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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Deutsche Sonette in fremden Zungen]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 14:53:24 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[ZaunköniG: HBF 2]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=3630</link>
			<pubDate>Thu, 04 Feb 2016 08:36:30 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=3630</guid>
			<description><![CDATA[und ebenfalls von Flora verenglischt, gleich das zweite hinterher:<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">HBF<br />
<br />
2</span><br />
 <br />
Wie tote Blätter treiben draußen Krähen,<br />
sind bei der nächsten Zugeinfahrt zerstoben.<br />
Wenn an der Bahnsteigkante Kinder toben<br />
gefriert sein Herz. - Er kann sowas nicht sehen. -<br />
<br />
Noch immer nicht - Die früheren Kollegen<br />
schau'n gerne mal vorbei auf einen Schwatz.<br />
Anfängliche Betroffenheit hat Platz<br />
gemacht für Smalltalk. Nichts hilft besser gegen<br />
<br />
die ewige Erinnerung: Ein Schatten -<br />
ein dumpfer Schlag - verfolgen ihn ins Grab.<br />
Nur die, die einen vor der Scheibe hatten<br />
<br />
seh'n hinter sein Gesicht - und sie verstehen.<br />
Und wieder landet dieser Pulk von Krähen;<br />
Sie setzen sich am kalten Bahnsteig ab.<br />
<br />
 <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2</span><br />
<br />
Imagine. Like dead leaves, crows glide by outside<br />
shooed away fast when the next train arrives.<br />
At the platform edges kids risk their lives.<br />
He can’t bear it. His heart is gaping wide.<br />
<br />
It hasn’t stopped – the former fellows come by<br />
to chitter-chatter and say: Hi! The first<br />
consternation gave way to a deep burst<br />
of laughter. That helps to forget the sigh<br />
<br />
of memory: a shadow – a hollow<br />
hit will creep into his grave with him. Just<br />
those that stood in the same place can follow<br />
<br />
behind his blank white windshieldface - and know.<br />
Again you see the cluster the crows show<br />
up and take their places on the platforms dust.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[und ebenfalls von Flora verenglischt, gleich das zweite hinterher:<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">HBF<br />
<br />
2</span><br />
 <br />
Wie tote Blätter treiben draußen Krähen,<br />
sind bei der nächsten Zugeinfahrt zerstoben.<br />
Wenn an der Bahnsteigkante Kinder toben<br />
gefriert sein Herz. - Er kann sowas nicht sehen. -<br />
<br />
Noch immer nicht - Die früheren Kollegen<br />
schau'n gerne mal vorbei auf einen Schwatz.<br />
Anfängliche Betroffenheit hat Platz<br />
gemacht für Smalltalk. Nichts hilft besser gegen<br />
<br />
die ewige Erinnerung: Ein Schatten -<br />
ein dumpfer Schlag - verfolgen ihn ins Grab.<br />
Nur die, die einen vor der Scheibe hatten<br />
<br />
seh'n hinter sein Gesicht - und sie verstehen.<br />
Und wieder landet dieser Pulk von Krähen;<br />
Sie setzen sich am kalten Bahnsteig ab.<br />
<br />
 <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2</span><br />
<br />
Imagine. Like dead leaves, crows glide by outside<br />
shooed away fast when the next train arrives.<br />
At the platform edges kids risk their lives.<br />
He can’t bear it. His heart is gaping wide.<br />
<br />
It hasn’t stopped – the former fellows come by<br />
to chitter-chatter and say: Hi! The first<br />
consternation gave way to a deep burst<br />
of laughter. That helps to forget the sigh<br />
<br />
of memory: a shadow – a hollow<br />
hit will creep into his grave with him. Just<br />
those that stood in the same place can follow<br />
<br />
behind his blank white windshieldface - and know.<br />
Again you see the cluster the crows show<br />
up and take their places on the platforms dust.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[ZaunköniG: HBF 1]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=3627</link>
