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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Autoren G]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2026 04:08:08 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Grünewald, Alfred: Sakrament vom Schnee]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30296</link>
			<pubDate>Sun, 23 Nov 2025 00:36:41 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30296</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sakrament vom Schnee</span><br />
<br />
Laß in dein Narrenherz den Winter ein.<br />
In Gärten schwärmtest du mit Ungestümen<br />
und wolltest lächelnd deine Blumen rühmen.<br />
Da ließ der andern Lachen dich allein.<br />
<br />
Doch oft im Dunkel wuchs aus deiner Pein<br />
ein großer Glanz und lag auf allen Beeten.<br />
Und plötzlich sahst du Wege, nie betreten,<br />
und Garten, Nacht und Himmel waren dein.<br />
<br />
Aus solchen Nächten aber hob die Frühe<br />
sich drohend auf und sog an deiner Kraft.<br />
Und matter wurde deiner Wünsche Spiel.<br />
<br />
Laß Winter sein und sprich zu Schnee: Erblühe!<br />
Der Lenz war nur unsel'ge Wanderschaft.<br />
Lösch aus dein Herz. Schon schimmert dir das Ziel. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sakrament vom Schnee</span><br />
<br />
Laß in dein Narrenherz den Winter ein.<br />
In Gärten schwärmtest du mit Ungestümen<br />
und wolltest lächelnd deine Blumen rühmen.<br />
Da ließ der andern Lachen dich allein.<br />
<br />
Doch oft im Dunkel wuchs aus deiner Pein<br />
ein großer Glanz und lag auf allen Beeten.<br />
Und plötzlich sahst du Wege, nie betreten,<br />
und Garten, Nacht und Himmel waren dein.<br />
<br />
Aus solchen Nächten aber hob die Frühe<br />
sich drohend auf und sog an deiner Kraft.<br />
Und matter wurde deiner Wünsche Spiel.<br />
<br />
Laß Winter sein und sprich zu Schnee: Erblühe!<br />
Der Lenz war nur unsel'ge Wanderschaft.<br />
Lösch aus dein Herz. Schon schimmert dir das Ziel. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[George-Kaufmann, Amara: Süße Träume halten Dich umfangen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30595</link>
			<pubDate>Thu, 11 Sep 2025 09:53:35 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30595</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Amara George-Kaufmann</span><br />
1835 - 1907<br />
<br />
<br />
Süße Träume halten Dich umfangen,<br />
Deine Wangen schmücken Schlummerrosen,<br />
Auf den Lippen, auf den kecken, losen,<br />
Schwebt im Schlafe noch ein schönes Prangen.<br />
<br />
Anzuschauen nur sei mein Verlangen!<br />
Nur die Seele soll, die reine, kosen,<br />
Nur das Auge mit begierdelosen<br />
Blicken an dem lieben Bilde hangen.<br />
<br />
Da verwebt dem Traume sich das Leben,<br />
Deine Lippe flüstert holde Laute,<br />
Deine Glieder seh' ich leise beben,<br />
<br />
Es erschließt Dein Auge sich, das traute.<br />
Schweige, Lied, von dem, was im Entschweben<br />
Noch der Träume flüchtig Heer erschaute.<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Amara George-Kaufmann</span><br />
1835 - 1907<br />
<br />
<br />
Süße Träume halten Dich umfangen,<br />
Deine Wangen schmücken Schlummerrosen,<br />
Auf den Lippen, auf den kecken, losen,<br />
Schwebt im Schlafe noch ein schönes Prangen.<br />
<br />
Anzuschauen nur sei mein Verlangen!<br />
Nur die Seele soll, die reine, kosen,<br />
Nur das Auge mit begierdelosen<br />
Blicken an dem lieben Bilde hangen.<br />
<br />
Da verwebt dem Traume sich das Leben,<br />
