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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Manfred Günther]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 20:00:13 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonettenkranz zum Vater Unser (15)]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26027</link>
			<pubDate>Fri, 08 Dec 2023 10:50:50 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26027</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sonettenkranz zum Vater Unser<br />
<br />
<br />
Die sieben Bitten des Vaterunsers</span><br />
<br />
<br />
Die 1. Bitte:    <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>      "Geheiligt werde dein Name"<br />
<br />
Die 2. Bitte:      <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>    "Dein Reich komme"<br />
<br />
Die 3. Bitte:      <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>      "Dein Wille geschehe"<br />
<br />
Die 4. Bitte:      <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>    "Unser tägliches Brot gib uns heute"<br />
<br />
Die 5. Bitte:    <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>      "Und vergib uns unsere Schuld"<br />
<br />
Die 6. Bitte:      <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>    "Und führe uns nicht in Versuchung"<br />
<br />
Die 7. Bitte:  <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>      "Erlöse uns von dem Bösen"<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">I "Geheiligt werde dein Name"</span><br />
<br />
Herr, laß nicht ab, zu lieben und zu tragen,<br />
wenn auch so vieler Ruf zu dir verklang.<br />
Es gibt auch andre noch, doch mir ist bang:<br />
Wie sind die Menschen rar, die nach dir fragen!<br />
<br />
Du lockst zu dir; die Welt ist abgebogen;<br />
es ist der Glanz der Dinge, der sie bannt.<br />
Sie hat dein Ziel, dein Zeichen nicht erkannt,<br />
die Macht, das Geld hat von dir weggezogen.<br />
<br />
Doch ist die Umkehr möglich, Wege offen<br />
und mancher Wink, der uns die Richtung weist.<br />
Er zeigt zu dir, zu Segen, Sinn und Hoffen...<br />
<br />
Er führt uns heim, nach Haus, zum "Vater" eben,<br />
wie du, o Herr, für deine Kinder heißt.<br />
Es ist dein Name, Gott, in dem wir leben!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II  "Geheiligt werde dein Name"</span><br />
<br />
Es ist dein Name, Gott, in dem wir leben,<br />
dein ganzes Wesen: Daß du Vater bist!<br />
Wie nur ein Freund, der groß und gütig ist,<br />
so tust du uns - auch wenn wir widerstreben!<br />
<br />
Es tut dir weh, wo wir nach Eig'nem trachten,<br />
die Hand verlassen, die uns nährt und schützt,<br />
um das zu tun, was unserm Namen nützt<br />
und so den deinen schmählich zu verachten.<br />
<br />
Du läßt uns los und solche Kinder sein,<br />
die ihrem Dünken nach nun Freiheit haben -<br />
und bleibst doch nah - nicht einer ist allein!<br />
<br />
Verbirgst dich zwar, doch dir verdanken wir<br />
Gesundheit, Kraft und alle andern Gaben,<br />
auch was wir selber sind, ist Teil von dir.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">III "Dein Reich komme"</span><br />
<br />
Auch was wir selber sind, ist Teil von dir,<br />
es ist Geschenk der Gnade - nur verliehen<br />
zu Gottes Dienst - auch wenn wir vor dir fliehen;<br />
doch nur zu deiner Ehre sind wir hier!<br />
<br />
Du lädst uns ein, mit deines Geistes Waffen,<br />
