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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Ottokar von Kraft]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 18:05:36 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in zwölf Runden zu vierzehn Gedichten - Epilog]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29800</link>
			<pubDate>Sat, 13 Apr 2024 00:42:46 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29800</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Epilog<br />
 <br />
Statt eines Nachworts</span><br />
<br />
Die Feder ruht, die edelste der Waffen,<br />
Die nur dem Geiste schlägt unblut’ge Wunden.<br />
Ob ich denn jetzt zu euch den Weg gefunden?<br />
Ob ich denn hier ein Buch für euch geschaffen?<br />
<br />
Was frag’ ich drum! Hört, Weise, mich und Laffen:<br />
Mein Ich nur fang ich, frank und unumwunden,<br />
Mich selbst, durch nichts, als durch den Reim gebunden,<br />
Dünkt’s euch mißraten nun, dünkt’s wohlgeschaffen.<br />
<br />
Was ficht’s mich an, wenn mich der Kläffer tadelt?<br />
Er mag mein Werk beschrein, mag es verschweigen,<br />
Das Gute dran, er macht’s nicht ungeschehn.<br />
<br />
Nicht die Reklam’, die Arbeit ist’s, die’s adelt,<br />
Und das Gefühl, mein tiefst inneres Eigen<br />
Kühn, frei und stolz drin offenbart zu sehn.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Epilog<br />
 <br />
Statt eines Nachworts</span><br />
<br />
Die Feder ruht, die edelste der Waffen,<br />
Die nur dem Geiste schlägt unblut’ge Wunden.<br />
Ob ich denn jetzt zu euch den Weg gefunden?<br />
Ob ich denn hier ein Buch für euch geschaffen?<br />
<br />
Was frag’ ich drum! Hört, Weise, mich und Laffen:<br />
Mein Ich nur fang ich, frank und unumwunden,<br />
Mich selbst, durch nichts, als durch den Reim gebunden,<br />
Dünkt’s euch mißraten nun, dünkt’s wohlgeschaffen.<br />
<br />
Was ficht’s mich an, wenn mich der Kläffer tadelt?<br />
Er mag mein Werk beschrein, mag es verschweigen,<br />
Das Gute dran, er macht’s nicht ungeschehn.<br />
<br />
Nicht die Reklam’, die Arbeit ist’s, die’s adelt,<br />
Und das Gefühl, mein tiefst inneres Eigen<br />
Kühn, frei und stolz drin offenbart zu sehn.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in zwölf Runden zu vierzehn Gedichten - Prolog]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29799</link>
			<pubDate>Thu, 11 Apr 2024 08:51:40 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29799</guid>
			<description><![CDATA[Prolog<br />
<br />
Statt eines Vorworts<br />
<br />
Kein Vorwort? Nichts? Warum bei jedem Werke<br />
So wortkarg stets? Warum nicht ein paar Zeilen<br />
Erst an die Leser? Ihnen mitzuteilen,<br />
Wer, wie du seist, wo deine Schwäch’ und Stärke?<br />
<br />
Wer’s nicht gewinnt, bleibt unerkannt, das merke,<br />
Vom Publikum! Warum dann nicht verweilen<br />
Bei ihm und plaudern erst? Warum gleich eilen<br />
Zur Hauptsach’, statt daß seine Gunst dich stärke?<br />
<br />
So hör’ ich oft. – Und wahrlich, wenig nicht<br />
Hätt’ ich zu sagen! – Dennoch bleib’ ich stumm<br />
Auf Lob und Tadel, sprech’ nur im Gedicht.<br />
<br />
Ich lasse mich nicht ein! Fragt ihr, warum:<br />
Ich bin zu stolz. Der wahre Dichter spricht<br />
Zum Publikum, nicht mit dem Publikum!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Prolog<br />
<br />
Statt eines Vorworts<br />
<br />
Kein Vorwort? Nichts? Warum bei jedem Werke<br />
So wortkarg stets? Warum nicht ein paar Zeilen<br />
Erst an die Leser? Ihnen mitzuteilen,<br />
