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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Zacharias Werner]]></title>
		<link>https://sonett.fontane-place.de/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett.fontane-place.de]]></description>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 13:10:41 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Omnia quae non aeterna, vana sunt]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34561</link>
			<pubDate>Tue, 22 Apr 2025 07:34:54 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34561</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Omnia quae non aeterna, vana sunt</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Rom, den 14. August 1810</span><br />
<br />
<br />
Heut sind zwei Dutzend Jahre just verstrichen,<br />
Seit, sonder Schärpe, Federhut und Orden,<br />
Die, wie bekannt, sind invalid geworden,<br />
Ein Großer, Friedrich, ist davongeschlichen.<br />
<br />
Sein immorteller Freund ist auch verblichen<br />
Und jetzt Feldpred’ger der gehörnten Horden,<br />
Doch gehts noch frisch mit Lügen und mit Morden,<br />
Es blüht die Kunst, wenn auch zwei Meister wichen.<br />
<br />
Zwei große Weisen, und so bald vergessen,<br />
Und all ihr Lärm! – Hab mal mich umgetrieben<br />
Im Alptal; da hat still, mit weißer Scheitel,<br />
<br />
Ein kleiner dünner Pfaff’ am Fels gesessen<br />
Und dran gekratzt: Was ewig nicht, ist eitel!<br />
Ein klein’ dumm’ Spüchlein ist’s; nicht wahr Ew. Lieben? -<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Omnia quae non aeterna, vana sunt</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Rom, den 14. August 1810</span><br />
<br />
<br />
Heut sind zwei Dutzend Jahre just verstrichen,<br />
Seit, sonder Schärpe, Federhut und Orden,<br />
Die, wie bekannt, sind invalid geworden,<br />
Ein Großer, Friedrich, ist davongeschlichen.<br />
<br />
Sein immorteller Freund ist auch verblichen<br />
Und jetzt Feldpred’ger der gehörnten Horden,<br />
Doch gehts noch frisch mit Lügen und mit Morden,<br />
Es blüht die Kunst, wenn auch zwei Meister wichen.<br />
<br />
Zwei große Weisen, und so bald vergessen,<br />
Und all ihr Lärm! – Hab mal mich umgetrieben<br />
Im Alptal; da hat still, mit weißer Scheitel,<br />
<br />
Ein kleiner dünner Pfaff’ am Fels gesessen<br />
Und dran gekratzt: Was ewig nicht, ist eitel!<br />
Ein klein’ dumm’ Spüchlein ist’s; nicht wahr Ew. Lieben? -<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der steinerne Bräutigam und sein Liebchen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34566</link>
			<pubDate>Sun, 20 Apr 2025 05:50:15 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34566</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der steinerne Bräutigam und sein Liebchen</span><br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Epheustaude</span></span><br />
<br />
Ich muß den Toten an mein Leben binden,<br />
Umschlingen ihn, wie wir uns einst umschlangen,<br />
Und lebensaugend wieder an ihm hangen,<br />
Und wieder er in mir sein Leben finden!<br />
 <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Wartturm</span></span><br />
<br />
Nicht kann er meiner Fesseln sich entwinden,<br />
Und nicht dem Schoß, aus dem er aufgegangen;<br />
Den Steingebornen muß der Stein umfangen,<br />
Und Leben muß im starren Tode schwinden.<br />
 <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Pfalzgraf</span></span><br />
<br />
Fest angeschmiedet hier im engen Raume<br />
Erblick ich nichts, doch fühl ich Morgenwehen,<br />
