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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Christian Morgenstern]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 12:00:09 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Humor]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31796</link>
			<pubDate>Wed, 08 Jan 2025 00:51:21 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31796</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Humor</span><br />
<br />
Mir war Humor mein Lebtag schier – Problem.<br />
Ich frug mich: Tränenlächeln – ist’s auch nicht<br />
ein (letzten Ends) – germanisch Leibgericht,<br />
ein Rausch-Met, ein biderb Trau-schau-nicht-wem?<br />
<br />
Ist nicht Humor – bequem (lies: unvornehm)?<br />
Ein kirchweihkraus Gefährt, Art und Gewicht<br />
des &gt;Bürgers&lt; angestimmt: - doch welches bricht,<br />
entlenkst du drin der acht Planeten Lehm?<br />
<br />
Was für den Mars noch gilt, gilt’s noch für das,<br />
was unabsehbar wimmelt? Was der Zeit<br />
entspricht, entspricht’s dem Ewigen noch? – Gott?<br />
<br />
„Sprich, kann Humor je groß sein!“ – Ja! Und baß! -:<br />
Als Brecher, Einmensch, deiner Wichtigkeit!<br />
Als: wenn du &gt;Gott&lt; sagst, - dieses &gt;Gotts&lt; noch: Spott!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Humor</span><br />
<br />
Mir war Humor mein Lebtag schier – Problem.<br />
Ich frug mich: Tränenlächeln – ist’s auch nicht<br />
ein (letzten Ends) – germanisch Leibgericht,<br />
ein Rausch-Met, ein biderb Trau-schau-nicht-wem?<br />
<br />
Ist nicht Humor – bequem (lies: unvornehm)?<br />
Ein kirchweihkraus Gefährt, Art und Gewicht<br />
des &gt;Bürgers&lt; angestimmt: - doch welches bricht,<br />
entlenkst du drin der acht Planeten Lehm?<br />
<br />
Was für den Mars noch gilt, gilt’s noch für das,<br />
was unabsehbar wimmelt? Was der Zeit<br />
entspricht, entspricht’s dem Ewigen noch? – Gott?<br />
<br />
„Sprich, kann Humor je groß sein!“ – Ja! Und baß! -:<br />
Als Brecher, Einmensch, deiner Wichtigkeit!<br />
Als: wenn du &gt;Gott&lt; sagst, - dieses &gt;Gotts&lt; noch: Spott!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mondnacht über Meran]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31794</link>
			<pubDate>Mon, 11 Nov 2024 00:17:47 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31794</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Mondnacht über Meran</span><br />
<br />
Die Geisterstadt ... Als wie ein Teppichbild,<br />
daran ein Träumer jahrelang gewebt,<br />
so steht sie da im Mondenduft und lebt,<br />
ein ganz zu Traum verflüchtigt Erdgefild.<br />
<br />
Und drüber seidet Allblau dämmermild,<br />
von Sternen-Kinderaugen scheu durchstrebt.<br />
Und jetzo! Mitternacht! Der Aether bebt,<br />
als rührte Geistergruß an einen Schild.<br />
<br />
Ein Traqumbild, - leichtlich tausenden gesellt<br />
auf einer Göttin Brünnenüberhang,<br />
die schimmernd steht auf Speer und Schild gelehnt...<br />
<br />
Und eben war’s, daß dieser zwölfmal klang:<br />
Gott grüßt im Traume seine Göttin Welt,<br />
die sich nach Ihm, wie er nach Ihr sich, sehnt.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Mondnacht über Meran</span><br />
<br />
Die Geisterstadt ... Als wie ein Teppichbild,<br />
daran ein Träumer jahrelang gewebt,<br />
so steht sie da im Mondenduft und lebt,<br />
ein ganz zu Traum verflüchtigt Erdgefild.<br />
<br />
Und drüber seidet Allblau dämmermild,<br />
von Sternen-Kinderaugen scheu durchstrebt.<br />
Und jetzo! Mitternacht! Der Aether bebt,<br />
als rührte Geistergruß an einen Schild.<br />
<br />
Ein Traqumbild, - leichtlich tausenden gesellt<br />
auf einer Göttin Brünnenüberhang,<br />
die schimmernd steht auf Speer und Schild gelehnt...<br />
<br />
Und eben war’s, daß dieser zwölfmal klang:<br />
Gott grüßt im Traume seine Göttin Welt,<br />
die sich nach Ihm, wie er nach Ihr sich, sehnt.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Schachsonett]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31795</link>
