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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Gerhart Hauptmann ]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 13:30:47 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[SCHMAROTZER]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26939</link>
			<pubDate>Tue, 30 Jan 2024 09:10:18 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26939</guid>
			<description><![CDATA[SCHMAROTZER<br />
<br />
Schmarotzer drängen sich um deine Reste,<br />
mein armer Bruder. Ein nichtsnutziger Schleicher<br />
stiehlt Seelen. Doch er wird deshalb nicht reicher,<br />
so viel er deren kröpft beim Fledderfeste.<br />
<br />
Als dich besuchen kam der Gast der Gäste,<br />
da stand im andern Sinn ein ewig gleicher<br />
an deinem Bett, schlau wartend, daß den Speicher<br />
der Tod eröffne und er dann sich mäste.<br />
<br />
In seiner Seele waren nicht Gedanken,<br />
viel eher wohl entartete Harpyien,<br />
entartet im Gesang, nicht in den Pranken.<br />
<br />
Wir hörten ihre Trauermelodien;<br />
Hyänen strichen die bestaubten Flanken<br />
und hatten grenzenlose Phantasien.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[SCHMAROTZER<br />
<br />
Schmarotzer drängen sich um deine Reste,<br />
mein armer Bruder. Ein nichtsnutziger Schleicher<br />
stiehlt Seelen. Doch er wird deshalb nicht reicher,<br />
so viel er deren kröpft beim Fledderfeste.<br />
<br />
Als dich besuchen kam der Gast der Gäste,<br />
da stand im andern Sinn ein ewig gleicher<br />
an deinem Bett, schlau wartend, daß den Speicher<br />
der Tod eröffne und er dann sich mäste.<br />
<br />
In seiner Seele waren nicht Gedanken,<br />
viel eher wohl entartete Harpyien,<br />
entartet im Gesang, nicht in den Pranken.<br />
<br />
Wir hörten ihre Trauermelodien;<br />
Hyänen strichen die bestaubten Flanken<br />
und hatten grenzenlose Phantasien.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[RITTER, TOD UND TEUFEL]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26937</link>
			<pubDate>Sun, 28 Jan 2024 04:48:05 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26937</guid>
			<description><![CDATA[RITTER, TOD UND TEUFEL<br />
<br />
Was in sich einig ist, ist in sich stark:<br />
drum, deutsches Volk, sei einig, einig, einig!<br />
Dein Rock ist heute etwas fadenscheinig,<br />
allein noch bist du unversehrt im Mark.<br />
<br />
Verlästerung umtanzt dich tausendbeinig<br />
und überschüttet dich mit jedem Quark,<br />
wutheulend zimmert man an deinem Sarg,<br />
nie war dein Weg so dornenvoll, so steinig.<br />
<br />
Trotzdem, trotz alledem: nicht wirst du fallen,<br />
nie eine Beute deiner Quäler werden,<br />
bleibst du ein Leib mit deinen Gliedern allen.<br />
<br />
Neu, unvermindert wirst du blühn auf Erden,<br />
zerfleischest du dich nicht mit eignen Krallen,<br />
so toll sich Tod und Teufel auch gebärden!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[RITTER, TOD UND TEUFEL<br />
<br />
Was in sich einig ist, ist in sich stark:<br />
drum, deutsches Volk, sei einig, einig, einig!<br />
Dein Rock ist heute etwas fadenscheinig,<br />
allein noch bist du unversehrt im Mark.<br />
<br />
Verlästerung umtanzt dich tausendbeinig<br />
und überschüttet dich mit jedem Quark,<br />
wutheulend zimmert man an deinem Sarg,<br />
nie war dein Weg so dornenvoll, so steinig.<br />
<br />
Trotzdem, trotz alledem: nicht wirst du fallen,<br />
nie eine Beute deiner Quäler werden,<br />
bleibst du ein Leib mit deinen Gliedern allen.<br />
