />
und welcher Himmelskörper war dir nah?<br />
<br />
Und welche Sphäre hörtest du erschallen?<br />
Denn außer dir war nichts zur Liebe da,<br />
und sie war nicht von einem, nur von allen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[So brauchst du niemand außer dir zu lieben<br />
und liebst doch alle, liebt dich einer so.<br />
Und länger weilt der Augenblick, wo hüben<br />
dein Auge blickt, der Ewigkeiten froh.<br />
<br />
Und Freudenfeuer brannten lichterloh,<br />
als ich aus jenes Zweikampfs Kräftemessen<br />
in deine unbesiegte Ohnmacht floh,<br />
und Wissen sank in seliges Vergessen.<br />
<br />
Sag mir die Landschaft, die dein Auge sah,<br />
da du dir nichts und alles ließt gefallen,<br />
und welcher Himmelskörper war dir nah?<br />
<br />
Und welche Sphäre hörtest du erschallen?<br />
Denn außer dir war nichts zur Liebe da,<br />
und sie war nicht von einem, nur von allen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Du bist so sonderbar in eins gefügt]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30309</link>
			<pubDate>Fri, 08 Aug 2025 12:21:26 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30309</guid>
			<description><![CDATA[Du bist so sonderbar in eins gefügt<br />
aus allem, was an allen mir behagte.<br />
Du hast etwas von einer, die belügt,<br />
und von der andern, die die Wahrheit sagte.<br />
<br />
Du hast den Blick, der mir zum Glück genügt,<br />
die Stimme, die es fühlte und nicht sagte;<br />
begrenzt wie die, an die der Wunsch sich wagte,<br />
unendlich an Erfüllung angeschmiegt.<br />
<br />
Die Züge der Besiegten, die besiegt,<br />
sind Spiegel aller Wonne, die mich plagte<br />
und allen Zwistes, der am Herzen nagte,<br />
<br />
und daß ich mich vergnügte und verzagte,<br />
und wie ich im Gewinn Verlust beklagte<br />
von Federleichtem, das ein Leben wiegt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Du bist so sonderbar in eins gefügt<br />
aus allem, was an allen mir behagte.<br />
Du hast etwas von einer, die belügt,<br />
und von der andern, die die Wahrheit sagte.<br />
<br />
Du hast den Blick, der mir zum Glück genügt,<br />
die Stimme, die es fühlte und nicht sagte;<br />
begrenzt wie die, an die der Wunsch sich wagte,<br />
unendlich an Erfüllung angeschmiegt.<br />
<br />
Die Züge der Besiegten, die besiegt,<br />
sind Spiegel aller Wonne, die mich plagte<br />
und allen Zwistes, der am Herzen nagte,<br />
<br />
und daß ich mich vergnügte und verzagte,<br />
und wie ich im Gewinn Verlust beklagte<br />
von Federleichtem, das ein Leben wiegt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Le papillon est mort]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29779</link>
			<pubDate>Wed, 01 May 2024 00:11:11 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Le papillon est mort</span><br />
<br />
Falter der Nacht mit traumentbundnen Schwingen,<br />
wie irrst aus deinem Dunkel du ans Licht!<br />
Und langst nach Lust um größeren Verzicht,<br />
und dieser Taumel wird den Tod dir bringen.<br />
<br />
Starr staunt die Runde. Doch der Retter nicht<br />
ersteht, der aus dem schauerlichen Ringen,<br />
verwirrtem Schwingenschlag und Ampelklingen,<br />
bewahrt dein gottgegebenes Gesicht.<br />
<br />
Noch einmal faltest, Falter, du die Flügel.<br />
Kein Menschenblick mehr bleibt dir zugewandt.<br />
Und diese Lampe ist dein Grabeshügel.<br />
<br />
Doch eine Stimme dringt zu dir empor —<br />
ein Knabenherz, vom Schauspiel übermannt,<br />
ruft bang dir nach: Le papillon est mort!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Le papillon est mort</span><br />
<br />
Falter der Nacht mit traumentbundnen Schwingen,<br />
wie irrst aus deinem Dunkel du ans Licht!<br />
Und langst nach Lust um größeren Verzicht,<br />
und dieser Taumel wird den Tod dir bringen.<br />
<br />
Starr staunt die Runde. Doch der Retter nicht<br />
ersteht, der aus dem schauerlichen Ringen,<br />
verwirrtem Schwingenschlag und Ampelklingen,<br />
bewahrt dein gottgegebenes Gesicht.<br />
