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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Autoren M]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 02:14:27 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Melissus, Paulus: Jörgen von Averli und Adelheiten von Grauwart]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31744</link>
			<pubDate>Mon, 15 Jun 2026 09:34:07 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31744</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Paulus Melissus</span><br />
(Paul Schede)<br />
1539 – 1602<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Jörgen von Averli und Adelheiten von Grauwart</span><br />
<br />
<br />
Was im Weltkreise rund allenthalb lebt vnd schwebet,<br />
Wehrhafft erhalten wirdt durch gleich eintrechtigkeit,<br />
Dann Gott vorkommen hat alle Zwyspaltigkeit<br />
Daß inn all seim Geschöpff keins widers ander strebet.<br />
<br />
Zwar jglicher Natur jhr eigenschafft anklebet,<br />
Irrdisch vnd Himmlisch ding helt seine Richtigkeit.<br />
Diß alles wirckt die Lieb durch jhr Einhelligkeit,<br />
Vnd macht, daß in seim Standt nichts widersinns sich hebet,<br />
<br />
Lieb ist ein Bidergeist, auß Fewr vnd Lufft vereint,<br />
Ders Hertz mit Girdt entzündt, den mut mit Luste kühlet,<br />
Da eins Gemüths vnd Willn ein par Ehvolck sich meint,<br />
<br />
Solch jnre Brunst vnd Hitz mit frischer labung fület,<br />
Dem Edlen Averli Adelheit die Hertzliebe.<br />
Die Seel Menschlicher Seel ist Flammbrünstige Liebe.<br />
<br />
  <br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Paulus Melissus</span><br />
(Paul Schede)<br />
1539 – 1602<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Jörgen von Averli und Adelheiten von Grauwart</span><br />
<br />
<br />
Was im Weltkreise rund allenthalb lebt vnd schwebet,<br />
Wehrhafft erhalten wirdt durch gleich eintrechtigkeit,<br />
Dann Gott vorkommen hat alle Zwyspaltigkeit<br />
Daß inn all seim Geschöpff keins widers ander strebet.<br />
<br />
Zwar jglicher Natur jhr eigenschafft anklebet,<br />
Irrdisch vnd Himmlisch ding helt seine Richtigkeit.<br />
Diß alles wirckt die Lieb durch jhr Einhelligkeit,<br />
Vnd macht, daß in seim Standt nichts widersinns sich hebet,<br />
<br />
Lieb ist ein Bidergeist, auß Fewr vnd Lufft vereint,<br />
Ders Hertz mit Girdt entzündt, den mut mit Luste kühlet,<br />
Da eins Gemüths vnd Willn ein par Ehvolck sich meint,<br />
<br />
Solch jnre Brunst vnd Hitz mit frischer labung fület,<br />
Dem Edlen Averli Adelheit die Hertzliebe.<br />
Die Seel Menschlicher Seel ist Flammbrünstige Liebe.<br />
<br />
  <br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Meißner, Alfred: Ein Ziel]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31738</link>
			<pubDate>Mon, 15 Jun 2026 09:31:37 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31738</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Meißner</span><br />
1822 - 1885<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Ziel</span><br />
<br />
Willst du das Herz im Busen dir erweitern<br />
und zeigen auch, wie hoch du schon gestiegen,<br />
Versuch’ es, über großen Stoff zu siegen,<br />
Nur so zählst du dereinst zu großen Streitern.<br />
<br />
Im Gartenteich wird nie ein Schiffer scheitern,<br />
Im kleinen Liede kein Poet erliegen,<br />
Doch einmal muß es heißen: Kannst du fliegen?<br />
Zum höchsten Ziele führen keine Leitern.<br />
 <br />
Nimm unser Weltentwicklung ew’ge Fehden,<br />
Dem Kampf des neuen Glaubens mit dem alten,<br />
Und zeige die Berecht’gung eines jeden.<br />
<br />
Verkörp’re dies in mächtigen Gestalten,<br />
Und hörten wir daraus das Fatum reden –<br />
Dann wollen wir dich für den Dichter halten.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alfred Meißner</span><br />
1822 - 1885<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Ziel</span><br />