			<pubDate>Sat, 09 Nov 2024 08:24:52 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31795</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schachsonett</span><br />
<br />
Dem edlen Schach vergleich ich das Sonett.<br />
Eröffnung, Aufbau, Mittel- Endspiel – traun,<br />
das alles ist so hier wie dort zu schaun,<br />
und auch selbst hier sitzt oft ein – Paar am Brett.<br />
<br />
Vier Züge schon vorbei! Gefährlich Baun!<br />
Verwirrung trübt mich ... Opfer und – Verlust! ...<br />
Doch dieser Zug jetzt macht den Fehler wett.<br />
Und auch dem Endspiel darf ich noch vertraun.<br />
<br />
Jetzt brenn ich erst; und spür mich Brust an Brust;<br />
und greife nicht mehr fehl im strengen Kriege;<br />
und lege meisternd Hand auf Brett und Blatt.<br />
<br />
Noch einmal blitzt das feindliche Florett –<br />
doch ich parier’s – und nun auch schon: Schachmatt!<br />
(Ich muß erst immer fallen, eh ich siege.)<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schachsonett</span><br />
<br />
Dem edlen Schach vergleich ich das Sonett.<br />
Eröffnung, Aufbau, Mittel- Endspiel – traun,<br />
das alles ist so hier wie dort zu schaun,<br />
und auch selbst hier sitzt oft ein – Paar am Brett.<br />
<br />
Vier Züge schon vorbei! Gefährlich Baun!<br />
Verwirrung trübt mich ... Opfer und – Verlust! ...<br />
Doch dieser Zug jetzt macht den Fehler wett.<br />
Und auch dem Endspiel darf ich noch vertraun.<br />
<br />
Jetzt brenn ich erst; und spür mich Brust an Brust;<br />
und greife nicht mehr fehl im strengen Kriege;<br />
und lege meisternd Hand auf Brett und Blatt.<br />
<br />
Noch einmal blitzt das feindliche Florett –<br />
doch ich parier’s – und nun auch schon: Schachmatt!<br />
(Ich muß erst immer fallen, eh ich siege.)<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Bank]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31791</link>
			<pubDate>Thu, 07 Nov 2024 10:43:07 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31791</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Bank</span><br />
<br />
Die Nacht ist lind und lockt mich auf die Warte<br />
auf halber Höhe über meinem Flecken;<br />
ich schau ihn sich den Bach hinauf erstrecken,<br />
und diesen selber durch der Mauer Scharte.<br />
<br />
Durchs Laubwerk mir zu Häupten spielt das harte<br />
Geblink der Sternenschar mit mir Verstecken;<br />
indes von unten mich Laternen necken,<br />
wie Blitzer einer transparenten Karte.<br />
<br />
Vor allem aber ist die Bank da droben<br />
mir wert. Denn meine Freundin kommt, die ferne,<br />
so oft ich dort, mein nächtlich Säumen teilen.<br />
<br />
Gemeinsam hören wir die Wasser toben.<br />
Gemeinsam schaun wir Häuser, Lichter, Sterne...<br />
Und wünschen nichts als ewig so zu weilen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Bank</span><br />
<br />
Die Nacht ist lind und lockt mich auf die Warte<br />
auf halber Höhe über meinem Flecken;<br />
ich schau ihn sich den Bach hinauf erstrecken,<br />
und diesen selber durch der Mauer Scharte.<br />
<br />
Durchs Laubwerk mir zu Häupten spielt das harte<br />
Geblink der Sternenschar mit mir Verstecken;<br />
indes von unten mich Laternen necken,<br />
wie Blitzer einer transparenten Karte.<br />
<br />
Vor allem aber ist die Bank da droben<br />
mir wert. Denn meine Freundin kommt, die ferne,<br />
so oft ich dort, mein nächtlich Säumen teilen.<br />
<br />
Gemeinsam hören wir die Wasser toben.<br />
Gemeinsam schaun wir Häuser, Lichter, Sterne...<br />
Und wünschen nichts als ewig so zu weilen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Immer wieder]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31790</link>
			<pubDate>Tue, 05 Nov 2024 17:38:56 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31790</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Immer wieder</span><br />
<br />
In allen tiefen Stunden mußt du`s empfinden:<br />
Es gibt nur ein Mittel: Gewalt.<br />
