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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Julius Hübner]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 07:59:16 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Schön]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28038</link>
			<pubDate>Fri, 19 Jun 2026 00:13:20 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28038</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schön</span><br />
<br />
Das Wörtlein „schön“ kommt von dem Worte „schauen“<br />
Das Beste, was zu schauen, das ist schön,<br />
Der Wunderschein, den nur die Augen seh’n,<br />
Der nur dem Blicke sich will anvertrauen.<br />
<br />
Geheimnißoffenbarung, Morgengrauen<br />
Der Geistersonne, Gottesodemweh’n,<br />
Ein Meer von Wonne, unter d’rin zu geh’n<br />
Ein Himmel, zu versinken tief im Blauen.<br />
<br />
Zu seh’n sucht hier das unaussprechlich Reine<br />
Mein Blick, der Sehnsucht unerreichtes Ziel,<br />
In aller Erdenschönheit holdem Spiel.<br />
<br />
Wird Form und Farbe eins, Licht, Klang und Töne,<br />
Wo Alles eint das höchste ewig Eine,<br />
Dann ist das ew’ge Schau’n das ewig Schöne.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schön</span><br />
<br />
Das Wörtlein „schön“ kommt von dem Worte „schauen“<br />
Das Beste, was zu schauen, das ist schön,<br />
Der Wunderschein, den nur die Augen seh’n,<br />
Der nur dem Blicke sich will anvertrauen.<br />
<br />
Geheimnißoffenbarung, Morgengrauen<br />
Der Geistersonne, Gottesodemweh’n,<br />
Ein Meer von Wonne, unter d’rin zu geh’n<br />
Ein Himmel, zu versinken tief im Blauen.<br />
<br />
Zu seh’n sucht hier das unaussprechlich Reine<br />
Mein Blick, der Sehnsucht unerreichtes Ziel,<br />
In aller Erdenschönheit holdem Spiel.<br />
<br />
Wird Form und Farbe eins, Licht, Klang und Töne,<br />
Wo Alles eint das höchste ewig Eine,<br />
Dann ist das ew’ge Schau’n das ewig Schöne.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Schlummergott]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28037</link>
			<pubDate>Wed, 17 Jun 2026 09:16:45 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28037</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schlummergott</span><br />
 <br />
Wer bist du, sanfter Geist, der mich begrüßt,<br />
So oft mir naht mit schmeichelnd süßem Kosen,<br />
Das Haupt bekränzt mit dunklen Schlummerrosen,<br />
Mit leisem Lied die Muse mir versüßt?<br />
<br />
Wenn mich des Alters öder Weg verdrießt,<br />
wenn Schicksalsstürme durch die Lüfte brausen,<br />
Klingt hold dein Schlummerlied durch Angst und Grausen,<br />
Bis sich mein müdes Auge willig schließt.<br />
<br />
Du neigst dein Antlitz lieblich über mich,<br />
Dein sanfter Odem kühlt das wunde Herz,<br />
In milder Dämmerung erlischt des Lebens Schmerz.<br />
<br />
Dann senkst du lächelnd den Mohnblumenstengel,<br />
In süßem Traum erkenn’ ich endlich dich –<br />
Du Schlummergott, nun bald mein Todesengel<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schlummergott</span><br />
 <br />
Wer bist du, sanfter Geist, der mich begrüßt,<br />
So oft mir naht mit schmeichelnd süßem Kosen,<br />
Das Haupt bekränzt mit dunklen Schlummerrosen,<br />
Mit leisem Lied die Muse mir versüßt?<br />
<br />
Wenn mich des Alters öder Weg verdrießt,<br />
wenn Schicksalsstürme durch die Lüfte brausen,<br />
Klingt hold dein Schlummerlied durch Angst und Grausen,<br />
Bis sich mein müdes Auge willig schließt.<br />