Deine Lippe flüstert holde Laute,<br />
Deine Glieder seh' ich leise beben,<br />
<br />
Es erschließt Dein Auge sich, das traute.<br />
Schweige, Lied, von dem, was im Entschweben<br />
Noch der Träume flüchtig Heer erschaute.<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[George-Kaufmann, Amara: Du wirst nicht kommen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30594</link>
			<pubDate>Tue, 09 Sep 2025 09:50:47 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30594</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Amara George-Kaufmann</span><br />
1835 - 1907<br />
<br />
<br />
Du wirst nicht kommen - allzu bitt'res Wort,<br />
Wie Tod so bitter und Vernichtungsharm!<br />
Denn nur an Deiner Brust, in Deinem Arm<br />
Ist meiner Sehnsucht stiller Ruheport.<br />
<br />
Wie leid' ich ohne Dich, o Du, mein Hort,<br />
Mein Einziger, wie krank bin ich, wie arm!<br />
Ich möchte fort aus diesem Menschenschwarm,<br />
Von diesem Orte, diesem schönen, fort.<br />
<br />
Warum? - Es fehlet Deiner Augen Licht.<br />
Wohin - Zu Dir? - Das darf und kann ich nicht,<br />
Da spricht die Welt ein hartes, kaltes Nein.<br />
<br />
Mit Welle, Wind und Wolke möcht' ich zieh'n,<br />
Mit Deinem Bild in eine Wildniß flieh'n<br />
Und sterben dort mit ihm und mir allein. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Amara George-Kaufmann</span><br />
1835 - 1907<br />
<br />
<br />
Du wirst nicht kommen - allzu bitt'res Wort,<br />
Wie Tod so bitter und Vernichtungsharm!<br />
Denn nur an Deiner Brust, in Deinem Arm<br />
Ist meiner Sehnsucht stiller Ruheport.<br />
<br />
Wie leid' ich ohne Dich, o Du, mein Hort,<br />
Mein Einziger, wie krank bin ich, wie arm!<br />
Ich möchte fort aus diesem Menschenschwarm,<br />
Von diesem Orte, diesem schönen, fort.<br />
<br />
Warum? - Es fehlet Deiner Augen Licht.<br />
Wohin - Zu Dir? - Das darf und kann ich nicht,<br />
Da spricht die Welt ein hartes, kaltes Nein.<br />
<br />
Mit Welle, Wind und Wolke möcht' ich zieh'n,<br />
Mit Deinem Bild in eine Wildniß flieh'n<br />
Und sterben dort mit ihm und mir allein. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[George-Kaufmann, Amara:  In dunkeler, tiefmitternächt'ger Stunde]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30593</link>
			<pubDate>Sun, 07 Sep 2025 00:39:57 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30593</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Amara George-Kaufmann</span><br />
1835 - 1907<br />
<br />
<br />
In dunkeler, tiefmitternächt'ger Stunde<br />
Lehnt einsam an dem Fenster eine Maid;<br />
Trüb' ist ihr Antlitz, aber es verleiht<br />
Ein Lächelzug noch eine zweite Kunde.<br />
<br />
So Lust, wie Leid hegt ihres Herzens Wunde:<br />
Erinnerung an eine süße Zeit,<br />
Verlangen nach dem Freunde, der so weit,<br />
Und Sehnen nach erneutem Wonnebunde.<br />
<br />
Sie seufzet tief und blickt zum Himmel auf<br />
Und sendet heiße Grüße in die Ferne,<br />
Die sie vertraut der Wolke raschem Lauf;<br />
<br />
Wie zöge sie mit ihr dahin so gerne,<br />
Um heimlich nur den Liebsten anzuseh'n,<br />
Und heimlich wieder von ihm wegzugeh'n.<br />
<br />
Aus: Vor Tagesanbruch Erzählungen und Lieder<br />
von Amara George Frankfurt a. M.<br />
Verlag von Meidinger Sohn &amp; Comp. 1859]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Amara George-Kaufmann</span><br />
1835 - 1907<br />
<br />
<br />
In dunkeler, tiefmitternächt'ger Stunde<br />
Lehnt einsam an dem Fenster eine Maid;<br />