Und würdest du tausend Jahre alt, -<br />
nie wird der Mensch allein sich überwinden.<br />
<br />
Du mußt ihn an das Rad der Zukunft binden,<br />
an deines Willens Rad, dafür’s kein: halt!<br />
als deines Willens: halt! gibt; glühend-kalt<br />
mußt du dein Volk zu seiner Größe – schinden.<br />
<br />
Befiehl! Nur daß du immer groß befiehlst, -<br />
sonst ist dein Reich auf einen Schlag verloren<br />
und dich verbrennt der Reif, nach dem du schielst.<br />
<br />
Befiehl! Laß sich erheben, was geboren,<br />
wag’s Gott zu sein, mach’s wahr, wonach du zielst,<br />
geliebt vom Edlen und beknirscht vom Toren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Immer wieder</span><br />
<br />
In allen tiefen Stunden mußt du`s empfinden:<br />
Es gibt nur ein Mittel: Gewalt.<br />
Und würdest du tausend Jahre alt, -<br />
nie wird der Mensch allein sich überwinden.<br />
<br />
Du mußt ihn an das Rad der Zukunft binden,<br />
an deines Willens Rad, dafür’s kein: halt!<br />
als deines Willens: halt! gibt; glühend-kalt<br />
mußt du dein Volk zu seiner Größe – schinden.<br />
<br />
Befiehl! Nur daß du immer groß befiehlst, -<br />
sonst ist dein Reich auf einen Schlag verloren<br />
und dich verbrennt der Reif, nach dem du schielst.<br />
<br />
Befiehl! Laß sich erheben, was geboren,<br />
wag’s Gott zu sein, mach’s wahr, wonach du zielst,<br />
geliebt vom Edlen und beknirscht vom Toren.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Meran-Vineta]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31792</link>
			<pubDate>Sun, 03 Nov 2024 00:26:01 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31792</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Meran-Vineta</span><br />
<br />
Die Nacht ist finster, ohne Stern und Mond.<br />
Jetzt schläfst du, Stadt, auf tiefem Meeresgrund,<br />
vom Trollenvolk Ertrunk’ner blos bewohnt;<br />
und ist in deinem Reich kein andrer Mund,<br />
<br />
als der dem Schrei der Geisterstunde front,<br />
dem Erzschrei, der Tor und Pforte rund<br />
die Toten wirbelt, blinden Auges und<br />
der Spanne durstig, die der Schemen schont.<br />
<br />
Hoch droben übern Spiegel zieht ein Boot...<br />
Das Ruder ruht. Und eine Stimme bebt:<br />
Horch, Herz, da drunten läutet jetzt der Tod ...<br />
<br />
Da fühl ich, wie mein Sinn dem Graun entstrebt –<br />
Ich reiße los mich von Vinetas Not<br />
und sage laut: Doch dein Geliebter lebt!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Meran-Vineta</span><br />
<br />
Die Nacht ist finster, ohne Stern und Mond.<br />
Jetzt schläfst du, Stadt, auf tiefem Meeresgrund,<br />
vom Trollenvolk Ertrunk’ner blos bewohnt;<br />
und ist in deinem Reich kein andrer Mund,<br />
<br />
als der dem Schrei der Geisterstunde front,<br />
dem Erzschrei, der Tor und Pforte rund<br />
die Toten wirbelt, blinden Auges und<br />
der Spanne durstig, die der Schemen schont.<br />
<br />
Hoch droben übern Spiegel zieht ein Boot...<br />
Das Ruder ruht. Und eine Stimme bebt:<br />
Horch, Herz, da drunten läutet jetzt der Tod ...<br />
<br />
Da fühl ich, wie mein Sinn dem Graun entstrebt –<br />
Ich reiße los mich von Vinetas Not<br />
und sage laut: Doch dein Geliebter lebt!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Priesterin]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31789</link>
			<pubDate>Wed, 30 Oct 2024 11:57:26 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31789</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Priesterin</span><br />
<br />
Nachdenklich nickt im Dämmer die Pagode...<br />
Daneben tritt aus ihres Hauses Pforte<br />
T’ang-ku-ei-i, die Hüterin der Orte<br />
vom krausen Leben und vom grausen Tode.<br />
<br />
Aus ihrem Munde hängt die Mondschein-Ode<br />
Tang-Wangs, des Kaisers, mit geblümter Borte,<br />
in ihren Händen trägt sie eine Torte,<br />
gekrönt von einer winzigen Kommode.<br />
<br />
So wandelt sie die sieben ängstlich schmalen,<br />
aus Flötenholz geschwungnen Tempelbrücken<br />