<br />
Du neigst dein Antlitz lieblich über mich,<br />
Dein sanfter Odem kühlt das wunde Herz,<br />
In milder Dämmerung erlischt des Lebens Schmerz.<br />
<br />
Dann senkst du lächelnd den Mohnblumenstengel,<br />
In süßem Traum erkenn’ ich endlich dich –<br />
Du Schlummergott, nun bald mein Todesengel<br />
<br />
 <br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aufschwung]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28035</link>
			<pubDate>Mon, 15 Jun 2026 08:03:52 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28035</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Aufschwung</span><br />
<br />
Will sich mir wohl noch einmal neues Leben<br />
Vergang’ne Jugend noch einmal erschließen?<br />
Soll ich verlor’nes Glück noch ein genießen,<br />
In hohem Schwunge auf zum Himmel streben?<br />
<br />
Wie? oder ist dies schon das Flügelheben<br />
Der Seele, die der Erde will entfliehen,<br />
Abschüttelnd dieses Daseins Last und Mühen,<br />
Zum reinen Aether selig will entschweben?<br />
<br />
Was es auch sei!  Frei will ich überlassen<br />
Mein ganzes Selbst dem mächtig holden Zuge,<br />
Mich tragen lassen von dem Wonnestrom.<br />
 <br />
Den Götteradler fühlt’ ich mich erfassen,<br />
Er führt mich aufwärts in erhab’nem Fluge,<br />
Im Geiste knie’ ich schon im Himmelsdom.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Aufschwung</span><br />
<br />
Will sich mir wohl noch einmal neues Leben<br />
Vergang’ne Jugend noch einmal erschließen?<br />
Soll ich verlor’nes Glück noch ein genießen,<br />
In hohem Schwunge auf zum Himmel streben?<br />
<br />
Wie? oder ist dies schon das Flügelheben<br />
Der Seele, die der Erde will entfliehen,<br />
Abschüttelnd dieses Daseins Last und Mühen,<br />
Zum reinen Aether selig will entschweben?<br />
<br />
Was es auch sei!  Frei will ich überlassen<br />
Mein ganzes Selbst dem mächtig holden Zuge,<br />
Mich tragen lassen von dem Wonnestrom.<br />
 <br />
Den Götteradler fühlt’ ich mich erfassen,<br />
Er führt mich aufwärts in erhab’nem Fluge,<br />
Im Geiste knie’ ich schon im Himmelsdom.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Gießbach und Strom]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28034</link>
			<pubDate>Sat, 13 Jun 2026 09:37:00 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28034</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gießbach und Strom</span><br />
<br />
Der Gießbach schwillt!  Wild heben sich und senken<br />
Die Wogen, übervoll von Himmelsfluthen,<br />
Er dampft und zischt, kocht wie im Höllengluthen,<br />
Die donnernd seinen Sturz zum Abgrund lenken.<br />
<br />
und Riesenblöcke von Urfelsenbänken<br />
Reißt er, die tausend Jahre träge ruhten,<br />
Wie ein Gigantenkampf will uns gemuthen<br />
Solch Götterschauspiel, über Menschenschendenken.<br />
<br />
Da nimmt im Thal ein weites Bett ihn auf,<br />
Und majestätisch ruhig wird sein Lauf,<br />
Stolz trägt er einen Flottenwald von Masten<br />
<br />
Mit aller Welten reichen Segenslasten.<br />
Den Jugendzauber kühner Leidenschaft<br />
Verklärt des Mannes maßvoll reife Kraft.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gießbach und Strom</span><br />
<br />
Der Gießbach schwillt!  Wild heben sich und senken<br />
Die Wogen, übervoll von Himmelsfluthen,<br />
Er dampft und zischt, kocht wie im Höllengluthen,<br />
Die donnernd seinen Sturz zum Abgrund lenken.<br />
<br />
und Riesenblöcke von Urfelsenbänken<br />