in deinem Namen das versproch'ne Reich,<br />
in dem du König bist und Menschen gleich,<br />
schon jetzt und hier, in dieser Welt zu schaffen.<br />
<br />
Ich zög're noch. Der Auftrag ist so groß -<br />
und ich so schwach. Wirst du mein Wollen stärken,<br />
und hilfst du mir? - Ich laß mich in dir los,<br />
<br />
bis ich mich ganz in deiner Kraft verlier'!<br />
Der große Gott in meinen Menschenwerken?<br />
Ich bin so klein - und doch vertraust du mir!?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">IV "Dein Reich komme"</span><br />
<br />
Ich bin so klein - und doch vertraust du mir,<br />
daß ich zum Zeichen und zur Hoffnung werde:<br />
Sie steht noch aus, die gute neue Erde,<br />
auf der einst Friede herrscht für Mensch und Tier.<br />
<br />
Sie steht noch aus! - und wird und muß noch kommen<br />
(und mancher wünscht und sehnt sie sich herbei!).<br />
Da werden Kranke heil, Gefang'ne frei<br />
und Tod und Schmerz und Ängste fortgenommen.<br />
<br />
So will ich, Gott, zu solchem Hinweis dienen:<br />
Daß schon begann, was einst vollendet wird;<br />
der Zukunft Anfang ist am Kreuz erschienen!<br />
<br />
Du wirst sie selbst ins Licht der Zeit erheben.<br />
Es ist an mir, bis dahin unbeirrt,<br />
von deinem Reich ein Zeugnis abzugeben.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">V "Dein Wille geschehe"</span><br />
<br />
Von deinem Reich ein Zeugnis abzugeben,<br />
hast du mir, Gott, als Lebenssinn bestimmt,<br />
und wo mein Herz sich dies zum Auftrag nimmt,<br />
da fließt die Kraft; ich trinke gleich den Reben<br />
<br />
an ihrem Stock den Saft, der sie erhält<br />
und ihnen Wachstum gibt und daß sie blühen.<br />
Es ist dein Schenken, Gott, nicht mein Bemühen<br />
und ist dein Wille, daß nicht eine fällt!<br />
<br />
Doch zwingst du nicht, ich kann mich von dir lösen,<br />
um das zu suchen, was mir Ziel und Glück...<br />
Du sagst dein Wort, doch hinderst nicht am Bösen,<br />
<br />
und selbst die Abkehr kannst du zugestehen;<br />
wo einer geht, du hältst ihn nicht zurück.<br />
Doch wird dein Wille, wenn du willst, geschehen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VI "Dein Wille geschehe"</span><br />
<br />
Es wird dein Wille, wenn du willst, geschehen<br />
und wär' der beste, deines Segens voll:<br />
Das klare Wort, wie jeder handeln soll,<br />
das rechte Maß, das Gute abzusehen.<br />
<br />
Doch sind wir blind, betört von eig'nen Dingen,<br />
so ganz vernarrt in Wissen und Verstand<br />
und was wir können, stolz auf unsre Hand<br />
und auf die Werke, die wir selbst vollbringen...<br />
<br />
Wir hören nicht, was deine Stimme will;<br />
wir sind erfüllt von unsrem eig'nen Wollen,<br />
ja, ganz beherrscht! Nur selten sind wir still,<br />
<br />
daß unser Schweigen deinen Willen ehrt. -<br />
Steht uns das zu: Verweigern, was wir sollen?<br />
Was ist ein Mensch, daß er dem Schöpfer wehrt?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VII "Unser tägliches Brot gib uns heute"</span><br />
<br />
Was ist ein Mensch, daß er dem Schöpfer wehrt,<br />
aus dessen Hand er kommt, der ihn gemacht<br />
und der im Geist ihn wunderbar erdacht<br />
zu seinem Ruhm; wer hat ihn denn gelehrt,<br />
<br />
nun Gottes Kraft, aus der er lebt, verlassen,<br />
um, wie er meint, dann groß und frei zu sein?<br />
Wo kommt das her? Wer gibt dem Menschen ein,<br />