Wer, wie du seist, wo deine Schwäch’ und Stärke?<br />
<br />
Wer’s nicht gewinnt, bleibt unerkannt, das merke,<br />
Vom Publikum! Warum dann nicht verweilen<br />
Bei ihm und plaudern erst? Warum gleich eilen<br />
Zur Hauptsach’, statt daß seine Gunst dich stärke?<br />
<br />
So hör’ ich oft. – Und wahrlich, wenig nicht<br />
Hätt’ ich zu sagen! – Dennoch bleib’ ich stumm<br />
Auf Lob und Tadel, sprech’ nur im Gedicht.<br />
<br />
Ich lasse mich nicht ein! Fragt ihr, warum:<br />
Ich bin zu stolz. Der wahre Dichter spricht<br />
Zum Publikum, nicht mit dem Publikum!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 12 Ultima Thule]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29812</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:20:32 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29812</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ultima Thule<br />
<br />
Rose und Lorbeer</span><br />
<br />
Die Rose spricht: Ich bin die liebe Blume,<br />
Ich bin die Lust, der Schmerz, das Licht, das Leben,<br />
Nach mir mußt, Dichter, Blick und Hand du heben,<br />
Willst eingehn du zu wahrem Menschentume!<br />
<br />
Der Lorbeer spricht: Ich führ’ empor zum Ruhme,<br />
Ich kann allein das große Schicksal weben,<br />
Nach mir, der Menschheit Höchstem, mußt du streben,<br />
Ich leit’ zu fernster Nachwelt Heiligtume!<br />
<br />
Der Dichter spricht: Das neidlichste der Lose<br />
Erwähl’ ich denn, die Krone alles Lebens!<br />
Und nach dem Lorbeer greift er kühnen Strebens.<br />
<br />
Das Schicksal spricht: Und dein ist auch die Rose!<br />
Nur rosen-duftberauscht und –dornzerstochen,<br />
Nicht anders wird des Dichters Reis gebrochen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ultima Thule<br />
<br />
Rose und Lorbeer</span><br />
<br />
Die Rose spricht: Ich bin die liebe Blume,<br />
Ich bin die Lust, der Schmerz, das Licht, das Leben,<br />
Nach mir mußt, Dichter, Blick und Hand du heben,<br />
Willst eingehn du zu wahrem Menschentume!<br />
<br />
Der Lorbeer spricht: Ich führ’ empor zum Ruhme,<br />
Ich kann allein das große Schicksal weben,<br />
Nach mir, der Menschheit Höchstem, mußt du streben,<br />
Ich leit’ zu fernster Nachwelt Heiligtume!<br />
<br />
Der Dichter spricht: Das neidlichste der Lose<br />
Erwähl’ ich denn, die Krone alles Lebens!<br />
Und nach dem Lorbeer greift er kühnen Strebens.<br />
<br />
Das Schicksal spricht: Und dein ist auch die Rose!<br />
Nur rosen-duftberauscht und –dornzerstochen,<br />
Nicht anders wird des Dichters Reis gebrochen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 11 Philosophie]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29811</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:20:18 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29811</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Philosophie<br />
<br />
Widmung<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dem Naturgeschichtsprofessor Nowak in<br />
„Das goldene Buch der Weltliteratur“.</span></span><br />
<br />
Du hast im goldnen Buche der Natur<br />
Gelesen oft mit Fleiß und heißem Trachten;<br />
Mit Recht: denn ihr Gesetz zu höchst nicht achten,<br />
Hieß’ arg verfehlen der Erkenntnis Spur.<br />
<br />
Und doch ist Gott nicht Außenschöpfung nur!<br />
der Menschheit tausendjähr’ge Geistesschlachten,<br />
ihr Denken, Hoffen, Ringen, Wünschen, Trachten<br />
Sind göttlich auch, sind gleicherweis Natur.<br />
<br />
Drum, willst du ganz der Schöpfung Bild gewinnen,<br />