<br />
Neu, unvermindert wirst du blühn auf Erden,<br />
zerfleischest du dich nicht mit eignen Krallen,<br />
so toll sich Tod und Teufel auch gebärden!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Madonna, o wie oft zu deinem Haine]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26935</link>
			<pubDate>Fri, 26 Jan 2024 11:14:21 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26935</guid>
			<description><![CDATA[Madonna, o wie oft zu deinem Haine<br />
hast du mich aus des Nordens Nacht gezogen:<br />
ich sagte: oft! und habe nicht gelogen,<br />
denn hundert Male rechn’ ich jedes eine.<br />
<br />
O seliger Gipfel, drauf du glühst aus Steine,<br />
der Marmor von der Sonne Glanz durchsogen,<br />
von Pinienhäuptern köstlich überbogen,<br />
von Duft umflossen wie von süßem Weine!<br />
<br />
Du kennst mich, o geliebteste Madonne,<br />
und wartest mein als deines treusten Ritters,<br />
daß er in dir und Südens Glut sich sonne.<br />
<br />
Du, die voll Güte sich erfreut des Flitters,<br />
gewähre mir noch einmal jene Wonne,<br />
im Kuß zu nahn der Masche deines Gitters.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Madonna, o wie oft zu deinem Haine<br />
hast du mich aus des Nordens Nacht gezogen:<br />
ich sagte: oft! und habe nicht gelogen,<br />
denn hundert Male rechn’ ich jedes eine.<br />
<br />
O seliger Gipfel, drauf du glühst aus Steine,<br />
der Marmor von der Sonne Glanz durchsogen,<br />
von Pinienhäuptern köstlich überbogen,<br />
von Duft umflossen wie von süßem Weine!<br />
<br />
Du kennst mich, o geliebteste Madonne,<br />
und wartest mein als deines treusten Ritters,<br />
daß er in dir und Südens Glut sich sonne.<br />
<br />
Du, die voll Güte sich erfreut des Flitters,<br />
gewähre mir noch einmal jene Wonne,<br />
im Kuß zu nahn der Masche deines Gitters.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[ZEIT UND EWIGKEIT]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26936</link>
			<pubDate>Wed, 24 Jan 2024 07:46:22 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26936</guid>
			<description><![CDATA[ZEIT UND EWIGKEIT<br />
<br />
Der einsam stieg, nur immer um zu steigen,<br />
durchs maiengoldne Tal, durch Juligluten,<br />
durch stille Seeen, schäumend wilde Fluten,<br />
durch Wälder, bis der Klippen kahles Schweigen<br />
<br />
begann, der einsam stieg, wo Firnen ruhten,<br />
die unbetretnes Weiß Äonen zeigen,<br />
ihm widerfährt ein Ding so ernst als eigen;<br />
denn einen Bruder trifft er im Verbluten.<br />
<br />
Was tun? So gipfelnah dem reinsten Ziele,<br />
gilt’s jetzt dem Rettungswerke sich ergeben:<br />
den Wunden in die tiefre Hütte schleifen<br />
<br />
und weiter abwärts steigend Helfer viele<br />
aufrufen, um das andre fremde Leben<br />
mit tausend Retterhänden zu ergreifen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[ZEIT UND EWIGKEIT<br />
<br />
Der einsam stieg, nur immer um zu steigen,<br />
durchs maiengoldne Tal, durch Juligluten,<br />
durch stille Seeen, schäumend wilde Fluten,<br />
durch Wälder, bis der Klippen kahles Schweigen<br />
<br />
begann, der einsam stieg, wo Firnen ruhten,<br />
die unbetretnes Weiß Äonen zeigen,<br />
ihm widerfährt ein Ding so ernst als eigen;<br />
denn einen Bruder trifft er im Verbluten.<br />
<br />
Was tun? So gipfelnah dem reinsten Ziele,<br />
gilt’s jetzt dem Rettungswerke sich ergeben:<br />
den Wunden in die tiefre Hütte schleifen<br />
<br />
und weiter abwärts steigend Helfer viele<br />