<br />
Noch einmal faltest, Falter, du die Flügel.<br />
Kein Menschenblick mehr bleibt dir zugewandt.<br />
Und diese Lampe ist dein Grabeshügel.<br />
<br />
Doch eine Stimme dringt zu dir empor —<br />
ein Knabenherz, vom Schauspiel übermannt,<br />
ruft bang dir nach: Le papillon est mort!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Operette]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29778</link>
			<pubDate>Sat, 27 Apr 2024 10:23:19 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29778</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Operette</span><br />
<br />
Mehr Logik will ich, als die Welt kann fassen;<br />
drum leb ich lieber, wo sie fehlt: im Traum.<br />
Am Tag jedoch wehrt ihr die Welt den Raum<br />
und just den Traum will sie ihr überlassen.<br />
<br />
Heillose Wissenschaft zerrt an dem Saum,<br />
verpöbelnd das Geheimnis vor den Massen,<br />
die dort, wo Zweck ist, kläglich ihn verpassen<br />
und dort, wo Grund ist, ihn berühren kaum.<br />
<br />
Doch jeder weiß, wenn nur zu ahnen wäre,<br />
und jeder wähnt, wenn er zu denken hätte,<br />
und Wahn berechnet, Plan ist im Gebet.<br />
<br />
Das Chaos ohne die Kausalität!<br />
Die Bühne wär’ es, die ich lang entbehre<br />
und die die Welt nicht träumt: die Operette.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Operette</span><br />
<br />
Mehr Logik will ich, als die Welt kann fassen;<br />
drum leb ich lieber, wo sie fehlt: im Traum.<br />
Am Tag jedoch wehrt ihr die Welt den Raum<br />
und just den Traum will sie ihr überlassen.<br />
<br />
Heillose Wissenschaft zerrt an dem Saum,<br />
verpöbelnd das Geheimnis vor den Massen,<br />
die dort, wo Zweck ist, kläglich ihn verpassen<br />
und dort, wo Grund ist, ihn berühren kaum.<br />
<br />
Doch jeder weiß, wenn nur zu ahnen wäre,<br />
und jeder wähnt, wenn er zu denken hätte,<br />
und Wahn berechnet, Plan ist im Gebet.<br />
<br />
Das Chaos ohne die Kausalität!<br />
Die Bühne wär’ es, die ich lang entbehre<br />
und die die Welt nicht träumt: die Operette.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Vergeltung]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29777</link>
			<pubDate>Thu, 25 Apr 2024 10:51:54 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29777</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Vergeltung</span><br />
<br />
Tags dringt es tiefer mir in Aug und Ohr,<br />
als Aug und Ohr tief darin eingedrungen.<br />
So bleibt ein Rest von Leben, der geschlungen<br />
sich bis ins Sinnendickicht mir verlor.<br />
<br />
Ein Irgendwas entrann dem Stimmenchor,<br />
der als Verhängnis meiner Stimme waltet,<br />
Abriß von etwas, das noch ungestaltet,<br />
und stellt sich mir am Tor des Traumes vor.<br />
<br />
Ein Mißgestaltes hat mir mißgeklungen,<br />
daß ich mich nachtwärts dieser Schöpfung schäme,<br />
eh meine müden Sinne ausgerungen.<br />
<br />
Und wie ich in das Schreckbild mich bequeme,<br />
hat ein Geräusch mich in den Schlaf gesungen,<br />
damit an Aug und Ohr es Rache nehme.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Vergeltung</span><br />
<br />
Tags dringt es tiefer mir in Aug und Ohr,<br />
als Aug und Ohr tief darin eingedrungen.<br />
So bleibt ein Rest von Leben, der geschlungen<br />
sich bis ins Sinnendickicht mir verlor.<br />
<br />
Ein Irgendwas entrann dem Stimmenchor,<br />
der als Verhängnis meiner Stimme waltet,<br />
Abriß von etwas, das noch ungestaltet,<br />
und stellt sich mir am Tor des Traumes vor.<br />
<br />
Ein Mißgestaltes hat mir mißgeklungen,<br />
daß ich mich nachtwärts dieser Schöpfung schäme,<br />
eh meine müden Sinne ausgerungen.<br />
<br />
Und wie ich in das Schreckbild mich bequeme,<br />
hat ein Geräusch mich in den Schlaf gesungen,<br />
damit an Aug und Ohr es Rache nehme.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Halbschlaf]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29751</link>
