<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Isolde Kurz]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Sun, 28 Jun 2026 23:24:55 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Aus "Asphodil": O wandern, wandern, ruheloser Geist!]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31467</link>
			<pubDate>Wed, 25 Dec 2024 07:07:36 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31467</guid>
			<description><![CDATA[Aus "Asphodil": <br />
<br />
<br />
O wandern, wandern, ruheloser Geist!<br />
Noch treibst du mich mit deinem Gram beladen, <br />
Wie da du lebtest, folgst du meinen Pfaden, <br />
Bald froh, bald traurig, doch voll Trost zumeist!<br />
<br />
Wo kann ich sein, daß du nicht bei mir seist?<br />
Vom Gletschereis zu südlichen Gestaden <br />
In welchem Bergsee meine Stirne baden, <br />
Des Spiegel nicht dein bleiches Antlitz weist? <br />
<br />
Vergessen und vergessen sein! das wäre <br />
Der beste Trost, im Sand mich niederstrecken, <br />
Daß über mich des Lebens Strudel rauschen. <br />
<br />
Doch ruh' ich kaum, so scheucht die bange Leere <br />
Mich jäh empor und treibt mich voller Schrecken <br />
Aufs neue meinem bösen Geist zu lauschen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Aus "Asphodil": <br />
<br />
<br />
O wandern, wandern, ruheloser Geist!<br />
Noch treibst du mich mit deinem Gram beladen, <br />
Wie da du lebtest, folgst du meinen Pfaden, <br />
Bald froh, bald traurig, doch voll Trost zumeist!<br />
<br />
Wo kann ich sein, daß du nicht bei mir seist?<br />
Vom Gletschereis zu südlichen Gestaden <br />
In welchem Bergsee meine Stirne baden, <br />
Des Spiegel nicht dein bleiches Antlitz weist? <br />
<br />
Vergessen und vergessen sein! das wäre <br />
Der beste Trost, im Sand mich niederstrecken, <br />
Daß über mich des Lebens Strudel rauschen. <br />
<br />
Doch ruh' ich kaum, so scheucht die bange Leere <br />
Mich jäh empor und treibt mich voller Schrecken <br />
Aufs neue meinem bösen Geist zu lauschen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Als ob ein Geist zwei Leibern sich verbände,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31469</link>
			<pubDate>Sun, 20 Oct 2024 02:03:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31469</guid>
			<description><![CDATA[Als ob ein Geist zwei Leibern sich verbände, <br />
Daß einer mit dem andern nur zerbricht, <br />
So innig ist das Wir, das Liebe spricht, <br />
Da kommt der Tod und löst verschlungne Hände. <br />
<br />
Wie tobt das Herz bei seines Glückes Wende, <br />
Nur in Vernichtung sieht es Trost und Pflicht, <br />
Doch wächst das Gras, der Tag erneut sein Licht, <br />
Das Herz wird still, ja, und vergißt am Ende.<br />
<br />
So war dies Doppelwesen denn ein Schein? <br />
Die Liebe bloß ein Hirngespinst für Thoren? <br />
Ein Ich nur gibt es, bis ans Grab allein? <br />
<br />
Fortan ist jede Hoffnung totgeboren, <br />
Denn was dem Herzen naht ein Heil zu sein, <br />
Gibt es entsegt im voraus schon verloren. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Als ob ein Geist zwei Leibern sich verbände, <br />
Daß einer mit dem andern nur zerbricht, <br />
So innig ist das Wir, das Liebe spricht, <br />
Da kommt der Tod und löst verschlungne Hände. <br />
<br />
Wie tobt das Herz bei seines Glückes Wende, <br />
Nur in Vernichtung sieht es Trost und Pflicht, <br />
Doch wächst das Gras, der Tag erneut sein Licht, <br />
Das Herz wird still, ja, und vergißt am Ende.<br />
<br />
So war dies Doppelwesen denn ein Schein? <br />
Die Liebe bloß ein Hirngespinst für Thoren? <br />
Ein Ich nur gibt es, bis ans Grab allein? <br />
<br />
Fortan ist jede Hoffnung totgeboren, <br />
Denn was dem Herzen naht ein Heil zu sein, <br />
Gibt es entsegt im voraus schon verloren. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aus "Asphodil": O wie ein Ton noch zittert in der Luft]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31466</link>
			<pubDate>Fri, 18 Oct 2024 10:39:50 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31466</guid>
			<description><![CDATA[Aus "Asphodil": <br />
<br />