aufrufen, um das andre fremde Leben<br />
mit tausend Retterhänden zu ergreifen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wenn Schatten dringen, Wirrwarr, in die Säfte]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26934</link>
			<pubDate>Mon, 22 Jan 2024 08:04:15 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26934</guid>
			<description><![CDATA[Wenn Schatten dringen, Wirrwarr, in die Säfte<br />
und Sehnen sind wie überspannte Geigen<br />
und Gluten, sich durch qualenreiches Schweigen<br />
hindrängend, unterwühlen deine Kräfte:<br />
<br />
da sollten jene Himmelsboten steigen<br />
herab, die wir so viele Male nannten,<br />
und jene, die uns bis zum Reißen spannten,<br />
fortscheuchen, sprengend ihren Flammenreigen.<br />
<br />
Allein wo sind die himmlischen Gesandten<br />
in solcher Not, die Höllenbrunst zu kühlen?<br />
und schwer errungener Weisheit Talismane,<br />
<br />
wo sind sie? Nein, wir bleiben die Verbannten.<br />
Und wenn wir Hauch der Paradiese fühlen,<br />
so blähn sie nur die Segel unsrem Wahne.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wenn Schatten dringen, Wirrwarr, in die Säfte<br />
und Sehnen sind wie überspannte Geigen<br />
und Gluten, sich durch qualenreiches Schweigen<br />
hindrängend, unterwühlen deine Kräfte:<br />
<br />
da sollten jene Himmelsboten steigen<br />
herab, die wir so viele Male nannten,<br />
und jene, die uns bis zum Reißen spannten,<br />
fortscheuchen, sprengend ihren Flammenreigen.<br />
<br />
Allein wo sind die himmlischen Gesandten<br />
in solcher Not, die Höllenbrunst zu kühlen?<br />
und schwer errungener Weisheit Talismane,<br />
<br />
wo sind sie? Nein, wir bleiben die Verbannten.<br />
Und wenn wir Hauch der Paradiese fühlen,<br />
so blähn sie nur die Segel unsrem Wahne.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Glückselige Küste, grünen Meerestiefen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26933</link>
			<pubDate>Sat, 20 Jan 2024 02:13:10 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26933</guid>
			<description><![CDATA[Glückselige Küste, grünen Meerestiefen<br />
furchtbar enthoben, pinienüberdachet:<br />
hier hab’ ich morgendlich herangewachet<br />
Eos und ihn, den Gott, den Steine loben.<br />
<br />
Wie haben heilige Zauber sich verwoben<br />
damals der Seele, die noch heute lachet!<br />
Vom Purpurlicht, von Blütenglut entfachet<br />
und diamantnem Funkensturm durchstoben,<br />
<br />
gedenkt sie deiner, süß erhabne Stätte,<br />
im Leichenweiß des Nordens und in Nächten,<br />
wo schwarze Stürme klagen um ihr Bette.<br />
<br />
Und trotzdem wird es Licht in ihren Schächten;<br />
von goldnen Eimern eine goldne Kette<br />
ergießt sich, füllt sie ganz mit ihren Prächten.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Glückselige Küste, grünen Meerestiefen<br />
furchtbar enthoben, pinienüberdachet:<br />
hier hab’ ich morgendlich herangewachet<br />
Eos und ihn, den Gott, den Steine loben.<br />
<br />
Wie haben heilige Zauber sich verwoben<br />
damals der Seele, die noch heute lachet!<br />
Vom Purpurlicht, von Blütenglut entfachet<br />
und diamantnem Funkensturm durchstoben,<br />
<br />
gedenkt sie deiner, süß erhabne Stätte,<br />
im Leichenweiß des Nordens und in Nächten,<br />
wo schwarze Stürme klagen um ihr Bette.<br />
<br />
Und trotzdem wird es Licht in ihren Schächten;<br />
von goldnen Eimern eine goldne Kette<br />