Trüb' ist ihr Antlitz, aber es verleiht<br />
Ein Lächelzug noch eine zweite Kunde.<br />
<br />
So Lust, wie Leid hegt ihres Herzens Wunde:<br />
Erinnerung an eine süße Zeit,<br />
Verlangen nach dem Freunde, der so weit,<br />
Und Sehnen nach erneutem Wonnebunde.<br />
<br />
Sie seufzet tief und blickt zum Himmel auf<br />
Und sendet heiße Grüße in die Ferne,<br />
Die sie vertraut der Wolke raschem Lauf;<br />
<br />
Wie zöge sie mit ihr dahin so gerne,<br />
Um heimlich nur den Liebsten anzuseh'n,<br />
Und heimlich wieder von ihm wegzugeh'n.<br />
<br />
Aus: Vor Tagesanbruch Erzählungen und Lieder<br />
von Amara George Frankfurt a. M.<br />
Verlag von Meidinger Sohn &amp; Comp. 1859]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Goldfeld, David: Du bist mir nah; wie gut ist dieses Wissen,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30400</link>
			<pubDate>Thu, 14 Aug 2025 09:45:38 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30400</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">David Goldfeld</span><br />
1904 - 1942<br />
<br />
<br />
Du bist mir nah; wie gut ist dieses Wissen,<br />
Da zukunftlos die Horizonte grauen<br />
Und ahnungsreich aus fahlen Finsternissen<br />
Des nahen Schicksals dunkle Augen schauen.<br />
<br />
In Dir, in deines Herzens schlichter Treue<br />
Weiss ich mich tief verwurzelt mit dem Leben:<br />
Ein jeder Tag beweist es mir aufs neue,<br />
Wie innig hold ich dir anheimgegeben.<br />
<br />
Wenn meine Lippen an die deinen drängen<br />
Und unsre Seelen ineinanderschweben,<br />
Erspüren wir, wie ganz wir uns gehören.<br />
<br />
Entzückte, lauschen wir den Liebesklängen,<br />
Die unsre Herzen zauberhaft verweben<br />
Und nichts kann uns den süssen Einklang stören.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">David Goldfeld</span><br />
1904 - 1942<br />
<br />
<br />
Du bist mir nah; wie gut ist dieses Wissen,<br />
Da zukunftlos die Horizonte grauen<br />
Und ahnungsreich aus fahlen Finsternissen<br />
Des nahen Schicksals dunkle Augen schauen.<br />
<br />
In Dir, in deines Herzens schlichter Treue<br />
Weiss ich mich tief verwurzelt mit dem Leben:<br />
Ein jeder Tag beweist es mir aufs neue,<br />
Wie innig hold ich dir anheimgegeben.<br />
<br />
Wenn meine Lippen an die deinen drängen<br />
Und unsre Seelen ineinanderschweben,<br />
Erspüren wir, wie ganz wir uns gehören.<br />
<br />
Entzückte, lauschen wir den Liebesklängen,<br />
Die unsre Herzen zauberhaft verweben<br />
Und nichts kann uns den süssen Einklang stören.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Grünewald, Alfred: Die Ungeliebten]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30295</link>
			<pubDate>Wed, 06 Aug 2025 08:30:53 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30295</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Ungeliebten</span><br />
<br />
Aus tiefster Schlucht hob meiner Tränen See<br />
sich heiß empor, und seine Welle stieg<br />
zu meinen Augen. - Deine Seele schwieg<br />
vielleicht noch immer; aber meinem Weh<br />
<br />
war deines nahe, zwar noch dicht verhüllt.<br />
Doch brach ein Licht aus ihm, das es verriet.<br />
Mein Schmerz hat lang vor deinem Schmerz gekniet,<br />
und im Verweigern hast du sanft erfüllt.<br />
<br />
Hoch über mir dein Antlitz, und doch ganz<br />
in mir gespiegelt. Dunkel und im Glanz<br />
von unerlöstem Feuer. Wer befreit<br />
<br />
zu schöner Flamme die gebundnen Funken?<br />
Sternloser Himmel! Deiner Sterne trunken,<br />