gar Gott zu schmähen und ihn kalt zu hassen? -<br />
<br />
Ich will es sehen, all dies große Tun,<br />
daß laut mein Mund, was er mir schenkt, besinge:<br />
Nimm meinen Dank, mein Gott! Ich will nicht ruh'n,<br />
<br />
bis jedes Wort und Werk dein Lob vermehrt.<br />
Du bist die Freude, Schenker aller Dinge!<br />
Du gibst mir täglich, was mein Leib begehrt.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VIII "Unser täglich Brot gib uns heute"</span><br />
<br />
Du gibst mir täglich, was mein Leib begehrt,<br />
und auch mein Herz empfängt aus deinem Sorgen.<br />
Du bist mein Gestern, Gegenwart und Morgen,<br />
bewahrst mir Gut und Leben unversehrt.<br />
<br />
Ich habe Mut - er fließt aus deiner Güte<br />
und bin gesund - von deinem Blick bewacht;<br />
selbst wenn ich strauchle, hast du auf mich acht,<br />
daß deine Hand mich stärke und behüte.<br />
<br />
Du bist mir alles: Luft und Licht, das Treiben,<br />
aus dem mein Zweifel noch die Hoffnung zieht,<br />
wenn alles dunkel ist, bei dir zu bleiben.<br />
<br />
Herr, sei mein Ohr für meinen Ruf, mein Flehen<br />
und sei mein Trost und in der Angst mein Lied! -<br />
Mit deiner Hilfe kann ich sicher gehen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">IX "Und vergib uns unsere Schuld"</span><br />
<br />
Mit deiner Hilfe kann ich sicher gehen;<br />
ich hätte alles, was das Leben trägt<br />
und um zu trotzen, wenn das Schicksal schlägt<br />
und noch im Leid die Hand, die führt, zu sehen...<br />
<br />
Doch bin ich schwach. Es fehlt mir an Vertrauen,<br />
das noch im Dunkel deine Hand ergreift.<br />
Ich weiß: sie hält - und bin doch nicht gereift,<br />
nun meinen Glauben auf dein Wort zu bauen.<br />
<br />
Das nenn' ich Schuld: Dein Führen zu erfahren<br />
und wieder zaudern, schon beim nächsten Schritt,<br />
als wärst du fern und könntest nicht bewahren!<br />
<br />
Doch bleibst du treu! - all meiner Schuld entgegen,<br />
gehst du im Zweifel und Versagen mit! -<br />
Wie mach' ich gut die Fülle, allen Segen?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">X "Und vergib uns unsere Schuld"</span><br />
<br />
Wie mach' ich gut die Fülle, allen Segen?<br />
Ich müßte tätig sein, beharrlich, treu<br />
bei deiner Sache, müßte täglich neu<br />
in Dank und Teilen Mund und Hände regen.<br />
<br />
Mein ganzer Mensch, mein Handeln und mein Wesen<br />
soll wie ein Spiegel sein, der wiedergibt,<br />
wie mich zuerst des Vaters Güte liebt -<br />
in meiner Art sei Gottes Art zu lesen!<br />
<br />
Und bin doch dir und meinem Sollen fern,<br />
ein Kind der Zeit, verwechselbar mit allen,<br />
ein Bild der Welt, kein Spiegel meines Herrn!<br />
<br />
Trag' deinen Namen zwar, doch bin nicht echt<br />
und bin aus mir kein Mensch, dir zu gefallen:<br />
Ich biete Sünde dir und bin nicht recht.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">XI "Und führe uns nicht in Versuchung"</span><br />
<br />
Ich biete Sünde dir und bin nicht recht<br />
und möchte frei sein, alles das zu machen,<br />
was mir gefällt; auch häng' ich an den Sachen...<br />
So zieh' ich eng und enger das Geflecht,<br />
<br />
das meine Welt verbirgt vor deinen Blicken!<br />
Gott, hilf heraus und stelle vor mich hin,<br />
was meinem Leben Fülle gibt und Sinn<br />
und laß nicht zu, mich tiefer zu verstricken!<br />
<br />
Ich will heraus, aus allem, was mich bindet,<br />