ergießt sich, füllt sie ganz mit ihren Prächten.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hier sah ich neunzig Sonnen sich erheben]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26932</link>
			<pubDate>Thu, 18 Jan 2024 08:45:35 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26932</guid>
			<description><![CDATA[Hier sah ich neunzig Sonnen sich erheben<br />
aus heiliger Flut: wie eine Purpurqualle<br />
enttauchte jede leis dem Wasserschwalle,<br />
um schnell befreit und strahlend zu entschweben.<br />
<br />
O mächtge Sonnen, eine so wie alle,<br />
ich fühle noch mein innerstes Erbeben<br />
von eures Aufstiegs ungeheurem Leben<br />
stärker von Feuerball zu Feuerballe.<br />
<br />
O neunzig Sonnen, landend an dem Ufer,<br />
dran meines Gartens Pinien sich geheftet,<br />
den Fels berennend, dran ich mich geklammert<br />
<br />
als ein betäubter Beter, Frager, Rufer:<br />
mein seliges Auge habt ihr nicht entkräftet,<br />
ihr neunzig Sonnen, die ihr drauf gehammert.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hier sah ich neunzig Sonnen sich erheben<br />
aus heiliger Flut: wie eine Purpurqualle<br />
enttauchte jede leis dem Wasserschwalle,<br />
um schnell befreit und strahlend zu entschweben.<br />
<br />
O mächtge Sonnen, eine so wie alle,<br />
ich fühle noch mein innerstes Erbeben<br />
von eures Aufstiegs ungeheurem Leben<br />
stärker von Feuerball zu Feuerballe.<br />
<br />
O neunzig Sonnen, landend an dem Ufer,<br />
dran meines Gartens Pinien sich geheftet,<br />
den Fels berennend, dran ich mich geklammert<br />
<br />
als ein betäubter Beter, Frager, Rufer:<br />
mein seliges Auge habt ihr nicht entkräftet,<br />
ihr neunzig Sonnen, die ihr drauf gehammert.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[DEM ANDENKEN DES BILDHAUERS WEIZENBERG  (2)]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26931</link>
			<pubDate>Tue, 16 Jan 2024 08:59:47 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26931</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">DEM ANDENKEN DES BILDHAUERS WEIZENBERG<br />
<br />
I</span><br />
<br />
Ein Bauernbursch: du kamst auf nackten Sohlen<br />
von Estland, Rom dein Ziel, das du erreichtest,<br />
begeistrungstrunken. Bis du dann erbleichtest<br />
an Lipp’ und Scheitel und an kalten Kohlen<br />
<br />
dir deine starren Hände nicht erweichtest.<br />
Dein Glaube hat, Begeistrung, dich bestohlen<br />
um Heimat, Ehe, Kinder. Unverhohlen:<br />
vernichtend ist, was du der Jugend beichtest.<br />
<br />
Du hattest Grund, an eine Kraft zu glauben,<br />
die so ins reinste Opfer dich gerissen,<br />
und an die Weihe in den sieben Hügeln.<br />
<br />
Sie aber taten nichts, als dich berauben.<br />
Dies nackte Elend hat dein Herz zerrissen,<br />
du bist verblutet mit gebrochnen Flügeln.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2</span><br />
<br />
Noch seh’ ich dich inmitten deiner Götter,<br />
die niemand ehrte, du enttäuschter Schöpfer.<br />
Du riefst: Oh, wär’ ich doch ein schlechter Töpfer<br />
statt Göttervater und zugleich ihr Spötter!<br />
<br />
Ein Schwert, so mach’ ich mich zum eignen Köpfer!<br />
Ein Beil, so schmettr’ ich meine Marmorwerke<br />
zu Staub! Zerstörend bleibt mir jene Stärke,<br />
die schaffend mich betrog. Gebt her den Klöpfer,<br />
<br />
mit dem ich nutzlos auf den Meißel pochte<br />
jahrzehntelang, durch mühevolle Tage<br />
und schlaflos lange, martervolle Nächte!<br />
<br />
Und wer den Stein zu wecken nicht vermochte,<br />
dem öffnet wohl, mit einem Meisterschlage,<br />