Und wie es mich umschlingt mit Liebesbeben!<br />
 <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Engel</span></span><br />
<br />
Gelobt sei Gott im Tal und auf den Höhen,<br />
Der der Gestalt sich offenbart im Traume,<br />
Und eint, was ihm entquoll, das Doppelleben! -]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der steinerne Bräutigam und sein Liebchen</span><br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Epheustaude</span></span><br />
<br />
Ich muß den Toten an mein Leben binden,<br />
Umschlingen ihn, wie wir uns einst umschlangen,<br />
Und lebensaugend wieder an ihm hangen,<br />
Und wieder er in mir sein Leben finden!<br />
 <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Wartturm</span></span><br />
<br />
Nicht kann er meiner Fesseln sich entwinden,<br />
Und nicht dem Schoß, aus dem er aufgegangen;<br />
Den Steingebornen muß der Stein umfangen,<br />
Und Leben muß im starren Tode schwinden.<br />
 <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Pfalzgraf</span></span><br />
<br />
Fest angeschmiedet hier im engen Raume<br />
Erblick ich nichts, doch fühl ich Morgenwehen,<br />
Und wie es mich umschlingt mit Liebesbeben!<br />
 <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Engel</span></span><br />
<br />
Gelobt sei Gott im Tal und auf den Höhen,<br />
Der der Gestalt sich offenbart im Traume,<br />
Und eint, was ihm entquoll, das Doppelleben! -]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An mein Ideal]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34564</link>
			<pubDate>Mon, 14 Apr 2025 08:55:42 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34564</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An mein Ideal</span><br />
<br />
Was schönes in der Kunst und in dem Leben,<br />
Es offenbaret sich den holden Frauen,<br />
Entschleiert können sie die Sonne schauen,<br />
Dieweil sie selbst in ew’ger Klarheit schweben.<br />
<br />
Doch – welcher Gott den Liebreiz hat gegeben,<br />
Die schafft zum Eden um die Erdenauen,<br />
Und ihre Blicke, wo sie niederthauen,<br />
Wol können sie den Keim zur Frucht erheben –<br />
<br />
Durch heil’ge Schönheit will sich Gott verkünden,<br />
Der in der Klarheit wohnt, und in der Güte,<br />
Dem Volke, das den reinen Sinn verloren.<br />
<br />
Luise! du, der hohen Frauen Blüte,<br />
Du bist zur Weihe teutscher Kraft erkoren,<br />
Im Schmerz ein Reich der Schönheit zu begründen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An mein Ideal</span><br />
<br />
Was schönes in der Kunst und in dem Leben,<br />
Es offenbaret sich den holden Frauen,<br />
Entschleiert können sie die Sonne schauen,<br />
Dieweil sie selbst in ew’ger Klarheit schweben.<br />
<br />
Doch – welcher Gott den Liebreiz hat gegeben,<br />
Die schafft zum Eden um die Erdenauen,<br />
Und ihre Blicke, wo sie niederthauen,<br />
Wol können sie den Keim zur Frucht erheben –<br />
<br />
Durch heil’ge Schönheit will sich Gott verkünden,<br />
Der in der Klarheit wohnt, und in der Güte,<br />
Dem Volke, das den reinen Sinn verloren.<br />
<br />
Luise! du, der hohen Frauen Blüte,<br />
Du bist zur Weihe teutscher Kraft erkoren,<br />
Im Schmerz ein Reich der Schönheit zu begründen!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Franzbrunnen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34568</link>
			<pubDate>Sat, 12 Apr 2025 01:24:14 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34568</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Franzbrunnen</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">(Veranlaßt durch die Nachricht, daß der Gebrauch des Franzbrunnens <br />