Reißt er, die tausend Jahre träge ruhten,<br />
Wie ein Gigantenkampf will uns gemuthen<br />
Solch Götterschauspiel, über Menschenschendenken.<br />
<br />
Da nimmt im Thal ein weites Bett ihn auf,<br />
Und majestätisch ruhig wird sein Lauf,<br />
Stolz trägt er einen Flottenwald von Masten<br />
<br />
Mit aller Welten reichen Segenslasten.<br />
Den Jugendzauber kühner Leidenschaft<br />
Verklärt des Mannes maßvoll reife Kraft.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wenn!]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28033</link>
			<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 08:21:39 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28033</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wenn!</span><br />
<br />
Ach wenn wir wären, wie wir sollten sein,<br />
Die Erde wäre wohl ein Paradies,<br />
Woraus kein Zornesengel uns verstieß,<br />
Und keiner machte sich und andern Pein.<br />
<br />
In stillem Frieden lebte Groß und Klein,<br />
Wo Jedem sein Geschick die Stelle wieß,<br />
Bis uns der Herr von hinnen gehen hieß;<br />
Und lächelnd schliefen wir im Tode ein.<br />
<br />
Was könnt’ uns dann der Himmel noch verleih’n,<br />
Als selig lebend ohne Alters Pein<br />
Ein ewig strebend heilig Geistes Sein?<br />
<br />
Zu glücklich Loos!  Nur dann erst zu erreichen,<br />
Liebt’ Jeder, wie sich selber, Seinesgleichen,<br />
Wie Gott uns liebet, sonder Wank und Weichen.<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wenn!</span><br />
<br />
Ach wenn wir wären, wie wir sollten sein,<br />
Die Erde wäre wohl ein Paradies,<br />
Woraus kein Zornesengel uns verstieß,<br />
Und keiner machte sich und andern Pein.<br />
<br />
In stillem Frieden lebte Groß und Klein,<br />
Wo Jedem sein Geschick die Stelle wieß,<br />
Bis uns der Herr von hinnen gehen hieß;<br />
Und lächelnd schliefen wir im Tode ein.<br />
<br />
Was könnt’ uns dann der Himmel noch verleih’n,<br />
Als selig lebend ohne Alters Pein<br />
Ein ewig strebend heilig Geistes Sein?<br />
<br />
Zu glücklich Loos!  Nur dann erst zu erreichen,<br />
Liebt’ Jeder, wie sich selber, Seinesgleichen,<br />
Wie Gott uns liebet, sonder Wank und Weichen.<br />
<br />
 <br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Abendstern]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28032</link>
			<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 06:39:53 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28032</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Abendstern</span><br />
<br />
Still stand der Abendstern am Wolkenrand,<br />
Undwie durch eines Zaubers magisch Walten<br />
Fühlt’ ich von seiner Strahlen Lichtgewalten<br />
Den Blick unwendbar fest auf ihn gebannt.<br />
<br />
Doch immer höher stieg die dunkle Wand,<br />
Vor Furcht erbebend will mein Herz erkalten,<br />
Mit meinem Auge will ich fest ihn halten –<br />
Vergebens, ach! der schöne Stern verschwand.<br />
<br />
Und brannten rings noch alle Sternenheere,<br />
Ich sah doch nichts als öde, dunkle Leere,<br />
Erloschen war des ganzen Himmels Pracht.<br />
<br />
So bist auch du, mein Stern, in Nacht gesunken,<br />
Und leuchten rings noch tausend Freudenfunken –<br />
Mein Herz fühlt nur die tiefe, dunkle Nacht.<br />
 <br />
<br />
 .]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Abendstern</span><br />
<br />
Still stand der Abendstern am Wolkenrand,<br />
Undwie durch eines Zaubers magisch Walten<br />