die eigne Gruft die stets betrogne Rechte.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">DEM ANDENKEN DES BILDHAUERS WEIZENBERG<br />
<br />
I</span><br />
<br />
Ein Bauernbursch: du kamst auf nackten Sohlen<br />
von Estland, Rom dein Ziel, das du erreichtest,<br />
begeistrungstrunken. Bis du dann erbleichtest<br />
an Lipp’ und Scheitel und an kalten Kohlen<br />
<br />
dir deine starren Hände nicht erweichtest.<br />
Dein Glaube hat, Begeistrung, dich bestohlen<br />
um Heimat, Ehe, Kinder. Unverhohlen:<br />
vernichtend ist, was du der Jugend beichtest.<br />
<br />
Du hattest Grund, an eine Kraft zu glauben,<br />
die so ins reinste Opfer dich gerissen,<br />
und an die Weihe in den sieben Hügeln.<br />
<br />
Sie aber taten nichts, als dich berauben.<br />
Dies nackte Elend hat dein Herz zerrissen,<br />
du bist verblutet mit gebrochnen Flügeln.<br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2</span><br />
<br />
Noch seh’ ich dich inmitten deiner Götter,<br />
die niemand ehrte, du enttäuschter Schöpfer.<br />
Du riefst: Oh, wär’ ich doch ein schlechter Töpfer<br />
statt Göttervater und zugleich ihr Spötter!<br />
<br />
Ein Schwert, so mach’ ich mich zum eignen Köpfer!<br />
Ein Beil, so schmettr’ ich meine Marmorwerke<br />
zu Staub! Zerstörend bleibt mir jene Stärke,<br />
die schaffend mich betrog. Gebt her den Klöpfer,<br />
<br />
mit dem ich nutzlos auf den Meißel pochte<br />
jahrzehntelang, durch mühevolle Tage<br />
und schlaflos lange, martervolle Nächte!<br />
<br />
Und wer den Stein zu wecken nicht vermochte,<br />
dem öffnet wohl, mit einem Meisterschlage,<br />
die eigne Gruft die stets betrogne Rechte.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Gewiß: euch allen hab’ ich längst verziehn]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26930</link>
			<pubDate>Sun, 14 Jan 2024 03:57:03 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26930</guid>
			<description><![CDATA[Gewiß: euch allen hab’ ich längst verziehn;<br />
verzeihen aber heißt noch nicht vergessen.<br />
Denn heut wird im Erinnern zugemessen<br />
als Gold, was damals schlechter Kehricht schien.<br />
<br />
Und hat sich so verwandelt unterdessen,<br />
was Neid und Ingrimm damals ausgespien,<br />
wer nun verargt mir, goldne Frucht zu ziehn<br />
aus jenen Saaten und zugunsten wessen?<br />
<br />
Absolvo vos! Und nochmals, habt Vergebung!<br />
Doch gebt mir zu, daß keiner einst es dachte,<br />
was er mir, rülpsend, für Geschenke machte.<br />
<br />
Dergleichen Einsicht ist gewiß Erhebung.<br />
Erwiesen ist die Kunst, die vielbelachte,<br />
die lautres Gold aus Dreck zu machen dachte.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Gewiß: euch allen hab’ ich längst verziehn;<br />
verzeihen aber heißt noch nicht vergessen.<br />
Denn heut wird im Erinnern zugemessen<br />
als Gold, was damals schlechter Kehricht schien.<br />
<br />
Und hat sich so verwandelt unterdessen,<br />
was Neid und Ingrimm damals ausgespien,<br />
wer nun verargt mir, goldne Frucht zu ziehn<br />
aus jenen Saaten und zugunsten wessen?<br />
<br />
Absolvo vos! Und nochmals, habt Vergebung!<br />
Doch gebt mir zu, daß keiner einst es dachte,<br />
was er mir, rülpsend, für Geschenke machte.<br />
<br />
Dergleichen Einsicht ist gewiß Erhebung.<br />
Erwiesen ist die Kunst, die vielbelachte,<br />
die lautres Gold aus Dreck zu machen dachte.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wie war es doch so leicht, mich zu verhöhnen,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26929</link>