<br />
O wie ein Ton noch zittert in der Luft,<br />
Wenn schon die Saite sprang, die ihn geboren, <br />
So leb' ich weiter seit ich dich verloren: <br />
Ich atme, wandle noch auf deiner Gruft. <br />
<br />
Noch kann ich geh'n wohin dein Mahnen ruft, <br />
Dem Wege treu, den du und ich erkoren <br />
Doch summt's wie Grabgeläut mir um die Ohren, <br />
Und wo ich bin, umweht mich Moderduft. <br />
<br />
Der Balsam, der aus allem Leben quillt, <br />
Mir frommt er nicht, mich lüstet nur nach Erde, <br />
Nach kühler Erde, die auch dich gestillt. <br />
<br />
Vergebens lockt des Ruhmes goldner Schein, <br />
In dem ich nie mit dir mich sonnen werde <br />
Mein ganzer Ehrgeiz ist, dir gleich zu sein. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Aus "Asphodil": <br />
<br />
<br />
O wie ein Ton noch zittert in der Luft,<br />
Wenn schon die Saite sprang, die ihn geboren, <br />
So leb' ich weiter seit ich dich verloren: <br />
Ich atme, wandle noch auf deiner Gruft. <br />
<br />
Noch kann ich geh'n wohin dein Mahnen ruft, <br />
Dem Wege treu, den du und ich erkoren <br />
Doch summt's wie Grabgeläut mir um die Ohren, <br />
Und wo ich bin, umweht mich Moderduft. <br />
<br />
Der Balsam, der aus allem Leben quillt, <br />
Mir frommt er nicht, mich lüstet nur nach Erde, <br />
Nach kühler Erde, die auch dich gestillt. <br />
<br />
Vergebens lockt des Ruhmes goldner Schein, <br />
In dem ich nie mit dir mich sonnen werde <br />
Mein ganzer Ehrgeiz ist, dir gleich zu sein. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aus "Asphodil": Drei Jahre lang hab' ich um dich gezittert]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31465</link>
			<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 10:35:14 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31465</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aus "Asphodil"</span><br />
<br />
<br />
Drei Jahre lang hab' ich um dich gezittert <br />
Das Glück mit albernem Despotenwitze <br />
Hing überm Haupt mir auf des Schwertes Spitze, <br />
Als mich der Glanz des Freudenmahls umflittert.<br />
<br />
Und jede Süße hat mir Furcht verbittert, <br />
Nur den Verlust empfand ich im Besitze. <br />
Am blauen Himmel ahnt' ich schon die Blitze, <br />
Die jäh des Lebens Krone mir zersplittert. <br />
<br />
Nun bin ich ruhig: mag der Himmel toben <br />
Und unter seinem Grimm die Welt vergeh'n! <br />
Was thut's? Dich weiß ich sicher aufgehoben. <br />
<br />
Mag nun die Seuche ganze Völker mäh'n! <br />
Ich bin gefeit für alle Schreckensproben, <br />
Nachdem ich festen Blicks dein Grab geseh'n. <br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aus "Asphodil"</span><br />
<br />
<br />
Drei Jahre lang hab' ich um dich gezittert <br />
Das Glück mit albernem Despotenwitze <br />
Hing überm Haupt mir auf des Schwertes Spitze, <br />
Als mich der Glanz des Freudenmahls umflittert.<br />
<br />
Und jede Süße hat mir Furcht verbittert, <br />
Nur den Verlust empfand ich im Besitze. <br />
Am blauen Himmel ahnt' ich schon die Blitze, <br />
Die jäh des Lebens Krone mir zersplittert. <br />
<br />
Nun bin ich ruhig: mag der Himmel toben <br />
Und unter seinem Grimm die Welt vergeh'n! <br />
Was thut's? Dich weiß ich sicher aufgehoben. <br />
<br />
Mag nun die Seuche ganze Völker mäh'n! <br />
Ich bin gefeit für alle Schreckensproben, <br />
Nachdem ich festen Blicks dein Grab geseh'n. <br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aus "Asphodil": Zwei Feen traten neben deine Wiege,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31464</link>
			<pubDate>Mon, 14 Oct 2024 10:44:07 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31464</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aus "Asphodil"</span><br />
<br />
Zwei Feen traten neben deine Wiege, <br />
Die eine brachte reichste Segensspenden, <br />
Die andre muß zum Fluch die Gabe wenden: <br />
Verzehr' dich selbst und eignem Trok erliege! <br />
<br />
So schrittst du durch die Welt im steten Kriege, <br />
Indes der Segen quoll von deinen Händen, <br />
Doch wie dir Beifall ward an allen Enden, <br />