			<pubDate>Sun, 21 Apr 2024 00:48:50 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29751</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Halbschlaf</span><br />
<br />
Bevor ich war und wenn ich nicht mehr bin,<br />
wie war ich da, wie werde ich da sein?<br />
Zuweilen dringen Duft und Rausch und Schein<br />
vom Ende her und von dem Anbeginn.<br />
<br />
Hab’ ich geschlafen? Eben schlaf ich ein,<br />
und nun verwaltet mich ein andrer Sinn,<br />
noch bin ich außerhalb, schon bin ich drin,<br />
noch weiß ich es, und füge mich schon drein.<br />
<br />
Dies Ding dort ruft, als hätt’ ich’s oft geschaut,<br />
und dies da blickt wie ein vertrauter Ton,<br />
und an den Wänden wird es bunt und laut.<br />
<br />
Dort wartet lang’ mein ungeborner Sohn,<br />
hier stellt sich vor die vorbestimmte Braut,<br />
und was ich damals war, das bin ich schon.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Halbschlaf</span><br />
<br />
Bevor ich war und wenn ich nicht mehr bin,<br />
wie war ich da, wie werde ich da sein?<br />
Zuweilen dringen Duft und Rausch und Schein<br />
vom Ende her und von dem Anbeginn.<br />
<br />
Hab’ ich geschlafen? Eben schlaf ich ein,<br />
und nun verwaltet mich ein andrer Sinn,<br />
noch bin ich außerhalb, schon bin ich drin,<br />
noch weiß ich es, und füge mich schon drein.<br />
<br />
Dies Ding dort ruft, als hätt’ ich’s oft geschaut,<br />
und dies da blickt wie ein vertrauter Ton,<br />
und an den Wänden wird es bunt und laut.<br />
<br />
Dort wartet lang’ mein ungeborner Sohn,<br />
hier stellt sich vor die vorbestimmte Braut,<br />
und was ich damals war, das bin ich schon.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Dank]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29776</link>
			<pubDate>Sat, 13 Apr 2024 00:41:22 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29776</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Dank</span><br />
<br />
Was weiß die Welt, wie Weiber sich erwärmen!<br />
Mit seinem Maß nur mag der Mann sie messen,<br />
was drüber ist, verachten und vergessen,<br />
und was darunter, minniglich umschwärmen.<br />
<br />
Moral des Mangels will die Lust verhärmen<br />
und bindet sie an Normen und Intressen;<br />
läßt sie sich ins Prokrustesbett nicht pressen,<br />
fangt jener ob der Größe an zu lärmen.<br />
<br />
O Welt, die niemals zu der Quelle dringt,<br />
durch die sie lebt — an jedem Tage neuer<br />
empfängt der Geist sie und das Werk gelingt!<br />
<br />
Dich Gnadenvolle fühl’ ich ungeheuer,<br />
der meine Seele in Äonen singt.<br />
Ich stürze mich in deine Abenteuer!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Dank</span><br />
<br />
Was weiß die Welt, wie Weiber sich erwärmen!<br />
Mit seinem Maß nur mag der Mann sie messen,<br />
was drüber ist, verachten und vergessen,<br />
und was darunter, minniglich umschwärmen.<br />
<br />
Moral des Mangels will die Lust verhärmen<br />
und bindet sie an Normen und Intressen;<br />
läßt sie sich ins Prokrustesbett nicht pressen,<br />
fangt jener ob der Größe an zu lärmen.<br />
<br />
O Welt, die niemals zu der Quelle dringt,<br />
durch die sie lebt — an jedem Tage neuer<br />
empfängt der Geist sie und das Werk gelingt!<br />
<br />
Dich Gnadenvolle fühl’ ich ungeheuer,<br />
der meine Seele in Äonen singt.<br />
Ich stürze mich in deine Abenteuer!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Einer Geberin]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29749</link>
			<pubDate>Thu, 11 Apr 2024 08:49:50 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29749</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Einer Geberin</span><br />
<br />
So hing dein Herz einst in des Schicksals Schlinge:<br />
Du standest da mit offnen, schönen Händen,<br />
um allem Kindervolk davon zu spenden,<br />
und als sie leer, verlorst du noch die Ringe.<br />
<br />
Die reichre Gabe, welche Götter senden,<br />
wenn Kinder brav, sie selber guter Dinge:<br />
der Schnee begrub den Schmuck. Natur verbringe<br />
in Schönheit sich und seligem Verschwenden!<br />
<br />