<br />
Willst du das Herz im Busen dir erweitern<br />
und zeigen auch, wie hoch du schon gestiegen,<br />
Versuch’ es, über großen Stoff zu siegen,<br />
Nur so zählst du dereinst zu großen Streitern.<br />
<br />
Im Gartenteich wird nie ein Schiffer scheitern,<br />
Im kleinen Liede kein Poet erliegen,<br />
Doch einmal muß es heißen: Kannst du fliegen?<br />
Zum höchsten Ziele führen keine Leitern.<br />
 <br />
Nimm unser Weltentwicklung ew’ge Fehden,<br />
Dem Kampf des neuen Glaubens mit dem alten,<br />
Und zeige die Berecht’gung eines jeden.<br />
<br />
Verkörp’re dies in mächtigen Gestalten,<br />
Und hörten wir daraus das Fatum reden –<br />
Dann wollen wir dich für den Dichter halten.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Meerbaum-Eisinger, Selma: Schau, dort kommen Melodien]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31733</link>
			<pubDate>Mon, 15 Jun 2026 09:29:10 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31733</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Selma Meerbaum-Eisinger</span><br />
1924 – 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sonett</span><br />
<br />
Schau, dort kommen Melodien<br />
durch den Tag gezogen.<br />
Wie den lang gespannten Bogen<br />
höre ich ihr Tönen ziehn.<br />
<br />
Warum geben sie sich hin<br />
allen, die da stehn?<br />
Könnten sie nicht einzig blühn<br />
nur für die, die sehn?<br />
<br />
Und so sprechen sie mich an,<br />
mich, die sie nicht tragen kann,<br />
denn ich bin so müd.<br />
<br />
Und so steh' und klinge ich<br />
voll von Sehnsucht, die verblich<br />
und die weinend schied.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Selma Meerbaum-Eisinger</span><br />
1924 – 1942<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sonett</span><br />
<br />
Schau, dort kommen Melodien<br />
durch den Tag gezogen.<br />
Wie den lang gespannten Bogen<br />
höre ich ihr Tönen ziehn.<br />
<br />
Warum geben sie sich hin<br />
allen, die da stehn?<br />
Könnten sie nicht einzig blühn<br />
nur für die, die sehn?<br />
<br />
Und so sprechen sie mich an,<br />
mich, die sie nicht tragen kann,<br />
denn ich bin so müd.<br />
<br />
Und so steh' und klinge ich<br />
voll von Sehnsucht, die verblich<br />
und die weinend schied.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mayr, Ludwig: An Fräulein Karoline Senger]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31724</link>
			<pubDate>Mon, 15 Jun 2026 09:26:23 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31724</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ludwig Mayr  </span>                          <br />
1810 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An Fräulein Karoline Senger,<br />
[i]als Jerta in Müllner’s Schuld.[/i</span>]<br />
<br />
<br />
Es war kein Traum. Ein reiches Blüthenleben,<br />
Der Unschuld Hoheit und der Liebe Bangen,<br />
Ihr Hoffen, ihr Entsagen, ihr Verlangen<br />
Sah mild und freundlich ich vorüberschweben.<br />
<br />
Vor deiner Reinheit muß die Sünde beben.<br />
Du senkst den Blick? Es glühen deine Wangen?<br />
Wo sich Natur und Kunst so warm umfangen,<br />
Mag auch Bewußtseyn stolz das Haupt erheben.<br />
<br />
Dein reiches Wirken und dein Zauber riefen<br />
Gefühle mir, die tief im Innern schliefen.<br />
Belauschest du Natur in ihren Tiefen?<br />
<br />
Ja, deine Heimath ist die Höh’. Das Walten<br />
Der Tugend muß sich ewig jung erhalten,<br />
Mag alles And’re welken und veralten!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ludwig Mayr  </span>                          <br />
1810 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An Fräulein Karoline Senger,<br />
[i]als Jerta in Müllner’s Schuld.[/i</span>]<br />
<br />
<br />
Es war kein Traum. Ein reiches Blüthenleben,<br />
Der Unschuld Hoheit und der Liebe Bangen,<br />