Die strenge Stirn entwölkten keine Siege. <br />
<br />
Da fandst du mich und mahntest mich der Märe <br />
Von jener dritten Fee, die Macht besaß, <br />
Daß sie noch einmal Fluch in Segen kehre. <br />
<br />
„Die Liebe sei's, die allen Zwiespalt schlichtet" <br />
Doch eh' in ihrer Hut dein Herz genas, <br />
Hat eine höh're Hand den Streit beschwichtet.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aus "Asphodil"</span><br />
<br />
Zwei Feen traten neben deine Wiege, <br />
Die eine brachte reichste Segensspenden, <br />
Die andre muß zum Fluch die Gabe wenden: <br />
Verzehr' dich selbst und eignem Trok erliege! <br />
<br />
So schrittst du durch die Welt im steten Kriege, <br />
Indes der Segen quoll von deinen Händen, <br />
Doch wie dir Beifall ward an allen Enden, <br />
Die strenge Stirn entwölkten keine Siege. <br />
<br />
Da fandst du mich und mahntest mich der Märe <br />
Von jener dritten Fee, die Macht besaß, <br />
Daß sie noch einmal Fluch in Segen kehre. <br />
<br />
„Die Liebe sei's, die allen Zwiespalt schlichtet" <br />
Doch eh' in ihrer Hut dein Herz genas, <br />
Hat eine höh're Hand den Streit beschwichtet.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aus "Asphodil": Nun bist du Eins mit der Natur,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31463</link>
			<pubDate>Sat, 12 Oct 2024 01:17:55 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31463</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aus "Asphodil"</span><br />
<br />
Nun bist du Eins mit der Natur, es ruht<br />
Der Streit und schnell geheilt find deine Wunden, <br />
Die Mutter hat den Sohn aufs neu gefunden <br />
Und hält den Wildling fest in ihrer Hut. <br />
<br />
Ich fühl' es mit wie sanft der Friede thut, <br />
Vom wirren, wüsten Traumgespinst entbunden, <br />
Ein Hauch von deinem Ruhen und Gesunden <br />
Weht rein und kühl in meiner Schmerzen Glut. <br />
<br />
Ich kann nicht kämpfen, ringen, widerstreben, <br />
Mich bäumen, wo auch du gehorchen mußt, <br />
Auch du dich hilflos schmiegst in Mutterpflege. <br />
<br />
Verzweiflungsmüd, ans Schicksal hingegeben, <br />
Sink' ich der Großen, Starken an die Brust <br />
Und warte, daß sie dir ans Herz mich lege. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aus "Asphodil"</span><br />
<br />
Nun bist du Eins mit der Natur, es ruht<br />
Der Streit und schnell geheilt find deine Wunden, <br />
Die Mutter hat den Sohn aufs neu gefunden <br />
Und hält den Wildling fest in ihrer Hut. <br />
<br />
Ich fühl' es mit wie sanft der Friede thut, <br />
Vom wirren, wüsten Traumgespinst entbunden, <br />
Ein Hauch von deinem Ruhen und Gesunden <br />
Weht rein und kühl in meiner Schmerzen Glut. <br />
<br />
Ich kann nicht kämpfen, ringen, widerstreben, <br />
Mich bäumen, wo auch du gehorchen mußt, <br />
Auch du dich hilflos schmiegst in Mutterpflege. <br />
<br />
Verzweiflungsmüd, ans Schicksal hingegeben, <br />
Sink' ich der Großen, Starken an die Brust <br />
Und warte, daß sie dir ans Herz mich lege. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aus "Asphodil": Mein lieber Schläfer,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31462</link>
			<pubDate>Thu, 10 Oct 2024 11:01:49 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31462</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aus "Asphodil"</span><br />
<br />
Mein lieber Schläfer, wie des Todes Binde <br />
Dich leise deckt, als sei dein Schlaf nicht tief! <br />
Als könnt' ich, wenn ich dich beim Namen rief, <br />
Noch hoffen, daß ich einst die Antwort finde!<br />
<br />
Und welches Bild hat meinem großen Kinde <br />
Den Sinn umgaukelt, bis es fest entschlief? <br />
Das Leben legte seinen Adelsbrief <br />
Aufs Antlitz ihm und schwang sich in die Winde.<br />
<br />
O wohl, gelächelt hast du, Lieb, im Scheiden! <br />
Das meinst du, soll auch mir zum Trost gedeihn? <br />
Muß ich zum erstenmal ein Gut dir neiden?<br />
<br />
War doch dein Kämpfen und dein Wagen mein, <br />
Und willig trug ich alle deine Leiden,<br />
