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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Niklas Müller]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 16:41:59 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Resignation.]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31824</link>
			<pubDate>Wed, 08 Jan 2025 00:51:52 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31824</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Resignation.</span><br />
<br />
Der sonst gepocht in unruhvollem Streben, <br />
Der Busen, ruht: ich will nichts mehr zermalmen <br />
Als zwischen Steinen süße Frucht der Halmen, <br />
Die meinem Fleiß des Ackers Schooß gegeben. <br />
<br />
Den Garten will ich bauen, und daneben <br />
Vor meiner Hütte, unter Friedenspalmen, <br />
Des Abends singen meine Dankespfalmen <br />
Dem, dessen Hand geführt mich durch das Leben. <br />
<br />
So ruhig wie der Lauf der stillen Uhr, <br />
Die Abends auf die müden Arme ziehen, <br />
Und so gerad wie des Gewichtes Schnur,<br />
<br />
Geh ich die Bahn, die mir Natur verliehen. <br />
Nicht will ich mehr verlassen ihre Spur, <br />
Das schwör' ich, liegend hier auf meinen Knieen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Resignation.</span><br />
<br />
Der sonst gepocht in unruhvollem Streben, <br />
Der Busen, ruht: ich will nichts mehr zermalmen <br />
Als zwischen Steinen süße Frucht der Halmen, <br />
Die meinem Fleiß des Ackers Schooß gegeben. <br />
<br />
Den Garten will ich bauen, und daneben <br />
Vor meiner Hütte, unter Friedenspalmen, <br />
Des Abends singen meine Dankespfalmen <br />
Dem, dessen Hand geführt mich durch das Leben. <br />
<br />
So ruhig wie der Lauf der stillen Uhr, <br />
Die Abends auf die müden Arme ziehen, <br />
Und so gerad wie des Gewichtes Schnur,<br />
<br />
Geh ich die Bahn, die mir Natur verliehen. <br />
Nicht will ich mehr verlassen ihre Spur, <br />
Das schwör' ich, liegend hier auf meinen Knieen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Rückkehr zur Natur]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31823</link>
			<pubDate>Wed, 27 Nov 2024 09:59:21 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31823</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Rückkehr zur Natur</span><br />
<br />
Natur, zu dir flieh' ich aus fremdem Schwarme, <br />
Und du bist, ach, so mütterlich gesinnt <br />
Und drückst an's Herz das ungerathne Kind, <br />
Daß es genese von dem tiefen Harme! <br />
<br />
Nicht hofft' ich mehr, daß sich dein Herz erbarme; <br />
Doch wieder, wie vor Zeiten, kosend lind <br />
Mit diesen Zweigen hier, im Abendwind, <br />
Umschlingen mich die langentwöhnten Arme. <br />
<br />
Ich zog von dir und buhlt' um andre Gunst—<br />
 Wie mußt' ich die gebrochne Treue büßen<br />
In tausend schmerzdurchwachten bangen Stunden!<br />
<br />
Ein Labyrinth war mir die Bahn der Kunst, <br />
Mein Durst ward nicht gestillt von den Genüssen, <br />
Bis ich Dich wieder, dich in ihr, gefunden.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Rückkehr zur Natur</span><br />
<br />
Natur, zu dir flieh' ich aus fremdem Schwarme, <br />
Und du bist, ach, so mütterlich gesinnt <br />
Und drückst an's Herz das ungerathne Kind, <br />
Daß es genese von dem tiefen Harme! <br />
<br />
Nicht hofft' ich mehr, daß sich dein Herz erbarme; <br />
Doch wieder, wie vor Zeiten, kosend lind <br />
Mit diesen Zweigen hier, im Abendwind, <br />
Umschlingen mich die langentwöhnten Arme. <br />
<br />
Ich zog von dir und buhlt' um andre Gunst—<br />
 Wie mußt' ich die gebrochne Treue büßen<br />
In tausend schmerzdurchwachten bangen Stunden!<br />
<br />
Ein Labyrinth war mir die Bahn der Kunst, <br />
Mein Durst ward nicht gestillt von den Genüssen, <br />
Bis ich Dich wieder, dich in ihr, gefunden.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Meines Geistes Haus]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31821</link>
			<pubDate>Thu, 21 Nov 2024 09:23:59 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31821</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Meines Geistes Haus</span><br />
<br />
<br />
Ich will euch malen meines Geistes Haus: <br />
Drin ist ein Zimmer, das blickt auf die Gasse: <br />