Ihr Hoffen, ihr Entsagen, ihr Verlangen<br />
Sah mild und freundlich ich vorüberschweben.<br />
<br />
Vor deiner Reinheit muß die Sünde beben.<br />
Du senkst den Blick? Es glühen deine Wangen?<br />
Wo sich Natur und Kunst so warm umfangen,<br />
Mag auch Bewußtseyn stolz das Haupt erheben.<br />
<br />
Dein reiches Wirken und dein Zauber riefen<br />
Gefühle mir, die tief im Innern schliefen.<br />
Belauschest du Natur in ihren Tiefen?<br />
<br />
Ja, deine Heimath ist die Höh’. Das Walten<br />
Der Tugend muß sich ewig jung erhalten,<br />
Mag alles And’re welken und veralten!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mehlmann, Alexander: Das Computer-Sonett]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31734</link>
			<pubDate>Sat, 13 Jun 2026 10:28:08 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31734</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alexander Mehlmann </span>      <br />
© beim Autor<br />
alexander.mehlmann@tuwien.ac.at<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Computer-Sonett</span><br />
<br />
Der Schalter: On. Das Keyboard treibt es dreister<br />
Und zwingt der Harddisk ab ein stolzes Fauchen.<br />
Aus Bildschirmtiefen scheinen aufzutauchen<br />
(In Monochrom) des Zauberlehrlings Geister.<br />
<br />
Wer ihren Slang versteht, als Weitgereister,<br />
Wird wohl der Klone Fingerzeig nicht brauchen<br />
Und greift, noch eh' die Anschlussbuchsen rauchen,<br />
Nach dem Reset, der Höllenzwänge Meister.<br />
<br />
Nur wenige jedoch sind auserkoren,<br />
Geweiht der Kabbala der Sonderzeichen,<br />
Um jedem Menetekel auszuweichen.<br />
<br />
Denn nahen sich am Ende Professoren<br />
Dem in Taiwan erzeugten Teufelskasten,<br />
Gibt's kein Escape; so sehr sie's auch ertasten.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Alexander Mehlmann </span>      <br />
© beim Autor<br />
alexander.mehlmann@tuwien.ac.at<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Computer-Sonett</span><br />
<br />
Der Schalter: On. Das Keyboard treibt es dreister<br />
Und zwingt der Harddisk ab ein stolzes Fauchen.<br />
Aus Bildschirmtiefen scheinen aufzutauchen<br />
(In Monochrom) des Zauberlehrlings Geister.<br />
<br />
Wer ihren Slang versteht, als Weitgereister,<br />
Wird wohl der Klone Fingerzeig nicht brauchen<br />
Und greift, noch eh' die Anschlussbuchsen rauchen,<br />
Nach dem Reset, der Höllenzwänge Meister.<br />
<br />
Nur wenige jedoch sind auserkoren,<br />
Geweiht der Kabbala der Sonderzeichen,<br />
Um jedem Menetekel auszuweichen.<br />
<br />
Denn nahen sich am Ende Professoren<br />
Dem in Taiwan erzeugten Teufelskasten,<br />
Gibt's kein Escape; so sehr sie's auch ertasten.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mayr, Ludwig: Jugendliebe]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31723</link>
			<pubDate>Sat, 13 Jun 2026 10:20:21 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31723</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ludwig Mayr  </span>                          <br />
1810 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Jugendliebe</span><br />
<br />
Kennst du der Jugendliebe glühend Walten,<br />
Umstrahlt von Sternen und umblüht von Rosen?<br />
Dann flammt in dir das Ideal des Großen;<br />
Denn alles Große ist in ihr enthalten.<br />
<br />
Mag alles And’re feindlich sich gestalten,<br />
Das Meer dir brausen, Nordorkane tosen;<br />
Nacht wird zum Tag, und selbst dem Hoffnungslosen<br />
Wird sie des Lebens lichten Strahl entfalten.<br />
<br />
In Nord und Süd reift diese Himmelsblume,<br />
Gepflegt in unsers Herzens Heiligthume:<br />
Sie führt den Feigen selbst zum Heldenruhme.<br />
<br />
Er sucht den Sieg; ihn locket das Verderben,<br />
Und freudig wird er, kann er Lieb’ erwerben,<br />