Soll nur dein Friede nicht der meine sein?<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aus "Asphodil"</span><br />
<br />
Mein lieber Schläfer, wie des Todes Binde <br />
Dich leise deckt, als sei dein Schlaf nicht tief! <br />
Als könnt' ich, wenn ich dich beim Namen rief, <br />
Noch hoffen, daß ich einst die Antwort finde!<br />
<br />
Und welches Bild hat meinem großen Kinde <br />
Den Sinn umgaukelt, bis es fest entschlief? <br />
Das Leben legte seinen Adelsbrief <br />
Aufs Antlitz ihm und schwang sich in die Winde.<br />
<br />
O wohl, gelächelt hast du, Lieb, im Scheiden! <br />
Das meinst du, soll auch mir zum Trost gedeihn? <br />
Muß ich zum erstenmal ein Gut dir neiden?<br />
<br />
War doch dein Kämpfen und dein Wagen mein, <br />
Und willig trug ich alle deine Leiden,<br />
Soll nur dein Friede nicht der meine sein?<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aus "Asphodil": Im starren Guß blieb mir die Form erhalten]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31461</link>
			<pubDate>Tue, 08 Oct 2024 10:56:23 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31461</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aus "Asphodil"</span><br />
<br />
Im starren Guß blieb mir die Form erhalten. <br />
So kann ich das entschlafne Haupt umfangen, <br />
Und tastend an den eingesunknen Wangen <br />
Das süße Bild des Lebens nachgestalten. <br />
<br />
Hier ist die Stirn, wo sich Gewölke ballten, <br />
Wie Wetterhimmel war sie schwarz verhangen, <br />
Das tiefe Aug, aus dem die Blige sprangen! <br />
Doch welche Hand verwischte dir die Falten? <br />
<br />
Noch kann ich seh'n, wie du den Mund verzogen, <br />
Als dir der Tod den bittern Trank gereicht, <br />
Doch hast du schnell Genesung draus gesogen, <br />
<br />
Und kündest lächelnd, daß dein Ende leicht. <br />
  Ja, wie dir jedes Frauenherz gewogen, <br />
Ich seh's, hast du die Parze selbst erweicht. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Aus "Asphodil"</span><br />
<br />
Im starren Guß blieb mir die Form erhalten. <br />
So kann ich das entschlafne Haupt umfangen, <br />
Und tastend an den eingesunknen Wangen <br />
Das süße Bild des Lebens nachgestalten. <br />
<br />
Hier ist die Stirn, wo sich Gewölke ballten, <br />
Wie Wetterhimmel war sie schwarz verhangen, <br />
Das tiefe Aug, aus dem die Blige sprangen! <br />
Doch welche Hand verwischte dir die Falten? <br />
<br />
Noch kann ich seh'n, wie du den Mund verzogen, <br />
Als dir der Tod den bittern Trank gereicht, <br />
Doch hast du schnell Genesung draus gesogen, <br />
<br />
Und kündest lächelnd, daß dein Ende leicht. <br />
  Ja, wie dir jedes Frauenherz gewogen, <br />
Ich seh's, hast du die Parze selbst erweicht. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Auf der Totenliste]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31470</link>
			<pubDate>Sun, 06 Oct 2024 07:53:47 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31470</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auf der Totenliste</span><br />
<br />
Die Liste derer die masn eingescharrt,<br />
Gleichgültig Nam' auf Name eingeschrieben.<br />
Der letzte, dessen Lettern feucht geblieben,<br />
Wie heißt der letzte? Ach, das Herz erstarrt.<br />
<br />
Ihr Geister all, die seines Winks geharrt,<br />
Ihr Grazien, die von ihrem Sitz getrieben,<br />
Wo seid ihr? - Diese Orte, diese lieben,<br />
Sind noch durchtränkt von eurer Gegenwart.<br />
<br />
Und muß nicht Erd' und Himmel sich bewegen,<br />
Muß nicht die Zeit im Laufe stille stehn,<br />
Um diese Züge sich ins Herz zu  prägen?<br />
<br />
Vergebens, das Gemeine siegt im Zwiste.<br />
Die Tage rollen hin, was ist geschehen?<br />
Ein Name mehr steht auf der Totenliste.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Auf der Totenliste</span><br />
<br />
Die Liste derer die masn eingescharrt,<br />
Gleichgültig Nam' auf Name eingeschrieben.<br />
Der letzte, dessen Lettern feucht geblieben,<br />
Wie heißt der letzte? Ach, das Herz erstarrt.<br />
<br />
Ihr Geister all, die seines Winks geharrt,<br />
Ihr Grazien, die von ihrem Sitz getrieben,<br />