So warten wir, bis auch die Zeit verginge.<br />
Dann weist es sich, das Ganze war ein Spiel<br />
und was Verlust schien, ist zuletzt ein Lohn.<br />
<br />
Ich trug ja nur des Anblicks Glück davon.<br />
Doch du gibst viel und so bekommst du viel.<br />
Einst schmilzt der Schnee — da liegen deine Ringe!<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Einer Geberin</span><br />
<br />
So hing dein Herz einst in des Schicksals Schlinge:<br />
Du standest da mit offnen, schönen Händen,<br />
um allem Kindervolk davon zu spenden,<br />
und als sie leer, verlorst du noch die Ringe.<br />
<br />
Die reichre Gabe, welche Götter senden,<br />
wenn Kinder brav, sie selber guter Dinge:<br />
der Schnee begrub den Schmuck. Natur verbringe<br />
in Schönheit sich und seligem Verschwenden!<br />
<br />
So warten wir, bis auch die Zeit verginge.<br />
Dann weist es sich, das Ganze war ein Spiel<br />
und was Verlust schien, ist zuletzt ein Lohn.<br />
<br />
Ich trug ja nur des Anblicks Glück davon.<br />
Doch du gibst viel und so bekommst du viel.<br />
Einst schmilzt der Schnee — da liegen deine Ringe!<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Es werde Licht]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29748</link>
			<pubDate>Sun, 07 Apr 2024 00:22:38 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29748</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Es werde Licht</span><br />
<br />
Bin so viel Jahre schon und Nacht<br />
für Nacht in einem Unterstand gesessen.<br />
Und habe dennoch nicht vergessen,<br />
daß Gott der Herr den Tag gemacht.<br />
<br />
Ihr aber habt geschlafen unterdessen.<br />
Ich aber habe nur gewacht,<br />
und hab’ darüber nachgedacht,<br />
daß ihr geschaffen wurdet, um zu essen.<br />
<br />
Wir werden niemals mehr zusammenkommen,<br />
ich unten, ihr am sichern Herde.<br />
Ich bin verdammt und ihr, ihr seid die Frommen.<br />
<br />
Und steig’ ich auf, und ihr seid auf der Erde,<br />
so bleibt uns die Verständigung genommen.<br />
Ihr lobet Gott; ich weiß, wie Licht es werde.<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Es werde Licht</span><br />
<br />
Bin so viel Jahre schon und Nacht<br />
für Nacht in einem Unterstand gesessen.<br />
Und habe dennoch nicht vergessen,<br />
daß Gott der Herr den Tag gemacht.<br />
<br />
Ihr aber habt geschlafen unterdessen.<br />
Ich aber habe nur gewacht,<br />
und hab’ darüber nachgedacht,<br />
daß ihr geschaffen wurdet, um zu essen.<br />
<br />
Wir werden niemals mehr zusammenkommen,<br />
ich unten, ihr am sichern Herde.<br />
Ich bin verdammt und ihr, ihr seid die Frommen.<br />
<br />
Und steig’ ich auf, und ihr seid auf der Erde,<br />
so bleibt uns die Verständigung genommen.<br />
Ihr lobet Gott; ich weiß, wie Licht es werde.<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Phantasie an eine Entrückte]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29747</link>
			<pubDate>Fri, 05 Apr 2024 00:17:34 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29747</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Phantasie an eine Entrückte</span><br />
<br />
Wie kam’s, daß deine Räusche mich berauschen<br />
und deine süße Ohnmacht mich belebt,<br />
die Kraft sich mir an deiner Schwäche hebt —<br />
ich möcht mit keinem deiner Sieger tauschen!<br />
<br />
Mit Allen bleibt mir meine Lust verwebt<br />
und Aller Liebesschwüren laß mich lauschen,<br />
und wie die Brunnen deiner Gnade rauschen,<br />
zu deiner Allmacht mein Gedanke strebt.<br />
<br />
Nie wird die Zeit mir diese Gluten kühlen,<br />
an fernen Feuern will ich dir erwarmen,<br />
mit dir zu wissen und in dir zu fühlen.<br />
<br />
Nun bin ich du, und du bist das Erbarmen,<br />
und läßt mich in gewesenen Wonnen wühlen.<br />
Und Alle halte ich in deinen Armen!<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Phantasie an eine Entrückte</span><br />
<br />
Wie kam’s, daß deine Räusche mich berauschen<br />
und deine süße Ohnmacht mich belebt,<br />