			<pubDate>Tue, 02 Feb 2016 10:45:45 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=3627</guid>
			<description><![CDATA[Schon vor einiger Zeit hat "Flora" aus dem Blauen Salon mein Sonett ins Englische übertragen. Das Ergebnis ist zu gut um es hier zu unterschlagen:<br />
<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">HBF<br />
<br />
1 - Gebäudereiniger</span><br />
<br />
Flecken auf der neuen Glasfassade<br />
von Vogelkot und fetten Bratwurstfingern.<br />
Dahinter schweift der Blick den jungen Dingern<br />
ins Dekolleté... - Ein Wisch - und weg... Gerade<br />
<br />
kam wieder dieses Bild: Ein Lichtreflex<br />
und eine Silhouette an der Scheibe, -<br />
die Schliere, der verschmierte Majo-Klecks -<br />
sieht der nicht auch genauso aus? Beileibe!<br />
<br />
es ist o.k. wenn er heut Scheiben putzt.<br />
Er steigt nie wieder in den Führerstand.<br />
Die Fragen "Warum ich" und "Wem es nutzt"<br />
sind ohne Antwort abgehakt. Die Hand<br />
wischt schnell die Geister fort. Nichts mehr zu sehen.<br />
Wie tote Blätter treiben draußen Krähen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Main station<br />
<br />
I - cleaner </span><br />
<br />
Big blotches from birds droppings and greasy <br />
hotdogfingers on the buildings glass faces.<br />
Through those he glares at the sweet chicks laces<br />
plunging necklines … one wipe – whoosh it’s gone … Easy!<br />
<br />
The image returns: a reflecting light<br />
and a slim silhouette on the front screen <br />
a flow mark, a smear, a smudged mayo blob – might<br />
it not look the same? No way! He‘s so keen <br />
<br />
on cleaning the windowpanes – he minds his<br />
business – never to step into the stand<br />
again. „Why me“ and even „What for“ is <br />
ticked off without knowing an answer. His hand<br />
wipes away all the ghosts. Nowhere to hide<br />
it’s sound. Like dead leaves, crows glide by outside.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Schon vor einiger Zeit hat "Flora" aus dem Blauen Salon mein Sonett ins Englische übertragen. Das Ergebnis ist zu gut um es hier zu unterschlagen:<br />
<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">HBF<br />
<br />
1 - Gebäudereiniger</span><br />
<br />
Flecken auf der neuen Glasfassade<br />
von Vogelkot und fetten Bratwurstfingern.<br />
Dahinter schweift der Blick den jungen Dingern<br />
ins Dekolleté... - Ein Wisch - und weg... Gerade<br />
<br />
kam wieder dieses Bild: Ein Lichtreflex<br />
und eine Silhouette an der Scheibe, -<br />
die Schliere, der verschmierte Majo-Klecks -<br />
sieht der nicht auch genauso aus? Beileibe!<br />
<br />
es ist o.k. wenn er heut Scheiben putzt.<br />
Er steigt nie wieder in den Führerstand.<br />
Die Fragen "Warum ich" und "Wem es nutzt"<br />
sind ohne Antwort abgehakt. Die Hand<br />
wischt schnell die Geister fort. Nichts mehr zu sehen.<br />
Wie tote Blätter treiben draußen Krähen.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Main station<br />
<br />
I - cleaner </span><br />
<br />
Big blotches from birds droppings and greasy <br />
hotdogfingers on the buildings glass faces.<br />
Through those he glares at the sweet chicks laces<br />
plunging necklines … one wipe – whoosh it’s gone … Easy!<br />
<br />
The image returns: a reflecting light<br />
and a slim silhouette on the front screen <br />
a flow mark, a smear, a smudged mayo blob – might<br />
it not look the same? No way! He‘s so keen <br />
<br />
on cleaning the windowpanes – he minds his<br />
business – never to step into the stand<br />
again. „Why me“ and even „What for“ is <br />
ticked off without knowing an answer. His hand<br />
wipes away all the ghosts. Nowhere to hide<br />