Mußt von des Äußern Forschung und Erfahrung<br />
Du auch des Innern Stimmen dich besinnen.<br />
<br />
Im goldnen Buch des Schrifttums mußt du blättern,<br />
Dann wird dir zwiefach Gottes Offenbarung:<br />
In Zügen der Natur, in Menschenlettern.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Philosophie<br />
<br />
Widmung<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dem Naturgeschichtsprofessor Nowak in<br />
„Das goldene Buch der Weltliteratur“.</span></span><br />
<br />
Du hast im goldnen Buche der Natur<br />
Gelesen oft mit Fleiß und heißem Trachten;<br />
Mit Recht: denn ihr Gesetz zu höchst nicht achten,<br />
Hieß’ arg verfehlen der Erkenntnis Spur.<br />
<br />
Und doch ist Gott nicht Außenschöpfung nur!<br />
der Menschheit tausendjähr’ge Geistesschlachten,<br />
ihr Denken, Hoffen, Ringen, Wünschen, Trachten<br />
Sind göttlich auch, sind gleicherweis Natur.<br />
<br />
Drum, willst du ganz der Schöpfung Bild gewinnen,<br />
Mußt von des Äußern Forschung und Erfahrung<br />
Du auch des Innern Stimmen dich besinnen.<br />
<br />
Im goldnen Buch des Schrifttums mußt du blättern,<br />
Dann wird dir zwiefach Gottes Offenbarung:<br />
In Zügen der Natur, in Menschenlettern.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 10 In meinem Spiegel]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29810</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:20:02 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29810</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">In meinem Spiegel<br />
<br />
Dornröschen</span><br />
<br />
Dornröschen gleicht, solang er selbst am Leben,<br />
Des wahren Dichters Kunst in unsern Zeiten,<br />
solang Mäcen’ nicht ihre Schritte leiten,<br />
Nicht Fürsten sie an Höf’ und Throne heben.<br />
<br />
Das stärkste Können heut’, das reinste Streben<br />
Begräbt der Dornbusch seichter Wirklichkeiten,<br />
Ein Gönner muß – als Prinz – ihn erst durchschreiten,<br />
Das Licht des Tags der lichten Maid zu geben.<br />
<br />
O meine Kunst, Dornröschen, seit zehn Jahren<br />
Dir selbst nur blühend, doch der Welt verloren,<br />
Wann kommt dein Prinz und zeigt dich seinem Volke?<br />
<br />
Mir ist, als rief’ ein Gott mir aus der Wolke:<br />
Verzehrt dich Sehnsucht schon nach weißen Haaren?<br />
Dein Prinz – er ist noch nicht einmal geboren!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">In meinem Spiegel<br />
<br />
Dornröschen</span><br />
<br />
Dornröschen gleicht, solang er selbst am Leben,<br />
Des wahren Dichters Kunst in unsern Zeiten,<br />
solang Mäcen’ nicht ihre Schritte leiten,<br />
Nicht Fürsten sie an Höf’ und Throne heben.<br />
<br />
Das stärkste Können heut’, das reinste Streben<br />
Begräbt der Dornbusch seichter Wirklichkeiten,<br />
Ein Gönner muß – als Prinz – ihn erst durchschreiten,<br />
Das Licht des Tags der lichten Maid zu geben.<br />
<br />
O meine Kunst, Dornröschen, seit zehn Jahren<br />
Dir selbst nur blühend, doch der Welt verloren,<br />
Wann kommt dein Prinz und zeigt dich seinem Volke?<br />
<br />
Mir ist, als rief’ ein Gott mir aus der Wolke:<br />
Verzehrt dich Sehnsucht schon nach weißen Haaren?<br />
Dein Prinz – er ist noch nicht einmal geboren!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 09 F. W. dem jugendlichen Geigenvirtuosen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29809</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:19:24 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29809</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">F. W. dem jugendlichen Geigenvirtuosen<br />