die Kraft sich mir an deiner Schwäche hebt —<br />
ich möcht mit keinem deiner Sieger tauschen!<br />
<br />
Mit Allen bleibt mir meine Lust verwebt<br />
und Aller Liebesschwüren laß mich lauschen,<br />
und wie die Brunnen deiner Gnade rauschen,<br />
zu deiner Allmacht mein Gedanke strebt.<br />
<br />
Nie wird die Zeit mir diese Gluten kühlen,<br />
an fernen Feuern will ich dir erwarmen,<br />
mit dir zu wissen und in dir zu fühlen.<br />
<br />
Nun bin ich du, und du bist das Erbarmen,<br />
und läßt mich in gewesenen Wonnen wühlen.<br />
Und Alle halte ich in deinen Armen!<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Heldensarg]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29746</link>
			<pubDate>Wed, 03 Apr 2024 08:12:16 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29746</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Heldensarg</span><br />
<br />
Treu bin ich dir bis an und übers Grab!<br />
So sprach ein treuer Mann zum Österreicher.<br />
Dem schmolz das Herz und auch das Hirn ward weicher,<br />
er sprach: So habe alles, was ich hab’!<br />
<br />
Der Bruder nahm und füllte seinen Speicher;<br />
der Bruder leerte seinen, gab und gab.<br />
Der dort gedieh und der hier kam herab.<br />
Blutrot ward jener, dieser bleich und bleicher.<br />
<br />
Da schickt’ er, sich ’mal doch zu revanchieren,<br />
dem toten Bruder einen Heldensarg,<br />
treu dessen idealem Lebenszweck.<br />
<br />
Grenzüber in sein Land wollt’ er ihn führen.<br />
Schwer wog die ird’sche Last. Der Sarg, der barg —<br />
den Toten? Nein, nur seinen letzten Speck.<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Heldensarg</span><br />
<br />
Treu bin ich dir bis an und übers Grab!<br />
So sprach ein treuer Mann zum Österreicher.<br />
Dem schmolz das Herz und auch das Hirn ward weicher,<br />
er sprach: So habe alles, was ich hab’!<br />
<br />
Der Bruder nahm und füllte seinen Speicher;<br />
der Bruder leerte seinen, gab und gab.<br />
Der dort gedieh und der hier kam herab.<br />
Blutrot ward jener, dieser bleich und bleicher.<br />
<br />
Da schickt’ er, sich ’mal doch zu revanchieren,<br />
dem toten Bruder einen Heldensarg,<br />
treu dessen idealem Lebenszweck.<br />
<br />
Grenzüber in sein Land wollt’ er ihn führen.<br />
Schwer wog die ird’sche Last. Der Sarg, der barg —<br />
den Toten? Nein, nur seinen letzten Speck.<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Meinem Franz Janowitz]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29745</link>
			<pubDate>Mon, 01 Apr 2024 03:39:54 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29745</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Meinem Franz Janowitz<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">(getötet am 4. November 1917)</span></span><br />
<br />
Ein Landsknecht du? Vier Jahre deines Seins<br />
hast du dein frühlinghaftes Herz getragen<br />
durch Blut und Kot und alle Pein und Plagen<br />
und wurdest der Millionen Opfer eins?<br />
<br />
Und durftest, was du mußtest, uns nicht sagen<br />
und fühltest Vogelsang des grünen Rains<br />
und lebtest stumm am Rande dieses Scheins<br />
und fromm genug, um ferner nicht zu fragen.<br />
<br />
Und da dein reines Herz erstickt in Kot,<br />
das Mitgefühl der Zeit mußt du entbehren.<br />
Ein treuer Bursch nur stand bei deinem Tod.<br />
<br />
Doch seine Tränen wird die Welt vermehren,<br />
färbt einst nicht Blut mehr, färbt die Scham sie rot.<br />
Bis dahin mag sie ihre Henker ehren!<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Meinem Franz Janowitz<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">(getötet am 4. November 1917)</span></span><br />
<br />
Ein Landsknecht du? Vier Jahre deines Seins<br />
hast du dein frühlinghaftes Herz getragen<br />
durch Blut und Kot und alle Pein und Plagen<br />
und wurdest der Millionen Opfer eins?<br />
<br />
Und durftest, was du mußtest, uns nicht sagen<br />
und fühltest Vogelsang des grünen Rains<br />
und lebtest stumm am Rande dieses Scheins<br />