damit mein Herz, im Handeln, wie es soll<br />
und wie du willst, die wahre Freiheit findet.<br />
<br />
Es wär' so viel, ja, alles dran gelegen!<br />
Doch hält's mich fest und zieht verhängnisvoll:<br />
Mein Tun und Denken geht auf eig'nen Wegen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">XII "Und führe uns nicht in Versuchung"</span><br />
<br />
Mein Tun und Denken geht auf eig'nen Wegen;<br />
es scheint mir oft, als hätt' ich nicht Gewalt<br />
in meinem Geist, wo ohne Maß und Halt<br />
die eig'nen Sinne fremde Wünsche hegen.<br />
<br />
Doch bin ich selbst der Ursprung der Gedanken,<br />
und nichts ist "fremd", was da nach außen dringt! -<br />
Sei du mein Meister, Gott, der mich bezwingt,<br />
und setze Ziele mir und klare Schranken!<br />
<br />
Und sei gefaßt, mein Gott, auch daß ich lüge<br />
und mich verstelle - selbst noch im Gebet.<br />
Zu schwer und hart sind mir die eig'nen Züge!<br />
<br />
So will ich dir mein tiefstes Wesen klagen:<br />
Ich bin kein Mensch, der zu sich selber steht;<br />
oft bin ich nicht, was meine Worte sagen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">XIII "Erlöse uns von dem Bösen"</span><br />
<br />
Oft bin ich nicht, was meine Worte sagen<br />
und halte kaum, was nur mein Blick verspricht...<br />
Aus meinem Innen kommt ein trübes Licht,<br />
weil viele Schatten Helles überragen.<br />
<br />
Du hast die Macht! Ich will mich gerne fügen.<br />
Zünd' groß, verzehrend deine Fackel an,<br />
daß sie vertreibt, was doch nicht strahlen kann<br />
und mach' ein Ende falschem Schein und Trügen.<br />
<br />
Du hast die Macht, die Mittel und die Kraft,<br />
mich aus mir selbst zu deinem Glanz zu führen.<br />
Wo nicht dein Wille meine Heilung schafft,<br />
<br />
da bin und bleib' ich meines Wesens Knecht,<br />
muß meiner Seele dunkle Kräfte spüren:<br />
Der eig'ne Wunsch, mein Wollen macht mich schlecht!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">XIV "Erlöse uns von dem Bösen"</span><br />
<br />
Der eig'ne Wunsch, mein Wollen macht mich schlecht.<br />
Doch hab' ich selbst, was aus mir wird, in Händen!<br />
Ich weiß den Weg: Die Umkehr kann es wenden;<br />
und weiß das Wort: "Wo ihr den Frieden brecht,<br />
<br />
da will ich Einsicht, Besserung und Reue!"<br />
Ich bin bereit! Nur schenk' mir, Gott, den Mut,<br />
der nach dem ersten weit're Schritte tut,<br />
daß sich mein Wesen tief und ganz erneue.<br />
<br />
Herr, mach' mich stark, wo meine Kräfte schwinden,<br />
und geh' auch mit und wo der Weg sich zweigt,<br />
da hab' Geduld und laß dich wieder finden.<br />
<br />
Und nimm die Angst und weise meinen Tagen<br />
dein großes Ziel - bis sich der letzte neigt...<br />
Herr, laß nicht ab, zu lieben und zu tragen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">XV </span>    ("Meistersonett")<br />
<br />
Es ist dein Name, Gott, in dem wir leben,<br />
auch was wir selber sind, ist Teil von dir.<br />
Ich bin so klein - und doch vertraust du mir,<br />
von deinem Reich ein Zeugnis abzugeben?<br />
<br />
Es wird dein Wille, wenn du willst, geschehen;<br />
was ist ein Mensch, daß er dem Schöpfer wehrt?<br />
Du gibst mir täglich, was mein Leib begehrt,<br />
mit deiner Hilfe kann ich sicher gehen.<br />
<br />
Wie mach' ich gut die Fülle, allen Segen?<br />
Ich biete Sünde dir und bin nicht recht:<br />
Mein Tun und Denken geht auf eig'nen Wegen!<br />