zum Grabe des vom Mond erschlagnen Hundes –<br />
<br />
und brockt den Kuchen in die Opferschalen –<br />
und lockt den Mond, sich auf den Schrein zu bücken,<br />
und reicht ihm ihr Gedicht gespitzten Mundes...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Priesterin</span><br />
<br />
Nachdenklich nickt im Dämmer die Pagode...<br />
Daneben tritt aus ihres Hauses Pforte<br />
T’ang-ku-ei-i, die Hüterin der Orte<br />
vom krausen Leben und vom grausen Tode.<br />
<br />
Aus ihrem Munde hängt die Mondschein-Ode<br />
Tang-Wangs, des Kaisers, mit geblümter Borte,<br />
in ihren Händen trägt sie eine Torte,<br />
gekrönt von einer winzigen Kommode.<br />
<br />
So wandelt sie die sieben ängstlich schmalen,<br />
aus Flötenholz geschwungnen Tempelbrücken<br />
zum Grabe des vom Mond erschlagnen Hundes –<br />
<br />
und brockt den Kuchen in die Opferschalen –<br />
und lockt den Mond, sich auf den Schrein zu bücken,<br />
und reicht ihm ihr Gedicht gespitzten Mundes...]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ein Gleichnis / ein anderes (2)]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31793</link>
			<pubDate>Mon, 28 Oct 2024 09:33:04 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=31793</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Gleichnis</span><br />
<br />
So wie das Fenster anfangs nur ein Schimmer<br />
von künstlichen, doch blinden Eiskristallen,<br />
durch die gedämpft ins winterliche Zimmer<br />
der Morgensonne liebe Strahlen fallen –<br />
<br />
doch mehr und mehr löst sich der Reif und Glimmer,<br />
verästeln sich die Blumen zu Korallen,<br />
und lang bevor die Mittagsglocken hallen,<br />
bestehn auch diese Taugebilde nimmer –<br />
<br />
der ganzen Sonne liegt der Raum nun offen,<br />
das Glas ward klar und läßt nun ohne Schleier<br />
den schöpferischen Segen einwärts fluten - -<br />
<br />
so wehrt, seit deine Liebe mich getroffen,<br />
mein Sinn, vom Eis der Abwehr täglich freier,<br />
kaum länger ihren unverwandten Gluten.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Ein anderes</span><br />
<br />
Gleich wie ein Brand, im Anfang kaum erspäht,<br />
den sommerlichen Kiefernhain durchspringt<br />
und Stamm um Stamm inbrünstiglich umschlingt,<br />
daß sturmgleich er sein Innerstes entlädt –<br />
<br />
Gleich wie, was einst bloß Fünklein, stät und stät,<br />
an Gras, Moos, Flechte, Reisig aufwärts dringt,<br />
bis es sich endlich in die Kronen schwingt<br />
und aus Legionen Nadeln Blitze sät –<br />
<br />
So fällt die Leidenschaft den Menschen an,<br />
als Spiel zuerst, doch unversehens Ernst, -<br />
nichts rettet mehr, nicht Flucht, nicht Kraft, nicht Stolz.<br />
<br />
Du mußt sie schaudernd dulden, Weib wie Mann:<br />
Daß du im Feuertod erkennen lernst,<br />
wie wild Holz Feuer liebt und Feuer Holz.<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Gleichnis</span><br />
<br />
So wie das Fenster anfangs nur ein Schimmer<br />
von künstlichen, doch blinden Eiskristallen,<br />
durch die gedämpft ins winterliche Zimmer<br />
der Morgensonne liebe Strahlen fallen –<br />
<br />
doch mehr und mehr löst sich der Reif und Glimmer,<br />
verästeln sich die Blumen zu Korallen,<br />
und lang bevor die Mittagsglocken hallen,<br />
bestehn auch diese Taugebilde nimmer –<br />
<br />
der ganzen Sonne liegt der Raum nun offen,<br />
das Glas ward klar und läßt nun ohne Schleier<br />
den schöpferischen Segen einwärts fluten - -<br />
<br />
so wehrt, seit deine Liebe mich getroffen,<br />
mein Sinn, vom Eis der Abwehr täglich freier,<br />
kaum länger ihren unverwandten Gluten.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Ein anderes</span><br />
<br />
Gleich wie ein Brand, im Anfang kaum erspäht,<br />
den sommerlichen Kiefernhain durchspringt<br />
und Stamm um Stamm inbrünstiglich umschlingt,<br />
daß sturmgleich er sein Innerstes entlädt –<br />
<br />
Gleich wie, was einst bloß Fünklein, stät und stät,<br />