und fromm genug, um ferner nicht zu fragen.<br />
<br />
Und da dein reines Herz erstickt in Kot,<br />
das Mitgefühl der Zeit mußt du entbehren.<br />
Ein treuer Bursch nur stand bei deinem Tod.<br />
<br />
Doch seine Tränen wird die Welt vermehren,<br />
färbt einst nicht Blut mehr, färbt die Scham sie rot.<br />
Bis dahin mag sie ihre Henker ehren!<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Suchen und Finden]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29750</link>
			<pubDate>Sat, 30 Mar 2024 02:36:30 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29750</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Suchen und Finden</span><br />
<br />
Die Dinge sind schon an der Fläche tief,<br />
du mußt sie nur mit Ehrfurcht sagen.<br />
Willst du dich aber weiter wagen,<br />
so weist sich’s oft, daß dich kein Rätsel rief.<br />
<br />
Beneide nicht, die allen Sinn benagen<br />
und den Gedanken, der da schlief,<br />
eh’ er durch ihre Tageszeiten lief,<br />
gefühllos weckten durch ihr lautes Fragen.<br />
<br />
Sieh das Gewohnte stets zum ersten Mal.<br />
Dann hat sich alles Suchen dir gelohnt,<br />
das Vorgefundne fügt sich deiner Wahl.<br />
<br />
Bleibt nur, was ruht, von deinem Drang verschont,<br />
so wird dir das Entlegene banal,<br />
und neu das Nahe und wie ungewohnt!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Suchen und Finden</span><br />
<br />
Die Dinge sind schon an der Fläche tief,<br />
du mußt sie nur mit Ehrfurcht sagen.<br />
Willst du dich aber weiter wagen,<br />
so weist sich’s oft, daß dich kein Rätsel rief.<br />
<br />
Beneide nicht, die allen Sinn benagen<br />
und den Gedanken, der da schlief,<br />
eh’ er durch ihre Tageszeiten lief,<br />
gefühllos weckten durch ihr lautes Fragen.<br />
<br />
Sieh das Gewohnte stets zum ersten Mal.<br />
Dann hat sich alles Suchen dir gelohnt,<br />
das Vorgefundne fügt sich deiner Wahl.<br />
<br />
Bleibt nur, was ruht, von deinem Drang verschont,<br />
so wird dir das Entlegene banal,<br />
und neu das Nahe und wie ungewohnt!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Zuflucht]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29744</link>
			<pubDate>Thu, 28 Mar 2024 11:02:26 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29744</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zuflucht</span><br />
<br />
Hab’ ich dein Ohr nur, find’ ich schon mein Wort:<br />
wie sollte mir’s dann an Gedanken fehlen?<br />
Von zwei einander zugewandten Seelen<br />
ist meine flüchtig, deine ist der Hort.<br />
<br />
Ich komme aus dem Leben, jenem Ort,<br />
wo sie mit Leidenschaft das Leben quälen<br />
und sich die Menschen zu der Menschheit zählen,<br />
und technisch meistern sie den Tag zum Tort.<br />
<br />
So zwischen Schmach und Schönheit eingesetzt,<br />
rückwärts die Welt und vorwärts einen Garten<br />
ersehend, bleibt die Seele unverletzt.<br />
<br />
Fern zeigt das Leben seine blutigen Scharten,<br />
an mir hat es sich selber wundgehetzt.<br />
Offne dein Ohr, um meines Worts zu warten!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Kraus </span><br />
1874 – 1936<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zuflucht</span><br />
<br />
Hab’ ich dein Ohr nur, find’ ich schon mein Wort:<br />
wie sollte mir’s dann an Gedanken fehlen?<br />
Von zwei einander zugewandten Seelen<br />
ist meine flüchtig, deine ist der Hort.<br />
<br />
Ich komme aus dem Leben, jenem Ort,<br />
wo sie mit Leidenschaft das Leben quälen<br />
und sich die Menschen zu der Menschheit zählen,<br />
und technisch meistern sie den Tag zum Tort.<br />
<br />
So zwischen Schmach und Schönheit eingesetzt,<br />
rückwärts die Welt und vorwärts einen Garten<br />
ersehend, bleibt die Seele unverletzt.<br />
<br />
Fern zeigt das Leben seine blutigen Scharten,<br />
an mir hat es sich selber wundgehetzt.<br />
Offne dein Ohr, um meines Worts zu warten!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
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