<br />
Oft bin ich nicht, was meine Worte sagen;<br />
der eig'ne Wunsch, mein Wollen macht mich schlecht!<br />
Herr, laß nicht ab, zu lieben und zu tragen!<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sonettenkranz zum Vater Unser<br />
<br />
<br />
Die sieben Bitten des Vaterunsers</span><br />
<br />
<br />
Die 1. Bitte:    <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>      "Geheiligt werde dein Name"<br />
<br />
Die 2. Bitte:      <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>    "Dein Reich komme"<br />
<br />
Die 3. Bitte:      <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>      "Dein Wille geschehe"<br />
<br />
Die 4. Bitte:      <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>    "Unser tägliches Brot gib uns heute"<br />
<br />
Die 5. Bitte:    <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>      "Und vergib uns unsere Schuld"<br />
<br />
Die 6. Bitte:      <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>    "Und führe uns nicht in Versuchung"<br />
<br />
Die 7. Bitte:  <span style="color: #ffffff;" class="mycode_color">--------- </span>      "Erlöse uns von dem Bösen"<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">I "Geheiligt werde dein Name"</span><br />
<br />
Herr, laß nicht ab, zu lieben und zu tragen,<br />
wenn auch so vieler Ruf zu dir verklang.<br />
Es gibt auch andre noch, doch mir ist bang:<br />
Wie sind die Menschen rar, die nach dir fragen!<br />
<br />
Du lockst zu dir; die Welt ist abgebogen;<br />
es ist der Glanz der Dinge, der sie bannt.<br />
Sie hat dein Ziel, dein Zeichen nicht erkannt,<br />
die Macht, das Geld hat von dir weggezogen.<br />
<br />
Doch ist die Umkehr möglich, Wege offen<br />
und mancher Wink, der uns die Richtung weist.<br />
Er zeigt zu dir, zu Segen, Sinn und Hoffen...<br />
<br />
Er führt uns heim, nach Haus, zum "Vater" eben,<br />
wie du, o Herr, für deine Kinder heißt.<br />
Es ist dein Name, Gott, in dem wir leben!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II  "Geheiligt werde dein Name"</span><br />
<br />
Es ist dein Name, Gott, in dem wir leben,<br />
dein ganzes Wesen: Daß du Vater bist!<br />
Wie nur ein Freund, der groß und gütig ist,<br />
so tust du uns - auch wenn wir widerstreben!<br />
<br />
Es tut dir weh, wo wir nach Eig'nem trachten,<br />
die Hand verlassen, die uns nährt und schützt,<br />
um das zu tun, was unserm Namen nützt<br />
und so den deinen schmählich zu verachten.<br />
<br />
Du läßt uns los und solche Kinder sein,<br />
die ihrem Dünken nach nun Freiheit haben -<br />
und bleibst doch nah - nicht einer ist allein!<br />
<br />
Verbirgst dich zwar, doch dir verdanken wir<br />
Gesundheit, Kraft und alle andern Gaben,<br />
auch was wir selber sind, ist Teil von dir.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">III "Dein Reich komme"</span><br />
<br />
Auch was wir selber sind, ist Teil von dir,<br />
es ist Geschenk der Gnade - nur verliehen<br />
zu Gottes Dienst - auch wenn wir vor dir fliehen;<br />
doch nur zu deiner Ehre sind wir hier!<br />
<br />
Du lädst uns ein, mit deines Geistes Waffen,<br />
in deinem Namen das versproch'ne Reich,<br />
in dem du König bist und Menschen gleich,<br />
schon jetzt und hier, in dieser Welt zu schaffen.<br />
<br />
Ich zög're noch. Der Auftrag ist so groß -<br />
und ich so schwach. Wirst du mein Wollen stärken,<br />