Im Jubelrufe der Begeist’rung sterben!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ludwig Mayr  </span>                          <br />
1810 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Jugendliebe</span><br />
<br />
Kennst du der Jugendliebe glühend Walten,<br />
Umstrahlt von Sternen und umblüht von Rosen?<br />
Dann flammt in dir das Ideal des Großen;<br />
Denn alles Große ist in ihr enthalten.<br />
<br />
Mag alles And’re feindlich sich gestalten,<br />
Das Meer dir brausen, Nordorkane tosen;<br />
Nacht wird zum Tag, und selbst dem Hoffnungslosen<br />
Wird sie des Lebens lichten Strahl entfalten.<br />
<br />
In Nord und Süd reift diese Himmelsblume,<br />
Gepflegt in unsers Herzens Heiligthume:<br />
Sie führt den Feigen selbst zum Heldenruhme.<br />
<br />
Er sucht den Sieg; ihn locket das Verderben,<br />
Und freudig wird er, kann er Lieb’ erwerben,<br />
Im Jubelrufe der Begeist’rung sterben!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Maltitz, Franz Friedrich Apollonius von: Der Trost des Lebens]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31697</link>
			<pubDate>Sat, 13 Jun 2026 10:15:28 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31697</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Franz Friedrich Apollonius   <br />
Freiherr von Maltitz</span><br />
1795 - 1870 <br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Trost des Lebens</span><br />
<br />
Freude scheint das Leben zu verheißen,<br />
Aber seines Glückes Täuschung schwand,<br />
Wenn von seiner Truggebilde Tand<br />
Wir der Maske heuchlerisches Gleißen<br />
<br />
Und den glänzend falschen Schleier reißen.<br />
Oede, wie der dürren Wüste sand,<br />
Düster, wie des off’nen Grabes Rand,<br />
Ist das Leben, das so Manche preisen,<br />
<br />
Das sie oft ein Paradies, ein Schweben<br />
Durch der Freude Luftgefilde nennen.<br />
Heil uns! Der Vergänglichkeit Gebot<br />
<br />
Wird uns bald zum wahren Trost erheben,<br />
Uns den besten Trost im Leben gönnen,<br />
Der das Leben dulden lehrt – den Tod.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Franz Friedrich Apollonius   <br />
Freiherr von Maltitz</span><br />
1795 - 1870 <br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Trost des Lebens</span><br />
<br />
Freude scheint das Leben zu verheißen,<br />
Aber seines Glückes Täuschung schwand,<br />
Wenn von seiner Truggebilde Tand<br />
Wir der Maske heuchlerisches Gleißen<br />
<br />
Und den glänzend falschen Schleier reißen.<br />
Oede, wie der dürren Wüste sand,<br />
Düster, wie des off’nen Grabes Rand,<br />
Ist das Leben, das so Manche preisen,<br />
<br />
Das sie oft ein Paradies, ein Schweben<br />
Durch der Freude Luftgefilde nennen.<br />
Heil uns! Der Vergänglichkeit Gebot<br />
<br />
Wird uns bald zum wahren Trost erheben,<br />
Uns den besten Trost im Leben gönnen,<br />
Der das Leben dulden lehrt – den Tod.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mayr, Ludwig: An die Phantasie]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31722</link>
			<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 11:08:28 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31722</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ludwig Mayr  </span>                          <br />
1810 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An die Phantasie</span><br />
<br />
Du glühend Herz, was schlägst du Fieberbange?<br />
Raubt Liebessehnsucht dir den gold’nen Frieden?<br />
Ermanne dich! Die mich so lang’ gemieden,<br />
Die Phantasie naht mit dem Zauberklange.<br />
<br />
Ich grüße dich mit heiligem Gesange;<br />
Du winkst, und Liebe athmen Eumeniden.<br />
Die Wüste wird zum Hain der Hesperiden,<br />
Und Leben lehrt auf die erstorb’ne Wange.<br />
<br />
Der dunkle Kerker wird zum stolzen Dome,<br />
Zur Wahrheit werden unsre Glanzphantome.<br />
Doch, Phantasie, mit deinem Flammenstrome,<br />