Wo seid ihr? - Diese Orte, diese lieben,<br />
Sind noch durchtränkt von eurer Gegenwart.<br />
<br />
Und muß nicht Erd' und Himmel sich bewegen,<br />
Muß nicht die Zeit im Laufe stille stehn,<br />
Um diese Züge sich ins Herz zu  prägen?<br />
<br />
Vergebens, das Gemeine siegt im Zwiste.<br />
Die Tage rollen hin, was ist geschehen?<br />
Ein Name mehr steht auf der Totenliste.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Simonetta]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31460</link>
			<pubDate>Wed, 02 Oct 2024 11:47:29 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31460</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Simonetta</span><br />
<br />
Vom Lichte dieses Lebens möcht' ich scheiden,<br />
Ein Leben - andre nennen 's Tod - erlangen,<br />
Doch Tod ist lieblich, seit er sie umfangen,<br />
Daß um das Sterben Götter uns beneiden.<br />
<br />
Ja, Tod ist süß und Süßes will ich meiden,<br />
Nur Bittres such' ich, seit sie heimgegangen <br />
Durch deren Licht die Himmel heller prangen,<br />
Drum will ich dieses Dasein Herbe leiden.<br />
<br />
Von nun an sollen diese Augen weinen,<br />
Von nun an soll dies trübe Herz verzagen<br />
Um seiner schönen Sonne Niedergang.<br />
<br />
Im Trauern soll sich Amor mir vereinen,<br />
Die Grazien und die Musen sollen klagen,<br />
Und wer bleibt kalt bei ihrem Klaggesang?<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Simonetta</span><br />
<br />
Vom Lichte dieses Lebens möcht' ich scheiden,<br />
Ein Leben - andre nennen 's Tod - erlangen,<br />
Doch Tod ist lieblich, seit er sie umfangen,<br />
Daß um das Sterben Götter uns beneiden.<br />
<br />
Ja, Tod ist süß und Süßes will ich meiden,<br />
Nur Bittres such' ich, seit sie heimgegangen <br />
Durch deren Licht die Himmel heller prangen,<br />
Drum will ich dieses Dasein Herbe leiden.<br />
<br />
Von nun an sollen diese Augen weinen,<br />
Von nun an soll dies trübe Herz verzagen<br />
Um seiner schönen Sonne Niedergang.<br />
<br />
Im Trauern soll sich Amor mir vereinen,<br />
Die Grazien und die Musen sollen klagen,<br />
Und wer bleibt kalt bei ihrem Klaggesang?<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An meine Mutter]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31459</link>
			<pubDate>Mon, 19 Aug 2024 09:00:59 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31459</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An meine Mutter</span><br />
<br />
Fort trieb mich 's in die weite Welt zu gehen,<br />
Goldfrüchte sah ich winken an den Zweigen,<br />
Und hatte fortgeschwemmt vom Lebensreigen<br />
Ein Irrlicht mir zum Leitstern ausersehen.<br />
<br />
Ach, manch' ein Trugbild mußt in Rauch verwehen,<br />
Manch' Götterbild von seinem Sockel steigen,<br />
Manch' Aug' mir lügen, manche Lippe schweigen,<br />
Eh' ich die Wildnis sah, in der wir stehen.<br />
<br />
Ein Herz nur schlägt, das Treue nie gebrochen,<br />
Ein Auge weiß ich, das mir nie gelogen,<br />
Nur einen Mund, der Liebes stets gesprochen.<br />
<br />
Da ließ ich heimwärts meine Wimpel fliegen,<br />
Um rückgekehrt von schwanken Lebenswogen<br />
Bei dir im Port vor Anker still zu liegen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Isolde Kurz</span><br />
1853 - 1944<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An meine Mutter</span><br />
<br />
Fort trieb mich 's in die weite Welt zu gehen,<br />
Goldfrüchte sah ich winken an den Zweigen,<br />
Und hatte fortgeschwemmt vom Lebensreigen<br />
Ein Irrlicht mir zum Leitstern ausersehen.<br />
<br />
Ach, manch' ein Trugbild mußt in Rauch verwehen,<br />
Manch' Götterbild von seinem Sockel steigen,<br />
Manch' Aug' mir lügen, manche Lippe schweigen,<br />
Eh' ich die Wildnis sah, in der wir stehen.<br />
<br />
Ein Herz nur schlägt, das Treue nie gebrochen,<br />
Ein Auge weiß ich, das mir nie gelogen,<br />
Nur einen Mund, der Liebes stets gesprochen.<br />
<br />
Da ließ ich heimwärts meine Wimpel fliegen,<br />
Um rückgekehrt von schwanken Lebenswogen<br />
Bei dir im Port vor Anker still zu liegen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>