flüchtet mein Leben in die Dunkelheit.<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Ungeliebten</span><br />
<br />
Aus tiefster Schlucht hob meiner Tränen See<br />
sich heiß empor, und seine Welle stieg<br />
zu meinen Augen. - Deine Seele schwieg<br />
vielleicht noch immer; aber meinem Weh<br />
<br />
war deines nahe, zwar noch dicht verhüllt.<br />
Doch brach ein Licht aus ihm, das es verriet.<br />
Mein Schmerz hat lang vor deinem Schmerz gekniet,<br />
und im Verweigern hast du sanft erfüllt.<br />
<br />
Hoch über mir dein Antlitz, und doch ganz<br />
in mir gespiegelt. Dunkel und im Glanz<br />
von unerlöstem Feuer. Wer befreit<br />
<br />
zu schöner Flamme die gebundnen Funken?<br />
Sternloser Himmel! Deiner Sterne trunken,<br />
flüchtet mein Leben in die Dunkelheit.<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Grünewald, Alfred: Bekenntnis]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30294</link>
			<pubDate>Mon, 04 Aug 2025 08:12:26 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30294</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Bekenntnis</span><br />
<br />
Ewige Rätselworte: Du und Ich.<br />
Umpanzert sind wir, jeglichem verschlossen.<br />
Ist dieses Bild, das lang mein Blick beschlich,<br />
nicht aus des Blickes Fülle nur erflossen?<br />
<br />
Ist es kein Trug? Bist du ein Wesen, sprich,<br />
aus deinen Wurzeln in den Tag gesprossen?<br />
Fand ich in allen Freuden nicht nur mich,<br />
in allen Tränen, die ich dir vergossen?<br />
<br />
Muß ich ein ganzes Leben dir verleihn<br />
mit meiner Liebe, die dir weinte, lachte?<br />
Werd ich nicht einst dein großer Schuldner sein,<br />
<br />
weil ich dich meinem Traum gefügig machte?<br />
Ich bin der Nie-Gestillte, Nie-Erwachte.<br />
O liebe mich! Du mußt mir viel verzeihn.<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Bekenntnis</span><br />
<br />
Ewige Rätselworte: Du und Ich.<br />
Umpanzert sind wir, jeglichem verschlossen.<br />
Ist dieses Bild, das lang mein Blick beschlich,<br />
nicht aus des Blickes Fülle nur erflossen?<br />
<br />
Ist es kein Trug? Bist du ein Wesen, sprich,<br />
aus deinen Wurzeln in den Tag gesprossen?<br />
Fand ich in allen Freuden nicht nur mich,<br />
in allen Tränen, die ich dir vergossen?<br />
<br />
Muß ich ein ganzes Leben dir verleihn<br />
mit meiner Liebe, die dir weinte, lachte?<br />
Werd ich nicht einst dein großer Schuldner sein,<br />
<br />
weil ich dich meinem Traum gefügig machte?<br />
Ich bin der Nie-Gestillte, Nie-Erwachte.<br />
O liebe mich! Du mußt mir viel verzeihn.<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Grünewald, Alfred: Wie damals unsere Gespräche waren!]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30293</link>
			<pubDate>Sat, 02 Aug 2025 04:26:03 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30293</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
Wie damals unsere Gespräche waren!<br />
Freuden und Sorgen mußtest du bekennen<br />
und mir die Namen deiner Freunde nennen.<br />
Du kanntest viele Spiele und Gefahren.<br />
<br />
Oft kam ein tiefres Licht in deine klaren,<br />
enthüllten Blicke. Sanftestes Entbrennen<br />
wies deine Wange. Glanz, der nicht zu nennen,<br />
lag ausgebreitet über deinen Haaren.<br />
<br />
Gedenkst du, Knabe, noch des Anbeginnes,<br />
da unsrer Rede Fäden sich verbanden<br />
und viele Dinge neue Deutung fanden?<br />
<br />
Und die Beglückung ihres süßen Sinnes<br />
 uns weit entführte auf den schönen Fährten,<br />