Fühlt’ ich von seiner Strahlen Lichtgewalten<br />
Den Blick unwendbar fest auf ihn gebannt.<br />
<br />
Doch immer höher stieg die dunkle Wand,<br />
Vor Furcht erbebend will mein Herz erkalten,<br />
Mit meinem Auge will ich fest ihn halten –<br />
Vergebens, ach! der schöne Stern verschwand.<br />
<br />
Und brannten rings noch alle Sternenheere,<br />
Ich sah doch nichts als öde, dunkle Leere,<br />
Erloschen war des ganzen Himmels Pracht.<br />
<br />
So bist auch du, mein Stern, in Nacht gesunken,<br />
Und leuchten rings noch tausend Freudenfunken –<br />
Mein Herz fühlt nur die tiefe, dunkle Nacht.<br />
 <br />
<br />
 .]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Orpheus und Eurydice]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28031</link>
			<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 00:59:12 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28031</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Orpheus und Eurydice</span><br />
<br />
Zum Hades zog der holden Gattin Schatten<br />
Den treuen Orpheus über Tod und Grab,<br />
Durch Lethe’s und Cocytus’ Fluth hinab,<br />
Und Orcus’ Fürst erbarmte sich des Gatten.<br />
<br />
Die Heißgeliebte will er ihm gestatten,<br />
Sie soll ihm folgen, unaussprechlich Glück!<br />
Doch eher darf sie treffen nicht sein Blick,<br />
Bis sie nicht hinter sich den Hades hatten.<br />
<br />
Schon hellt das Licht der dunkeln Tiefe Grab;<br />
Weh’ Eros’ Macht!  Er schaut ihr Bild am Tage,<br />
Und der geliebte Schatten sinkt hinab.<br />
<br />
Was half ihm nun des strengen Gottes Huld?<br />
Was er verloren durch der Liebe Schuld,<br />
Haucht weinend er in seiner Lieder Klage.<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Orpheus und Eurydice</span><br />
<br />
Zum Hades zog der holden Gattin Schatten<br />
Den treuen Orpheus über Tod und Grab,<br />
Durch Lethe’s und Cocytus’ Fluth hinab,<br />
Und Orcus’ Fürst erbarmte sich des Gatten.<br />
<br />
Die Heißgeliebte will er ihm gestatten,<br />
Sie soll ihm folgen, unaussprechlich Glück!<br />
Doch eher darf sie treffen nicht sein Blick,<br />
Bis sie nicht hinter sich den Hades hatten.<br />
<br />
Schon hellt das Licht der dunkeln Tiefe Grab;<br />
Weh’ Eros’ Macht!  Er schaut ihr Bild am Tage,<br />
Und der geliebte Schatten sinkt hinab.<br />
<br />
Was half ihm nun des strengen Gottes Huld?<br />
Was er verloren durch der Liebe Schuld,<br />
Haucht weinend er in seiner Lieder Klage.<br />
<br />
 <br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Deutsche Metrik]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28029</link>
			<pubDate>Fri, 05 Jun 2026 08:23:27 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28029</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Deutsche Metrik</span><br />
<br />
Kurz oder lang?  Ich hab’s nie ganz begriffen<br />
Und meinen kurz und langen Vogelsang,<br />
Wie mir’s im Ohre just und Herzen klang,<br />
Mit reinem Vogelübermuth gepfiffen.<br />
<br />
Nie hab ich viel daran herumgeschliffen,<br />
Denn sicher war ich, daß es mir gelang,<br />
Daß er von Herz zu Herzen richtig drang,<br />
War ich nur selber ganz davon ergriffen.<br />
<br />
Kommt man mit „lang und kurz“ doch in’s Gedränge,<br />
Spricht man von Lebens Kürze oder Länge,<br />
Von Erdenraumes Weite oder Enge!<br />
<br />
So dicht’ ich Lieder kurz und lang indessen;<br />
Sind über kurz sie oder lang vergessen,<br />