dem großen Goethe im Sommer 1808 besonders zuträglich gewesen sei.)</span><br />
<br />
In deiner Wässer lichtgebornen Wellen,<br />
O Schweiz, sah ich der Sehnsucht ewig Leben:<br />
Als Wollust es im Rheinfall sich erheben,<br />
Sich silbern, schäumend, freudig zu zerschellen;<br />
<br />
Als Glaub’ in Reichenbachs dreiein’gen, hellen<br />
Goldströmen, siebenstrahlend, glüh’nd es schweben;<br />
Als Lieb in Staubbachs Doppelsonnen beben,<br />
Die aus demantner Säule lodernd quellen.<br />
<br />
Doch teurer ist mir, bei dem Quell der Wahrheit!<br />
Bohemia, du Mutter süßer Töne,<br />
Dein heilerfüllter Born: Franziskusbrunnen;<br />
<br />
Wie dort der Musaget, der ewig Schöne,<br />
Der Meister einer Welt voll Kraft und Klarheit,<br />
Mein Helios, sich Jugend neu gewonnen! –]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Franzbrunnen</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">(Veranlaßt durch die Nachricht, daß der Gebrauch des Franzbrunnens <br />
dem großen Goethe im Sommer 1808 besonders zuträglich gewesen sei.)</span><br />
<br />
In deiner Wässer lichtgebornen Wellen,<br />
O Schweiz, sah ich der Sehnsucht ewig Leben:<br />
Als Wollust es im Rheinfall sich erheben,<br />
Sich silbern, schäumend, freudig zu zerschellen;<br />
<br />
Als Glaub’ in Reichenbachs dreiein’gen, hellen<br />
Goldströmen, siebenstrahlend, glüh’nd es schweben;<br />
Als Lieb in Staubbachs Doppelsonnen beben,<br />
Die aus demantner Säule lodernd quellen.<br />
<br />
Doch teurer ist mir, bei dem Quell der Wahrheit!<br />
Bohemia, du Mutter süßer Töne,<br />
Dein heilerfüllter Born: Franziskusbrunnen;<br />
<br />
Wie dort der Musaget, der ewig Schöne,<br />
Der Meister einer Welt voll Kraft und Klarheit,<br />
Mein Helios, sich Jugend neu gewonnen! –]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An die Deutschen]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34562</link>
			<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 10:51:36 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34562</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An die Deutschen</span><br />
<br />
Kraft! Freiheit! Glauben! – Habt Ihr es vernommen?<br />
Vereinzelt sind sie nimmer zu erringen!<br />
Das Herrliche, es kann euch noch gelingen.<br />
Doch kann’s euch nur aus jenem Dreiklang kommen!<br />
<br />
Seht! Eure Stützen sind euch fortgeschwommen!<br />
Kann euch die Zeit, könnt ihr der Zeit was bringen?<br />
Das Ew’ge nur, es kann die Zeit bezwingen,<br />
Und stark und frei, das sind allein die Frommen!<br />
<br />
Nur Teile saht ihr stets und nur das Viele,<br />
Gesammelt wart ihr nie zum Ganzen, Einen;<br />
Drum ist gekommen, was ihr selbst verschuldet.<br />
<br />
Jetzt rettet euch zum einzigen Asyle:<br />
Zum Glauben flieht, entflieht dem leeren Meinen,<br />
Das Rechte tut, und das Gerechte – duldet!<br />
<br />
<br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">An die Deutschen</span><br />
<br />
Kraft! Freiheit! Glauben! – Habt Ihr es vernommen?<br />
Vereinzelt sind sie nimmer zu erringen!<br />
Das Herrliche, es kann euch noch gelingen.<br />
Doch kann’s euch nur aus jenem Dreiklang kommen!<br />
<br />
Seht! Eure Stützen sind euch fortgeschwommen!<br />
Kann euch die Zeit, könnt ihr der Zeit was bringen?<br />
Das Ew’ge nur, es kann die Zeit bezwingen,<br />
Und stark und frei, das sind allein die Frommen!<br />
<br />
Nur Teile saht ihr stets und nur das Viele,<br />
Gesammelt wart ihr nie zum Ganzen, Einen;<br />