an Gras, Moos, Flechte, Reisig aufwärts dringt,<br />
bis es sich endlich in die Kronen schwingt<br />
und aus Legionen Nadeln Blitze sät –<br />
<br />
So fällt die Leidenschaft den Menschen an,<br />
als Spiel zuerst, doch unversehens Ernst, -<br />
nichts rettet mehr, nicht Flucht, nicht Kraft, nicht Stolz.<br />
<br />
Du mußt sie schaudernd dulden, Weib wie Mann:<br />
Daß du im Feuertod erkennen lernst,<br />
wie wild Holz Feuer liebt und Feuer Holz.<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Nun wollen wir uns still die Hände geben]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30312</link>
			<pubDate>Mon, 30 Sep 2024 09:42:48 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30312</guid>
			<description><![CDATA[Nun wollen wir uns still die Hände geben<br />
und vorwärts gehen, fromm, fast ohne Zagen,<br />
und dieses größte Lebenswagnis wagen:<br />
Zwei miteinander ganz verschlungne Leben.<br />
<br />
Und wollen unermüdlich weiterweben<br />
an den für uns nun völlig neuen Tagen<br />
und jeden Abend, jeden Morgen fragen,<br />
ob wir auch ganz ein Ringen und ein Streben.<br />
<br />
Auch ganz ein unersättlich Langen, Dürsten,<br />
im Maß des Körperlichen, das uns eigen,<br />
uns immer geistiger emporzufürsten:<br />
<br />
Daß wir wie eines Pfeiles Schaft am Schlusse,<br />
ineinsverflochten und in einem Schusse,<br />
ein neues Reich höhrer Geburt ersteigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Nun wollen wir uns still die Hände geben<br />
und vorwärts gehen, fromm, fast ohne Zagen,<br />
und dieses größte Lebenswagnis wagen:<br />
Zwei miteinander ganz verschlungne Leben.<br />
<br />
Und wollen unermüdlich weiterweben<br />
an den für uns nun völlig neuen Tagen<br />
und jeden Abend, jeden Morgen fragen,<br />
ob wir auch ganz ein Ringen und ein Streben.<br />
<br />
Auch ganz ein unersättlich Langen, Dürsten,<br />
im Maß des Körperlichen, das uns eigen,<br />
uns immer geistiger emporzufürsten:<br />
<br />
Daß wir wie eines Pfeiles Schaft am Schlusse,<br />
ineinsverflochten und in einem Schusse,<br />
ein neues Reich höhrer Geburt ersteigen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Bank]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30311</link>
			<pubDate>Tue, 24 Sep 2024 09:35:46 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=30311</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Bank</span><br />
<br />
Die Nacht ist lind und lockt mich auf die Warte<br />
auf halber Höhe über meinem Flecken;<br />
ich schau ihn sich den Bach hinauf erstrecken,<br />
und diesen selber durch der Mauer Scharte.<br />
<br />
Durchs Laubwerk mir zu Häupten spielt das harte<br />
Geblink der Sternenschar mit mir Verstecken;<br />
indes von unten mich Laternen necken,<br />
wie Blitzer einer transparenten Karte.<br />
<br />
Vor allem aber ist die Bank da droben<br />
mir wert. Denn meine Freundin kommt, die ferne,<br />
sooft ich dort, mein nächtlich Säumen teilen.<br />
<br />
Gemeinsam hören wir die Wasser toben.<br />
Gemeinsam schaun wir Häuser, Lichter, Sterne ...<br />
Und wünschen nichts als ewig so zu weilen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Bank</span><br />
<br />
Die Nacht ist lind und lockt mich auf die Warte<br />
auf halber Höhe über meinem Flecken;<br />
ich schau ihn sich den Bach hinauf erstrecken,<br />
und diesen selber durch der Mauer Scharte.<br />
<br />
Durchs Laubwerk mir zu Häupten spielt das harte<br />
Geblink der Sternenschar mit mir Verstecken;<br />
indes von unten mich Laternen necken,<br />
wie Blitzer einer transparenten Karte.<br />
<br />
Vor allem aber ist die Bank da droben<br />
mir wert. Denn meine Freundin kommt, die ferne,<br />
sooft ich dort, mein nächtlich Säumen teilen.<br />
<br />
Gemeinsam hören wir die Wasser toben.<br />
Gemeinsam schaun wir Häuser, Lichter, Sterne ...<br />
Und wünschen nichts als ewig so zu weilen.]]></content:encoded>
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