<br />
Am ersten Abend in sein Gedenkbuch</span><br />
<br />
Wir, denen heut’ dein göttlich Spiel erklungen,<br />
Wir danken dir vereint aus meinem Munde,<br />
Wir danken dir aus tiefstem Herzensgrunde,<br />
Du großes Kind, das männer selbst bezwungen.<br />
<br />
Denn von des Alltags Staub emporgerungen<br />
Hat auch der Kleinste sich zu dieser Stunde,<br />
Du hattest selbst den Seichtling heut’ im Bunde,<br />
Das Schwerste, was dem Künstler je gelungen.<br />
<br />
Doch mich ergriff dein Lied wie Himmelslabe,<br />
Wie einen Älpler, dem in fremden Landen<br />
Vom Hochland singt ein Knab’ am Hirtenstabe.<br />
<br />
Hab’ Dank für all, was meine Sinn’ empfanden,<br />
Du meines Geisteshochlands Hirtenknabe,<br />
Den höchsten Künstlerdank: Du bist verstanden!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">F. W. dem jugendlichen Geigenvirtuosen<br />
<br />
Am ersten Abend in sein Gedenkbuch</span><br />
<br />
Wir, denen heut’ dein göttlich Spiel erklungen,<br />
Wir danken dir vereint aus meinem Munde,<br />
Wir danken dir aus tiefstem Herzensgrunde,<br />
Du großes Kind, das männer selbst bezwungen.<br />
<br />
Denn von des Alltags Staub emporgerungen<br />
Hat auch der Kleinste sich zu dieser Stunde,<br />
Du hattest selbst den Seichtling heut’ im Bunde,<br />
Das Schwerste, was dem Künstler je gelungen.<br />
<br />
Doch mich ergriff dein Lied wie Himmelslabe,<br />
Wie einen Älpler, dem in fremden Landen<br />
Vom Hochland singt ein Knab’ am Hirtenstabe.<br />
<br />
Hab’ Dank für all, was meine Sinn’ empfanden,<br />
Du meines Geisteshochlands Hirtenknabe,<br />
Den höchsten Künstlerdank: Du bist verstanden!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 08 Prometheisches]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29808</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:19:15 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29808</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Prometheisches<br />
<br />
Stimmen der Berge</span><br />
<br />
Zu Bergesriesen sprach das Heer der Berge:<br />
Wo gäb’ es Worte, euer Glück zu loben?<br />
Ihr seid die Mittler zwischen Hier und Droben,<br />
Wie von Gestade zu Gestad’ der Ferge.<br />
<br />
Die Riesen drauf: O töricht eitle Zwerge!<br />
Ihr sprächt wohl anders, throntet selbst ihr oben!<br />
Beklagen sollt ihr, die ein Gott erhoben,<br />
Da ihre Größe ihres Glückes Scherge.<br />
<br />
O schwerstes Los, du Nähe der Gestirne!<br />
Hier Donner, Blitz und Sturm, dort unten Regen,<br />
Hier wilder Mächte Kampf, bei euch der Segen!<br />
<br />
Im Dunkel ihr, im Lichtmeer unsre Firne,<br />
Und dennoch warm bei euch, wenn unsre Stirne<br />
Der Schnee bedeckt und eis’ge Winde fegen.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Prometheisches<br />
<br />
Stimmen der Berge</span><br />
<br />
Zu Bergesriesen sprach das Heer der Berge:<br />
Wo gäb’ es Worte, euer Glück zu loben?<br />
Ihr seid die Mittler zwischen Hier und Droben,<br />
Wie von Gestade zu Gestad’ der Ferge.<br />
<br />
Die Riesen drauf: O töricht eitle Zwerge!<br />
Ihr sprächt wohl anders, throntet selbst ihr oben!<br />
Beklagen sollt ihr, die ein Gott erhoben,<br />
Da ihre Größe ihres Glückes Scherge.<br />
<br />
O schwerstes Los, du Nähe der Gestirne!<br />
Hier Donner, Blitz und Sturm, dort unten Regen,<br />
Hier wilder Mächte Kampf, bei euch der Segen!<br />
<br />
Im Dunkel ihr, im Lichtmeer unsre Firne,<br />