Drum ist gekommen, was ihr selbst verschuldet.<br />
<br />
Jetzt rettet euch zum einzigen Asyle:<br />
Zum Glauben flieht, entflieht dem leeren Meinen,<br />
Das Rechte tut, und das Gerechte – duldet!<br />
<br />
<br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hellenik und Romantik]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34563</link>
			<pubDate>Fri, 04 Apr 2025 10:25:16 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34563</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hellenik und Romantik</span><br />
Genua. Auf der Bocchetta, den 9. September 1808<br />
 <br />
<br />
Könnt, Genua, ich tausendfach mich teilen,<br />
In deinem Hafen mit den Wellen fließen,<br />
Empor mit deinen Goldorangen sprießen,<br />
Mich wölben kühn mit deinen Marmorsäulen;<br />
<br />
Zu deiner Töchter Schar, ein Heros, eilen,<br />
Der Glutenaugen Schleier aufzuschließen,<br />
Und alle Nektarkelche zu genießen,<br />
Ausschlürfen jeden und bei keinem weilen!<br />
<br />
Weg mit der fernen Sehnsucht Nebeltraume!<br />
Das Marmorbild der Göttin von Cythere<br />
Im Spiegel nicht, umfangen wird’s genossen!<br />
<br />
So träumt ich. – Da entstieg dem Meeresschaume<br />
Die Göttin selbst in Rosenduft zerflossen.<br />
Im Dufte klang’s Ich forme, ich verkläre! -<br />
<br />
 <br />
.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hellenik und Romantik</span><br />
Genua. Auf der Bocchetta, den 9. September 1808<br />
 <br />
<br />
Könnt, Genua, ich tausendfach mich teilen,<br />
In deinem Hafen mit den Wellen fließen,<br />
Empor mit deinen Goldorangen sprießen,<br />
Mich wölben kühn mit deinen Marmorsäulen;<br />
<br />
Zu deiner Töchter Schar, ein Heros, eilen,<br />
Der Glutenaugen Schleier aufzuschließen,<br />
Und alle Nektarkelche zu genießen,<br />
Ausschlürfen jeden und bei keinem weilen!<br />
<br />
Weg mit der fernen Sehnsucht Nebeltraume!<br />
Das Marmorbild der Göttin von Cythere<br />
Im Spiegel nicht, umfangen wird’s genossen!<br />
<br />
So träumt ich. – Da entstieg dem Meeresschaume<br />
Die Göttin selbst in Rosenduft zerflossen.<br />
Im Dufte klang’s Ich forme, ich verkläre! -<br />
<br />
 <br />
.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ordnung des Heils]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34567</link>
			<pubDate>Mon, 31 Mar 2025 09:31:39 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34567</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ordnung des Heils</span><br />
<br />
Die Sonne sieht man auch im Tautropf scheinen;<br />
So, wer an Gott will treulich sich erquicken,<br />
Er kann im Kleinsten auch das Heil erblicken,<br />
Zu großem Tun sich Blick und Willen reinen<br />
<br />
Selbst des Sonettes Form ist groß im Kleinen;<br />
Sie, scheinbar frei, muß sich notwendig schicken,<br />
Zwei Reime, die sich fliehen, zu verzwicken;<br />
So muß das Schicksal Sünd und Gnad vereinen.<br />
<br />
Bald trennt den Reim die erste der Terzinen:<br />
Der Hochmut treibt aus hoher Sehnsucht Keimen<br />
Das Wucherkraut, das niedre Lustgetriebe.<br />
<br />
Und ungereimt muß neuer Dreiklang reimen:<br />
Sobald der Sehnsucht Demut ist erschienen,<br />
Dient Glaub und Hoffnung frei der reinen Liebe!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ordnung des Heils</span><br />
<br />
Die Sonne sieht man auch im Tautropf scheinen;<br />
So, wer an Gott will treulich sich erquicken,<br />
Er kann im Kleinsten auch das Heil erblicken,<br />
Zu großem Tun sich Blick und Willen reinen<br />
<br />