und Träume kamen, die den Tag verwehrten. <br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
Wie damals unsere Gespräche waren!<br />
Freuden und Sorgen mußtest du bekennen<br />
und mir die Namen deiner Freunde nennen.<br />
Du kanntest viele Spiele und Gefahren.<br />
<br />
Oft kam ein tiefres Licht in deine klaren,<br />
enthüllten Blicke. Sanftestes Entbrennen<br />
wies deine Wange. Glanz, der nicht zu nennen,<br />
lag ausgebreitet über deinen Haaren.<br />
<br />
Gedenkst du, Knabe, noch des Anbeginnes,<br />
da unsrer Rede Fäden sich verbanden<br />
und viele Dinge neue Deutung fanden?<br />
<br />
Und die Beglückung ihres süßen Sinnes<br />
 uns weit entführte auf den schönen Fährten,<br />
und Träume kamen, die den Tag verwehrten. <br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Grafe, Felix: Am Morgen der Liebe]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30290</link>
			<pubDate>Sat, 02 Aug 2025 04:25:00 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30290</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Felix Grafe</span><br />
1888 - 1942<br />
<br />
<br />
Am Morgen der Liebe<br />
<br />
Ein Taubenpaar entschwirrt der goldnen Frühe,<br />
Es lockt ins Licht ihr liebestrunkner Flug.<br />
Verschlafne Mägde schöpfen schon den Krug<br />
Und stampfend stehn im Staub die braunen Kühe.<br />
<br />
Da heb' auch ich mein Herz aus Qual und Mühe<br />
Hinauf zu dir - ich litt des Leids genug -<br />
Von allen heißen Wünschen, die ich trug,<br />
Blieb einer nur, von dem ich atmend glühe.<br />
<br />
Ich wünschte, daß aus Herzens holder Tiefe<br />
Geheimnisvoll dein Mund mir küssend riefe,<br />
Mich wie ein schlummernd Kindlein festzusaugen<br />
<br />
Am Brunnen deiner Lippen und zu trinken<br />
Den ewigen Kuß des Leids - und zu versinken<br />
Tief in der Himmelsbläue deiner Augen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Felix Grafe</span><br />
1888 - 1942<br />
<br />
<br />
Am Morgen der Liebe<br />
<br />
Ein Taubenpaar entschwirrt der goldnen Frühe,<br />
Es lockt ins Licht ihr liebestrunkner Flug.<br />
Verschlafne Mägde schöpfen schon den Krug<br />
Und stampfend stehn im Staub die braunen Kühe.<br />
<br />
Da heb' auch ich mein Herz aus Qual und Mühe<br />
Hinauf zu dir - ich litt des Leids genug -<br />
Von allen heißen Wünschen, die ich trug,<br />
Blieb einer nur, von dem ich atmend glühe.<br />
<br />
Ich wünschte, daß aus Herzens holder Tiefe<br />
Geheimnisvoll dein Mund mir küssend riefe,<br />
Mich wie ein schlummernd Kindlein festzusaugen<br />
<br />
Am Brunnen deiner Lippen und zu trinken<br />
Den ewigen Kuß des Leids - und zu versinken<br />
Tief in der Himmelsbläue deiner Augen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Grünewald, Alfred: Was ängstigt dich? Meinst du, ich will entfliehen?]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30292</link>
			<pubDate>Thu, 31 Jul 2025 09:51:51 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30292</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
Was ängstigt dich? Meinst du, ich will entfliehen?<br />
Nur rasten will ich nach der langen Fahrt.<br />
Die Stimmen, die nach Zeiterlöstem schrein,<br />
beruhigt eine schöne Gegenwart.<br />
<br />
Mein Tag und meine Nacht sind dir verliehen;<br />
denn dein Erwachen war mir aufgespart.<br />
Die Wünsche, aus Erfüllung mir gediehen,<br />
sind immer nur um deine Huld geschart.<br />
<br />
O wende nicht dein Antlitz! Meine Seele<br />
sucht keine Fernen. Nur dein Licht erhellt,<br />