Was sollt’ ich lang und kurz so ängstlich messen?<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Deutsche Metrik</span><br />
<br />
Kurz oder lang?  Ich hab’s nie ganz begriffen<br />
Und meinen kurz und langen Vogelsang,<br />
Wie mir’s im Ohre just und Herzen klang,<br />
Mit reinem Vogelübermuth gepfiffen.<br />
<br />
Nie hab ich viel daran herumgeschliffen,<br />
Denn sicher war ich, daß es mir gelang,<br />
Daß er von Herz zu Herzen richtig drang,<br />
War ich nur selber ganz davon ergriffen.<br />
<br />
Kommt man mit „lang und kurz“ doch in’s Gedränge,<br />
Spricht man von Lebens Kürze oder Länge,<br />
Von Erdenraumes Weite oder Enge!<br />
<br />
So dicht’ ich Lieder kurz und lang indessen;<br />
Sind über kurz sie oder lang vergessen,<br />
Was sollt’ ich lang und kurz so ängstlich messen?<br />
<br />
 <br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das Sonett]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28028</link>
			<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 09:28:01 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28028</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Sonett</span><br />
<br />
„Sonett“ von „sono“ kommt, von Klang und Klingen,<br />
Und darum soll es voll und lieblich tönen,<br />
Erfüllt von allem Hohen, allem Schönen,<br />
Wie glühend Gold im Fluß die Form durchdringen.<br />
<br />
Ein Wunderwortgeflecht soll ihm gelingen,<br />
Sich Holdgestalt mit Vollgehalt versöhnen,<br />
Sein Inhalt ganz der Form sich eingewöhnen,<br />
Der Geist das Wort mit Liebeskraft bezwingen.<br />
<br />
Ein gold’ner Kelch, d’rauf Ornament gegraben<br />
Und Nektar d’rin, Olympos’ Götterwein,<br />
Soll das Sonett den Durst der Seele laben.<br />
<br />
Dein Danymedes will der Sänger sein,<br />
Der Götter Herrlichkeit, du sollst sie haben,<br />
Schlürfst du im Trunk den Himmel selig ein!<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das Sonett</span><br />
<br />
„Sonett“ von „sono“ kommt, von Klang und Klingen,<br />
Und darum soll es voll und lieblich tönen,<br />
Erfüllt von allem Hohen, allem Schönen,<br />
Wie glühend Gold im Fluß die Form durchdringen.<br />
<br />
Ein Wunderwortgeflecht soll ihm gelingen,<br />
Sich Holdgestalt mit Vollgehalt versöhnen,<br />
Sein Inhalt ganz der Form sich eingewöhnen,<br />
Der Geist das Wort mit Liebeskraft bezwingen.<br />
<br />
Ein gold’ner Kelch, d’rauf Ornament gegraben<br />
Und Nektar d’rin, Olympos’ Götterwein,<br />
Soll das Sonett den Durst der Seele laben.<br />
<br />
Dein Danymedes will der Sänger sein,<br />
Der Götter Herrlichkeit, du sollst sie haben,<br />
Schlürfst du im Trunk den Himmel selig ein!<br />
<br />
 <br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Arme Rose]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28027</link>
			<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 07:29:51 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28027</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Arme Rose</span><br />
<br />
Die schönste Rose sah ich an den Zweigen,<br />
Aus Purpurgluth und zart Milchweiß gewoben,<br />
Wie Unschuld noch von holder Scham gehoben,<br />
So süß entzückt mußt’ ich mich zu ihr neigen.<br />
<br />
Sie öffnet ihren Kelch in tiefem Schweigen –<br />
Da ringelt sich zum gift’gen Knäu’l verschroben,<br />
Ein Wurm hervor, und in des Ekels Toben<br />
Reiß’ ich die Rose von den schwanken Zweigen.<br />
<br />
Ach, arme Rose, was kannst du dafür,<br />