Doch weil ich wild Getös und Lärmen hasse, <br />
Bin meist ich in dem andern, hintenaus.<br />
<br />
Wohl schau ich oft hinunter auf den Braus; <br />
Doch wenn ich manchmal mich verleiten lasse, <br />
Zu mischen mich in jene bunte Masse, <br />
Erfaßt mich stets ein innrer kalter Graus. <br />
<br />
Viel lieber geh ich durch verborgne Thür, <br />
In meinem Garten Blumen abzupflücken, <br />
Und bringe manchmal einen Strauß herfür. <br />
<br />
Dann werf' ich gern hinunter Blüth' und Blatt; <br />
Und Manchen sah ich schon den Busen schmücken <br />
Mit dem was meine Hand gestreuet hat.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Meines Geistes Haus</span><br />
<br />
<br />
Ich will euch malen meines Geistes Haus: <br />
Drin ist ein Zimmer, das blickt auf die Gasse: <br />
Doch weil ich wild Getös und Lärmen hasse, <br />
Bin meist ich in dem andern, hintenaus.<br />
<br />
Wohl schau ich oft hinunter auf den Braus; <br />
Doch wenn ich manchmal mich verleiten lasse, <br />
Zu mischen mich in jene bunte Masse, <br />
Erfaßt mich stets ein innrer kalter Graus. <br />
<br />
Viel lieber geh ich durch verborgne Thür, <br />
In meinem Garten Blumen abzupflücken, <br />
Und bringe manchmal einen Strauß herfür. <br />
<br />
Dann werf' ich gern hinunter Blüth' und Blatt; <br />
Und Manchen sah ich schon den Busen schmücken <br />
Mit dem was meine Hand gestreuet hat.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Dichter-Revier.]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31820</link>
			<pubDate>Tue, 19 Nov 2024 09:18:55 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31820</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Dichter-Revier.</span><br />
<br />
Zu Hause bin ich in des Waldes Räumen, <br />
Befreundet sind mir Eichen, Buchen, Rüstern, <br />
Mit meiner Seele spricht ihr leises Flüstern; <br />
Auch ahn' ich ihrer Wipfel schwanke Träume. <br />
<br />
Und Abends in die goldnen Wolkensäume <br />
Schwing' ich mich auf, beginnt der Wald zu düstern; <br />
Und bin nach einer Himmelfahrt ich lüstern, <br />
Ergreif' ich kühn der Wolkenrosse Zäume. <br />
<br />
Taucht dann die Sonne in die Fluten nieder, <br />
Kehr' ich zurück auf meinen grünen Rasen; <br />
Doch immer bring' ich mit mir reiche Ernte, <br />
<br />
Die flecht' ich ein in meine bunten Lieder; <br />
Und Manches, das barin die Menschen lasen, <br />
Gefiel nur weil ich es im Himmel lernte. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Dichter-Revier.</span><br />
<br />
Zu Hause bin ich in des Waldes Räumen, <br />
Befreundet sind mir Eichen, Buchen, Rüstern, <br />
Mit meiner Seele spricht ihr leises Flüstern; <br />
Auch ahn' ich ihrer Wipfel schwanke Träume. <br />
<br />
Und Abends in die goldnen Wolkensäume <br />
Schwing' ich mich auf, beginnt der Wald zu düstern; <br />
Und bin nach einer Himmelfahrt ich lüstern, <br />
Ergreif' ich kühn der Wolkenrosse Zäume. <br />
<br />
Taucht dann die Sonne in die Fluten nieder, <br />
Kehr' ich zurück auf meinen grünen Rasen; <br />
Doch immer bring' ich mit mir reiche Ernte, <br />
<br />
Die flecht' ich ein in meine bunten Lieder; <br />
Und Manches, das barin die Menschen lasen, <br />
Gefiel nur weil ich es im Himmel lernte. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Zu zwei Bildnissen desselben.]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31816</link>
			<pubDate>Mon, 11 Nov 2024 00:18:12 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31816</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Müller</span><br />
1809 - 1875<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zu zwei Bildnissen desselben.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">(Gustav Schwab)</span><br />
</span><br />
Du edler Sänger, deines Blickes Strahlen <br />
  Sie leuchten nicht hervor aus diesem Bilde: <br />
  Dein treues Antlitz, voll von Kraft und Milde, <br />
Trägt keinen dieser Züge, solcher schaalen. <br />
<br />
So wollen Manche, die in Hochmuth prahlen <br />
  Und nun gehören zu der Schmäher Gilde, <br />
  Doch Schutz gesucht einst unter deinem Schilde, <br />
Mit falschen Farben deine Seele malen. <br />
<br />
Doch tröste dich! wie Freundeshand getroffen <br />
Dies andre, draus die lieben Züge offen, <br />