Und dennoch warm bei euch, wenn unsre Stirne<br />
Der Schnee bedeckt und eis’ge Winde fegen.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 07 Werte und Mißwerte]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29807</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:19:03 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29807</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Werte und Mißwerte<br />
<br />
Den Ewigblinden</span><br />
<br />
Um euch ist Gott in seiner ganzen Hehre,<br />
Ihr seht ihn nicht und schnitzt euch selber einen;<br />
Er unterweist euch, wo ihr mögt erscheinen,<br />
Ihr hört ihn nicht und stümpert selbst die Lehre.<br />
<br />
In Wald und Garten baut er sich Altäre,<br />
Ihr seht sie nicht, baut Kirchen ihm von Steinen;<br />
Er lädt zur Andacht euch, zur wahren, reinen,<br />
Ihr merkt es nicht und schwatzet blind ins Leere.<br />
<br />
Rings Gott-Natur aus lauter Licht gemacht,<br />
Und dennoch sehn sie nichts, die Ewigblinden,<br />
Sie streichen Hölzchen an, als wär’ es nacht.<br />
<br />
Ich glaub’, wenn mitten auf der Sonn’ sie stünden,<br />
Sie wähnten sich zutiefst im dunklen Schacht:<br />
Geweihte Kerzen würden an sie zünden!<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Werte und Mißwerte<br />
<br />
Den Ewigblinden</span><br />
<br />
Um euch ist Gott in seiner ganzen Hehre,<br />
Ihr seht ihn nicht und schnitzt euch selber einen;<br />
Er unterweist euch, wo ihr mögt erscheinen,<br />
Ihr hört ihn nicht und stümpert selbst die Lehre.<br />
<br />
In Wald und Garten baut er sich Altäre,<br />
Ihr seht sie nicht, baut Kirchen ihm von Steinen;<br />
Er lädt zur Andacht euch, zur wahren, reinen,<br />
Ihr merkt es nicht und schwatzet blind ins Leere.<br />
<br />
Rings Gott-Natur aus lauter Licht gemacht,<br />
Und dennoch sehn sie nichts, die Ewigblinden,<br />
Sie streichen Hölzchen an, als wär’ es nacht.<br />
<br />
Ich glaub’, wenn mitten auf der Sonn’ sie stünden,<br />
Sie wähnten sich zutiefst im dunklen Schacht:<br />
Geweihte Kerzen würden an sie zünden!<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 06 Gesprengte Ketten]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29806</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:18:41 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29806</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gesprengte Ketten<br />
<br />
Das Unmögliche</span><br />
<br />
Ich habe auch die Meinung stets vertreten,<br />
Daß neben seinem Schaffen, Denken, Dichten<br />
Der Künstler soll’ ein täglich Werk verrichten,<br />
Ihm unerwünscht manchmal, stets unerbeten.<br />
<br />
Ich weiß, im Grübeln, nie gestörten, steten,<br />
Liegt für des Grübelns Frucht das Heil mit nichten;<br />
Ich weiß, daß läßt’ge Stürme kleiner Pflichten<br />
Stets heilsam in die Glut der Sehnsucht wehten.<br />
<br />
Nur restlos aufgehn im gemeinen Wirken,<br />
Das kann ich nicht, und fühl, mich drob nicht richtbar:<br />
Denn mit mir selbst nur ist mein Drang vernichtbar.<br />
<br />
Peitscht mich aus meines Denkens Lichtbezirken,<br />
Ich werde Qualen, Martern, Tod ertragen,<br />
Nur Eines nie: dem höhern Selbst entsagen!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gesprengte Ketten<br />
<br />
Das Unmögliche</span><br />
<br />
Ich habe auch die Meinung stets vertreten,<br />
Daß neben seinem Schaffen, Denken, Dichten<br />
Der Künstler soll’ ein täglich Werk verrichten,<br />
Ihm unerwünscht manchmal, stets unerbeten.<br />