und hilfst du mir? - Ich laß mich in dir los,<br />
<br />
bis ich mich ganz in deiner Kraft verlier'!<br />
Der große Gott in meinen Menschenwerken?<br />
Ich bin so klein - und doch vertraust du mir!?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">IV "Dein Reich komme"</span><br />
<br />
Ich bin so klein - und doch vertraust du mir,<br />
daß ich zum Zeichen und zur Hoffnung werde:<br />
Sie steht noch aus, die gute neue Erde,<br />
auf der einst Friede herrscht für Mensch und Tier.<br />
<br />
Sie steht noch aus! - und wird und muß noch kommen<br />
(und mancher wünscht und sehnt sie sich herbei!).<br />
Da werden Kranke heil, Gefang'ne frei<br />
und Tod und Schmerz und Ängste fortgenommen.<br />
<br />
So will ich, Gott, zu solchem Hinweis dienen:<br />
Daß schon begann, was einst vollendet wird;<br />
der Zukunft Anfang ist am Kreuz erschienen!<br />
<br />
Du wirst sie selbst ins Licht der Zeit erheben.<br />
Es ist an mir, bis dahin unbeirrt,<br />
von deinem Reich ein Zeugnis abzugeben.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">V "Dein Wille geschehe"</span><br />
<br />
Von deinem Reich ein Zeugnis abzugeben,<br />
hast du mir, Gott, als Lebenssinn bestimmt,<br />
und wo mein Herz sich dies zum Auftrag nimmt,<br />
da fließt die Kraft; ich trinke gleich den Reben<br />
<br />
an ihrem Stock den Saft, der sie erhält<br />
und ihnen Wachstum gibt und daß sie blühen.<br />
Es ist dein Schenken, Gott, nicht mein Bemühen<br />
und ist dein Wille, daß nicht eine fällt!<br />
<br />
Doch zwingst du nicht, ich kann mich von dir lösen,<br />
um das zu suchen, was mir Ziel und Glück...<br />
Du sagst dein Wort, doch hinderst nicht am Bösen,<br />
<br />
und selbst die Abkehr kannst du zugestehen;<br />
wo einer geht, du hältst ihn nicht zurück.<br />
Doch wird dein Wille, wenn du willst, geschehen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VI "Dein Wille geschehe"</span><br />
<br />
Es wird dein Wille, wenn du willst, geschehen<br />
und wär' der beste, deines Segens voll:<br />
Das klare Wort, wie jeder handeln soll,<br />
das rechte Maß, das Gute abzusehen.<br />
<br />
Doch sind wir blind, betört von eig'nen Dingen,<br />
so ganz vernarrt in Wissen und Verstand<br />
und was wir können, stolz auf unsre Hand<br />
und auf die Werke, die wir selbst vollbringen...<br />
<br />
Wir hören nicht, was deine Stimme will;<br />
wir sind erfüllt von unsrem eig'nen Wollen,<br />
ja, ganz beherrscht! Nur selten sind wir still,<br />
<br />
daß unser Schweigen deinen Willen ehrt. -<br />
Steht uns das zu: Verweigern, was wir sollen?<br />
Was ist ein Mensch, daß er dem Schöpfer wehrt?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VII "Unser tägliches Brot gib uns heute"</span><br />
<br />
Was ist ein Mensch, daß er dem Schöpfer wehrt,<br />
aus dessen Hand er kommt, der ihn gemacht<br />
und der im Geist ihn wunderbar erdacht<br />
zu seinem Ruhm; wer hat ihn denn gelehrt,<br />
<br />
nun Gottes Kraft, aus der er lebt, verlassen,<br />
um, wie er meint, dann groß und frei zu sein?<br />
Wo kommt das her? Wer gibt dem Menschen ein,<br />
gar Gott zu schmähen und ihn kalt zu hassen? -<br />
<br />
Ich will es sehen, all dies große Tun,<br />
daß laut mein Mund, was er mir schenkt, besinge:<br />
Nimm meinen Dank, mein Gott! Ich will nicht ruh'n,<br />
<br />
bis jedes Wort und Werk dein Lob vermehrt.<br />