  Gleichwie genommen aus dem Spiegel, schauen; <br />
<br />
So darfst du auch dein Inn'res uns vertrauen: <br />
Die Freundschaft taucht den Pinsel in die Wahrheit, <br />
Und malt dein Bild, dann lächelt es in Klarheit.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Müller</span><br />
1809 - 1875<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zu zwei Bildnissen desselben.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">(Gustav Schwab)</span><br />
</span><br />
Du edler Sänger, deines Blickes Strahlen <br />
  Sie leuchten nicht hervor aus diesem Bilde: <br />
  Dein treues Antlitz, voll von Kraft und Milde, <br />
Trägt keinen dieser Züge, solcher schaalen. <br />
<br />
So wollen Manche, die in Hochmuth prahlen <br />
  Und nun gehören zu der Schmäher Gilde, <br />
  Doch Schutz gesucht einst unter deinem Schilde, <br />
Mit falschen Farben deine Seele malen. <br />
<br />
Doch tröste dich! wie Freundeshand getroffen <br />
Dies andre, draus die lieben Züge offen, <br />
  Gleichwie genommen aus dem Spiegel, schauen; <br />
<br />
So darfst du auch dein Inn'res uns vertrauen: <br />
Die Freundschaft taucht den Pinsel in die Wahrheit, <br />
Und malt dein Bild, dann lächelt es in Klarheit.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An Ludwig Uhland]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31815</link>
			<pubDate>Sat, 09 Nov 2024 08:25:14 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31815</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Müller</span><br />
1809 - 1875<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
An Ludwig Uhland.</span><br />
<br />
Du deutscher Eichbaum bliebest unerschüttert, <br />
Ob auch der Wald von Donnerhall erklungen, <br />
Du hast im Sturm ein brausend Lied gesungen, <br />
Vor dem die feigen Seelen sind erzittert. <br />
<br />
Der Sturm ist aus, viel Bäume stehn zersplittert, <br />
  Viel andre deinem Samen sind entsprungen, <br />
  Und haben sich zur Höh' emporgeschwungen, <br />
Du singest noch, ihr Vater, unverwittert. <br />
<br />
Ich bin im Wald, da såuseln deine Lieder<br />
Von alten Heldensagen auf mich nieder,<br />
Vom alten Recht, von Minne holder Frauen.<br />
<br />
Ich bin ein Strauch, und kann nicht ferne schauen, <br />
Doch lispl' ich gern ein Lied im Abendwinde,<br />
Wenn über mir dein Wipfel rauscht gelinde.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Müller</span><br />
1809 - 1875<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
An Ludwig Uhland.</span><br />
<br />
Du deutscher Eichbaum bliebest unerschüttert, <br />
Ob auch der Wald von Donnerhall erklungen, <br />
Du hast im Sturm ein brausend Lied gesungen, <br />
Vor dem die feigen Seelen sind erzittert. <br />
<br />
Der Sturm ist aus, viel Bäume stehn zersplittert, <br />
  Viel andre deinem Samen sind entsprungen, <br />
  Und haben sich zur Höh' emporgeschwungen, <br />
Du singest noch, ihr Vater, unverwittert. <br />
<br />
Ich bin im Wald, da såuseln deine Lieder<br />
Von alten Heldensagen auf mich nieder,<br />
Vom alten Recht, von Minne holder Frauen.<br />
<br />
Ich bin ein Strauch, und kann nicht ferne schauen, <br />
Doch lispl' ich gern ein Lied im Abendwinde,<br />
Wenn über mir dein Wipfel rauscht gelinde.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Gesicht]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31812</link>
			<pubDate>Thu, 07 Nov 2024 10:43:38 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31812</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Müller</span><br />
1809 - 1875<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gesicht</span><br />
<br />
Hin führte mich der Geist auf jenen Hügel,<br />
Den Goldbesonnten, reinen, saphirblauen,<br />
Der sich erhebt auf Edens Blumenauen,<br />
Und vor mir that sich auf des Himmels Riegel.<br />
<br />
Vom Gottgeheimniß lös’te sich das Siegel,<br />
Und mit der Seele wonnevollem Grauen<br />
Durft’ ich die Wunder seiner Liebe schauen.<br />
Auf fing mein Herz das Bild, gleich einem Spiegel.<br />
<br />
Hinausgeführet in des Lebens Dunkel,<br />
Trag’ ich in mir in jugendlicher Blüthe<br />
Des Bildes Strahl, gleich einer hellen Sonne.<br />
<br />
Blick’ ich betrübt in seinen lichten Funkel,<br />