<br />
Ich weiß, im Grübeln, nie gestörten, steten,<br />
Liegt für des Grübelns Frucht das Heil mit nichten;<br />
Ich weiß, daß läßt’ge Stürme kleiner Pflichten<br />
Stets heilsam in die Glut der Sehnsucht wehten.<br />
<br />
Nur restlos aufgehn im gemeinen Wirken,<br />
Das kann ich nicht, und fühl, mich drob nicht richtbar:<br />
Denn mit mir selbst nur ist mein Drang vernichtbar.<br />
<br />
Peitscht mich aus meines Denkens Lichtbezirken,<br />
Ich werde Qualen, Martern, Tod ertragen,<br />
Nur Eines nie: dem höhern Selbst entsagen!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 05 Der Künstler]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29804</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:18:32 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29804</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Künstler<br />
<br />
 Doppelschicksal</span><br />
<br />
Wie kommt es, daß der Künstler, das Genie<br />
Oft Ekel fühlt, Qual, Überdruß am Leben,<br />
Der auf der Wonnen höchsten Höhn zu schweben<br />
Doch sonst vermag, wie ein Gering’rer nie.<br />
<br />
Ich deut’ es so: gewalt’ger Phantasie<br />
Kann Großes Inhalt nur und Nahrung geben,<br />
Und wo dies fehlt, dort bleibt sie elend eben,<br />
Leer, ungestillt, öd, nicht sie selbst ist sie.<br />
<br />
Den Kleinen füllt die nichtig kleinste Weile<br />
Schon völlig aus, und nirgends fehlts dem Laffen,<br />
Wo dem Genie nur leere Räume klaffen.<br />
<br />
Dem Künstler taugt die große nur zum Heile;<br />
In ihrem Äther schwillt er an zum Gotte,<br />
Doch in der kleinen schrumpft er ein zur Motte.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Künstler<br />
<br />
 Doppelschicksal</span><br />
<br />
Wie kommt es, daß der Künstler, das Genie<br />
Oft Ekel fühlt, Qual, Überdruß am Leben,<br />
Der auf der Wonnen höchsten Höhn zu schweben<br />
Doch sonst vermag, wie ein Gering’rer nie.<br />
<br />
Ich deut’ es so: gewalt’ger Phantasie<br />
Kann Großes Inhalt nur und Nahrung geben,<br />
Und wo dies fehlt, dort bleibt sie elend eben,<br />
Leer, ungestillt, öd, nicht sie selbst ist sie.<br />
<br />
Den Kleinen füllt die nichtig kleinste Weile<br />
Schon völlig aus, und nirgends fehlts dem Laffen,<br />
Wo dem Genie nur leere Räume klaffen.<br />
<br />
Dem Künstler taugt die große nur zum Heile;<br />
In ihrem Äther schwillt er an zum Gotte,<br />
Doch in der kleinen schrumpft er ein zur Motte.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 04 Sehnsuchten und Erinnerungen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29805</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:18:21 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29805</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sehnsuchten und Erinnerungen<br />
<br />
Einem Freunde<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Julius von Karolij</span></span><br />
<br />
Ich schritt, ein Träumer, durch mein jüngstes Leben,<br />
Die Blicke aufwärts nur emporgesenet,<br />
Und von des Himmels Glanze fast geblendet,<br />
Vergaß ich bald, nach ird’schem Glück zu streben.<br />
<br />
Du wieder warst der Welt zu sehr ergeben,<br />
Des Lebens nächsten Zielen bloß verpfändet,<br />
Und so den hehrsten Gütern halb entwendet,<br />
Versäumtest du zum Höchsten aufzuschweben.<br />
<br />
Seit uns ein glücklich Schicksal nun verbunden,<br />
Lehrst du des Lebens Ziele mich ergreifen,<br />
Ich dich, was du noch nie gedacht, empfunden.<br />
<br />
So laßt der Zukunft uns entgegenreifen,<br />