it’s sound. Like dead leaves, crows glide by outside.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[ZaunköniG: Gläserrücken op Platt]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=2151</link>
			<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 13:08:25 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=2151</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gläserrücken</span><br />
<br />
Wir aßen und tranken als du (hochnotpeinlich!)<br />
mein Wasserglas (oder war's Tee?) mitbenutztest<br />
und grade das Glas angesetzt, schreckend stutztest,<br />
du aufstandest und mir, im Übermaß reinlich,<br />
<br />
mein Trinkgefäß gleich wieder sorgfältig putztest.<br />
Ich sagte noch etwas; Ich weiß nicht - wahrscheinlich:<br />
"Ich bin in dem Punkt nicht so fürchterlich kleinlich."<br />
und wünschte mir nur, daß du mich so beschmutztest.<br />
<br />
Doch heute, ich glaub es kaum, nun nimmst du endlich<br />
mein Weinglas und nippst dran; ich staune und gucke:<br />
Der Wechsel der Gläser ist offen erkenntlich!<br />
<br />
Da nimmst du, weil's schmeckt, dir nochmal ein, zwei Schlucke<br />
und hältst es inzwischen für ganz selbstverständlich.<br />
Und ich? Ich berausch mich am Wein - und an Spucke.<br />
<br />
<br />
Es ist zwar keine Fremdsprache in dem Sinne, aber ich möchte für einen einzelnen Beitrag auch noch keine neue Rubrik aufmachen.<br />
Nun also ein Niederdeutscher Versuch:<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Glöösruecken</span><br />
<br />
We hebben good eeten, as du (bannich plump)<br />
mien Waterglass (or hev ik Tee hevt?) hev brukst,<br />
un just so det Glass anjesetzt, wuppdi guckst,<br />
un du afstandst un mi nu in Overmaat stump<br />
<br />
stantepee dussen Beeker mi akkeraat pützt.<br />
Ik hev even noch sacht; Ik wees necht, ik glövt<br />
inner Aart wer "Ik haar de Lapalie net prövt"<br />
un hev bi mi wünsk det du mi ma beschmützt.<br />
<br />
Aver hüt, neij tau glöven, du nimmst vun mi wien<br />
erst een Sluckje, ik keek follig baff um mi her:<br />
Det kunn doch nu keen Sluderee noitnich sien.<br />
Da nimmst du, wiel's smeckt nochmaal twee Slucke mihr<br />
<br />
un di ducht et ooch follig normaal, as ik seh...<br />
Un ik? bin betüddelt vun wien un vun Spee.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gläserrücken</span><br />
<br />
Wir aßen und tranken als du (hochnotpeinlich!)<br />
mein Wasserglas (oder war's Tee?) mitbenutztest<br />
und grade das Glas angesetzt, schreckend stutztest,<br />
du aufstandest und mir, im Übermaß reinlich,<br />
<br />
mein Trinkgefäß gleich wieder sorgfältig putztest.<br />
Ich sagte noch etwas; Ich weiß nicht - wahrscheinlich:<br />
"Ich bin in dem Punkt nicht so fürchterlich kleinlich."<br />
und wünschte mir nur, daß du mich so beschmutztest.<br />
<br />
Doch heute, ich glaub es kaum, nun nimmst du endlich<br />
mein Weinglas und nippst dran; ich staune und gucke:<br />
Der Wechsel der Gläser ist offen erkenntlich!<br />
<br />
Da nimmst du, weil's schmeckt, dir nochmal ein, zwei Schlucke<br />
und hältst es inzwischen für ganz selbstverständlich.<br />
Und ich? Ich berausch mich am Wein - und an Spucke.<br />
<br />
<br />
Es ist zwar keine Fremdsprache in dem Sinne, aber ich möchte für einen einzelnen Beitrag auch noch keine neue Rubrik aufmachen.<br />
Nun also ein Niederdeutscher Versuch:<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Glöösruecken</span><br />
<br />
We hebben good eeten, as du (bannich plump)<br />
mien Waterglass (or hev ik Tee hevt?) hev brukst,<br />
un just so det Glass anjesetzt, wuppdi guckst,<br />
un du afstandst un mi nu in Overmaat stump<br />
<br />
stantepee dussen Beeker mi akkeraat pützt.<br />
Ik hev even noch sacht; Ik wees necht, ik glövt<br />
inner Aart wer "Ik haar de Lapalie net prövt"<br />
un hev bi mi wünsk det du mi ma beschmützt.<br />
<br />
Aver hüt, neij tau glöven, du nimmst vun mi wien<br />
erst een Sluckje, ik keek follig baff um mi her:<br />