			<pubDate>Fri, 12 Jan 2024 09:06:45 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26929</guid>
			<description><![CDATA[Wie war es doch so leicht, mich zu verhöhnen,<br />
als ich die Fülle meiner Brust euch zeigte,<br />
euch, denen nicht wie mir der Gott sich neigte!<br />
Ach, ihr vernahmet nichts von jenen Tönen,<br />
<br />
die mir Apollens goldner Bogen geigte,<br />
und blindgeboren dem Erhabenschönen,<br />
gedachtet ihr das Schicksal zu versöhnen,<br />
leugnend, was ein Hellsichtiger euch zeigte.<br />
<br />
Euch gab es Trost, mit Starrheit festzustellen,<br />
ich sei so klein, so blind, so ausgeschlossen<br />
wie ihr von der Begnadung heiligen Quellen.<br />
<br />
Und ob auch meine Lippen überflossen<br />
von ihren seligreinsten Feuerwellen,<br />
ihr saht in ihnen nur die Flut der Gossen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wie war es doch so leicht, mich zu verhöhnen,<br />
als ich die Fülle meiner Brust euch zeigte,<br />
euch, denen nicht wie mir der Gott sich neigte!<br />
Ach, ihr vernahmet nichts von jenen Tönen,<br />
<br />
die mir Apollens goldner Bogen geigte,<br />
und blindgeboren dem Erhabenschönen,<br />
gedachtet ihr das Schicksal zu versöhnen,<br />
leugnend, was ein Hellsichtiger euch zeigte.<br />
<br />
Euch gab es Trost, mit Starrheit festzustellen,<br />
ich sei so klein, so blind, so ausgeschlossen<br />
wie ihr von der Begnadung heiligen Quellen.<br />
<br />
Und ob auch meine Lippen überflossen<br />
von ihren seligreinsten Feuerwellen,<br />
ihr saht in ihnen nur die Flut der Gossen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ich bin voll Bitterkeit, gedenk’ ich eurer,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26928</link>
			<pubDate>Wed, 10 Jan 2024 08:20:57 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26928</guid>
			<description><![CDATA[Ich bin voll Bitterkeit, gedenk’ ich eurer,<br />
die mein berauschtes Herz zu Rom umstrickten<br />
mit Seilen, wie sie Opfer oft erstickten<br />
am Galgen: doch mit Qual weit ungeheurer.<br />
<br />
Wir sahen Götter auf uns niederblicken!<br />
War irgendein Olymp, ihr Herrn, uns teurer,<br />
und schienen wir nicht, alle heilige Neurer,<br />
zum Flug in seinen Glanz uns anzuschicken?<br />
<br />
Aus platter Niederung hierher gerettet,<br />
war nicht die Stunde da, uns zu beflügeln<br />
und so, ein Adlerschwarm, hinanzubrausen?<br />
<br />
Ihr habt mich hämisch lachend festgekettet<br />
wie einen Rüden an den sieben Hügeln<br />
und stelltet euch, als müßtet ihr mich lausen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich bin voll Bitterkeit, gedenk’ ich eurer,<br />
die mein berauschtes Herz zu Rom umstrickten<br />
mit Seilen, wie sie Opfer oft erstickten<br />
am Galgen: doch mit Qual weit ungeheurer.<br />
<br />
Wir sahen Götter auf uns niederblicken!<br />
War irgendein Olymp, ihr Herrn, uns teurer,<br />
und schienen wir nicht, alle heilige Neurer,<br />
zum Flug in seinen Glanz uns anzuschicken?<br />
<br />
Aus platter Niederung hierher gerettet,<br />
war nicht die Stunde da, uns zu beflügeln<br />
und so, ein Adlerschwarm, hinanzubrausen?<br />
<br />
Ihr habt mich hämisch lachend festgekettet<br />
wie einen Rüden an den sieben Hügeln<br />
und stelltet euch, als müßtet ihr mich lausen.<br />
<br />
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.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Um Schönheit ringend und um Größe kämpfend,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26927</link>