Und immer, wenn vollbracht der Arbeit Stunden,<br />
Empor zum Höchsten mit der Seele schweifen!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sehnsuchten und Erinnerungen<br />
<br />
Einem Freunde<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Julius von Karolij</span></span><br />
<br />
Ich schritt, ein Träumer, durch mein jüngstes Leben,<br />
Die Blicke aufwärts nur emporgesenet,<br />
Und von des Himmels Glanze fast geblendet,<br />
Vergaß ich bald, nach ird’schem Glück zu streben.<br />
<br />
Du wieder warst der Welt zu sehr ergeben,<br />
Des Lebens nächsten Zielen bloß verpfändet,<br />
Und so den hehrsten Gütern halb entwendet,<br />
Versäumtest du zum Höchsten aufzuschweben.<br />
<br />
Seit uns ein glücklich Schicksal nun verbunden,<br />
Lehrst du des Lebens Ziele mich ergreifen,<br />
Ich dich, was du noch nie gedacht, empfunden.<br />
<br />
So laßt der Zukunft uns entgegenreifen,<br />
Und immer, wenn vollbracht der Arbeit Stunden,<br />
Empor zum Höchsten mit der Seele schweifen!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 03 Glossen zu R. Wagners Musikdramen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29803</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:18:09 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29803</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Glossen zu Richard Wagners Musikdramen<br />
<br />
Holländer</span><br />
<br />
Du warst mein Liebling einst. In jenen Tagen,<br />
Als hehrster Sehnsucht Durst mich fast versehrte,<br />
Warst du das Kind, das ich am Busen nährte,<br />
Darin ein Herz erträumter Lieb’ geschlagen.<br />
<br />
Du warst das Ohr für meine Liebesklagen,<br />
Das Echo, das mir einzig Trost gewährte;<br />
Denn wenn der Minne Brunst mioch fast verzehrte,<br />
Gedacht’ ich dein und konnt’ es leichter tragen.<br />
<br />
Und immer noch, bei Nacht und Wogenschäumen,<br />
Erstehst du mir in ungeheurem Träumen,<br />
ein riesenhaft Phantom aus düstern Räumen;<br />
<br />
Mit dir gemeinsam streck’ ich dann die Hände<br />
Zum Himmel aus, daß er Erlösung spende<br />
Und eine Senta mir Bedürft’gem sende.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Glossen zu Richard Wagners Musikdramen<br />
<br />
Holländer</span><br />
<br />
Du warst mein Liebling einst. In jenen Tagen,<br />
Als hehrster Sehnsucht Durst mich fast versehrte,<br />
Warst du das Kind, das ich am Busen nährte,<br />
Darin ein Herz erträumter Lieb’ geschlagen.<br />
<br />
Du warst das Ohr für meine Liebesklagen,<br />
Das Echo, das mir einzig Trost gewährte;<br />
Denn wenn der Minne Brunst mioch fast verzehrte,<br />
Gedacht’ ich dein und konnt’ es leichter tragen.<br />
<br />
Und immer noch, bei Nacht und Wogenschäumen,<br />
Erstehst du mir in ungeheurem Träumen,<br />
ein riesenhaft Phantom aus düstern Räumen;<br />
<br />
Mit dir gemeinsam streck’ ich dann die Hände<br />
Zum Himmel aus, daß er Erlösung spende<br />
Und eine Senta mir Bedürft’gem sende.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 02 Liebe]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29802</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:17:58 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29802</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Liebe<br />
<br />
Liebe auf den ersten Blick</span><br />
<br />
Wer sie nicht kennt, fürwahr! der tut mir leid,<br />
Der hat den Weg zum Himmel nicht gefunden;<br />
Des Geist wird nie in Schönhweits Bad gesunden,<br />