was dunkel ist. Die Wege, die ich wähle,<br />
<br />
sind deinem Wandeln sehnsüchtig gesellt.<br />
Wie wird jetzt unser Leben sein? Erzähle!<br />
Denn deine Rede weissagt eine Welt.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
Was ängstigt dich? Meinst du, ich will entfliehen?<br />
Nur rasten will ich nach der langen Fahrt.<br />
Die Stimmen, die nach Zeiterlöstem schrein,<br />
beruhigt eine schöne Gegenwart.<br />
<br />
Mein Tag und meine Nacht sind dir verliehen;<br />
denn dein Erwachen war mir aufgespart.<br />
Die Wünsche, aus Erfüllung mir gediehen,<br />
sind immer nur um deine Huld geschart.<br />
<br />
O wende nicht dein Antlitz! Meine Seele<br />
sucht keine Fernen. Nur dein Licht erhellt,<br />
was dunkel ist. Die Wege, die ich wähle,<br />
<br />
sind deinem Wandeln sehnsüchtig gesellt.<br />
Wie wird jetzt unser Leben sein? Erzähle!<br />
Denn deine Rede weissagt eine Welt.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Grafe, Felix: Menuett]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30289</link>
			<pubDate>Thu, 31 Jul 2025 09:50:36 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30289</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Felix Grafe</span><br />
1888 - 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Menuett</span><br />
<br />
Wer fühlt die Zeit mit holden Händen rühren<br />
an seiner Seele bunten Herbst? Tritt vor,<br />
zärtliche Anmut! In den seligen Chor<br />
zierlichster Freude will ich dich entführen.<br />
<br />
Getreten kaum durch die erhellten Türen,<br />
fühlst du, was einst dein Kinderherz verlor.<br />
Reizender Wechsel zwingt dich stark empor<br />
zu jenem Geist, den nur Beglückte spüren.<br />
<br />
O Herz! O Tage, rätselhaft und reich!<br />
Wie dämpft sich klingend, was zwiespältig brannte,<br />
zu einem Lied, im tiefsten Wesen gleich.<br />
<br />
Und Lust, die nie dein Herz sein eigen nannte,<br />
wird kindlich zögernd wach und atmet weich<br />
dahingeschmiegt ins zärtliche Andante. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Felix Grafe</span><br />
1888 - 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Menuett</span><br />
<br />
Wer fühlt die Zeit mit holden Händen rühren<br />
an seiner Seele bunten Herbst? Tritt vor,<br />
zärtliche Anmut! In den seligen Chor<br />
zierlichster Freude will ich dich entführen.<br />
<br />
Getreten kaum durch die erhellten Türen,<br />
fühlst du, was einst dein Kinderherz verlor.<br />
Reizender Wechsel zwingt dich stark empor<br />
zu jenem Geist, den nur Beglückte spüren.<br />
<br />
O Herz! O Tage, rätselhaft und reich!<br />
Wie dämpft sich klingend, was zwiespältig brannte,<br />
zu einem Lied, im tiefsten Wesen gleich.<br />
<br />
Und Lust, die nie dein Herz sein eigen nannte,<br />
wird kindlich zögernd wach und atmet weich<br />
dahingeschmiegt ins zärtliche Andante. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Grünewald, Alfred: Frühes Gespräch]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30291</link>
			<pubDate>Tue, 29 Jul 2025 08:26:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30291</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frühes Gespräch</span><br />
<br />
Welch ein Präludium! Entzückte Geige<br />
hebt an mit überstürzter Melodie,<br />
verstummt betörend. Schweigen wie noch nie,<br />
erfüllt von allem, was ich dir verschweige,<br />
<br />
wird nun beredt gleich zartem Fingerzeige.<br />
Wie schön dein Lächeln schwand und neu gedieh!<br />
Wie mir dein Blick, halb zürnend, schon verzieh!<br />