So hellt er auf mein trauerndes Gemüthe<br />
Und füllt mich ganz mit himmelvoller Wonne.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Müller</span><br />
1809 - 1875<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gesicht</span><br />
<br />
Hin führte mich der Geist auf jenen Hügel,<br />
Den Goldbesonnten, reinen, saphirblauen,<br />
Der sich erhebt auf Edens Blumenauen,<br />
Und vor mir that sich auf des Himmels Riegel.<br />
<br />
Vom Gottgeheimniß lös’te sich das Siegel,<br />
Und mit der Seele wonnevollem Grauen<br />
Durft’ ich die Wunder seiner Liebe schauen.<br />
Auf fing mein Herz das Bild, gleich einem Spiegel.<br />
<br />
Hinausgeführet in des Lebens Dunkel,<br />
Trag’ ich in mir in jugendlicher Blüthe<br />
Des Bildes Strahl, gleich einer hellen Sonne.<br />
<br />
Blick’ ich betrübt in seinen lichten Funkel,<br />
So hellt er auf mein trauerndes Gemüthe<br />
Und füllt mich ganz mit himmelvoller Wonne.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Eitle Jagd]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31814</link>
			<pubDate>Tue, 05 Nov 2024 17:39:18 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31814</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Müller</span><br />
1809 - 1875<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eitle Jagd.</span><br />
<br />
Daß er den bunten Schmetterling erhasche, <br />
  Naht sich behutsam ihm der muntre Knabe, <br />
  Befestiget an einem langen Stabe <br />
Die unsichtbare, lichtbeflorte Tasche; <br />
<br />
Doch wird es zeitig noch gewahr der rasche, <br />
  Und schnell sich flüchtend von der füßen Labe <br />
  Schwingt sich der leichtbeschwingte weg vom Grabe <br />
Damit er fern an andern Blumen nasche. <br />
<br />
So hascht das frohe Kind nach lichtem Scheine, <br />
  Und faßt ihn nicht mit seinen kleinen Hånden; <br />
So hascht der Jüngling oft der Wonnen keine. <br />
<br />
Im Alter selbst tappt Mancher noch vergebens <br />
Nach Freuden, die entfliehen und bald enden; <br />
Denn trügend ist der Glanz des Menschenlebens.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Müller</span><br />
1809 - 1875<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eitle Jagd.</span><br />
<br />
Daß er den bunten Schmetterling erhasche, <br />
  Naht sich behutsam ihm der muntre Knabe, <br />
  Befestiget an einem langen Stabe <br />
Die unsichtbare, lichtbeflorte Tasche; <br />
<br />
Doch wird es zeitig noch gewahr der rasche, <br />
  Und schnell sich flüchtend von der füßen Labe <br />
  Schwingt sich der leichtbeschwingte weg vom Grabe <br />
Damit er fern an andern Blumen nasche. <br />
<br />
So hascht das frohe Kind nach lichtem Scheine, <br />
  Und faßt ihn nicht mit seinen kleinen Hånden; <br />
So hascht der Jüngling oft der Wonnen keine. <br />
<br />
Im Alter selbst tappt Mancher noch vergebens <br />
Nach Freuden, die entfliehen und bald enden; <br />
Denn trügend ist der Glanz des Menschenlebens.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das Waldbächlein]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31813</link>
			<pubDate>Sun, 03 Nov 2024 00:26:38 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31813</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Müller</span><br />
1809 - 1875<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Waldbächlein.</span><br />
<br />
Verstohlen singt ein Bächlein ohne Rauschen <br />
In Busches Schatten, froh auf stillen Pfaden; <br />
Es möchte nicht mit brausenden Kaskaden <br />
und stolzen Flüssen seine Stille tauschen.<br />
<br />
Es will sich nicht mit Lust der Welt berauschen, <br />
  Hier bleibt es ungetrübt, wird nicht beladen <br />
  Mit fremder Last, in seinen Wellen baden <br />
Nur Vöglein, Blumen seinem Sange lauschen. <br />
<br />
Jüngst kam ich müd an jene liebe Stelle, <br />
Wo es in Seelenruhe fließt hernieder, <br />
  Es labte meine Kehle, meine Glieder; <br />
<br />
Da wünscht' ich mir, zu werden eine Quelle, <br />
Vereint mit ihm (könnt' ich ihm nur gefallen) <br />
In Zwiegespräch das Thal hindurch zu wallen.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Müller</span><br />
1809 - 1875<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Waldbächlein.</span><br />