<br />
Wie arm bist du! Du kannst die schönen Stunden,<br />
So blüthenreich, von Liebesglanz umwunden,<br />
Zurück nicht zaubern, wie ich sie empfuden!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ludwig Mayr  </span>                          <br />
1810 - ?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An die Phantasie</span><br />
<br />
Du glühend Herz, was schlägst du Fieberbange?<br />
Raubt Liebessehnsucht dir den gold’nen Frieden?<br />
Ermanne dich! Die mich so lang’ gemieden,<br />
Die Phantasie naht mit dem Zauberklange.<br />
<br />
Ich grüße dich mit heiligem Gesange;<br />
Du winkst, und Liebe athmen Eumeniden.<br />
Die Wüste wird zum Hain der Hesperiden,<br />
Und Leben lehrt auf die erstorb’ne Wange.<br />
<br />
Der dunkle Kerker wird zum stolzen Dome,<br />
Zur Wahrheit werden unsre Glanzphantome.<br />
Doch, Phantasie, mit deinem Flammenstrome,<br />
<br />
Wie arm bist du! Du kannst die schönen Stunden,<br />
So blüthenreich, von Liebesglanz umwunden,<br />
Zurück nicht zaubern, wie ich sie empfuden!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mayer, Karl Fr. H.: An Justinus Kerner]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31721</link>
			<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 11:05:14 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31721</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Friedrich Hartmann Mayer</span><br />
1786 - 1870<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An Justinus Kerner</span><br />
<br />
Mein Sommerleben war ein stilles Lieben;<br />
Die Flur, die Wälder heg’t ich von der Blüthe,<br />
Vom ersten Blühn an treulich im Gemüthe,<br />
Und nun soll ihre Zier so ganz zerstieben?<br />
<br />
Was ist im Herbstestode mir geblieben?<br />
Bald hör’ ich, welches Stürmen draußen wüthe,<br />
Und, wie ich auch die Liebesgluthen hüte<br />
Zu Wald und Au’; ich bin daraus vertrieben!<br />
<br />
Da sendest du mir, Theurer, deine Lieder!<br />
Und Blumen, Wald und Bäche lächeln wieder,<br />
Auch nicht vergänglich, wie in ird’schen Räumen;<br />
<br />
Verklärter reden sie mich an in Träumen,<br />
Erhellen all’ die Nacht- und Winterstunden,<br />
Die ich durchlebte, ihnen, dir verbunden.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Friedrich Hartmann Mayer</span><br />
1786 - 1870<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An Justinus Kerner</span><br />
<br />
Mein Sommerleben war ein stilles Lieben;<br />
Die Flur, die Wälder heg’t ich von der Blüthe,<br />
Vom ersten Blühn an treulich im Gemüthe,<br />
Und nun soll ihre Zier so ganz zerstieben?<br />
<br />
Was ist im Herbstestode mir geblieben?<br />
Bald hör’ ich, welches Stürmen draußen wüthe,<br />
Und, wie ich auch die Liebesgluthen hüte<br />
Zu Wald und Au’; ich bin daraus vertrieben!<br />
<br />
Da sendest du mir, Theurer, deine Lieder!<br />
Und Blumen, Wald und Bäche lächeln wieder,<br />
Auch nicht vergänglich, wie in ird’schen Räumen;<br />
<br />
Verklärter reden sie mich an in Träumen,<br />
Erhellen all’ die Nacht- und Winterstunden,<br />
Die ich durchlebte, ihnen, dir verbunden.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Maltitz, Franz Friedrich Apollonius von: Oft empor vom Staube sich zu schwingen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31695</link>
			<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 11:00:06 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31695</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Franz Friedrich Apollonius   <br />
Freiherr von Maltitz</span><br />
1795 - 1870 <br />
<br />
<br />
Oft empor vom Staube sich zu schwingen<br />
Strebt die Seele; doch das ird’sche Band<br />
Fesselt sie mit rauher Eisenhand;<br />
Und zu ihrem hohen Ziel zu dringen<br />
 <br />
Will der tiefgebeugten nicht gelingen.<br />