Vor deiner Anmut geht mein Herz zur Neige.<br />
<br />
Ich bin besiegt und bin doch allgewaltig.<br />
Ich bin verwandelt in mein tiefstes Ich.<br />
Im Rausch der Reden, den ein Wort ernüchtert,<br />
<br />
und schwelgend auch im Schweigen schau ich dich.<br />
Und meinem Staunen scheinst du vielgestaltig:<br />
gelassen, kühn und wie ein Kind verschüchtert. <br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Grünewald</span><br />
1884 - 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frühes Gespräch</span><br />
<br />
Welch ein Präludium! Entzückte Geige<br />
hebt an mit überstürzter Melodie,<br />
verstummt betörend. Schweigen wie noch nie,<br />
erfüllt von allem, was ich dir verschweige,<br />
<br />
wird nun beredt gleich zartem Fingerzeige.<br />
Wie schön dein Lächeln schwand und neu gedieh!<br />
Wie mir dein Blick, halb zürnend, schon verzieh!<br />
Vor deiner Anmut geht mein Herz zur Neige.<br />
<br />
Ich bin besiegt und bin doch allgewaltig.<br />
Ich bin verwandelt in mein tiefstes Ich.<br />
Im Rausch der Reden, den ein Wort ernüchtert,<br />
<br />
und schwelgend auch im Schweigen schau ich dich.<br />
Und meinem Staunen scheinst du vielgestaltig:<br />
gelassen, kühn und wie ein Kind verschüchtert. <br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Grafe, Felix: So kam es, sieh: daß sich kein Weg mehr weist,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30288</link>
			<pubDate>Tue, 29 Jul 2025 08:24:57 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30288</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Felix Grafe</span><br />
1888 - 1942<br />
<br />
<br />
So kam es, sieh: daß sich kein Weg mehr weist,<br />
daß ich nun um verlorne Gärten klage -<br />
o du: wie um des Herbstes bunte Tage<br />
das Lächeln einer neuen Sehnsucht kreist -<br />
<br />
In alten Worten schmied' ich neues Wissen<br />
und deine Hände sind mein Paradies -<br />
war dies der Sinn: was ich am Wege ließ,<br />
zeigt nun den Weg aus alten Finsternissen.<br />
<br />
In deinen Händen liegt das Leid gebunden,<br />
an deinem Mund beschlossen schläft die Lust,<br />
ein Neues aber schläft in deinem Schoß<br />
<br />
Daß du verstummt die Hände falten mußt -<br />
auf tausend Wegen und aus tausend Wunden<br />
mit gläubiger Seele sprichst. Gott, Du bist groß -<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Felix Grafe</span><br />
1888 - 1942<br />
<br />
<br />
So kam es, sieh: daß sich kein Weg mehr weist,<br />
daß ich nun um verlorne Gärten klage -<br />
o du: wie um des Herbstes bunte Tage<br />
das Lächeln einer neuen Sehnsucht kreist -<br />
<br />
In alten Worten schmied' ich neues Wissen<br />
und deine Hände sind mein Paradies -<br />
war dies der Sinn: was ich am Wege ließ,<br />
zeigt nun den Weg aus alten Finsternissen.<br />
<br />
In deinen Händen liegt das Leid gebunden,<br />
an deinem Mund beschlossen schläft die Lust,<br />
ein Neues aber schläft in deinem Schoß<br />
<br />
Daß du verstummt die Hände falten mußt -<br />
auf tausend Wegen und aus tausend Wunden<br />
mit gläubiger Seele sprichst. Gott, Du bist groß -<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Grafe, Felix: Im roten Abend ging mein später Schritt,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30287</link>
			<pubDate>Fri, 25 Jul 2025 08:56:05 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30287</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Felix Grafe</span><br />
1888 - 1942<br />
<br />
<br />