Du bist die Freude, Schenker aller Dinge!<br />
Du gibst mir täglich, was mein Leib begehrt.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">VIII "Unser täglich Brot gib uns heute"</span><br />
<br />
Du gibst mir täglich, was mein Leib begehrt,<br />
und auch mein Herz empfängt aus deinem Sorgen.<br />
Du bist mein Gestern, Gegenwart und Morgen,<br />
bewahrst mir Gut und Leben unversehrt.<br />
<br />
Ich habe Mut - er fließt aus deiner Güte<br />
und bin gesund - von deinem Blick bewacht;<br />
selbst wenn ich strauchle, hast du auf mich acht,<br />
daß deine Hand mich stärke und behüte.<br />
<br />
Du bist mir alles: Luft und Licht, das Treiben,<br />
aus dem mein Zweifel noch die Hoffnung zieht,<br />
wenn alles dunkel ist, bei dir zu bleiben.<br />
<br />
Herr, sei mein Ohr für meinen Ruf, mein Flehen<br />
und sei mein Trost und in der Angst mein Lied! -<br />
Mit deiner Hilfe kann ich sicher gehen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">IX "Und vergib uns unsere Schuld"</span><br />
<br />
Mit deiner Hilfe kann ich sicher gehen;<br />
ich hätte alles, was das Leben trägt<br />
und um zu trotzen, wenn das Schicksal schlägt<br />
und noch im Leid die Hand, die führt, zu sehen...<br />
<br />
Doch bin ich schwach. Es fehlt mir an Vertrauen,<br />
das noch im Dunkel deine Hand ergreift.<br />
Ich weiß: sie hält - und bin doch nicht gereift,<br />
nun meinen Glauben auf dein Wort zu bauen.<br />
<br />
Das nenn' ich Schuld: Dein Führen zu erfahren<br />
und wieder zaudern, schon beim nächsten Schritt,<br />
als wärst du fern und könntest nicht bewahren!<br />
<br />
Doch bleibst du treu! - all meiner Schuld entgegen,<br />
gehst du im Zweifel und Versagen mit! -<br />
Wie mach' ich gut die Fülle, allen Segen?<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">X "Und vergib uns unsere Schuld"</span><br />
<br />
Wie mach' ich gut die Fülle, allen Segen?<br />
Ich müßte tätig sein, beharrlich, treu<br />
bei deiner Sache, müßte täglich neu<br />
in Dank und Teilen Mund und Hände regen.<br />
<br />
Mein ganzer Mensch, mein Handeln und mein Wesen<br />
soll wie ein Spiegel sein, der wiedergibt,<br />
wie mich zuerst des Vaters Güte liebt -<br />
in meiner Art sei Gottes Art zu lesen!<br />
<br />
Und bin doch dir und meinem Sollen fern,<br />
ein Kind der Zeit, verwechselbar mit allen,<br />
ein Bild der Welt, kein Spiegel meines Herrn!<br />
<br />
Trag' deinen Namen zwar, doch bin nicht echt<br />
und bin aus mir kein Mensch, dir zu gefallen:<br />
Ich biete Sünde dir und bin nicht recht.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">XI "Und führe uns nicht in Versuchung"</span><br />
<br />
Ich biete Sünde dir und bin nicht recht<br />
und möchte frei sein, alles das zu machen,<br />
was mir gefällt; auch häng' ich an den Sachen...<br />
So zieh' ich eng und enger das Geflecht,<br />
<br />
das meine Welt verbirgt vor deinen Blicken!<br />
Gott, hilf heraus und stelle vor mich hin,<br />
was meinem Leben Fülle gibt und Sinn<br />
und laß nicht zu, mich tiefer zu verstricken!<br />
<br />
Ich will heraus, aus allem, was mich bindet,<br />
damit mein Herz, im Handeln, wie es soll<br />
und wie du willst, die wahre Freiheit findet.<br />
<br />
Es wär' so viel, ja, alles dran gelegen!<br />
Doch hält's mich fest und zieht verhängnisvoll:<br />