			<pubDate>Mon, 08 Jan 2024 09:18:12 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26927</guid>
			<description><![CDATA[Um Schönheit ringend und um Größe kämpfend,<br />
in Qual und Sorge Höchstes zu erzwingen,<br />
rang ich in dir mit schmerzlichstem Mißlingen,<br />
und dennoch konnte nichts mein Fieber dämpfen.<br />
<br />
Die sieben Hügel hört’ ich rauschend klingen<br />
zu meiner Ruhmsucht überhitzten Krämpfen:<br />
betäubt von eigner Pfanne Weihrauchdämpfen,<br />
wie mocht’ ich so mein Werk zu Ende bringen?<br />
<br />
Doch freilich hätt’ ich dieses Werk gemeistert,<br />
so trat ich zu den Göttern in die Reihe,<br />
die es durch jene waren, die sie schufen.<br />
<br />
Nicht von gemeinem Wein war ich begeistert,<br />
ich war es von dem Kelch der alten Weihe,<br />
Rom war’s, das mich zum Wettkampf aufgerufen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Um Schönheit ringend und um Größe kämpfend,<br />
in Qual und Sorge Höchstes zu erzwingen,<br />
rang ich in dir mit schmerzlichstem Mißlingen,<br />
und dennoch konnte nichts mein Fieber dämpfen.<br />
<br />
Die sieben Hügel hört’ ich rauschend klingen<br />
zu meiner Ruhmsucht überhitzten Krämpfen:<br />
betäubt von eigner Pfanne Weihrauchdämpfen,<br />
wie mocht’ ich so mein Werk zu Ende bringen?<br />
<br />
Doch freilich hätt’ ich dieses Werk gemeistert,<br />
so trat ich zu den Göttern in die Reihe,<br />
die es durch jene waren, die sie schufen.<br />
<br />
Nicht von gemeinem Wein war ich begeistert,<br />
ich war es von dem Kelch der alten Weihe,<br />
Rom war’s, das mich zum Wettkampf aufgerufen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[In dunkler Zeit, wo Sturm das Haus berennet,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26926</link>
			<pubDate>Sat, 06 Jan 2024 01:52:47 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26926</guid>
			<description><![CDATA[In dunkler Zeit, wo Sturm das Haus berennet,<br />
von weißer Höh durch mitternächtige Fichten<br />
herbrechend, muß von innen sich belichten,<br />
wer Öl und Docht in ewiger Lampe brennet.<br />
<br />
Und morgen wird man einen Baum errichten,<br />
den man nach einem Ölgesalbten nennet,<br />
der einen Tod erlitten, den ihr kennet:<br />
wir sehen schaudernd ihn in Nachtgesichten.<br />
<br />
Und dieser Baum wird viele Früchte tragen,<br />
die Lichter leuchten, Finsternisse tauend.<br />
Sie werden gleichsam eine Höhlung schlagen<br />
<br />
in Nacht, so eine Glorie um uns bauend,<br />
im Abglanz des, den nicht zu nennen wagen<br />
die stummen Zungen, glaubend und vertrauend.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[In dunkler Zeit, wo Sturm das Haus berennet,<br />
von weißer Höh durch mitternächtige Fichten<br />
herbrechend, muß von innen sich belichten,<br />
wer Öl und Docht in ewiger Lampe brennet.<br />
<br />
Und morgen wird man einen Baum errichten,<br />
den man nach einem Ölgesalbten nennet,<br />
der einen Tod erlitten, den ihr kennet:<br />
wir sehen schaudernd ihn in Nachtgesichten.<br />
<br />
Und dieser Baum wird viele Früchte tragen,<br />
die Lichter leuchten, Finsternisse tauend.<br />
Sie werden gleichsam eine Höhlung schlagen<br />
<br />
in Nacht, so eine Glorie um uns bauend,<br />
im Abglanz des, den nicht zu nennen wagen<br />
die stummen Zungen, glaubend und vertrauend.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Schwarz wogt und finster heut allmächtige Flut,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26925</link>