Aber ist dies Streben nicht ein Pfand,<br />
Daß wir in der Erde niederm Tand,<br />
Deren Ketten drückend uns umschlingen,<br />
<br />
In des Glückes falschem Traumgesicht<br />
Und in Freuden, die so schnell verschwinden,<br />
Nicht die Heimath unsres Wesens finden? –<br />
<br />
Unser Augen harrt ein ew’ges Licht,<br />
Und die Sehnsucht, die wir hier empfinden,<br />
Soll die schöne Zukunft uns verkünden.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Franz Friedrich Apollonius   <br />
Freiherr von Maltitz</span><br />
1795 - 1870 <br />
<br />
<br />
Oft empor vom Staube sich zu schwingen<br />
Strebt die Seele; doch das ird’sche Band<br />
Fesselt sie mit rauher Eisenhand;<br />
Und zu ihrem hohen Ziel zu dringen<br />
 <br />
Will der tiefgebeugten nicht gelingen.<br />
Aber ist dies Streben nicht ein Pfand,<br />
Daß wir in der Erde niederm Tand,<br />
Deren Ketten drückend uns umschlingen,<br />
<br />
In des Glückes falschem Traumgesicht<br />
Und in Freuden, die so schnell verschwinden,<br />
Nicht die Heimath unsres Wesens finden? –<br />
<br />
Unser Augen harrt ein ew’ges Licht,<br />
Und die Sehnsucht, die wir hier empfinden,<br />
Soll die schöne Zukunft uns verkünden.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Maltitz, Franz Friedrich Apollonius von: Die Zeiten]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31696</link>
			<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 07:09:40 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31696</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Franz Friedrich Apollonius   <br />
Freiherr von Maltitz</span><br />
1795 - 1870 <br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Zeiten</span><br />
<br />
Tief in Nacht ist unser Ziel verhüllt,<br />
Schwarze Nebel jenen Hain umschließen,<br />
Wo der Wahrheit heil’ge Quellen fließen<br />
Und verborgen ist der Zukunft Bild.<br />
 <br />
Darum lasse stillen Frieden mild<br />
Sich auf deine Gegenwart ergießen,<br />
Deine Sehnsucht möge nie begrüßen<br />
Jenes nachtumschleierte Gefild.<br />
<br />
Wende dich in die Vergangenheit,<br />
Ihre Schmerzen sind für dich verschwunden,<br />
Forsche nie in eitlen Wahnes Stunden,<br />
<br />
Was dir finster waltend bringt die Zeit;<br />
Suche nie im kindisch blinden Wagen<br />
Bei dem Jetzt das Künftige zu tragen.<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Franz Friedrich Apollonius   <br />
Freiherr von Maltitz</span><br />
1795 - 1870 <br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Zeiten</span><br />
<br />
Tief in Nacht ist unser Ziel verhüllt,<br />
Schwarze Nebel jenen Hain umschließen,<br />
Wo der Wahrheit heil’ge Quellen fließen<br />
Und verborgen ist der Zukunft Bild.<br />
 <br />
Darum lasse stillen Frieden mild<br />
Sich auf deine Gegenwart ergießen,<br />
Deine Sehnsucht möge nie begrüßen<br />
Jenes nachtumschleierte Gefild.<br />
<br />
Wende dich in die Vergangenheit,<br />
Ihre Schmerzen sind für dich verschwunden,<br />
Forsche nie in eitlen Wahnes Stunden,<br />
<br />
Was dir finster waltend bringt die Zeit;<br />
Suche nie im kindisch blinden Wagen<br />
Bei dem Jetzt das Künftige zu tragen.<br />
<br />
 <br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Marggraf, Hermann: An meine Feder]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31699</link>
			<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 01:51:10 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31699</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hermann Marggraf </span>            <br />
1809 - 1864<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An meine Feder</span><br />
<br />
Dir dank ich alles, was ich bin und habe, -<br />
Zwar wenig ist’s, doch ist es mir genug, -<br />
Dir kleiner Federkiel, der du mein Pflug,<br />
Mein Spaten bist, mit dem ich pflüg und grabe.<br />
<br />