Det kunn doch nu keen Sluderee noitnich sien.<br />
Da nimmst du, wiel's smeckt nochmaal twee Slucke mihr<br />
<br />
un di ducht et ooch follig normaal, as ik seh...<br />
Un ik? bin betüddelt vun wien un vun Spee.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Santor: Weg]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=1948</link>
			<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 02:49:10 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=125">Santor</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=1948</guid>
			<description><![CDATA[<span style="color: #C71585;" class="mycode_color">ausgegliedert aus "And were I but a dot"</span><br />
<br />
Hallo ZaunköniG,<br />
nochmals danke für Deine Bemühungen!<br />
Selbst auf die Gefahr hin als I-Tüpfel-Reiter zu gelten: Bzgl. "the minute moment": also das kann - auch nach Rücksprache ihm Englischen Forum - durchaus synonym zu "the very moment", also "genau in dem Moment" gelesen werden - die textliche "Minute" schwebt also quasi über dem Augenblick.<br />
Wenn Du mit "Übersetzt Du eigentlich auch in die Gegenrichtung?" meinst, ob ich von Deutsch nach Englisch übersetze (da ich ja das gegenständliche Sonett in Englisch geschrieben habe und vorhabe es ins Deutsche zu übersetzen), eigentlich (noch) nicht - das ist noch einen Grad schwieriger. Aber ich habe den Versuch mit einem deutschen Sonett von mir schon einmal unternommen, hier die beiden Sprach-Versionen:<br />
<br />
<br />
Weg<br />
<br />
Wir halten still und haben keine Hände<br />
dies Sein zu greifen, das sich uns entzieht.<br />
Wir ahnen kaum, was ist und was geschieht,<br />
wir sind, nicht mehr; ein Suchen ohne Ende.<br />
<br />
Und um uns nichts als spiegelndes Gelände,<br />
ein Bild, das, kommt man näher, ewig flieht,<br />
denn das, was uns im Kern gestaltet, sieht<br />
doch immer wieder fleischbestimmte Wände.<br />
<br />
Ich bin was war und werde wieder gehen<br />
und nur ein Du erschafft Beständigkeit<br />
für einen Blick, den wir einander teilen.<br />
<br />
Die Dämmerung am Rand des Morgens sehen,<br />
einmal auf diesem Weg in dieser Zeit<br />
und dann mit Dir dort staunend, stumm verweilen.<br />
<br />
Path<br />
<br />
We’re holding still and do not have a hand<br />
to grab this being, that eludes our mind.<br />
What is, what happens: that we will not find.<br />
We are, no more: a search that has no end.<br />
<br />
And all around us a reflecting band,<br />
an ever  fleeing image, far behind.<br />
Because what shapes us  in the heart, is blind<br />
and sees but flesh and blood created land.<br />
<br />
I am, what was, already getting dim.<br />
A You alone creates me in your eye<br />
while sharing just one glance without a flaw.<br />
<br />
To see just once the dawn at Morning’s rim<br />
while on this path and in this moment’s sigh,<br />
to stay with you there silently, in awe.<br />
<br />
Leider habe ich mich zum Zeitpunkt der Übersetzung noch nicht dahingehend informiert gehabt, dass im Englischen die Shakespeare Form des Sonnettes üblicher ist - daher ist es auch Petrarca.<br />
<br />
<br />
Lg Santor]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="color: #C71585;" class="mycode_color">ausgegliedert aus "And were I but a dot"</span><br />
<br />
Hallo ZaunköniG,<br />
nochmals danke für Deine Bemühungen!<br />
Selbst auf die Gefahr hin als I-Tüpfel-Reiter zu gelten: Bzgl. "the minute moment": also das kann - auch nach Rücksprache ihm Englischen Forum - durchaus synonym zu "the very moment", also "genau in dem Moment" gelesen werden - die textliche "Minute" schwebt also quasi über dem Augenblick.<br />
Wenn Du mit "Übersetzt Du eigentlich auch in die Gegenrichtung?" meinst, ob ich von Deutsch nach Englisch übersetze (da ich ja das gegenständliche Sonett in Englisch geschrieben habe und vorhabe es ins Deutsche zu übersetzen), eigentlich (noch) nicht - das ist noch einen Grad schwieriger. Aber ich habe den Versuch mit einem deutschen Sonett von mir schon einmal unternommen, hier die beiden Sprach-Versionen:<br />