Daß sich der Wurm in deinen Kelch begraben?<br />
Ihn sollt’ ich schleudern fort, nur ihn zertreten.<br />
<br />
Das größte Leid, ich that es doch nur mir,<br />
Nie werd’ ich mehr an deinem Duft mich laben –<br />
Ach, arme Rose, laß mich für dich beten!<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Arme Rose</span><br />
<br />
Die schönste Rose sah ich an den Zweigen,<br />
Aus Purpurgluth und zart Milchweiß gewoben,<br />
Wie Unschuld noch von holder Scham gehoben,<br />
So süß entzückt mußt’ ich mich zu ihr neigen.<br />
<br />
Sie öffnet ihren Kelch in tiefem Schweigen –<br />
Da ringelt sich zum gift’gen Knäu’l verschroben,<br />
Ein Wurm hervor, und in des Ekels Toben<br />
Reiß’ ich die Rose von den schwanken Zweigen.<br />
<br />
Ach, arme Rose, was kannst du dafür,<br />
Daß sich der Wurm in deinen Kelch begraben?<br />
Ihn sollt’ ich schleudern fort, nur ihn zertreten.<br />
<br />
Das größte Leid, ich that es doch nur mir,<br />
Nie werd’ ich mehr an deinem Duft mich laben –<br />
Ach, arme Rose, laß mich für dich beten!<br />
<br />
 <br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Verloren]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28026</link>
			<pubDate>Sat, 30 May 2026 04:05:25 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28026</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Verloren</span><br />
<br />
Ein Sternenband trugst du im krausen Haar<br />
Und d’runter blitzten deine Augensterne,<br />
Wie fühl’, ich noch ihr Leuchten aus der Ferne,<br />
Der Schönheit Stern du selber, ganz und gar.<br />
<br />
Ach, nun so manches lange, bange Jahr<br />
Bist du, mein Stern, im Abend untergangen;<br />
Wie manche Thräne fiel von meinen Wangen,<br />
Und nie vergess’ ich doch, was einmal war.<br />
<br />
Nur immer wieder muß ich dein gedenken,<br />
Weh’, daß ich dich verloren geben muß;<br />
Es kann nicht sein, es kann und darf nicht sein!<br />
<br />
Dein ewig Theil, du konntest ’s nicht verschenken,<br />
Des Ew’gen ist, was dein durch seinen Schluß,<br />
Und im Gebet der Liebe bleibst du mein.<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Verloren</span><br />
<br />
Ein Sternenband trugst du im krausen Haar<br />
Und d’runter blitzten deine Augensterne,<br />
Wie fühl’, ich noch ihr Leuchten aus der Ferne,<br />
Der Schönheit Stern du selber, ganz und gar.<br />
<br />
Ach, nun so manches lange, bange Jahr<br />
Bist du, mein Stern, im Abend untergangen;<br />
Wie manche Thräne fiel von meinen Wangen,<br />
Und nie vergess’ ich doch, was einmal war.<br />
<br />
Nur immer wieder muß ich dein gedenken,<br />
Weh’, daß ich dich verloren geben muß;<br />
Es kann nicht sein, es kann und darf nicht sein!<br />
<br />
Dein ewig Theil, du konntest ’s nicht verschenken,<br />
Des Ew’gen ist, was dein durch seinen Schluß,<br />
Und im Gebet der Liebe bleibst du mein.<br />
<br />
 <br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Reich und Arm]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28025</link>
			<pubDate>Thu, 28 May 2026 08:30:17 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28025</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Reich und Arm</span><br />
<br />
Sie bieten Gold dir, Perlen und Juwelen<br />
Und reichen Schmuck für deiner Schönheit Zier.<br />
Statt Gold mein Blut, statt Stein mein Leben dir<br />
Biet’ ich, statt Perlen Thränen, nicht zu zählen.<br />
<br />
Statt Haus und Hof, darinnen zu befehlen,<br />