Mein Tun und Denken geht auf eig'nen Wegen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">XII "Und führe uns nicht in Versuchung"</span><br />
<br />
Mein Tun und Denken geht auf eig'nen Wegen;<br />
es scheint mir oft, als hätt' ich nicht Gewalt<br />
in meinem Geist, wo ohne Maß und Halt<br />
die eig'nen Sinne fremde Wünsche hegen.<br />
<br />
Doch bin ich selbst der Ursprung der Gedanken,<br />
und nichts ist "fremd", was da nach außen dringt! -<br />
Sei du mein Meister, Gott, der mich bezwingt,<br />
und setze Ziele mir und klare Schranken!<br />
<br />
Und sei gefaßt, mein Gott, auch daß ich lüge<br />
und mich verstelle - selbst noch im Gebet.<br />
Zu schwer und hart sind mir die eig'nen Züge!<br />
<br />
So will ich dir mein tiefstes Wesen klagen:<br />
Ich bin kein Mensch, der zu sich selber steht;<br />
oft bin ich nicht, was meine Worte sagen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">XIII "Erlöse uns von dem Bösen"</span><br />
<br />
Oft bin ich nicht, was meine Worte sagen<br />
und halte kaum, was nur mein Blick verspricht...<br />
Aus meinem Innen kommt ein trübes Licht,<br />
weil viele Schatten Helles überragen.<br />
<br />
Du hast die Macht! Ich will mich gerne fügen.<br />
Zünd' groß, verzehrend deine Fackel an,<br />
daß sie vertreibt, was doch nicht strahlen kann<br />
und mach' ein Ende falschem Schein und Trügen.<br />
<br />
Du hast die Macht, die Mittel und die Kraft,<br />
mich aus mir selbst zu deinem Glanz zu führen.<br />
Wo nicht dein Wille meine Heilung schafft,<br />
<br />
da bin und bleib' ich meines Wesens Knecht,<br />
muß meiner Seele dunkle Kräfte spüren:<br />
Der eig'ne Wunsch, mein Wollen macht mich schlecht!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">XIV "Erlöse uns von dem Bösen"</span><br />
<br />
Der eig'ne Wunsch, mein Wollen macht mich schlecht.<br />
Doch hab' ich selbst, was aus mir wird, in Händen!<br />
Ich weiß den Weg: Die Umkehr kann es wenden;<br />
und weiß das Wort: "Wo ihr den Frieden brecht,<br />
<br />
da will ich Einsicht, Besserung und Reue!"<br />
Ich bin bereit! Nur schenk' mir, Gott, den Mut,<br />
der nach dem ersten weit're Schritte tut,<br />
daß sich mein Wesen tief und ganz erneue.<br />
<br />
Herr, mach' mich stark, wo meine Kräfte schwinden,<br />
und geh' auch mit und wo der Weg sich zweigt,<br />
da hab' Geduld und laß dich wieder finden.<br />
<br />
Und nimm die Angst und weise meinen Tagen<br />
dein großes Ziel - bis sich der letzte neigt...<br />
Herr, laß nicht ab, zu lieben und zu tragen!<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">XV </span>    ("Meistersonett")<br />
<br />
Es ist dein Name, Gott, in dem wir leben,<br />
auch was wir selber sind, ist Teil von dir.<br />
Ich bin so klein - und doch vertraust du mir,<br />
von deinem Reich ein Zeugnis abzugeben?<br />
<br />
Es wird dein Wille, wenn du willst, geschehen;<br />
was ist ein Mensch, daß er dem Schöpfer wehrt?<br />
Du gibst mir täglich, was mein Leib begehrt,<br />
mit deiner Hilfe kann ich sicher gehen.<br />
<br />
Wie mach' ich gut die Fülle, allen Segen?<br />
Ich biete Sünde dir und bin nicht recht:<br />
Mein Tun und Denken geht auf eig'nen Wegen!<br />
<br />
Oft bin ich nicht, was meine Worte sagen;<br />
der eig'ne Wunsch, mein Wollen macht mich schlecht!<br />
Herr, laß nicht ab, zu lieben und zu tragen!<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
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