Im roten Abend ging mein später Schritt,<br />
von ferne kreischten noch die Gassenhauer<br />
zu meinem Ohr - erst an der weißen Mauer<br />
des Parkes blieb ich stehn - und langsam glitt<br />
<br />
mein Blick in dieses Abends süße Trauer,<br />
verwundert, daß mein totes Herz es litt,<br />
noch einmal aus verloschner Schönheit Schauer<br />
dies auferstehn zu sehn - was ich erstritt<br />
<br />
in schweren Nächten und dann doch verlor -<br />
da schlug es zehn - der Wächter kam und rief -<br />
ich lachte leis - war diese Nacht so tief,<br />
<br />
daß ich mit leichtem Herzen durch das Tor<br />
heimschreiten durfte, gleich als ob ich schlief?<br />
und hell - und froh - und kindisch wie zuvor? <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Felix Grafe</span><br />
1888 - 1942<br />
<br />
<br />
Im roten Abend ging mein später Schritt,<br />
von ferne kreischten noch die Gassenhauer<br />
zu meinem Ohr - erst an der weißen Mauer<br />
des Parkes blieb ich stehn - und langsam glitt<br />
<br />
mein Blick in dieses Abends süße Trauer,<br />
verwundert, daß mein totes Herz es litt,<br />
noch einmal aus verloschner Schönheit Schauer<br />
dies auferstehn zu sehn - was ich erstritt<br />
<br />
in schweren Nächten und dann doch verlor -<br />
da schlug es zehn - der Wächter kam und rief -<br />
ich lachte leis - war diese Nacht so tief,<br />
<br />
daß ich mit leichtem Herzen durch das Tor<br />
heimschreiten durfte, gleich als ob ich schlief?<br />
und hell - und froh - und kindisch wie zuvor? <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Grafe, Felix: Nun, Herz, sei stark, und lern vorübergehn -]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30286</link>
			<pubDate>Thu, 17 Jul 2025 08:54:44 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30286</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Felix Grafe</span><br />
1888 - 1942<br />
<br />
<br />
Nun, Herz, sei stark, und lern vorübergehn -<br />
es ist dir nicht bestimmt, in diesem Kreise<br />
einst auszuruhn - es treibt dich auf die Reise -<br />
und Perugina wird am Tore stehn.<br />
<br />
Der Wind bewegt die holden Locken leise,<br />
ihr süßes Antlitz läßt die Nacht nicht sehn -<br />
und du wirst ihr (sei stark) den Rücken drehn,<br />
die nachts dir folgt nach fremder Bettler Weise.<br />
<br />
Doch wirst du manchesmal die blonden Haare<br />
(so grausam ist der Gott) im Traume sehn,<br />
als wär's ein reiner Engel der Sistina -<br />
<br />
dann darfst du schlafen - vierzehnhundert Jahre<br />
einst kommst du wieder heim - doch Perugina,<br />
ja, Perugina wird am Tore stehn. <br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Felix Grafe</span><br />
1888 - 1942<br />
<br />
<br />
Nun, Herz, sei stark, und lern vorübergehn -<br />
es ist dir nicht bestimmt, in diesem Kreise<br />
einst auszuruhn - es treibt dich auf die Reise -<br />
und Perugina wird am Tore stehn.<br />
<br />
Der Wind bewegt die holden Locken leise,<br />
ihr süßes Antlitz läßt die Nacht nicht sehn -<br />
und du wirst ihr (sei stark) den Rücken drehn,<br />
die nachts dir folgt nach fremder Bettler Weise.<br />
<br />
Doch wirst du manchesmal die blonden Haare<br />
(so grausam ist der Gott) im Traume sehn,<br />
als wär's ein reiner Engel der Sistina -<br />
<br />
dann darfst du schlafen - vierzehnhundert Jahre<br />
einst kommst du wieder heim - doch Perugina,<br />
ja, Perugina wird am Tore stehn. <br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
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