Nimm du mein Dichterherz dir für und für;<br />
Den Schlüssel hast du zur geheimsten Thür<br />
Von solchem Zauberschloß – kannst du noch wählen?<br />
<br />
Statt kaltem Glanz die Gluth der Jugendtriebe,<br />
Statt des Vergänglichen, was dauernd bliebe,<br />
Statt kurzem Reiz die Ewigkeit der Liebe.<br />
<br />
Mich selbst, die ganze Welt, die lebenswarme,<br />
Dir geb’ ich sie, schließ’ ich dich in die Arme! –<br />
Wer ist der Reiche, sprich, wer ist der Arme?<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Reich und Arm</span><br />
<br />
Sie bieten Gold dir, Perlen und Juwelen<br />
Und reichen Schmuck für deiner Schönheit Zier.<br />
Statt Gold mein Blut, statt Stein mein Leben dir<br />
Biet’ ich, statt Perlen Thränen, nicht zu zählen.<br />
<br />
Statt Haus und Hof, darinnen zu befehlen,<br />
Nimm du mein Dichterherz dir für und für;<br />
Den Schlüssel hast du zur geheimsten Thür<br />
Von solchem Zauberschloß – kannst du noch wählen?<br />
<br />
Statt kaltem Glanz die Gluth der Jugendtriebe,<br />
Statt des Vergänglichen, was dauernd bliebe,<br />
Statt kurzem Reiz die Ewigkeit der Liebe.<br />
<br />
Mich selbst, die ganze Welt, die lebenswarme,<br />
Dir geb’ ich sie, schließ’ ich dich in die Arme! –<br />
Wer ist der Reiche, sprich, wer ist der Arme?<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Lebensjahreszeiten]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28024</link>
			<pubDate>Tue, 26 May 2026 08:41:15 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28024</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Lebensjahreszeiten</span><br />
<br />
Der Trieb, den Gott in’s Herz mir wollte legen,<br />
Ich ließ ihn freudig blüh’n und Früchte tragen,<br />
Wie Alles blüht!  Und nimmer konnt’ ich fragen:<br />
„Was mich bewegt, wird’s And’re auch bewegen?“<br />
<br />
Von überschwenglich hohem Gottessegen<br />
Ein Zeugniß nur will alles Leben sagen,<br />
In Kinderunschuld, ohne Furcht und Zagen,<br />
Soll jede Kraft die Flügel freudig regen.<br />
<br />
So lebt ein Blüthenlenz im vollen Herzen,<br />
Der Sommer treibt die segenschweren Aehren<br />
Und Früchte beut der Herbst mit vollen Händen,<br />
<br />
Dann naht des Winters Ruh’ nach Lust und Schmerzen,<br />
Der Weihnachtsstern erglänzt aus lichten Sphären,<br />
Ein ewig Licht, wenn Erdensonnen enden.<br />
<br />
 <br />
<br />
 .]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Lebensjahreszeiten</span><br />
<br />
Der Trieb, den Gott in’s Herz mir wollte legen,<br />
Ich ließ ihn freudig blüh’n und Früchte tragen,<br />
Wie Alles blüht!  Und nimmer konnt’ ich fragen:<br />
„Was mich bewegt, wird’s And’re auch bewegen?“<br />
<br />
Von überschwenglich hohem Gottessegen<br />
Ein Zeugniß nur will alles Leben sagen,<br />
In Kinderunschuld, ohne Furcht und Zagen,<br />
Soll jede Kraft die Flügel freudig regen.<br />
<br />
So lebt ein Blüthenlenz im vollen Herzen,<br />
Der Sommer treibt die segenschweren Aehren<br />
Und Früchte beut der Herbst mit vollen Händen,<br />
<br />
Dann naht des Winters Ruh’ nach Lust und Schmerzen,<br />
Der Weihnachtsstern erglänzt aus lichten Sphären,<br />
Ein ewig Licht, wenn Erdensonnen enden.<br />
<br />
 <br />
<br />
 .]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Zukunft]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28022</link>
			<pubDate>Sun, 24 May 2026 01:52:26 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28022</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zukunft</span><br />