			<pubDate>Thu, 04 Jan 2024 11:01:49 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26925</guid>
			<description><![CDATA[Schwarz wogt und finster heut allmächtige Flut,<br />
ein Ackerfeld, in fürchterlichem Glanze<br />
bewegt. Nacht, scheint’s, entringt als Riesenpflanze<br />
sich dieses Schoßes grauenvollem Sud.<br />
<br />
Urdonner brummt, es scheint, zu Schiwas Tanze,<br />
des wilden Tänzers, welcher nimmer ruht —<br />
die Kreaturen kennen seine Wut! —<br />
den Hals umkränzt vom Schädelrosenkranze.<br />
<br />
Der knochige Ölbaum starrt gespenstisch zu,<br />
wie steinicht bleicher Gischt den Strand bespringet,<br />
angstvoll entflohn des wilden Tänzers Schuh.<br />
<br />
Ein Riesengeier sich herniederschwinget<br />
auf Schiwas gellen Sturmespfiff im Nu:<br />
der mir nun ewig in den Ohren klinget.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Schwarz wogt und finster heut allmächtige Flut,<br />
ein Ackerfeld, in fürchterlichem Glanze<br />
bewegt. Nacht, scheint’s, entringt als Riesenpflanze<br />
sich dieses Schoßes grauenvollem Sud.<br />
<br />
Urdonner brummt, es scheint, zu Schiwas Tanze,<br />
des wilden Tänzers, welcher nimmer ruht —<br />
die Kreaturen kennen seine Wut! —<br />
den Hals umkränzt vom Schädelrosenkranze.<br />
<br />
Der knochige Ölbaum starrt gespenstisch zu,<br />
wie steinicht bleicher Gischt den Strand bespringet,<br />
angstvoll entflohn des wilden Tänzers Schuh.<br />
<br />
Ein Riesengeier sich herniederschwinget<br />
auf Schiwas gellen Sturmespfiff im Nu:<br />
der mir nun ewig in den Ohren klinget.<br />
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.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wo Reinheit fern ist, die so innig wir]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26924</link>
			<pubDate>Tue, 02 Jan 2024 08:52:30 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=26924</guid>
			<description><![CDATA[Wo Reinheit fern ist, die so innig wir<br />
von Herzen ehren, die so viel gegolten<br />
im Höchsten, das wir suchten, liebten, wollten —<br />
da sind uns Edens Haine ohne Zier.<br />
<br />
Und wenn wir, unrein, sie betreten sollten,<br />
sind doch  süßen Sonnen ohne Glanz,<br />
kein Wipfel klingt noch reicht dir seinen Kranz,<br />
der Quelle Flut scheint trübe und bescholten.<br />
<br />
Nicht klingend ist, wie einst, der Wellen Tanz,<br />
die sonst mit Silberschleiern dich bewarfen,<br />
und keine Frucht ist ohne Wurm und ganz.<br />
<br />
Von allen Tönen hörst du nur die scharfen.<br />
Wo, fragst du schaudernd, sind des heiligen Lands<br />
silberne Zimbeln, wo die goldnen Harfen?<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wo Reinheit fern ist, die so innig wir<br />
von Herzen ehren, die so viel gegolten<br />
im Höchsten, das wir suchten, liebten, wollten —<br />
da sind uns Edens Haine ohne Zier.<br />
<br />
Und wenn wir, unrein, sie betreten sollten,<br />
sind doch  süßen Sonnen ohne Glanz,<br />
kein Wipfel klingt noch reicht dir seinen Kranz,<br />
der Quelle Flut scheint trübe und bescholten.<br />
<br />
Nicht klingend ist, wie einst, der Wellen Tanz,<br />
die sonst mit Silberschleiern dich bewarfen,<br />
und keine Frucht ist ohne Wurm und ganz.<br />
<br />
Von allen Tönen hörst du nur die scharfen.<br />
Wo, fragst du schaudernd, sind des heiligen Lands<br />
silberne Zimbeln, wo die goldnen Harfen?<br />
<br />
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.]]></content:encoded>
		</item>
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