Und ganz gewiß, ich halte dich im Trabe,<br />
Und willig dienst du mir und ohne Lug,<br />
Und wirst mir dienen bis zum Aschenkrug,<br />
Zu hoffen wag ichs, noch mit mancher Gabe.<br />
<br />
Und was du auch gefehlt in Drang und Haft,<br />
Doch sah man dich nie bei der Menge nächtigen,<br />
Nein, einsam trugst du deiner Nächte Last.<br />
<br />
Nie schlichst du bei Gewaltigen und Mächtigen<br />
Dich dienend ein als kriecherischer Gast<br />
Und fröntest nie dem Schimmernden und Prächtigen.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hermann Marggraf </span>            <br />
1809 - 1864<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An meine Feder</span><br />
<br />
Dir dank ich alles, was ich bin und habe, -<br />
Zwar wenig ist’s, doch ist es mir genug, -<br />
Dir kleiner Federkiel, der du mein Pflug,<br />
Mein Spaten bist, mit dem ich pflüg und grabe.<br />
<br />
Und ganz gewiß, ich halte dich im Trabe,<br />
Und willig dienst du mir und ohne Lug,<br />
Und wirst mir dienen bis zum Aschenkrug,<br />
Zu hoffen wag ichs, noch mit mancher Gabe.<br />
<br />
Und was du auch gefehlt in Drang und Haft,<br />
Doch sah man dich nie bei der Menge nächtigen,<br />
Nein, einsam trugst du deiner Nächte Last.<br />
<br />
Nie schlichst du bei Gewaltigen und Mächtigen<br />
Dich dienend ein als kriecherischer Gast<br />
Und fröntest nie dem Schimmernden und Prächtigen.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Maltitz, Franz Friedrich Apollonius von:  Der Gefangene]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31694</link>
			<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 01:48:53 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31694</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Franz Friedrich Apollonius  <br />
Freiherr von Maltitz</span><br />
1795 - 1870 <br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Gefangene</span><br />
<br />
Von dr Fesseln Eisenlast gebunden,<br />
Schau’ ich weinend in des Aethers Blau,<br />
Mich erquicket nicht des Abends Thau,<br />
Schwer wie Ketten drücken mich die Stunden!<br />
<br />
Hätte früh mich Todesnacht umwunden!<br />
Mich ergriff das Leben hart und rauh,<br />
Ein Novembertag in düsterm Grau.<br />
Wer des Grabes Sicherheit gefunden,<br />
<br />
Den verfolgt der Fluch des Schicksals nimmer<br />
Denn es glänzent ihm ein bess’res Sein;<br />
Wie der Abendsonne milder Schimmer<br />
<br />
Strahlt mir jener selige Verein,<br />
Wo der Knechtschaft harte Ketten schwinden,<br />
Wo wir Glück und Freiheit wieder finden.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Franz Friedrich Apollonius  <br />
Freiherr von Maltitz</span><br />
1795 - 1870 <br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Gefangene</span><br />
<br />
Von dr Fesseln Eisenlast gebunden,<br />
Schau’ ich weinend in des Aethers Blau,<br />
Mich erquicket nicht des Abends Thau,<br />
Schwer wie Ketten drücken mich die Stunden!<br />
<br />
Hätte früh mich Todesnacht umwunden!<br />
Mich ergriff das Leben hart und rauh,<br />
Ein Novembertag in düsterm Grau.<br />
Wer des Grabes Sicherheit gefunden,<br />
<br />
Den verfolgt der Fluch des Schicksals nimmer<br />
Denn es glänzent ihm ein bess’res Sein;<br />
Wie der Abendsonne milder Schimmer<br />
<br />
Strahlt mir jener selige Verein,<br />
Wo der Knechtschaft harte Ketten schwinden,<br />
Wo wir Glück und Freiheit wieder finden.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Malsburg, Ernst Otto von der: Das Schöne]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31693</link>
			<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 01:46:34 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31693</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ernst Friedrich Georg Otto  <br />
von der Malsburg</span><br />
1786 - 1824<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Das Schöne</span><br />