<br />
Verstohlen singt ein Bächlein ohne Rauschen <br />
In Busches Schatten, froh auf stillen Pfaden; <br />
Es möchte nicht mit brausenden Kaskaden <br />
und stolzen Flüssen seine Stille tauschen.<br />
<br />
Es will sich nicht mit Lust der Welt berauschen, <br />
  Hier bleibt es ungetrübt, wird nicht beladen <br />
  Mit fremder Last, in seinen Wellen baden <br />
Nur Vöglein, Blumen seinem Sange lauschen. <br />
<br />
Jüngst kam ich müd an jene liebe Stelle, <br />
Wo es in Seelenruhe fließt hernieder, <br />
  Es labte meine Kehle, meine Glieder; <br />
<br />
Da wünscht' ich mir, zu werden eine Quelle, <br />
Vereint mit ihm (könnt' ich ihm nur gefallen) <br />
In Zwiegespräch das Thal hindurch zu wallen.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[,,So nett."]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31822</link>
			<pubDate>Wed, 30 Oct 2024 11:58:16 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31822</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">,,So nett."</span><br />
<br />
„So nett ist manches Lied, das du gedichtet, <br />
Und doch nennst du kein einziges: Sonett," <br />
So sagte mir mein Liebchen hold kokett, <br />
Als über meine Lieder sie berichtet. <br />
<br />
Jch sprach: Mein Lieb, ich habe drauf verzichtet,<br />
Wie Andere zu schreiben:, Ein Sonett," <br />
Mit Lettern oben drüber, groß und fett, <br />
Eh noch der Sinn darüber hat gerichtet. <br />
<br />
Warum auch sollt' ich selber etwas nennen, <br />
Das süßer mir aus deinem Munde tönt? <br />
Die Leser werden dennoch es erkennen.“- <br />
<br />
Daß ein Gedenken mir dieselben blieben, <br />
Wie mir das Liebchen Alles gern verschönt, <br />
Hab' ich „So nett" die Zeilen überschrieben. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">,,So nett."</span><br />
<br />
„So nett ist manches Lied, das du gedichtet, <br />
Und doch nennst du kein einziges: Sonett," <br />
So sagte mir mein Liebchen hold kokett, <br />
Als über meine Lieder sie berichtet. <br />
<br />
Jch sprach: Mein Lieb, ich habe drauf verzichtet,<br />
Wie Andere zu schreiben:, Ein Sonett," <br />
Mit Lettern oben drüber, groß und fett, <br />
Eh noch der Sinn darüber hat gerichtet. <br />
<br />
Warum auch sollt' ich selber etwas nennen, <br />
Das süßer mir aus deinem Munde tönt? <br />
Die Leser werden dennoch es erkennen.“- <br />
<br />
Daß ein Gedenken mir dieselben blieben, <br />
Wie mir das Liebchen Alles gern verschönt, <br />
Hab' ich „So nett" die Zeilen überschrieben. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Meine Lieder.]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31819</link>
			<pubDate>Mon, 28 Oct 2024 09:33:48 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31819</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Meine Lieder.</span><br />
<br />
Meiner Lieder liebste Melodieen <br />
Kamen wie aus Quellen mir geflossen, <br />
Haben sich wie Blumen mir erschlossen, <br />
Sind mir ohne Mühe leicht gediehen. <br />
<br />
Wie die Wolken an dem Himmel ziehen, <br />
Stets sich wandelnd— jetzo gleichend Rossen, <br />
Jetzo Lämmern, jetzo Kriegsgeschossen,<br />
Endlich lösend sich in Harmonieen<br />
<br />
Zog die Welt vorbei an mir in Bildern, <br />
Als im Geist ich in die Tiefe schaute; <br />
Und manchmal gelang mir, Eins zu fassen.<br />
<br />
Doch in einem einz'gen Bild zu schildern <br />
Diesen Riesenzug, ich nicht getraute: <br />
Einem Größern muß ich's überlassen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Meine Lieder.</span><br />
<br />
Meiner Lieder liebste Melodieen <br />
Kamen wie aus Quellen mir geflossen, <br />
Haben sich wie Blumen mir erschlossen, <br />
Sind mir ohne Mühe leicht gediehen. <br />
<br />
Wie die Wolken an dem Himmel ziehen, <br />
Stets sich wandelnd— jetzo gleichend Rossen, <br />
Jetzo Lämmern, jetzo Kriegsgeschossen,<br />
Endlich lösend sich in Harmonieen<br />
<br />
Zog die Welt vorbei an mir in Bildern, <br />
Als im Geist ich in die Tiefe schaute; <br />
Und manchmal gelang mir, Eins zu fassen.<br />
<br />
Doch in einem einz'gen Bild zu schildern <br />
Diesen Riesenzug, ich nicht getraute: <br />
Einem Größern muß ich's überlassen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>