<br />
Was blickst du in die Zukunft denn so bange?<br />
Du weißt es ja, in jedem Abendrothe<br />
Schwebt schon des nächsten Morgens Bote,<br />
Der Aufgang ruht in jedem Niedergange.<br />
<br />
Ach, die Erfüllung dauert dir zu lange!<br />
Das Erdenleben schließt ein Machtgebot,<br />
Und käm’ nach hundert Jahren erst der Tod,<br />
Der Abschnitt ist zu kurz im Zeitendrange.<br />
<br />
Vom Morgen währt es bis zum Abendschein,<br />
Dein Eintagsleben, und dann kommt die Nacht,<br />
Der nächste Morgen trifft dich nicht mehr hier.<br />
<br />
Du wolltest schauen!  Doch des Zweifels Pein<br />
Weicht einzig und allein des Glaubens Macht –<br />
So schau in dich, die Zukunft ruht in dir!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zukunft</span><br />
<br />
Was blickst du in die Zukunft denn so bange?<br />
Du weißt es ja, in jedem Abendrothe<br />
Schwebt schon des nächsten Morgens Bote,<br />
Der Aufgang ruht in jedem Niedergange.<br />
<br />
Ach, die Erfüllung dauert dir zu lange!<br />
Das Erdenleben schließt ein Machtgebot,<br />
Und käm’ nach hundert Jahren erst der Tod,<br />
Der Abschnitt ist zu kurz im Zeitendrange.<br />
<br />
Vom Morgen währt es bis zum Abendschein,<br />
Dein Eintagsleben, und dann kommt die Nacht,<br />
Der nächste Morgen trifft dich nicht mehr hier.<br />
<br />
Du wolltest schauen!  Doch des Zweifels Pein<br />
Weicht einzig und allein des Glaubens Macht –<br />
So schau in dich, die Zukunft ruht in dir!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Später Lenz]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28023</link>
			<pubDate>Fri, 22 May 2026 00:21:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=28023</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Später Lenz</span><br />
<br />
Nun kommst du doch!  Wie hab’ ich dein geharrt!<br />
So lange wußt’ ich nicht, ob ich noch lebe;<br />
Ach, wie vor Lenzeswonne weint die Rebe,<br />
Schmilzt auch mein Herz, so lang’ zu Eis erstarrt.<br />
<br />
So selig fühl’ ich deine Gegenwart,<br />
Daß ich vom Todtenschlafe mich erhebe,<br />
Und auferstanden, wie ein Geist entschwebe<br />
Der Wintergruft, darin ich lag verscharrt.<br />
 <br />
Bist du der Engel zu des Grabes Füßen,<br />
Verkündend ew’gen Lebens heil’ge Lust?<br />
Ist das der Himmel, ist das noch die Erde?<br />
<br />
Mit tiefstem Athemzuge dich zu grüßen,<br />
Erhebt sich selig, hoffnungsvoll die Brust,<br />
Und all mein Sein durchströmt ein neues „Werde!“<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Später Lenz</span><br />
<br />
Nun kommst du doch!  Wie hab’ ich dein geharrt!<br />
So lange wußt’ ich nicht, ob ich noch lebe;<br />
Ach, wie vor Lenzeswonne weint die Rebe,<br />
Schmilzt auch mein Herz, so lang’ zu Eis erstarrt.<br />
<br />
So selig fühl’ ich deine Gegenwart,<br />
Daß ich vom Todtenschlafe mich erhebe,<br />
Und auferstanden, wie ein Geist entschwebe<br />
Der Wintergruft, darin ich lag verscharrt.<br />
 <br />
Bist du der Engel zu des Grabes Füßen,<br />
Verkündend ew’gen Lebens heil’ge Lust?<br />
Ist das der Himmel, ist das noch die Erde?<br />
<br />
Mit tiefstem Athemzuge dich zu grüßen,<br />
Erhebt sich selig, hoffnungsvoll die Brust,<br />
Und all mein Sein durchströmt ein neues „Werde!“<br />
<br />
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.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
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