<br />
Ja, laßt uns innig an dem Schönen halten;<br />
Es kann allein das Licht an’s Leben fesseln,<br />
Sein Strahl allein läßt aus der Erde Nesseln<br />
Des Himmels Immortellen sich entfalten.<br />
 <br />
O steigt herab, ihr leuchtenden Gestalten,<br />
Von euren blauen, sterndurchsä’ten Sesseln,<br />
Und laßt in diesen dumpfen Felsenkesseln<br />
Der Liebe Licht und der Begeist’rung walten.<br />
<br />
Ja, Freunde, nimmer wollen wir erkalten<br />
Für das, was hier in dieser düstern Welt<br />
Ein edles Herz allein noch aufrecht hält.<br />
<br />
Wir wollen wuchernd mit den Schätzen schalten<br />
Und geizig im phantast’schen Reichthum wühlen,<br />
Mit tiefer Lust und innigen Gefühlen.<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ernst Friedrich Georg Otto  <br />
von der Malsburg</span><br />
1786 - 1824<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Das Schöne</span><br />
<br />
Ja, laßt uns innig an dem Schönen halten;<br />
Es kann allein das Licht an’s Leben fesseln,<br />
Sein Strahl allein läßt aus der Erde Nesseln<br />
Des Himmels Immortellen sich entfalten.<br />
 <br />
O steigt herab, ihr leuchtenden Gestalten,<br />
Von euren blauen, sterndurchsä’ten Sesseln,<br />
Und laßt in diesen dumpfen Felsenkesseln<br />
Der Liebe Licht und der Begeist’rung walten.<br />
<br />
Ja, Freunde, nimmer wollen wir erkalten<br />
Für das, was hier in dieser düstern Welt<br />
Ein edles Herz allein noch aufrecht hält.<br />
<br />
Wir wollen wuchernd mit den Schätzen schalten<br />
Und geizig im phantast’schen Reichthum wühlen,<br />
Mit tiefer Lust und innigen Gefühlen.<br />
<br />
 <br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mahlmann, Siegfried August: Die Spröde]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31692</link>
			<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 01:43:59 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31692</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Siegfried August Mahlmann  </span>                    <br />
1771 - 1826<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Spröde</span><br />
<br />
Mit Blumen ist der holde Lenz gekommen,<br />
Gesang der Liebe tönt aus grünen Zweigen,<br />
Am Rosenstock sich junge Knospen zeigen<br />
Und Lebenshauch kommt durch die Luft geschwommen.<br />
<br />
Auch mir vom Herzen ist der Frost genommen,<br />
Gern geb’ ich meiner Holden mich zu eigen,<br />
Doch kann ich nicht ihr hartes Herz erweichen!<br />
Kein Frühling ist in ihrer Brust erglommen!<br />
<br />
Verstände sie der Nachtigallen Schlagen,<br />
Begriffe sie der Vöglein stilles Bauen,<br />
Nicht würde sie mir Kuß und Blick versagen –<br />
<br />
Sie sänk’ an meinen Busen voll Vertrauen<br />
Und Glück der Liebe würde blühn und reifen! –<br />
So reizend sein und gar nichts zu begreifen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Siegfried August Mahlmann  </span>                    <br />
1771 - 1826<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Spröde</span><br />
<br />
Mit Blumen ist der holde Lenz gekommen,<br />
Gesang der Liebe tönt aus grünen Zweigen,<br />
Am Rosenstock sich junge Knospen zeigen<br />
Und Lebenshauch kommt durch die Luft geschwommen.<br />
<br />
Auch mir vom Herzen ist der Frost genommen,<br />
Gern geb’ ich meiner Holden mich zu eigen,<br />
Doch kann ich nicht ihr hartes Herz erweichen!<br />
Kein Frühling ist in ihrer Brust erglommen!<br />
<br />
Verstände sie der Nachtigallen Schlagen,<br />
Begriffe sie der Vöglein stilles Bauen,<br />
Nicht würde sie mir Kuß und Blick versagen –<br />
<br />
Sie sänk’ an meinen Busen voll Vertrauen<br />
Und Glück der Liebe würde blühn und reifen! –<br />
So reizend sein und gar nichts zu begreifen!]]></content:encoded>
		</item>
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