Das jedes Erdstaubs plötzlich ihn befreit.<br />
<br />
Ich – schwör’ auf suie! In ganzer Seligkeit<br />
Hab’ ich vor Bild und Blick sie oft empfunden,<br />
Zehntausendmal in hehrsten Rauschsekunden<br />
Geschwelgt durch sie am Quell der Göttlichkeit!<br />
<br />
Ja, wenn ich’s recht erwäg’, muß ich erkennen,<br />
Ich liebte stets nur auf den ersten Blick:<br />
So ganz die Art des Dichters, zu entbrennen!<br />
<br />
Mein erstes Glück war stets mein hehrstes Glück,<br />
Durch dies fühlt’ ich zu Göttern mich erhoben;<br />
Das nächste schon glich einem Sturz von oben!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Liebe<br />
<br />
Liebe auf den ersten Blick</span><br />
<br />
Wer sie nicht kennt, fürwahr! der tut mir leid,<br />
Der hat den Weg zum Himmel nicht gefunden;<br />
Des Geist wird nie in Schönhweits Bad gesunden,<br />
Das jedes Erdstaubs plötzlich ihn befreit.<br />
<br />
Ich – schwör’ auf suie! In ganzer Seligkeit<br />
Hab’ ich vor Bild und Blick sie oft empfunden,<br />
Zehntausendmal in hehrsten Rauschsekunden<br />
Geschwelgt durch sie am Quell der Göttlichkeit!<br />
<br />
Ja, wenn ich’s recht erwäg’, muß ich erkennen,<br />
Ich liebte stets nur auf den ersten Blick:<br />
So ganz die Art des Dichters, zu entbrennen!<br />
<br />
Mein erstes Glück war stets mein hehrstes Glück,<br />
Durch dies fühlt’ ich zu Göttern mich erhoben;<br />
Das nächste schon glich einem Sturz von oben!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sonette - in 12 Runden zu 14 Gedichten - 01 Der Dichter]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29801</link>
			<pubDate>Sun, 11 Feb 2024 02:17:48 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=29801</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Dichter<br />
<br />
Lebensziel</span><br />
<br />
Dem leeren Buch vergleich’ ich unser Leben,<br />
Das wir mit Inhalt erst zu füllen haben;<br />
Dem leeren Kelch, drein, soll sein Trank uns laben,<br />
Wir gießen müssen selbst das Gold der Reben.<br />
<br />
Nach hochgestecktem Ziele gilt’s zu streben,<br />
Dafür zu opfern unsre besten Gaben;<br />
Nur dieses macht uns übers Tier erhaben,<br />
Vermag dem Dasein Wert und Zweck zu geben.<br />
<br />
So winkt auch mir ein hohes Ziel im weiten,<br />
Das ich zum Hafen meines Seins erwähle,<br />
Zeitlebens sonder Wank ihm nachzuschreiten.<br />
<br />
Auch weiß ich keinen Grund, daß ich’s verhehle:<br />
Den Kranz des Dichters wünsch’ ich zu erstreiten,<br />
Mich einzusingen in des Volkes Seele.<br />
<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Dichter<br />
<br />
Lebensziel</span><br />
<br />
Dem leeren Buch vergleich’ ich unser Leben,<br />
Das wir mit Inhalt erst zu füllen haben;<br />
Dem leeren Kelch, drein, soll sein Trank uns laben,<br />
Wir gießen müssen selbst das Gold der Reben.<br />
<br />
Nach hochgestecktem Ziele gilt’s zu streben,<br />
Dafür zu opfern unsre besten Gaben;<br />
Nur dieses macht uns übers Tier erhaben,<br />
Vermag dem Dasein Wert und Zweck zu geben.<br />
<br />
So winkt auch mir ein hohes Ziel im weiten,<br />
Das ich zum Hafen meines Seins erwähle,<br />
Zeitlebens sonder Wank ihm nachzuschreiten.<br />
<br />
Auch weiß ich keinen Grund, daß ich’s verhehle:<br />
Den Kranz des Dichters wünsch’ ich zu erstreiten,<br />
Mich einzusingen in des Volkes Seele.<br />
<br />
<br />
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.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
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