<br />
<br />
Weg<br />
<br />
Wir halten still und haben keine Hände<br />
dies Sein zu greifen, das sich uns entzieht.<br />
Wir ahnen kaum, was ist und was geschieht,<br />
wir sind, nicht mehr; ein Suchen ohne Ende.<br />
<br />
Und um uns nichts als spiegelndes Gelände,<br />
ein Bild, das, kommt man näher, ewig flieht,<br />
denn das, was uns im Kern gestaltet, sieht<br />
doch immer wieder fleischbestimmte Wände.<br />
<br />
Ich bin was war und werde wieder gehen<br />
und nur ein Du erschafft Beständigkeit<br />
für einen Blick, den wir einander teilen.<br />
<br />
Die Dämmerung am Rand des Morgens sehen,<br />
einmal auf diesem Weg in dieser Zeit<br />
und dann mit Dir dort staunend, stumm verweilen.<br />
<br />
Path<br />
<br />
We’re holding still and do not have a hand<br />
to grab this being, that eludes our mind.<br />
What is, what happens: that we will not find.<br />
We are, no more: a search that has no end.<br />
<br />
And all around us a reflecting band,<br />
an ever  fleeing image, far behind.<br />
Because what shapes us  in the heart, is blind<br />
and sees but flesh and blood created land.<br />
<br />
I am, what was, already getting dim.<br />
A You alone creates me in your eye<br />
while sharing just one glance without a flaw.<br />
<br />
To see just once the dawn at Morning’s rim<br />
while on this path and in this moment’s sigh,<br />
to stay with you there silently, in awe.<br />
<br />
Leider habe ich mich zum Zeitpunkt der Übersetzung noch nicht dahingehend informiert gehabt, dass im Englischen die Shakespeare Form des Sonnettes üblicher ist - daher ist es auch Petrarca.<br />
<br />
<br />
Lg Santor]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[ZaunköniG: Gläserrücken]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=1831</link>
			<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 11:10:14 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=1831</guid>
			<description><![CDATA[und damit Rilke hier nicht zu lange allein bleibt stelle ich mal eine Selbstübersetzung ein:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gläserrücken</span><br />
<br />
Wir aßen und tranken als du (hochnotpeinlich!)<br />
mein Wasserglas (oder war's Tee?) mitbenutztest<br />
und grade das Glas angesetzt, schreckend stutztest,<br />
du aufstandest und mir, im Übermaß reinlich,<br />
<br />
mein Trinkgefäß gleich wieder sorgfältig putztest.<br />
Ich sagte noch etwas; Ich weiß nicht - wahrscheinlich:<br />
"Ich bin in dem Punkt nicht so fürchterlich kleinlich."<br />
und wünschte mir nur, daß du mich so beschmutztest.<br />
<br />
Doch heute, ich glaub es kaum, nun nimmst du endlich<br />
mein Weinglas und nippst dran; ich staune und gucke:<br />
Der Wechsel der Gläser ist offen erkenntlich!<br />
<br />
Da nimmst du, weil's schmeckt, dir nochmal ein, zwei Schlucke<br />
und hältst es inzwischen für ganz selbstverständlich.<br />
Und ich? Ich berausch mich am Wein - und an Spucke.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Changing Glasses</span><br />
<br />
We ate and we drank, and you took (what a stumble!)<br />
My goblet of soda (or tea?). When your lips<br />
met my glass, you are start (and have drinking no drips)<br />
to went with my glass in the kitchen and fumble <br />
<br />
to clean it, to polish with carefully judge...<br />
I was very dazzled and called you quickly: <br />
„Be easy, come back! I am not very picky.“<br />
and wish on the quite just on me such a smudge.<br />
<br />
Today, unbeleavable, good in the end,<br />
you sip at my wineglass, an I must admit:<br />
The changing of glasses ist surly intent:<br />
<br />
No thoughts of good manners and you will permit<br />
yourself one or two nips, and the scent you commend.<br />