Selbst des Sonettes Form ist groß im Kleinen;<br />
Sie, scheinbar frei, muß sich notwendig schicken,<br />
Zwei Reime, die sich fliehen, zu verzwicken;<br />
So muß das Schicksal Sünd und Gnad vereinen.<br />
<br />
Bald trennt den Reim die erste der Terzinen:<br />
Der Hochmut treibt aus hoher Sehnsucht Keimen<br />
Das Wucherkraut, das niedre Lustgetriebe.<br />
<br />
Und ungereimt muß neuer Dreiklang reimen:<br />
Sobald der Sehnsucht Demut ist erschienen,<br />
Dient Glaub und Hoffnung frei der reinen Liebe!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Herz ist was Liebes,]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34565</link>
			<pubDate>Sat, 29 Mar 2025 09:05:07 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34565</guid>
			<description><![CDATA[Herz ist was Liebes, was so lieb wir haben,<br />
Wenn wir auch recht nicht wissen, es zu hegen;<br />
Bald tanzt es gern, bald will’s der Ruhe pflegen,<br />
Bald schmollt’s, bald tut es uns mit Lächeln laben!<br />
<br />
Lieb ist ein herzigs Veilchen, das begraben<br />
Im Wiesengrün, als könnt’ es sich nicht regen;<br />
Doch duftet Euch sein Blütenkelch entgegen,<br />
So geht’s – wie mit dem Röslein und dem Knaben.<br />
<br />
Herzlieb ist mir, wenn Schöne schön mich preisen,<br />
Wenn Helios mir strahlt nach Finsternissen,<br />
Und etwas anders, das ich nicht darf nennen.<br />
<br />
Die erste Silbe ist wie Wachs und Eisen,<br />
Die zweite Glut, die wird das Wachs verbrennen;<br />
Das Ganze, ach, wir möchtens alle küssen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Herz ist was Liebes, was so lieb wir haben,<br />
Wenn wir auch recht nicht wissen, es zu hegen;<br />
Bald tanzt es gern, bald will’s der Ruhe pflegen,<br />
Bald schmollt’s, bald tut es uns mit Lächeln laben!<br />
<br />
Lieb ist ein herzigs Veilchen, das begraben<br />
Im Wiesengrün, als könnt’ es sich nicht regen;<br />
Doch duftet Euch sein Blütenkelch entgegen,<br />
So geht’s – wie mit dem Röslein und dem Knaben.<br />
<br />
Herzlieb ist mir, wenn Schöne schön mich preisen,<br />
Wenn Helios mir strahlt nach Finsternissen,<br />
Und etwas anders, das ich nicht darf nennen.<br />
<br />
Die erste Silbe ist wie Wachs und Eisen,<br />
Die zweite Glut, die wird das Wachs verbrennen;<br />
Das Ganze, ach, wir möchtens alle küssen!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ein Pärchen Sonette aus Rom (2)]]></title>
			<link>https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34569</link>
			<pubDate>Thu, 27 Mar 2025 01:07:51 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett.fontane-place.de/member.php?action=profile&uid=1">ZaunköniG</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett.fontane-place.de/showthread.php?tid=34569</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Pärchen Sonette aus Rom, <br />
als freundlicher Zuruf an deutsche Lieben</span><br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">I. Das Colisäum beim herbstlichen Sonnenuntergange</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">den 23. Oktober 1811</span><br />
<br />
Wie herrlich ist es, wenn aus Roms Ruinen<br />
Im Herbst des Jahres Frühlingsblüten sprießen,<br />
Des Empyräums Lebensstrome fließen<br />
Auf jene Steine, die zu starren schienen!<br />
<br />
Wie herrlich, daß die Lüge Zeit muß dienen<br />
Der Ewigkeit, und daß der Mensch genießen<br />
Das darf, noch eher auf den Kerker schließen<br />
Des Körpers, brechen kann die Qualmaschinen! –<br />
<br />
O wunderherrlich Rom mit Deinen Schätzen!<br />
Du Grundstein, Richtmaß, Senkblei der Gesunden,<br />