And I? I am high of red wine and your spit.<br />
<br />
<br />
<br />
Zum Thread des Originals: <br />
<a href="http://www.sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=454" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Gläserrücken</a><br />
<br />
<a href="http://s06.flagcounter.com/more/kYo" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="http://s06.flagcounter.com/count/kYo/bg=F5F5F5/txt=000000/border=CCCCCC/columns=3/maxflags=30/viewers=0/labels=1/pageviews=1/" loading="lazy"  alt="[Bild: pageviews=1]" class="mycode_img" /></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[und damit Rilke hier nicht zu lange allein bleibt stelle ich mal eine Selbstübersetzung ein:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gläserrücken</span><br />
<br />
Wir aßen und tranken als du (hochnotpeinlich!)<br />
mein Wasserglas (oder war's Tee?) mitbenutztest<br />
und grade das Glas angesetzt, schreckend stutztest,<br />
du aufstandest und mir, im Übermaß reinlich,<br />
<br />
mein Trinkgefäß gleich wieder sorgfältig putztest.<br />
Ich sagte noch etwas; Ich weiß nicht - wahrscheinlich:<br />
"Ich bin in dem Punkt nicht so fürchterlich kleinlich."<br />
und wünschte mir nur, daß du mich so beschmutztest.<br />
<br />
Doch heute, ich glaub es kaum, nun nimmst du endlich<br />
mein Weinglas und nippst dran; ich staune und gucke:<br />
Der Wechsel der Gläser ist offen erkenntlich!<br />
<br />
Da nimmst du, weil's schmeckt, dir nochmal ein, zwei Schlucke<br />
und hältst es inzwischen für ganz selbstverständlich.<br />
Und ich? Ich berausch mich am Wein - und an Spucke.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Changing Glasses</span><br />
<br />
We ate and we drank, and you took (what a stumble!)<br />
My goblet of soda (or tea?). When your lips<br />
met my glass, you are start (and have drinking no drips)<br />
to went with my glass in the kitchen and fumble <br />
<br />
to clean it, to polish with carefully judge...<br />
I was very dazzled and called you quickly: <br />
„Be easy, come back! I am not very picky.“<br />
and wish on the quite just on me such a smudge.<br />
<br />
Today, unbeleavable, good in the end,<br />
you sip at my wineglass, an I must admit:<br />
The changing of glasses ist surly intent:<br />
<br />
No thoughts of good manners and you will permit<br />
yourself one or two nips, and the scent you commend.<br />
And I? I am high of red wine and your spit.<br />
<br />
<br />
<br />
Zum Thread des Originals: <br />
<a href="http://www.sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=454" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Gläserrücken</a><br />
<br />
<a href="http://s06.flagcounter.com/more/kYo" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url"><img src="http://s06.flagcounter.com/count/kYo/bg=F5F5F5/txt=000000/border=CCCCCC/columns=3/maxflags=30/viewers=0/labels=1/pageviews=1/" loading="lazy"  alt="[Bild: pageviews=1]" class="mycode_img" /></a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[R.M.Rilke: Sonette an Orpheus“, Teil 2, XIII]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=1734</link>
			<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 14:05:36 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=96">ABC1803</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=1734</guid>
			<description><![CDATA[RAINER  MARIA  RILKE<br />
<br />
* * *<br />
<br />
Sei  allem  Abschied  voran,  als waere  er  hinter<br />
dir,  wie  der  Winter,  der eben  geht.<br />
Denn  unter  Wintern  ist  einer  so  endlos  Winter,<br />
dass,  ueberwinternd,  dein  Herz  ueberhaupt  uebersteht.<br />
<br />
Sei  immer  tot  in  Eurydike --,  singender  steige,<br />
preisender  steige  zurueck  in  den  reinen  Bezug.<br />
Hier,  unter  Schwindenden, sei, im  Reiche  der  Neige,<br />
sei  ein  klingendes  Glas,  das  sich  im  Klang  schon  zerschlug.<br />