Träufst auch uns Kranken Balsam uns zu letzen!<br />
<br />
Nur eines wird noch herrlicher erfunden:<br />
Mer ist als Millionen Roms und Sonnen<br />
Ein Herz, ein einz’ges, hat es Gott gewonnen! -<br />
<br />
  <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II. Roms Springbrunnen</span><br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Den 23. Oktober 1811 bei der Fontaine auf St. Pietro di Prämontorio<br />
Fluminis impetus laetificat civitatem Dei. (Ps. 45. v. 4.)</span><br />
<br />
<br />
“Der Ströme Lust erfreut die Stadt des Herrn!”<br />
Drum sprüht auf Romas Plätzen mit Gebraus<br />
Das Wasser seine freud’gen Geister aus,<br />
Die glorreich drangen aus der Erde Kern!<br />
<br />
Auch weilt’s auf Romas sieben Hügeln gern,<br />
Um kühn zu schauen sein siderisch Haus,<br />
Und sprudelnd lacht’s der Sterne Walten aus;<br />
Denn nah ist Gott in Rom, die Sterne fern!<br />
<br />
Dann tanzt es plätschernd bei den Pinienhainen<br />
Pamphilis, sonnt sich in Borghesens Spiegel<br />
Und tändelt an Albanis Säulgewinden.<br />
<br />
Und, ob auch Riesenpfeiler es umzäunen,<br />
Schwingt’s über sie die diamantnen Flügel,<br />
Wo Gott wollt’ auf den Fels die Kirche gründen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Pärchen Sonette aus Rom, <br />
als freundlicher Zuruf an deutsche Lieben</span><br />
<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">I. Das Colisäum beim herbstlichen Sonnenuntergange</span><br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">den 23. Oktober 1811</span><br />
<br />
Wie herrlich ist es, wenn aus Roms Ruinen<br />
Im Herbst des Jahres Frühlingsblüten sprießen,<br />
Des Empyräums Lebensstrome fließen<br />
Auf jene Steine, die zu starren schienen!<br />
<br />
Wie herrlich, daß die Lüge Zeit muß dienen<br />
Der Ewigkeit, und daß der Mensch genießen<br />
Das darf, noch eher auf den Kerker schließen<br />
Des Körpers, brechen kann die Qualmaschinen! –<br />
<br />
O wunderherrlich Rom mit Deinen Schätzen!<br />
Du Grundstein, Richtmaß, Senkblei der Gesunden,<br />
Träufst auch uns Kranken Balsam uns zu letzen!<br />
<br />
Nur eines wird noch herrlicher erfunden:<br />
Mer ist als Millionen Roms und Sonnen<br />
Ein Herz, ein einz’ges, hat es Gott gewonnen! -<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">II. Roms Springbrunnen</span><br />
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<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Den 23. Oktober 1811 bei der Fontaine auf St. Pietro di Prämontorio<br />
Fluminis impetus laetificat civitatem Dei. (Ps. 45. v. 4.)</span><br />
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“Der Ströme Lust erfreut die Stadt des Herrn!”<br />
Drum sprüht auf Romas Plätzen mit Gebraus<br />
Das Wasser seine freud’gen Geister aus,<br />
Die glorreich drangen aus der Erde Kern!<br />
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Auch weilt’s auf Romas sieben Hügeln gern,<br />
Um kühn zu schauen sein siderisch Haus,<br />
Und sprudelnd lacht’s der Sterne Walten aus;<br />
Denn nah ist Gott in Rom, die Sterne fern!<br />
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Dann tanzt es plätschernd bei den Pinienhainen<br />
Pamphilis, sonnt sich in Borghesens Spiegel<br />
Und tändelt an Albanis Säulgewinden.<br />
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Und, ob auch Riesenpfeiler es umzäunen,<br />
Schwingt’s über sie die diamantnen Flügel,<br />
Wo Gott wollt’ auf den Fels die Kirche gründen!]]></content:encoded>
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