<br />
Sei -  und  wisse  zugleich  des Nicht-Seins  Bedingung,<br />
den  unendlichen  Grund  deiner  innigen  Schwingung,<br />
dass  du  sie  voellig  vollziehst  dieses  einzige  Mal.<br />
<br />
Zu dem  gebrauchten  sowohl,  wie  zum  dumpfen  und  stummen<br />
Vorrat  der  vollen  Natur,  den  unsaeglichen  Summen,  <br />
zaehle  dich  jubelnd  hinzu und  vernichte  die  Zahl.<br />
<br />
<br />
(15.-17.02.1922)<br />
<br />
<br />
Aus:  „Sonette  an  Orpheus“, Teil 2, XIII.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
РАЙНЕР  МАРИА  РИЛЬКЕ<br />
<br />
<br />
* * *<br />
<br />
<br />
Прощайся   до  всяких  прощений, как  будто  сама<br />
Зима  идёт  за  тобой, - что уже  настаёт.<br />
Ведь  есть,  под  зимовками,  снизу:  бессрочные  зимы,<br />
где  сердце, пере-зимовав,  -  превращается  в  лёд.<br />
<br />
Трупом  пребудь  в  Эвридике - и песенней  взвейся,<br />
восторженней  взвейся  обратно, к  эйдосам риз.<br />
Здесь,  в  царстве  теней,  среди  исчезаний, разбейся,<br />
звени, как хрустальные  брызги  в  падении  вниз.<br />
<br />
Будь! -  и познай,  что  не-бытие -  аксиома,<br />
бесконечный  залог  твоего метронома,<br />
звучи  ж  им  единственный  раз -  и  больше  не  трожь!<br />
<br />
К  отработанным  шлакам  и  мракам,  безгласым<br />
итогам  Природы, к  её  несказанным  запасам<br />
причисли,  ликуя,  себя -  и  число  уничтожь.<br />
<br />
(из  «Сонетов  к  Орфею»,  часть  2,  XIII).<br />
<br />
<br />
(Russische  Uebersetzung:  ABC)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[RAINER  MARIA  RILKE<br />
<br />
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<br />
Sei  allem  Abschied  voran,  als waere  er  hinter<br />
dir,  wie  der  Winter,  der eben  geht.<br />
Denn  unter  Wintern  ist  einer  so  endlos  Winter,<br />
dass,  ueberwinternd,  dein  Herz  ueberhaupt  uebersteht.<br />
<br />
Sei  immer  tot  in  Eurydike --,  singender  steige,<br />
preisender  steige  zurueck  in  den  reinen  Bezug.<br />
Hier,  unter  Schwindenden, sei, im  Reiche  der  Neige,<br />
sei  ein  klingendes  Glas,  das  sich  im  Klang  schon  zerschlug.<br />
<br />
Sei -  und  wisse  zugleich  des Nicht-Seins  Bedingung,<br />
den  unendlichen  Grund  deiner  innigen  Schwingung,<br />
dass  du  sie  voellig  vollziehst  dieses  einzige  Mal.<br />
<br />
Zu dem  gebrauchten  sowohl,  wie  zum  dumpfen  und  stummen<br />
Vorrat  der  vollen  Natur,  den  unsaeglichen  Summen,  <br />
zaehle  dich  jubelnd  hinzu und  vernichte  die  Zahl.<br />
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(15.-17.02.1922)<br />
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<br />
Aus:  „Sonette  an  Orpheus“, Teil 2, XIII.<br />
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РАЙНЕР  МАРИА  РИЛЬКЕ<br />
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Прощайся   до  всяких  прощений, как  будто  сама<br />
Зима  идёт  за  тобой, - что уже  настаёт.<br />
Ведь  есть,  под  зимовками,  снизу:  бессрочные  зимы,<br />
где  сердце, пере-зимовав,  -  превращается  в  лёд.<br />
<br />
Трупом  пребудь  в  Эвридике - и песенней  взвейся,<br />
восторженней  взвейся  обратно, к  эйдосам риз.<br />
Здесь,  в  царстве  теней,  среди  исчезаний, разбейся,<br />
звени, как хрустальные  брызги  в  падении  вниз.<br />
<br />
Будь! -  и познай,  что  не-бытие -  аксиома,<br />
бесконечный  залог  твоего метронома,<br />
звучи  ж  им  единственный  раз -  и  больше  не  трожь!<br />
<br />
К  отработанным  шлакам  и  мракам,  безгласым<br />
итогам  Природы, к  её  несказанным  запасам<br />
причисли,  ликуя,  себя -  и  число  уничтожь.<br />
<br />
(из  «Сонетов  к  Орфею»,  часть  2,  XIII).<br />
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(Russische  Uebersetzung:  ABC)]]></content:encoded>
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